Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Kosten für die nachhaltige Ausrichtung der Veranstaltung werden soweit möglich dokumentiert, sodass bewertet werden kann, welche Maßnahmen zu Mehrkosten und welche zu Kostenreduktion führen.

Nachhaltiges Handeln muss nicht zwangsläufig zu Mehrkosten führen. Das Reparieren, das Wiederverwenden und das Leihen von Materialien und Produkten kann sogar Kosten einsparen und ist gleichzeitig umwelt- und ressourcenschonend. Wenn eine Neuanschaffung jedoch unumgänglich ist, sind Produkte, die ökologisch verträglich und fair hergestellt werden, häufig teurer als vergleichbare Produkte. Dennoch besitzen nachhaltige Produkte einen großen Mehrwert. Vorteile können geringere Umweltbelastungen bei der Produktion, faire Arbeitsbedingungen, weniger Schadstoffe in den Produkten selbst sowie eine hohe Qualität und Langlebigkeit sein. Und auch wenn nachhaltige Produkte bei der Anschaffung zunächst Mehrkosten verursachen, kann sich die Investition auf lange Sicht auszahlen. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Einsatz von LED-Beleuchtung. Rechnet man die Dauer der Nutzung und die Einsparung der Energie ein, führen die getätigten Mehrkosten auf lange Sicht zu einer Kosteneinsparung. Als Hilfsmittel für die Kosten Kalkulation, zumindest für die Anschaffung von technischen Geräten, können Amortisationsrechner dienen.

Als Veranstalter*in gilt es sich also stets zu fragen: Können die Mehrkosten einer Neuanschaffung auf lange Sicht wieder gedeckt werden? Und welche kostengünstigen Alternativen zur Neuanschaffung stehen mir zu Verfügung? Auch wichtig zu bedenken: Der sorgsame Umgang und die geeignete Lagerung von Materialien und Gegenständen können zur Langlebigkeit dieser und somit zu einer Kosteneinsparung beitragen.

Ein erster Eindruck kann auch die Studie “Umwelt- und Kostenentlastung durch eine umweltverträgliche Beschaffung“ des Öko-Institut e.V. liefern. Sie bezieht sich zwar auf die Verwaltung des Landes Berlin – unter den 15 betrachteten Produkten und Dienstleistungen sind aber auch einige für den Veranstaltungsbereich relevant. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass umweltverträgliche Varianten auf den gesamten Lebenszyklus gerechnet häufig sowohl Kosten als auch Emissionen einsparen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Einnahmenausfälle, die entstehen, wenn einkommensschwachen Besucher*innen eine kostenfreie oder kostenreduzierte Teilnahme ermöglicht wird, werden durch die Veranstalter*innen sinnvoll umgelegt.

Indem ihr Besucher*innen eine kostenfreie oder vergünstigte Teilnahme an eurem Event ermöglicht, könnt ihr die gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit geringem Einkommen stärken. Allerdings müssen die fehlenden Ticketeinnahmen durch das Einsparen von Ausgaben oder durch zusätzlich generierte Einnahmen an anderer Stelle kompensiert werden.

Prüft euer Veranstaltungskonzept darauf, ob ihr auf bestimmte Ausgaben – besonders für unnachhaltige Aktivitäten – vollkommen verzichten könnt. Wichtig ist, dass ihr nicht an den falschen Ecken, zum Beispiel bei der Bezahlung von Künstler*innen, spart.

Eine weitere Möglichkeit für ein soziales Ticketing bietet ein Solidaritätszuschlag beim Ticketverkauf: Besucher*innen, die sich diesen leisten können und möchten, zahlen für ihr Ticket einen Aufpreis oder bezahlen gleich zwei Tickets. So ermöglichen sie anderen einen günstigeren Eintritt. Auch Modelle wie das der Stiftungstage funktionieren, bei denen Stiftungen eine Patenschaft für eine Veranstaltung übernehmen und somit einer gewissen Anzahl an Besuchenden eine kostengünstigere Teilnahme finanzieren.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Mischkalkulationen werden vorgenommen, sodass nachhaltigere Alternativen indirekt subventioniert und damit preisgünstiger angeboten werden können.

Durch eine Mischkalkulation könnt ihr beispielsweise nachhaltigere Speisen und Getränke dadurch preisgünstig halten, indem ihr weniger nachhaltige Alternativen etwas teurer anbietet. So könnt ihr die nachhaltigen Gerichte bei geringem Preisanstieg finanzieren und schafft Anreize für die Wahl der nachhaltigen Optionen.

Bei Mischkalkulationen ist jedoch Vorsicht geboten: In einigen Fällen lohnt es sich mitunter, den erhöhten Aufwand im Preis zu spiegeln – zum Beispiel, wenn gleichzeitig regionale, vegetarische Gerichte sowie Gerichte mit weitaus teureren Zutaten wie Bio-Fleisch angeboten werden.

