Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Kommunikation: Kommunikation nach Außen

Besucher*innen können Feedback zur Veranstaltung geben.

Um das Feedback von Besucher*innen zu einer Veranstaltung einzuholen, können passend zur Veranstaltungsart interaktive Formate direkt vor Ort genutzt oder im Nachklang eine Online-Umfrage an die Besucher*innen verschickt werden.

Neben anderen Faktoren können auch die Wahrnehmung und der Erfolg der Nachhaltigkeitsmaßnahmen aus Besucher*innensicht evaluiert werden. Mögliche Fragen in diesem Bereich sind z.B.

  • Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen wurden wahrgenommen/genutzt? (Auswahl anbieten)
  • Wie werden einzelne Nachhaltigkeitsmaßnahmen bewertet? (Maßnahmen auflisten und Auswahlmöglichkeit zur Evaluation bieten, z.B. gut kommuniziert, leicht zu nutzen/umzusetzen, effektiv/erfolgreich)
  • Wie wohl haben sich die Besucher*innen auf der Veranstaltung gefühlt? (demografische Faktoren abfragen und das Wohlbefinden auf einer Skala einordnen lassen)
  • Wie wird das Nachhaltigkeitsengagement der Veranstaltung wahrgenommen? (authentisch/unauthentisch)
  • Wie wird die Veranstaltung insgesamt wahrgenommen? (eher nachhaltig, weniger nachhaltig)
  • Welche weiteren Nachhaltigkeitsmaßnahmen sollte die Veranstaltung ergreifen? (Freitext oder Auswahlmöglichkeiten anbieten)

Die Besucher*innenumfrage kann auch genutzt werden, um KPIs zu messen. Ein im Vorfeld zur Veranstaltung definierter Erfolgsfaktor könnte z.B. sein, dass ein bestimmter Anteil der Befragten das Nachhaltigkeitsengagement als authentisch empfinden.

Entscheidend für eine aussagekräftige Umfrage ist, eine ausreichende Beantwortungsquote zu erreichen (wie man diese berechnet, erfahrt ihr hier). Die Beantwortungsquote kann u.a. durch Anreize erhöht werden, die attraktiv für die adressierte Zielgruppe sind – im Fall von wiederkehrenden Veranstaltungen könnte man z.B. unter den Teilnehmer*innen der Umfrage ein Ticket für die nächste Veranstaltung verlosen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Partner*innen

Alle Personen, die mit der Veranstaltungsorganisation in Verbindung gebracht werden können, setzen Nachhaltigkeitsmaßnahmen praktisch um und dienen so als Vorbild für Besucher*innen.

Es ist sinnvoll, Veränderungen in Richtung einer nachhaltigen Veranstaltung zu bewirken. Dieses Engagement nach außen zu kommunizieren und authentisch an andere Veranstalter*innen und die Besucher*innen weiterzuerzählen, ist ebenfalls wichtig. Denn: Zu sehen, dass es Menschen gibt, die die Veranstaltungsbranche verändern, motiviert andere mitzumachen und macht Nachhaltigkeit lokal erfahrbar.

Je nach Größe und Länge einer Veranstaltung ist es im Rahmen der Kommunikation mit Gästen oder Besucher*innen sinnvoll, vor Ort eine oder mehrere Ansprechpersonen für Nachhaltigkeitsthemen wie Umwelt, Inklusion und Sicherheit/(sexualisierte) Gewalt zu bestimmen und zugänglich zu machen. Diese Ansprechpersonen können proaktiv informieren, Fragen der Gäste beantworten, und bei Konflikten, Problem oder Krisen klärend eingreifen und unterstützen.

Dabei sollten Veranstalter*innen folgendes beachten:

  1. Die Ansprechpersonen sollten nicht nur in dem Themenbereich, für den sie verantwortlich sind, kompetent sein, sondern auch in der (Krisen-)kommunikation mit Gästen geschult sein.
  2. Die Ansprechpersonen sollten leicht zu erreichen sein, z.B. über einen Raum/Stand auf dem Veranstaltungsgelände oder eine Hotline, die z.B. über Beschilderung vor Ort gekennzeichnet/kommuniziert werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation nach Außen

Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen werden an Besucher*innen kommuniziert, um sie zum Mitmachen aufzufordern.

In dem zweiseitigen Fact Sheet von Powerful Thinking, einem Think Tank, der die Versorgung von Festivals mit erneuerbaren Energien vorantreiben will, sind die folgenden Beispiele genannt, wie Veranstalter*innen das Thema Energieverbrauch an Gäste kommunizieren können: Solarbetriebene Open-Air-Kinos, fahrradbetriebene Bühnen und  Smoothie-Stationen sowie Kunstinstallationen, die Energie zum Thema machen, so wie das Electric Hotel des Atelier Fleiter. 

Insbesondere beim Einsparen von Ressourcen wie Wasser und Strom, der An- und Abreise sowie der Reduktion des Abfallaufkommens und der korrekten Mülltrennung solltet ihr Besuchende aktiv zum Mitmachen einladen. Folgende Maßnahmen können dabei helfen:

  • eine Ansprechperson vor Ort
  • klare und einheitliche Beschilderung (z.B. von Pfandrückgabestationen und Recyclingstationen)
  • rechtzeitige Kommunikation von Vorab-Informationen, wie beispielsweise Hinweise zu einer klimafreundlichen Anreise
  • Kommunikation über unterschiedliche Kanäle (wie Soziale Medien, Newsletter, ggf. analoges Infomaterial)

Abhängig von der Art und Zielgruppe eurer Veranstaltung könnt ihr darüber hinaus praktische und weiterführende Informationen zur Nachhaltigkeit vermitteln durch:

  • (Live-)Anzeigen zum Ressourcenverbrauch oder fachliche Informationen zu Umweltkonsequenzen (z.B. Informationen über den Klimafußabdruck der angebotenen Speisen oder Einsparungen durch die Wiederverwendung von Mehrwegbechern) oder
  • weiterführende Informationen zur Nachhaltigkeit im (Rahmen-)programm (z.B. Führungen hinter die Kulissen, erlebnisorientierte Angebote wie Fahrraddisko).

Weitere Ansätze hierzu findet ihr auch in Handlungsfeld 3: Standbetreiber*innen & Konzept.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation nach Außen

Die Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen der Veranstaltung werden in der Öffentlichkeitsarbeit thematisiert.

“Greenwashing” ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf abzielen, einem Unternehmen oder einem Produkt ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt. Auch in Bezug auf Nachhaltigkeitskommunikation von Veranstaltungen kann es entweder unabsichtlich oder aus strategischen Überlegungen zu Greenwashing kommen.

Greenwashing könnt ihr vorbeugen, indem ihr einfach, transparent und konkret kommuniziert: Informiert darüber, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen erfolgreich mit welchem Effekt umgesetzt werden, welche noch nicht umgesetzt werden können und welche wieso angestrebt werden. Wenn ihr den Kontext eurer Nachhaltigkeitsmaßnahmen erklärt, werden mögliche Vorwürfe von Greenwashing entkräftet.

Hierbei ist auch zu beachten, dass es größere und kleinere Stellschrauben gibt, um in der Veranstaltungsorganisation nachhaltiger zu handeln. Alle Maßnahmen sind langfristig relevant, sollten aber angemessen eingeordnet und entsprechend ihrer Hebelwirkung kommuniziert werden. Werden Maßnahmen mit einer geringen Hebelwirkung überbetont, während die kritische Auseinandersetzung mit anderen und größeren Stellschrauben ausbleibt, kann der Verdacht von Greenwashing entstehen. Wird in der Nachhaltigkeitskommunikation z.B. hervorgehoben, dass im Festivalbüro nur noch Recyclingpapier eingesetzt wird, aber verschwiegen, dass im Bereich der An- und Abreise der Besucher*innen erhebliche Treibhausgasemissionen entstehen und dies derzeit (aus welchen Gründen auch immer) nicht oder nicht ausreichend adressiert wird, kann der Eindruck von Greenwashing entstehen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Partner*innen

Alle Mitwirkenden und Partner*innen werden über die Nachhaltigkeitsstandards und -maßnahmen der Veranstaltung informiert.

Maßnahmenkataloge können unterschiedlich lang sein und je nach Veranstaltung unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Was sie allerdings eint, ist ihre Konkretheit. Hier ist eine Reihe an Veranstaltungen aufgeführt, die ihren sehr konkreten Maßnahmenkatalog veröffentlicht haben und so klar über ihre Ziele und Maßnahmen informieren. 

Das DGTL in Amsterdam beschreibt hier, dass sie das erste „circular festival“ der Welt werden wollen und welche Maßnahmen sie umsetzen, um dorthin zu kommen!   

Das Nachhaltigkeitskonzept des FUTUR 2 FESTIVAL ist hier verlinkt. Das Festival über sich: „Das FUTUR 2 FESTIVAL ist ein Laborplatz zur Erprobung zukunftsfähiger Lösungen für Open-Air-Veranstaltungen […]. Ziel ist ein kreislauffähiges Festival, dessen Ressourcen, in erster Priorität vor Ort regenerativ gewonnen werden bzw. dessen Abfallströme recyclebar sind.“ 

Das Way out West Festival hat sich Nachhaltigkeitsziele gesetzt und berichtet an dieser Stelle darüber.

Auf vielen Veranstaltungen werden ehrenamtliche Helfer*innen eingesetzt, um die Umsetzung der Veranstaltung zu ermöglichen. Um dem Großteil der Erwartungen aller Beteiligten gerecht zu werden, benötigt es eine transparente Kommunikation und Ansprechpartner*innen, zudem sollten die folgenden Fragen im Voraus geklärt werden:

  • Für welche Aufgaben tragen Helfer*innen die Verantwortung?
  • Wann und wo werden Helfer*innen eingesetzt?
  • Welches Wissen und welches Material benötigen Helfer*innen?
  • Haben Helfer*innen eine*n Ansprechpartner*in bei Fragen?
  • Wie werden die Helfer*innen motiviert?
  • Was kann im „schlimmsten Fall“ passieren, wenn Helfer*innen ausfallen?
  • Wie wird die Zusammenarbeit mit den Helfer*innen evaluiert?

Helfer*innen sind häufig Veranstaltungsbesucher*innen, die im Gegenzug für ihre Unterstützung vergünstigten oder kostenlosen Eintritt erhalten und z.B. für besondere Nachhaltigkeitsthemen eingesetzt werden können: beispielsweise, indem sie Abfall auf dem Gelände einsammeln und andere Besucher*innen für die Vermeidung von Abfall sensibilisieren. 

Nur wenn Nachhaltigkeitsmaßnahmen an alle Beteiligten einer Veranstaltung kommuniziert werden, können diese auch gemeinsam und ganzheitlich umgesetzt werden. Informiert deshalb nicht nur euer Kernteam, sondern auch bedenkt auch die folgenden potentiellen Mitwirkenden:

  • erweitertes Personal (z.B. freie Mitarbeitende) der Veranstaltung
  • Helfer*innen und Ehrenamtliche
  • Dienstleistungsunternehmen
  • Betreiber*innen der Veranstaltungsstätte
  • Standbetreiber*innen
  • Künstler*innen, Sportler*innen und Referent*innen
  • Kooperationspartner*innen
  • Sponsor*innen
  • Geldgeber*innen
  • Städtische Verwaltung
  • Unterkunftsbetriebe

Besonders wichtig ist es, dabei Personen(-gruppen) mitzudenken, die erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Boot geholt werden, aber maßgeblich an der Eventdurchführung beteiligt werden, wie ehrenamtliche Helfer*innen und erweitertes Personal.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Partner*innen

Alle Mitwirkenden und Partner*innen erhalten Möglichkeiten, Feedback und Anregungen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Veranstaltung zu geben.

Wenn etwas in der Veranstaltungsplanung schiefläuft, ist das unangenehm mit kleinen oder großen Konsequenzen. Häufig kommt als erstes der Ärger hoch, und man fragt sich, wer an dem Problem schuld ist, das nun zu lösen ist, anstatt es einfach zu lösen. Doch damit schafft sich ein Team nur ein weiteres Problem: Nämlich die Angst, Fehler zu machen, die wie in einer selbsterfüllenden Prophezeiung dazu führt, dass tatsächlich mehr Fehler gemacht werden. Einen konstruktiven Umgang mit Fehlern zu finden, ohne sie zu ignorieren, erfordert das Mitmachen aller Mitarbeitenden und eine bestimmte Art und Weise miteinander zu kommunizieren. In dem hier verlinkten Blogbeitrag gibt der Autor einen Einstieg in das Projekt „Fehlerkultur etablieren“.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei: