Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Veranstaltungsstätte: Standortwahl

Für die Auswahl des Veranstaltungsortes werden alle sieben Hamburger Bezirke in Betracht gezogen.

Die richtige Veranstaltungsfläche für ein Open Air Event zu finden ist manchmal gar nicht so einfach – besonders in einer Stadt wie Hamburg, in der es eine große Auswahl gibt.

Der Eventlotse der Hamburg Tourismus GmbH bietet einen Überblick von öffentlichen und privaten Freiflächen im gesamten Stadtbereich. Detaillierte Informationen zu Größe, Bodenbeschaffenheit, Umgebung, Logistik, Sicherheit und weitere Besonderheiten sowie Kontaktdaten zum jeweiligen Flächengeber können eingesehen werden. Diese kompakte Übersicht dient Veranstalter*innen dazu, geeignete Flächen für ihr Event zu identifizieren und den oder die richtige*n Ansprechpartner*in für eine Genehmigungsanfrage zu finden.

Im Servicebereich finden Veranstalter*innen darüber hinaus Informationen, Links und Dokumente, die ihnen bei der Eventplanung- und Durchführung helfen können.

Das Benutzerhandbuch beschreibt detailliert, wie der Eventlotse am besten zu nutzen ist.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Naturschutz

Es werden Maßnahmen ergriffen, um die (angrenzenden) Naturräume der Veranstaltungsstätte zu schützen.

Im Rahmen eines nachhaltigeren Events empfehlen wir dir, auf den Einsatz von Feuerwerk und Skybeamern zu verzichten. Lichtinstallationen können beeindrucken, Lichtverschmutzung und die fehlende Dunkelheit in der Nacht sind allerdings ein ernsthaftes ökologisches Problem. Der Tag-Nacht-Rhythmus vieler Tiere wird durch die zunehmende Beleuchtung in Städten gestört und viele nachtaktive Insekten sind bereits ausgestorben, was wiederum Auswirkungen auf Vögel und andere Fressfeinde hat. Dabei kann zu viel Licht auf unterschiedliche Weise wirken: Manche Insekten werden bei zu viel Licht nicht aktiv, andere werden von Lichtquellen angezogen und verbrennen oder werden von lebenserhaltenden Aufgaben abgehalten. Weiterführende Informationen zum Thema Lichtverschmutzung und Insekten stellt der NABU bereit.

Feuerwerk hat ebenfalls sehr weitreichende negative Umweltauswirkungen, die im Veranstaltungskontext verhindert werden sollten. Die Geräuschbelastung bei einem Feuerwerk setzt Tiere einer lebensbedrohlichen Situation aus, Vögel können z.B. im Rauch die Orientierung verlieren. Utopia hat Gründe gesammelt, die gegen den Einsatz von Feuerwerk z.B. an Silvester sprechen. 

Der Einsatz von Licht wird auf Veranstaltungen, die abends und nachts stattfinden, nicht vollständig zu reduzieren sein. Die Initiative gegen Lichtverschmutzung gibt Tipps dazu, die Beleuchtung einer Veranstaltung umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Die Initiative empfiehlt, Licht effizient an den zu beleuchtenden Ort zu lenken, die verwendete Lichtmenge so weit wie möglich zu reduzieren und warmweißes Licht mit einem geringen Blauanteil zu verwenden. Des Weiteren wird empfohlen, effiziente LED-Leuchtmitteln, die langlebig und gut in ihrer Leuchtleistung steuerbar sind, einzusetzen. 

In Hamburg brüten jährlich ungefähr 160 schützenswerte Vogelarten mit über 400 000 Brutpaaren. Viele dieser Vögel, die durch Veranstaltungen nicht gestört werden sollten, damit sie die Brut nicht aufgeben, brüten im Frühjahr und Sommer. Insbesondere in Vogelschutzgebieten und Naturschutzgebieten ist eine Lärmbelästigung von April bis Ende Juli und teilweise auch in einem Umkreis um die Gebiete verboten. Genauere Informationen stehen dazu in den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen. Bei und nach Auswahl des Veranstaltungsortes sollten die vorkommenden Vogelarten berücksichtigt werden. Der Arbeitskreis Vogelschutzwarte Hamburg bietet Informationen zu Vogelarten in Hamburg. 

WARUM IST WILDPINKELN EIN PROBLEM? 

Wildpinkeln sorgt nicht nur für unangenehme Gerüche und hinterlässt gelbe Flecken an Hausfassaden, sondern ist auch für Naturräume in der Nähe von Veranstaltungsstätten ein Problem. Die mit dem Urin ausgeschiedenen Nährstoffe führen zu einem Überangebot an Nährstoffen im Boden, sodass dieser „überdüngt“ wird. Empfindliche und einzigartige Naturräume sind häufig diejenigen, die durchschnittlich eher einen geringen Nährstoffeintrag haben, sodass sich die indirekte Düngung unvorteilhaft auswirkt. Um Reinigungskosten zu sparen, Naturräume zu schonen und soziale Aspekte zu berücksichtigen, ist es empfehlenswert Wildpinkeln unter Veranstaltungsgästen aktiv zu reduzieren.  

 

WILDPINKELN VERHINDERN MIT SPEZIALLACK 

Auf der Reeperbahn und in St. Pauli führt Wildpinkeln zu hohen Reinigungskosten. 2015 wurden deshalb Wände, die häufig von Wildpinklern angesteuert werden, mit superhydrophobem Lack versiegelt. Wenn nun jemand gegen die Wand pinkelt, wird die Person mit seinem eigenen Urin bespritzt. Mehr Informationen zu der Initiative „St. Pauli pinkelt zurück“ gibt es hier: https://reeperbahn.de/st-pauli-pinkelt-zurueck/. Der Lack ist jedoch sehr teuer und führt dazu, dass die Bausubstanz dahinter luftdicht versiegelt wird, sodass Schäden entstehen können. 

 

PINKELBEETE UND CO. 

In einem Interview mit Deutschlandfunk Nova erklärt Natalie Eßig, Professorin für Baukonstruktion und Bauklimatik, dass Wildpinkeln in vielen Fällen nicht einfach durch mehr Toilettenwägen oder mobilen Toilettenkabinen verhindert werden könne. In München werden deshalb zwei Lösungen im städtischen Raum erprobt, die das Pinkeln „draußen“ weiterhin ermöglichen, und schädliches Wildpinkeln trotzdem verhindern sollen: mobile Toiletten, die aussehen wie Pflanzenkübel, und Pinkelbeete. U.a. stellt Uritrottoir diese mobilen Urinale getarnt als Pflanzenkübel her. Für Open Air-Veranstaltungen gibt es zusätzlich Uritonnoir, ein Trockenurinal, das als Plastiktrichter, in einem Strohballen versenkt wird.  

 

„SPENDE DEIN P(HOSPHOR)!“ 

Selbst wenn Wildpinkeln nur selten vollständig verhindert werden kann, ist es förderlich, wenn die sanitäre Infrastruktur z.B. auf einer Open Air-Veranstaltung so ausgelegt ist, dass Toiletten schnell erreichbar und ausreichend vorhanden sind. Goldeimer zeigt zudem, wie gelungene Nachhaltigkeitskommunikation aussehen kann, um Wildpinkeln aktiv zu verhindern. Mit der „P-Bank von Goldeimer werden Veranstaltungsgäste gebeten, das ausgeschiedene Phosphor im Urin „zu spenden“, das bereits jetzt ein knapper Nährstoff in der modernen Landwirtschaft ist. Finizio hat ebenfalls ein Pilotprojekt initiiert, um den Inhalt aus Trockentoiletten zu Dünger zu verarbeiten, der anschließend in der Landwirtschaft eingesetzt werden soll. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Naturschutz

Die Veranstaltungsstätte setzt Biodiversitätsmaßnahmen um.

Die Gärten und die Bepflanzung einer Veranstaltungsstätte im urbanen Raum sind bei vielen Events zentrale Gestaltungselemente. Dabei könnt ihr selbst bzw. die Betreiber*innen einer Veranstaltungsstätte bei der Geländegestaltung auf Merkmale achten, die mehr Artenvielfalt in der Stadt ermöglichen 

Die Loki-Schmidt-Stiftung hat das Projekt “Kooperation Natur” initiiert, in dem Unternehmen (auch Betreiber*innen von Veranstaltungsstätten) unterstützt werden, die Flächen auf dem eigenen Gelände in biodiverse Naturräume umzuwandeln bzw. sdtische Artenvielfalt zu fördern. 

Der NABU Hamburg hat einen Blogbeitrag zu “Naturnahen Gärten” veröffentlicht, in dem ihr Hintergrundinformationen zur Förderung von Artenvielfalt in städtischen Gärten erhaltet. 

Die folgenden Fragen sollen euch helfen, bei Betreiber*innen einer Veranstaltungsstätte nachfragen zu können, inwiefern auf den Erhalt der Biodiversität vor Ort geachtet wird.  

  • Ist die Veranstaltungsstätte überhaupt bepflanzt?  
  • Ist die Veranstaltungsstätte vor allem mit heimischen Arten bepflanzt? 
  • Werden Wiesen und Grünflächen eher selten gemäht? 
  • Verzichten die Betreiber*innen der Veranstaltungsstätte auf den Einsatz von Pestiziden und Düngern oder begrenzen diesen? 
  • Wurden Pflanzenarten und Bäume ausgewählt, die potenziell dem sich verändernden Klima (d.h. längeren Trockenphase) standhalten können oder besonders geeignet für die Belastung in Städten (d.h. Luftverschmutzung) sind? 
  • Verfügt die extern betriebene Veranstaltungsstätte über professionell und effektiv angelegte Nisthilfen, Steinmauern, Insektenhotels etc.? 
  • Haben die Betreiber*innen der Veranstaltungsstätte z.B. Wildgärten angelegt oder lassen bewusst Bereiche „unaufgeräumt“? 
  •  

Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt. Biologische Vielfalt, also die genetische Vielfalt, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten und darüber hinaus die Vielfalt von Ökosystemen ist essentiell, um die Funktionsfähigkeit unserer ökologischen Umwelt zu erhalten. Umso erschreckender ist es, dass die Anzahl an Arten dramatisch zurückgeht. Unter den größten Treibern für Artensterben sind Landnutzungswandel, Klimawandel und das zunehmende Vorkommen invasiver Arten anderer Ökosysteme, die heimische Arten verdrängen. Um Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass z.B. strenge Schutzmaßnahmen für Naturräume gelten, dass mit landwirtschaftlichen Praktiken Rücksicht auf Naturräume und ihre Artenvielfalt genommen wird und der Einfluss von menschlichem Handeln naturnah und mit wenig negativen Umweltwirkungen auf Ökosysteme erfolgt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Standortwahl

Bei der Auswahl der Veranstaltungsstätte fließen Nachhaltigkeitsaspekte ein.

Bei der Auswahl von Veranstaltungsstätten können viele Aspekte beachtet werden, die eine Veranstaltungsstätte nachhaltiger als eine andere machen. Auch Veranstaltungsstätten können basierend auf einem Umweltmanagementsystem (z.B. EMAS) zertifiziert werden, sodass die Betreiber*innen regelmäßig Umweltkennzahlen berichten und ihre Umweltverträglichkeit verbessern. Beispielsweise ist das Bürgerhaus Wilhelmsburg Mitglied des Ökoprofit Clubs, in dem sich Unternehmen mit der Einrichtung eines Umweltmanagementsystems beschäftigen. Auch die Hamburger Markthalle ist seit 2017 dort Mitglied und zertifiziert.  

Das WÄLDERHAUS in Wilhelmsburg wurde ganzheitlich nachhaltig geplant und bietet ein Hotel, ein Restaurant und Tagungsräume an, die vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Zudem gibt es ein paar Hotels in Hamburg, die nach Sozial- und Umweltstandards zertifiziert sind, darunter ist z.B. auch das Scandic Hamburg Emporio, das ein barrierefreies Hotel ist. Im Green Events Dienstleistungsportal findet ihr hier weitere nachhaltige Veranstaltungsstätten. 

Alle öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Theater und z.B. Schulen werden in der Freien und Hansestadt Hamburg mit Öko-Strom versorgt, darunter sind auch Veranstaltungsstätten, die gemietet werden können. 

In der Energiesparverordnung ist festgehalten, welche Anforderungen beheizte und klimatisierte Gebäude erfüllen müssen, die neu gebaut werden. Für den Veranstaltungskontext ist die Verordnung vor allem im Rahmen der genutzten Veranstaltungsstätten interessant: Seit 2007 müssen (mit Ausnahmen) Energieausweise für Gebäude erstellt werden, in denen auch die Energieeffizienzklasse festgehalten ist. Dieser Ausweis muss vorranging bei An- und Verkauf vorgelegt werden, bietet aber auch eine gute Orientierung zum Energieverbrauch des gemieteten Veranstaltungsraumes. Seit 2013 gelten folgende Energieeffizienzklassen: Ein Endenergieverbrauch von unter 30 kWh / (m^2 * a) zählt in die beste Effizienzklasse A+.  

Energieeffizienzklasse (kWh / (m^2 * a)) 

A+       < 30
A         < 50 
B         < 75 
C         < 100 
D         < 130 
E         < 160 
F         < 200 
G         < 250 
H         > 250 

Die Energiesparverordnung wurde 2020 vom Gebäudeenergiegesetz abgelöst, die Energieausweise blieben bestehen. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Der Einsatz von Zelten im Außenbereich wird umweltfreundlich gestaltet.

Für Veranstaltungen, die Außenbereiche nutzen oder ausschließlich auf Freiflächen stattfinden, sind Zelte häufig unverzichtbar. Dabei gibt es unterschiedliche Aspekte, auf die ihr im Hinblick auf Ressourcenschonung achten könnt.

Könnt ihr Zelte bei einer Eventausstattung leihen?
So wie im gesamten Beschaffungskonzept ist auch bei Zelten das Leihen besser als ein Neukauf, um die Verwendung und Verarbeitung von Ressourcen zu schonen.

Wie wird der Boden geschützt?
Am besten werden Veranstaltungsorte und Standorte für Zelte so gewählt, dass sie auf bereits befestigtem Grund aufgestellt werden. Dann werden keine Flächen und Böden zusätzlich belastet, die vorher nahezu frei von Aufbauten oder Ähnlichem geblieben sind.

Aus welchem Material besteht die Konstruktion, sofern das Zelt ein Gerüst hat?
Gerüste aus Holz, das aus regionaler, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, sind nachhaltiger als Gerüste aus Leichtmetall oder Kunststoff und dabei genauso stabil.

Aus welchem Material besteht der Zeltstoff?
Beim Material für Zeltstoffe gibt es unterschiedliche Ansätze: Während Domo Camp als Campingausstatter für Festivals auf bio-zertifizierten Baumwollstoff für Zelte zurückgreift, nutzt Strohboid Textilien aus Lyozell, das aus heimischen Holzfasern produziert werden. TentSetter produziert seine Sonnensegel ausschließlich in Hamburg, nutzt dafür jedoch PVC. Tutaka hat in ihr Sortiment Festivalzelte aus Pappe aufgenommen, die für den temporären Einsatz in Camping-Zonen gedacht sind. Die negativen Umweltwirkung der Zeltstoffe oder Materialien sind ohne konkrete Daten schwierig gegenüberzustellen und es gibt viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen: Lyozell verbraucht in der Herstellung viel Energie und kann abhängig von den Wäldern, die zur Produktion genutzt werden, u.U. auch zur übermäßigen Abholzung beitragen. Dafür kommt es ohne den wasserintensiven Anbauprozess der Bio-Baumwolle aus. Sowohl Bio-Baumwolle als auch Lyozell sind biologisch abbaubar. Bio-Baumwolle trägt direkt und indirekt weniger Schadstoffe in die Umwelt ein als erdölbasierte Kunststoffprodukte wie PVC: Die Zusatzstoffe, die diesen Materialien ihre gewünschten Eigenschaften geben, entweichen mit der Zeit als Schadstoffe in die Umwelt. Bei vielen Zeltverleihen wird nicht streng auf PVC verzichtet. So wie bei vielen Abwägungen, ist hier auch ausschlaggebend, welche Aspekte euch bei der Beschaffung von Zelten wichtig sind, wie zum Beispiel die Luftqualität im Inneren oder die Fähigkeit, Wärme zu halten.

In unserem Dienstleistungsportal unter Camping und Ausstattung und Dekoration sind einige Hersteller*innen und Dienstleister*innen für den Verleih von Zelten gelistet. Auch die Dienstleister*innen im Infoportal setzen unterschiedliche Schwerpunkte, die mehr oder weniger zum Nachhaltigkeitskonzept eurer Veranstaltung passen können.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Interessenwahrung von Anwohner*innen

Es werden Maßnahmen ergriffen, um die Belastung für Anwohner*innen der Veranstaltungsstätte während der Veranstaltung gering zu halten.

Silent Events ermöglicht, dass Events nicht mehr laut, sondern leise sind. Das Unternehmen vermietet Funk-Kopfhörer für kleine und große Events mit mehreren Tausend Besucher*innen. Gäste hören dann z.B. ein Konzert, eine Lesung oder die Audiospur eines Kinofilms über Kopfhörer, sodass für alle die gleiche Tonqualität garantiert ist, während draußen nichts zu hören ist. Zusätzliches Equipment, die Kopfhörerausgabe und die Veranstaltungsplanung können ebenfalls von Silent Events übernommen werden. Das FUTUR 2 FESTIVAL hat die Kopfhörer u.a. dafür eingesetzt, dass Gäste noch nach 22 Uhr musikalisch unterhalten werden.  

Für den Schutz von Anwohner*innen und Besucher*innen müssen Veranstalter*innen ein sog. schalltechnisches Gutachten vorlegen. In diesem Gutachten werden die durchschnittlichen Schallpegel an ausgewiesenen Stellen auf dem Veranstaltungsgelände prognostiziert. Anhand von Probemessungen wird nachgewiesen, wo und wann welche Geräuschbelastung entsteht. Zusätzlich zur Einhaltung maximal erlaubter Schallpegelwerte können Veranstalter*innen Maßnahmen ergreifen, um zusätzlich ruhigere Zonen zu schaffen und die Belastung zu reduzieren.  

Direkt vor der Bühne ist es am lautesten, aber je weiter man sich von der Bühne entfernt bzw. in bestimmten Zonen an der Bühne und seitlich davon, sind Schallpegelwerte durchschnittlich etwas geringer. Ein Lageplan, in dem die Bühnen und Korridore ausgezeichnet sind, in denen es ruhiger ist, kann bei Bedarf an Gäste kommuniziert werden. Qualifizierte Veranstaltungstechniker*innen und Schallschutzgutachter*innen führen Probemessungen durch und verfügen über Expertise, wann es wo am lautesten ist und wie die Bühne u.U. ausgerichtet werden kann, um die Geräuschbelastung für Anwohner*innen zu minimieren. Darüber hinaus können physische Barrieren rund um die Bühne aufgebaut werden, die Schallemissionen abfangen. Dazu zählen z.B. Schallschutzmatten, die an Bauzäunen befestigt werden können, oder Schallschutzwände. 

Neben praktischen Schallschutzmaßnahmen ist es wichtig, als Veranstaltungsteam Anwohner*innen bei Anliegen, die Lautstärke und problematisches Verhalten von Veranstaltungsgästen betreffen, zur Verfügung zu stehen. Transparente Kommunikation ist hier essentiell und trägt dazu bei, dass Anwohner*innen eure Veranstaltung als Angebot mit einem tollen Mehrwert vor Ort schätzen. Viele Veranstalter*innen richten eine bereits im Vorfeld erreichbare Telefonnummer ein, informieren Anwohner*innen über den Rahmen der Veranstaltung, beantworten die wichtigsten Fragen auf einer Website und laden Anwohner*innen zu reduzierten Ticketpreisen zur Veranstaltung ein.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Naturschutz

Es werden Maßnahmen ergriffen, um Flurschäden zu vermeiden.

Wart ihr schon einmal bei einem Open-Air-Konzert und habt euch über einen seltsamen, etwas fauligen Geruch gewundert? Das waren nicht etwa deine Stehnachbarn, sondern Methan. Die tanzenden und springenden Besucher*innen verdichten den Boden so stark, dass die Gase, die sonst in den Zwischenräumen der Erde gespeichert sind, frei werden. Deshalb ist es bei Outdoorveranstaltungen sinnvoll, zuallererst bereits versiegelte Flächen als Veranstaltungsort in Betracht zu ziehen, um Böden und der Vegetation keiner Belastung, Verdichtung und Vertritt durch Besucher*innen auszusetzen. Je nachdem, wie der Boden beschaffen ist, wie schützenswert der beanspruchte Naturraum ist und welche Belastung durch Besucher*innen erwartet wird, sollten Veranstalter*innen entsprechende Maßnahmen treffen, um die Grasnarbe zu schützen.

Hierfür gibt es z.B. Schwerlastplatten aus recyceltem Kunststoff, Vliesmatten, Bodenschutzgitter aus unterschiedlichen Materialien, die unterschiedlichen Belastungen standhalten können, sowie Kunststoffplatten, die im Click-System flexibel verlegt werden können.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Standortwahl

Bei der Auswahl der Veranstaltungsstätte fließen Nachhaltigkeitsaspekte ein.

Auf Seite 14 im Leitfaden für umweltverträgliche Open-Air-Veranstaltungen von Sounds for Nature werden die folgenden umweltbezogenen Bereiche genannt, die bei der Auswahl der Veranstaltungsfläche bedeutend sind. Die Handlungsempfehlungen lauten:  

  • Natur- und Wasserschutz 

Geschützte Naturräume und Trinkwassereinzugsgebiete sollten nicht als Veranstaltungsfläche ausgewählt werden, da Schäden oder Störung sensibler Tierarten in Brutzeiten in jedem Fall vermieden werden müssen.

  • Bodenbelastung 

Im besten Fall werden Flächen ausgewählt, die bereits versiegelt oder stark befestigt sind, da diese am ehesten der Belastung durch Menschen und Aufbauten standhalten. Wiesen, Äcker und Grünflächen sollten nicht als Veranstaltungsort ausgewählt werden, da die Schäden durch kurze Belastungen trotzdem tiefgreifend sind.  

  • Versorgung mit Strom und Abwasserentsorgung 

Die Anbindung an das bestehende Kanalnetz, die Abwasserentsorgung und an die Feststromkapazitäten gilt auch bei der Auswahl von Freiflächen als ökologisch und finanziell vorteilhaft. 

  • Verkehr 

Wenn die Freifläche gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist, kann Aufwand bei der Erstellung eines Verkehrskonzepts gespart werden.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Am Veranstaltungsort stehen umweltverträgliche Toiletten zur Verfügung.

Die ökologischste Variante ist es, sanitäre Anlagen auf einer Freifläche, auf der eine Veranstaltung stattfindet, an das reguläre Kanalnetz sowie die Abwasserentsorgung anzuschließen. Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, gibt es unterschiedliche mobile Lösungen. Komposttoiletten, in denen z.B. Trockenstreu eingesetzt wird (z.B. von Goldeimer, von Finizio, von Ökoje oder von Ecotoiletten) werden immer öfter auf Festivals angewendet, um unangenehme Gerüche auf Toiletten zu neutralisieren. Es gibt aber auch Toilettensysteme, in denen Kot und Urin voneinander getrennt werden, sodass die Geruchsbelästigung direkt verringert wird.  

Auf den Einsatz von chemischen Zusätzen sollte in jedem Fall verzichtet werden, denn hier gibt es Alternativen: Mit dem Blauen Engel werden schadstoffarme und kläranlagenverträgliche Sanitärzusätze für bspw. Campingtoiletten zertifiziert.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Es werden Maßnahmen durch die Betreibenden der Veranstaltungsstätte ergriffen, um die sanitären Anlagen ressourcenschonend zu gestalten.

Ein prominenter Fall der Frage „Was ist nachhaltiger?“, ist, ob es sich lohnt, einen elektrischen Handtrockner anzuschaffen, oder ob das Anbieten von Hygienepapier in Sanitäranlagen umweltverträglicher ist. Das Umweltbundesamt hat bereits 1993 eine vergleichende Bewertung von unterschiedlichen Handtrocknungsmöglichkeiten vorgenommen, in welcher Papierhandtücher aus Frischfasern ungünstig für die Umwelt bewertet worden sind. Die anderen Optionen (Handtuchspender mit Papierhandtüchern aus Altpapier, Handtuchspender mit Stoffhandtuchrollen sowie Warmlufthändetrockner) wurden insgesamt ökologisch vorteilhaft bewertet, aber untereinander nicht als besser oder schlechter geordnet. 

Der Vergleich wurde 2014 im Rahmen eines vereinfachten Bewertungsverfahrens erneut vorgenommen. Hier wurden auch Hochgeschwindigkeitstrockner einbezogen. Hochgeschwindigkeitstrocker wurden als ökologisch am verträglichsten bewertet. Die Annahmen der Analyse sind auf der Website des Umweltbundesamtes veröffentlicht worden. In die Bewertung konnte die Lautstärke der Trocknungssysteme, die den Einsatz von Hochgeschwindigkeitstrockner bzw. anderen Gebläsetrocknern an geräuschempfindlichen Orten häufig verhindert, nicht einbezogen werden. 

Für deine Veranstaltung lohnt es sich, die Rahmenbedingungen der Handtrocknung zu identifizieren. Wie oft werden wie viele Händepaare gewaschen? Ist der Ort geräuschsensibel?  

Ebenso ist es wichtig, differenziert zu betrachten, wie der Einsatz von Hygenienepapier umgesetzt wird: Welches Hygienepapier wird verwendet? Wie oft müssten Papierspender aufgefüllt werden? Auch psychologische und kommunikative Aspekte, die Auswirkungen auf das Verhalten der Gäste haben, können an dieser Stelle berücksichtigt werden: Wie wird die vorhandene Menge Hygienepapier für die Veranstaltungsbesucher*innen präsentiert? Wird die sichtbare Menge Hygienepapier künstlich verknappt und somit ein effizienterer Gebrauch des Papiers befördert? 

Um beantworten zu können, wann ein Produkt oder eine Praktik nachhaltiger ist als eine andere, braucht es eine Ökobilanz. Lebenszyklusanalysen wie Ökobilanzen offenbaren den Ressourcenverbrauch und die freigesetzten Emissionen über den gesamten Lebensweg. Die getroffenen Annahmen der Analyse tragen wesentlich dazu bei, ob ein Produkt im Endeffekt als nachhaltiger als ein anderes ausgewiesen wird. Aus diesem Grund gibt es für die Durchführung von Ökobilanzen einen Standard, der in den ISO-Norm 14040 festgehalten ist. 

  • Haben alle Toiletten Spülstoptasten?
  • Ist der Wasserdurchlauf auf den Toiletten begrenzt? 
  • Gibt es wasserlose Urinale?  
  • Ist der Wasserdurchlauf an Waschbecken begrenzt und/oder automatisch gesteuert? 
  • Sind zum Trocknen der Hände elektrische Hochgeschwindigkeitstrockner installiert? 
  • Wird die Beleuchtung auf den Toiletten automatisch an- bzw. ausgeschaltet? 
  • Werden Seife und Desinfektionsmittel automatisch dosiert?

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Klimaanpassung

Es werden Maßnahmen ergriffen, um Gäste und Mitarbeitende vor Umwelteinflüssen und Extremwetterereignissen zu schützen.

Mit dem Klimawandel wird es zunehmend Extremwetterereignisse in Hamburg geben, d.h. im Sommer gibt es mehr Hitzewellen, und auf der anderen Seite können starke Regenfälle zunehmen. Veranstaltungen, die im Freien stattfinden, und vor allem ihre Besucher*innen, sind diesen Wetterereignissen schutzlos ausgesetzt.  

Zunehmend stellen Veranstalter*innen deshalb eine kostenlose Trinkwasserversorgung für Gäste zur Verfügung. Auf der Veranstaltungsfläche sollten zudem genügend Schattenplätze vorhanden sein und die Besucher*innen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie Sonnenschutz mitbringen. Meteorolog*innen können bereits vier bis fünf Tage im Voraus Aussagen zum Wetter machen. Daher lohnt es sich, Wetterberichte und Wetterwarnungen zu verfolgen und an Besucher*innen der Veranstaltung weiterzugeben.  

Auf der Website https://klimaangepasst.de/ findet ihr noch weitere und ausführlichere Maßnahmen zur Klimaanpassung, die ihr auf eurer Veranstaltung umsetzen könnt. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Es werden Maßnahmen ergriffen, um die Reinigung der Veranstaltungsstätte umweltfreundlich zu gestalten.

Nach Veranstaltungen wird aufgeräumt und das in unterschiedlichem Maß. Bei einer Open Air-Veranstaltung mit vielen Menschen, wird die Innenstadt mit Kehrfahrzeugen gereinigt; bei Veranstaltungen, die drinnen stattgefunden haben, wird Geschirr gespült, gewischt und Müll entsorgt.  

Wenn das Reinigen der Veranstaltungsstätte von externen Dienstleister*innen übernommen wird, lohnt es sich nachzufragen, ob die verwendeten Reinigungsmittel umweltschonend (z.B. biologisch abbaubar) sind und auf den hohen Materialverbrauch durch Einwegputzutensilien verzichtet wird. Reinigungsmittel können aggressive Inhaltsstoffen enthalten, die die Atemwege schädigen können, daher ist es wichtig, dass die Reinigungskräfte ausreichend geschützt sind. 

Die Broschüre des Umweltbundesamtes gibt Auskunft über zu vermeidende Reinigungsmittel sowie Tipps zu ressourcenschonenden Reinigungstechniken, die von externen Unternehmen und dem eigenen Team angewandt werden können. 

Das Robert-Koch-Institut gibt Hinweise zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen: „Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird auch in der jetzigen COVID-Pandemie nicht empfohlen. Hier ist die angemessene Reinigung das Verfahren der Wahl. […] Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können.“

Der sparsame Einsatz von Desinfektionsmitteln ist ressourcenschonend. Gleichzeitig sollten umweltfreundliche, d.h. biologisch abbaubare und vegane Reinigungsmittel, verwendet werden, um möglichst ressourcenschonend zu reinigen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Barrierefreiheit

Es werden Maßnahmen ergriffen, um den Veranstaltungsort barrierefrei zu gestalten.

Um Menschen mit Handicap den Besuch auf dem Wacken Open Air 2019 barrierearm zu ermöglichen, haben die Veranstalter*innen u.a. folgende Maßnahmen umgesetzt:  

Bei der Auswahl und Gestaltung einer Veranstaltungsstätte sollte deren Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Barrierefreiheit für (1) Menschen mit Gehbehinderungen, (2) Rollstuhlfahrer*innen, (3) Menschen mit Hörbehinderung, (4) Gehörlose Menschen, (5) Menschen mit Sehbehinderung, (6) Blinde Menschen und (7) Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. In vier weiteren Exkursen gehen wir etwas detaillierter auf die jeweiligen Kriterien ein – an dieser Stelle jedoch erst einmal ein paar Hintergrundinformationen.

Barrierefreie Veranstaltungsstätten erkennen
Die DIN-Norm für die barrierefreie Gestaltung von öffentlich zugänglichen Gebäuden wie z.B. Einrichtungen des Kultur- und des Bildungswesens, Sport- und Freizeitstätten sowie Gaststätten ist DIN 18040-1 für barrierefreies Bauen. Erkundige dich, ob die Veranstaltungsstätte nach dieser Norm gebaut oder renoviert wurde.

Hotels und Tourismusbetriebe im Allgemeinen können mit dem Siegel „Reisen für alle“ ausgezeichnet werden. Das Siegel unterscheidet, ob ein Ort barrierefrei ist, ob er teilweise barrierefrei ist oder ob (lediglich) Informationen über die Barrierefreiheit vorliegen. In Hamburg wurden ca. 30 Orte auf ihre Barrierefreiheit geprüft, darunter sind Hotels, Theater, Museen und Restaurants. Die Informationen sind einheitlich auf der Website des Projekts zu finden.

Beratung in Anspruch nehmen
Die Kriterien des “Reisen für alle” Siegels sind eine gute Orientierung für Veranstalter*innen, wenn es darum geht, den barrierearmen und barrierefreien Zugang zu ihren Veranstaltungsorten zu ermöglichen, ersetzen aber keine Fachberatung durch Architekt*innen, wenn bauliche Maßnahmen geplant sind. Darüber hinaus ist es in jedem Fall sinnvoll, Expert*innen anzufragen, wenn im eigenen Team kein Fachwissen zu Barrierefreiheit vorhanden ist.

Die Initiative „Barrierefrei feiern“ z.B. setzt sich als inklusives Stakeholderprojekt von Menschen mit und ohne Behinderung seit 2019 dafür ein, Veranstaltungen inklusiver zu gestalten. U.a. überprüfen sie auf Anfrage Veranstaltungsstätten auf Barrierefreiheit und verleihen Icons, die symbolisieren, wie barrierefrei eine Veranstaltungsstätte oder Veranstaltung aus ihrer Sicht ist.

Barrierefreiheit “Must Haves” 

Das Inklusionsbüro der Stadt Hamburg hat uns diese „Must Haves”“ der Barrierefreiheit ans Herz gelegt:  

  • Räume “rechteckig” strukturieren, d.h. in der Unterteilung und Organisation der Räume auf spitze Winkel oder Kurven verzichten. 
  • Für saubere Toiletten sorgen. 
  • Stolperfallen vermeiden und Kabelbrücken einsetzen 
  • Türöffnungen ausreichend groß gestalten (mindestens 90cm breit und 205cm hoch) und möglichst wenige Zwischenbarrieren auf dem Gelände errichten. 

Barrierefreiheit kommunizieren
Die meisten Veranstalter*innen können nicht von heute auf morgen in allen Bereichen Barrierefreiheit erreichen. Gleichzeitig macht es bereits einen großen Unterschied, wenn Menschen sich umfassend über mögliche physische Barrieren informieren können, um abzuwägen, ob und mit welcher Vorbereitung der Veranstaltungsbesuch möglich gemacht werden kann. D.h. Informationen zu fehlender oder teilweiser Barrierefreiheit bereitzustellen, ist besser als gar keine Informationen anzubieten. Viele Veranstaltungen sorgen bereits dafür, dass feste Ansprechpersonen für Barrierefreiheit vor und am Veranstaltungstag bereitstehen, um Fragen zu beantworten und Lösungen im Einzelfall zu finden.

Weiterführende Informationen
Diese Handreichung und Checkliste des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit ist eine wertvolle Ressource, wenn es darum geht, barrierefreie Veranstaltungen zu planen und barrierefreie Veranstaltungsstätten auszuwählen bzw. zu gestalten.

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für Rollstuhlfahrer*innen:  

  • Türen sind mindestens 90 cm breit sein; vor allen Einrichtungsgegenständen oder in sanitären Anlagen (z.B. Waschbecken) ist eine Bewegungsfläche von min. 150 cm x 150 cm vorhanden.  
  • Die Oberflächenbeschaffenheit auf einer Freifläche ist eben und leicht befahrbar z.B. indem sie asphaltiert ist, aus Platten besteht, die sehr engfugig sind, oder aus einem (Naturstein)Pflaster besteht, das eine gleichartige Oberflächenstruktur hat.  
  • Schwellen dürfen max. 2 cm hoch sein.  
  • Bei Rampen gelten bestimmte Neigungsmaße (max. 6%) als barrierefrei, wenn zusätzlich Podeste eingerichtet sind. 
  • Kassen, Tresen und Schalter sind max. 80 cm hoch oder es gibt Alternativen, die im Sitzen zugänglich sind.   
  • Waschbecken müssen in einer Höhe von 67 cm und einer Tiefe von 30 cm unterfahrbar sein; der Spiegel muss im Stehen und Sitzen benutzbar sein 

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für gehörlose Menschen:  

  • Informationen stehen in Gebärdensprache bereit oder können mithilfe technischer Hilfsmittel vermittelt werden. 
  • Neben ausschließlich akustischen Warnsignalen gibt es optische Warnsignale, die Blitz- oder Leuchtsignal verwenden.  
  • Eindeutige und klare Beschilderung ist vorhanden.  

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für sehbehinderte Menschen:  

  • Es gibt keine physischen Hindernisse, d.h. keine Gegenstände ragen einfach so in den Raum hinein.  
  • Räume sind hell ausgeleuchtet bzw. blenden nicht.  
  • Alle Bedienelemente, die von Gästen benutzt werden, sind visuell kontrastreich gestaltet.  
  • Gehwege sind entweder ertastbar oder in jedem Fall überall visuell kontrastreich gestaltet. An Treppen gibt es einen Handlauf.  
  • Verbautes Glas muss mit einer Sicherheitsmarkierung versehen sein.  
  • Beschilderung ist kontrastreich gestaltet, ohne Schnörkel geschrieben und ertastbar.

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für blinde Menschen:  

  • Informationen werden akustisch, mithilfe von Braille- oder Prismenschrift oder über ein technisches Hilfsmittel vermittelt. 
  • Alle Bedienelemente, die Gäste potentiell nutzen, müssen taktil erfassbar sein.  
  • Es gibt keine physischen Hindernisse, d.h. keine Gegenstände ragen einfach so in den Raum hinein.  
  • Assistenzhunde dürfen mitgebracht werden.  
  • Gehwege sind taktil erfassbar und dementsprechend eindeutig begrenzt. An Treppen gibt es einen Handlauf. 
  • Informationen zum Gelände stehen barrierefrei zur Verfügung. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Es werden wassersparende Maßnahmen durch die Betreibenden der Veranstaltungsstätte umgesetzt.

Im besten Fall beschränkt sich der Wasserverbrauch auf Veranstaltungen auf das Nutzen von Trinkwasser als Trinkwasser. Bereits in der Planung einer Veranstaltung können daher wasserintensive Aktivitäten kritisch hinterfragt und ggf. neu geplant werden, um den Wasserverbrauch möglichst gering zu halten.

In Veranstaltungsstätten mit bestehender Wasserversorgung ist die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur der beste Weg, um Wasser in dem Kreislauf zu lassen, in dem es gereinigt wird. Auf Open Air-Veranstaltungen ist der Umgang mit Wasser eine Herausforderung, denn meistens müssen Sanitäranlagen auf der grünen Wiese errichtet werden. Auf Festivals werden daher bereits Komposttoiletten genutzt, die wasserlos funktionieren. Neben Sanitäranlagen ist Wasser in der Küche und bei der Zubereitung von Lebensmitteln essentiell.

Wie und wo Abwässer einer Veranstaltung entstehen und entsorgt werden können, sollte mit allen Dienstleister*innen besprochen und festgehalten werden, um direkte negative Umweltauswirkung zu vermeiden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Es werden Maßnahmen durch die Betreibenden der Veranstaltungsstätte ergriffen, um den Heizenergie- und Stromverbrauch zu reduzieren.

Regelmäßige Frischluftzufuhr ist wichtig, um Aerosole aus Innenräumen zu entfernen, die Virenlast so effektiv zu verringern und das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Lüftungsanlagen, die Luft in Innenräumen lediglich umwälzen, stellen hingegen eher ein Risiko dar, denn Viren werden so eher verteilt als entfernt.

Effektiv zu lüften bedeutet, regelmäßig (alle 20 Minuten) für kurze Zeit (5 Minuten), die Fenster zu öffnen, anstatt über einen längeren Zeitraum das Fenster „auf Kipp“ zu lassen. Dieses Lüftungsverhalten ist ressourcenschonend.

Umfangreiche Informationen zum Einsatz von Lüftungsanlagen und den zu verwendenden Filtern bietet das Umweltbundesamt mit einer Stellungnahme zur Innenraumlufthygiene.

Auf der Seite der Hamburger Energielotsen können Unternehmen und Privatpersonen eine unabhängige und kostenfreie Energieberatung erhalten, um den eigenen Strom- und Wärmeverbrauch langfristig zu reduzieren. 

Schornsteinfeger*innen prüfen nicht nur die Funktionsfähigkeit von Heizungen und Co., sondern haben auch ein umfangreiches Wissen im Bereich Energie (sparen) und effiziente Energieversorgung. Für alle Betreiber*innen von festen Bauten können dementsprechend auch Schornsteinfeger*innen gute erste Anlaufstelle sein! Viele Schornsteinfeger*innen sind Teil der UmweltPartnerschaft. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Standortwahl

Der Veranstaltungsort liegt nicht in landes- oder EU-rechtlich geschützten Gebieten (Naturschutzgebiete, Natura 2000 Gebiete, Vogelschutzgebiete) oder sensiblen Ökosystemen (Moore, Flussauen).

Auch in Hamburg gibt es geschützte Lebensräume, die durch Veranstaltungen nicht beeinträchtigt werden sollten. Die Stadt Hamburg stellt Karten zur Verfügung, in denen die geschützten Bereiche ausgewiesen sind: https://www.hamburg.de/schutzgebietskarte/.

Ob und inwiefern Veranstaltungen in geschützten Gebieten möglich sind, ist abhängig von Schutzstatus und Art sowie Größe der Veranstaltung selbst. Grundsätzlich sollten alle Veranstalter*innen in der Planungsphase in enger Absprache mit der Umweltbehörde bzw. Bezirksämtern stehen.

Der Deutsche Sportbund stellt ein umfangreiches Informationsportal zu den Themen Sport und Naturschutz bereit. Sportstätten und Wettkämpfe sollen im Einklang mit geschützten Naturräumen angelegt sein und stattfinden können.

In einem Leitfaden werden im vierten Kapitel die Verträglichkeit von (Sport)Events in Natura 2000 Gebieten erörtert, die nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie geschützt sind. An vier Fällen wird gezeigt, unter welchen Bedingungen Veranstaltungen stattfinden konnten und wann keine Durchführung möglich war. Der Leitfaden enthält viele gut aufbereitete Lösungsbeispiele, in denen die Planung von Veranstaltungen mit dem Schutzgrad des Naturschutzgebietes im Konflikt stand.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

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