Auf dem Tollwood Festival in München wird in diesem Fall keine Mischkalkulation vorgenommen. So werden die Mehrkosten, die durch die Verwendung von dem teureren Bio-Fleisch entstehen, auch nur von den Gerichten mit Fleisch getragen und die vegetarischen und veganen Speisen können günstiger angeboten werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Die Kosten für nachhaltigere Angebote, Speisen und Getränke auf der Veranstaltung werden differenziert berechnet und transparent an die Gäste weitergegeben.

Ein gutes Beispiel aus der Praxis ist das Tollwood Festival in München, das mit seinen ca. 200 Aussteller*innen und Gastronom*innen ausschließlich Bio-Gerichte auf dem Festival anbietet: Bei der Preiskalkulation für das gastronomische Angebot wird hier lediglich der zusätzliche Wareneinsatz, der durch die Verwendung von Biozutaten entsteht, auf die Preise der Gerichte aufgeschlagen. Dieser macht neben Gemeinkosten (Strom, Gas, Wasser, …), Personalkosten und Ertrag nur ca. 25-35% des Endkund*innen-Preis aus. Bei Bio-Gerichten, deren Wareneinsatz beispielsweise um 70% teurer ist als bei konventionellen Alternativen, ergibt sich das dann trotzdem nur eine Preissteigerung von ca. 20% aus.

Die Preisgestaltung von Angeboten spielt grundsätzlich eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit der Veranstaltung und die Akzeptanz der Gäste. Wenn ihr teurere, aber nachhaltigere Produkte anbietet, ist es besonders wirkungsvoll, wenn der Mehrwert des Angebots sichtbar wird – beispielsweise durch Siegel oder weiterführende Informationen. Gleichzeitig könnt ihr durch eine differenzierte Kalkulation einen überproportionalen Preisanstieg von nachhaltigen Angeboten vermeiden und damit euren Gästen gegenüber fair handeln.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Sponsoring & Förderung

Für die nachhaltige Ausrichtung der Veranstaltung werden Fördermittel beantragt und verwendet.

Der Finanzierungsfinder der Kreativgesellschaft Hamburg ist eine Datenbank, in der Finanzierungsmöglichkeiten für kreative Vorhaben gefunden werden können. „In diesem Überblick findest du sowohl Förderungen von Stadt und Staat als auch Förderungen durch private und öffentliche Stiftungen und Vereine ergänzt durch Kredite, Darlehen und Beteiligungen, die für alle Branchen zur Verfügung stehen und somit auch von der Kreativwirtschaft in Anspruch genommen werden können.“

Konkret für Sport-Projekte bietet die Behörde für Inneres und Sport verschiedene Fördermöglichkeiten.

Einen Überblick über weitere Finanzierungsmöglichkeiten bietet auch die Förderdatenbank des Bundes. Auf der Webseite sind sowohl Förderprogramme als auch -institutionen des Bundes, der Länder und der EU aufgelistet, die nach Bereichen wie Kultur, Naturschutz oder Soziales gefiltert werden können.

Gemeinnützige Institutionen mit Sitz in Hamburg können Fördermittel für Projekte und Maßnahmen mit Bezug und Fokus auf Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit (mit Bezug zu Klimaschutz) beim #moinzukunft Hamburger Klimafonds beantragen. Mehr Informationen findet ihr hier.

Der Themenfonds „NATUR erleben – verstehen – schützen“ der Bürger Stiftung Hamburg unterstützt Projekte und Initiativen mit den Schwerpunkten Umweltbildung oder Naturschutz.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Sponsoring & Förderung

Sponsorings basieren auf der nachhaltigen Ausrichtung der Veranstaltung.

Besonders wenn Organisationen oder Unternehmen selbst im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind, kann für sie das Sponsoring eines nachhaltigen Events attraktiv sein. Eine solche Unterstützung eurer Veranstaltung trägt so positiv zum Image der Sponsor*innen bei – im Gegenzug werden eure Nachhaltigkeitsmaßnahmen finanziell oder durch Know-How unterstützt. Langfristige Partnerschaften und die Einbindung von Sponsorpartner*innen in die Planung, Kommunikation und inhaltlichen Aspekte eurer Veranstaltung tragen oft nicht nur finanziell zu einer zukunftsfähigen Ausrichtung eurer Veranstaltung bei.

Bei der Sponsor*innen-Suche ist es also ratsam, Unternehmen und Institutionen zu recherchieren und zu kontaktieren, die in ihrer Öffentlichkeitsarbeit Ziele und Werte kommunizieren, die sich mit der nachhaltigen Ausrichtung eurer Veranstaltung decken. Krankenkassen sponsern beispielsweise gerne Sportveranstaltungen. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis ist die Unterstützung des Eimsbütteler Turnvereins durch Green Planet Energy, die den Sportverein unter anderem mit Ökostrom versorgen und im Gegenzug auf seiner Webseite als Kooperationspartner präsentiert werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Langfristige Partnerschaften

Langfristige Planungen mit Partner*innen erhöhen die Effizienz.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei: