Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Für die Deckung des Energiebedarfs der Veranstaltung wird erneuerbare Energie vor Ort erzeugt.

Das Energiekonzept des FUTUR 2 FESTIVAL basiert auf dem Einsatz erneuerbarer Energie, die vor Ort produziert wird, und auf einem professionellen Monitoring der Energieversorgung. Es gibt z.B. eine mit Muskelkraft betriebene Bühne, die nur funktioniert, wenn Veranstaltungsgäste in die Pedale der angeschlossenen Fahrräder treten. Eine zweite Bühne wird mit Solarstrom und, falls das nicht reicht, mit einem Generator auf Rapsölbasis versorgt. Externe Stromanschlüsse für gastronomische Stände werden nicht bereitgestellt und auch die Bar ist dank speziell angefertigter Getränkekühlung energieautark. 

Partner*innen, mit denen das Futur 2 Festival zusammenarbeitet, sind z.B. 4billion, die Solaranlagen für spezielle Anwendung in der Veranstaltungsbranche wie die Aufrüstung von Foodtrucks oder einmalige Firmenevents bereitstellen. 

Für weitere Inspiration und Information zu dem Thema empfehlen wir den englischsprachigen Leitfaden von „A Greener Festival“, in dem unterschiedliche erneuerbare Energieträger mit ihren Vor- und Nachteilen für Open-Air-Veranstaltungen thematisiert werden. Der Leitfaden heißt „The Power Behind Festivals. A Guide to sustainable power at outdoor events.

Darüber hinaus finden sich auf der englischsprachigen Website des Think-Do Tanks viele Factsheets und Berichte zum Thema „nachhaltige Energieversorgung“ von Festivals: http://www.powerful-thinking.org.uk.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Strombedarfe von Verbrauchern (Bühne, Gastrostände, etc.) werden vorab eruiert und die Anschlüsse und Mengen entsprechend bereitgestellt.

Die Planung von Energieverbräuchen vor Ort ist wichtig, um nicht übermäßig viel Leistung vorzuhalten bzw. aktiv Energieverbräuche steuern zu können. Darüber hinaus ermöglicht die konkrete Planung von absoluten Strombedarfen die Versorgung mit vor Ort erzeugten erneuerbaren Energien z.B. durch Photovoltaik. Das FUTUR 2 FESTIVAL zieht z.B. Energieberater*innen hinzu, um das Energiekonzept auf erneuerbaren Energien zu realisieren.  

Die 21 englischsprachigen Fact Sheets von Powerful Thinking geben eine gute Orientierung zu energiebezogenen Themen für nachhaltige Open-Air-Veranstaltungen und Festivals. Darunter Nr. 3 „Using Hybrid Power at Events“, Nr. 5 „Biofuels for Festivals“, Nr. 17 „What to Ask Your Energy Supplier“, Nr. 20 „Measuring Generator Loads Resource Pack“ und Nr. 21 „Advanced Power Monitoring Resource Pack“ mit einer Vorlage zur Sammlung aller Daten rund um die Energieverbräuche der Veranstaltung.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Bei der Versorgung der Veranstaltung mit Energie wird auf den Einsatz von Generatoren verzichtet. Dort, wo der Verzicht auf Generatoren nicht möglich ist, werden emissionsarme Treibstoffe verwendet. Die Lauflast und -zeit des Generators sowie Einsparmöglichkeiten im Nachtbetrieb werden geprüft.

Generatoren, die zur Absicherung der Energieversorgung auf Veranstaltungen wie Open-Air-Festivals eingesetzt werden, müssen nicht mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Es gibt Generatoren, die mit Biodiesel auf Basis von pflanzlichem Ethanol, oder sogar mit Rapsöl oder mit aufbereitetem Speiseöl betrieben werden können.

Die Website „Powerful Thinking“ beschäftigt sich intensiv mit der Energieversorgung von Festivals und Veranstaltungen, die auf der „grünen Wiese“ Energie benötigen. Das Fact Sheet „Biofuels for Festivals“ zählt die ökologischen Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Pflanzenölen auf, bezieht sich jedoch vor allem auf die rechtlichen Grundlagen der EU und Großbritanniens. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Mobilität & Transport

Es werden Maßnahmen ergriffen, um Emissionen durch die Beförderung der Gäste, Künstler*innen und Redner*innen während der Veranstaltung zu reduzieren.

Der Ride-Sharing-Anbieter MOIA ist auch in Hamburg vertreten. Das Unternehmen schafft ein elektrisch betriebenes Mobilitätsangebot, das Routen des öffentlichen Nahverkehrs ergänzt und die Nutzung privater PKWs vermeiden soll. Im Normalbetrieb geben Kunden*innen per App an, wo sie abgeholt werden wollen und hinfahren möchten, sodass über einen intelligenten Algorithmus die Wege mehrerer Menschen kombiniert werden können. MOIA arbeitet bereits mit der Hamburger Hochbahn zusammen und auch Veranstalter*innen können Shuttle-Dienste für Besucher*innen gemeinsam mit MOIA realisieren. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Klimawirkung

Nicht vermeidbare Emissionen der Veranstaltung werden kompensiert. Der Kompensationserfolg wird extern geprüft.

Die wichtigste Maßnahme, um dem Klimawandel entgegenzuwirken ist es, erst gar keine Treibhausgasemissionen zu produzieren. Dieses Ziel kann allerdings in der Planung der meisten Veranstaltungen nicht sofort umgesetzt werden und ein Teil der Emissionen kann unter Umständen auch gar nicht vermieden werden. In diesem Fall ist es möglich, Geld in Projekte zu investieren, die Senken (d.h. natürliche Speicher) für Treibhausgase schaffen, um die Emissionen auszugleichen.

Es gibt Unternehmen, die sich auf Klimaneutralität im Veranstaltungsbereich spezialisiert haben, Beratung anbieten und sogar eigene Kompensationsprojekte entwickeln. Für den Fall, dass du als Veranstalter*in die Emissionen gut einschätzen kannst, ist es auch möglich selbstständig nach lokalen Kompensationsprojekten zu suchen, die du unterstützen möchtest. Die Verwaltungsbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg kompensieren ihre Flugreisen z.B. über das Projekt MoorFutures und unterstützen damit die Wiedervernässung von Mooren in Norddeutschland.

Das Gütesiegel Gold Standard bietet darüber hinaus eine umfangreiche Datenbank zu Projekten weltweit aus dem Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz und zertifiziert wirkungsvolle Kompensationsprojekte.

Wenn die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung nicht vermieden werden können, ist es gängige Praxis, Kompensationsprojekte finanziell zu fördern, die dann die Emissionen anderswo einsparen. Um die Effektivität und Qualität von Klimakompensationsprojekten als Veranstalter*in beurteilen zu können, ist das Zertifikat „Gold Standard“ ein guter Hinweis: 

Das Umweltbundesamt empfiehlt das Zertifikat der Gold Standard Foundation, mit dem nur Projekte zertifiziert werden, die nachweislich Treibhausgase in der Atmosphäre reduzieren und sowohl die lokalen Umweltbedingungen als auch die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung achten. Der Gold Standard schließt z.B. kategorisch Großprojekte wie Staudämme, Aufforstungs- oder Industriegasprojekte aus. Hier geht es zu einer kleinen Datenbank, in der Projekte aufgelistet werden, die nach Gold Standard zertifiziert sind.

Klimaneutrale Veranstaltung: das geht derzeit nur mithilfe der Finanzierung von Klimakompensationsprojekten, um unvermeidbare Treibhausgasemissionen anderswo auf der Welt einzusparen. Doch das Prinzip der Klimakompensation steht auch in der Kritik.  

In einem Gastbeitrag auf dem Blog Klima der Gerechtigkeit erklärt Eva Rechsteiner, die am Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg arbeitet, welche Kritikpunkte für den Handel mit Treibhausgasen und sog. „offsetting“-Mechanismen genannt werden:  

Die Autorin fasst zusammen, dass es u.a. ein Problem ist, dass sich vor allem wohlhabende Menschen und Nationen die Kompensation leisten, dass Kompensationsmaßnahmen zeitlich verzögert wirken und bei Aufforstungsprojekten der langfristige Erhalt des Waldes gewährleistet sein muss. Darüber hinaus dürfen Kompensationsprojekte nicht künstlich in ihrer Wirkung als Treibhausgassenke schön gerechnet werden, sondern sollten wirklich als zusätzliche Treibhausgassenken umgesetzt werden. Zuletzt kommentiert die Autorin, dass Kompensationsmechanismen dafür sorgen, dass im Grunde emissionsintensive Aktivitäten nicht hinterfragt werden, sondern den Status Quo erhalten.  

Die Autorin hält den Gold Standard zwar für ein ambitioniertes und aussagekräftiges Zertifikat, spricht sich nichtsdestotrotz für die direkte Reduzierung von Treibhausgasemissionen vor Ort aus. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Klimawirkung

Es werden Potentiale ermittelt, wo im Rahmen der Veranstaltung Treibhausgasemissionen eingespart werden können, und als konkrete Reduktionsziele formuliert.

Der WWF und Netzwerkpartner*innen haben in einem Wettbewerb 15 Beispiele international agierender Unternehmen aus der Praxis zusammengetragen, die Klimamanagement entlang ihrer Wertschöpfungskette umgesetzt haben. Veranstalter*innen sind zwar nicht unter den Beispielen aufgelistet, aber die Einführung zu Klimamanagement im Betrieb und den Scope Dimensionen des GHG-Protokolls ist sehr verständlich aufbereitet worden. In der Sammlung werden zudem allgemeine Handlungsempfehlungen gegeben.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energiesparverhalten

Es werden Maßnahmen ergriffen, um ein energieeffizientes und energiesparendes Verhalten im Team zu fördern.

Jedes Grad weniger bei der Raumtemperatur spart ca. 6% Heizenergie. Nur wenn elektrische Geräte ausgeschaltet sind, verbrauchen sie keine zusätzliche Energie!  

  • Habt ihr einen Überblick, wie viel Strom und Heizenergie im Büro verbraucht wird?  
  • Sind an euren Heizkörpern elektrische Heizungsthermostate installiert?  
  • Lüftet ihr effizient? 
  • Sind Heizkörper frei geräumt, sodass die Heizleistung effizient ausgenutzt wird? 
  • Schaltet ihr alle elektrischen Geräte komplett ab, sobald ihr das Büro verlasst? 
  • Nutzt ihr schaltbare Steckerleisten? 
  • Begrenzt ihr den Warmwasserdurchlauf an den Waschbecken auf der Toilette und in der Küche? 
  • Sind eure Fenster abgedichtet?  
  • Wird das Büro vor allem mit Tageslicht bzw. mit LEDs beleuchtet? 
  • Nutzt ihr Bewegungsmelder, um Licht ein- und auszuschalten?
  • Werden Kühlschränke immer geschlossen?
  • Besucht ihr regelmäßig Fortbildungen, um euer Energiesparpotenzial auszunutzen? 
  • Steuert ihr euren Energieverbrauch aktiv? 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: An- und Abreise der Besuchenden

Veranstaltungsgästen wird der Zugang zu Live-Streams oder Videoaufzeichnung der Veranstaltung angeboten, um eine präsenzlose Teilnahme zu ermöglichen.

United We Stream ist ein Projekt der Hamburger Clubszene vertreten durch das Clubkombinat in Partnerschaft mit ARTE Concerts und NJOY. Die Plattform bietet Übertragungen von Live-Musik und Performances und dient als Plattform für clubkulturelle Themen.

Eine weitere Plattform, die als Antwort der Kulturbranche auf klassische Streamingportale entwickelt wurde, heißt dringeblieben. Die Plattform wurde von Kulturschaffenden für Künstler*innen, Musiker*innen und Co. geschaffen. Es gibt eine einfach verwendbare Chatfunktion und für Veranstalter*innen die Möglichkeit, Tickets zu verkaufen.

Um auch während Corona Begegnung zu ermöglichen, sind digitale Veranstaltungen nicht mehr aus dem Alltag vieler Menschen wegzudenken. Die Bandbreite an Onlineplattformen für digitale Events, Messen und Videokonferenzen ist umfangreich. Bei der Planung einer Veranstaltung sollte nicht lediglich versucht werden, das „alte“ Event einfach in eine digitale Version zu übersetzen, denn digitale Räume funktionieren „anders“.

In digitalen Räumen kann es herausfordernd sein, in ein spontanes Gespräch zu kommen. Mit der Plattform Wonder können sich Veranstaltungsgäste wie in einem echten Raum von einem zum anderen Tisch bewegen und sich zu bestehenden Gesprächsgruppen dazu begeben. Im Retro-Look erfüllt auch Gather – ebenfalls eine online verfügbare Software – diese Aufgabe!

Die An- und Abreise von Veranstaltungsgästen stellt den klimarelevantesten Bereich einer Veranstaltung dar, da hier die meisten indirekten Treibhausgasemissionen aller Veranstaltungsaktivitäten entstehen. Die Nutzung von Livestreaming und virtuellen Veranstaltungen kann dazu beitragen, dass eben jener Bereich verringert wird. Auf der anderen Seite benötigen digitale Events und z.B. Livestreams deutlich mehr Strom am Veranstaltungsort selbst und bei den „Gästen“ zu Hause.  

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es kaum Veranstaltungen, die vergleichende Ökobilanzen veröffentlichen, in denen Livestreaming mit einer Veranstaltung vor Ort verglichen wird. Erste Ergebnisse zeigen, dass Videokonferenzen für Meetings – selbst unter Berücksichtigung der Ressourcen, die für Technik benötigt werden – weitaus energiesparender sind als Menschen an einem Ort zu versammeln. Felix Sühlmann-Faul beschreibt in seinem Blogbeitrag, dass die Art der Nutzung entscheidend ist, ob ein digitales Angebot wirklich „nachhaltiger“ ist als ein analoges Format. Dazu zieht er allerdings das alltägliche Videostreaming (und nicht den Livestream) als Referenz heran. In dem folgenden Blogbeitrag fragt der Autor, ob Livestreaming nachhaltig ist und bewertet dabei allerdings vor allem die Wirtschaftlichkeit von Livestreaming für die Musikbranche, ohne auf Umweltkennzahlen Bezug zu nehmen. 

Grundsätzlich bietet sich das Angebot von Live-Streams vor allem bei Konferenzen und anderen „geschäftlichen“ Veranstaltungen oder bei frontal gestalteten Bildungsangeboten an. Durch die Corona-Pandemie haben allerdings viele Veranstalter*innen bereits Erfahrungen mit Livestreaming gemacht. Wichtig ist: den Live-Stream mit genügend Menschen gut vorzubereiten, eine stabile Internetverbindung zu nutzen, einen vorhandenen Live-Chat souverän zu moderieren und das Konzept des Live-Streams so zu gestalten, dass es nicht lediglich das Live-Event kopiert, sondern dem neuen Format mit den Zuschauer*innen zu Hause gerecht wird. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Klimawirkung

Es werden die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen der Veranstaltung und der dazugehörigen Aktivitäten ermittelt.

Wenn indirekte Treibhausgasemissionen ermittelt werden sollen, stehen Veranstalter*innen vor der Frage, wo der Anfang und wo das Ende der Aktivitäten ist, die in die Aufstellung aller Emissionen einbezogen werden müssen und wie diese bilanziert werden sollen.

Die sog. Scope Dimensionen wurden entwickelt, um diese Abgrenzung zu vereinheitlichen. Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen, die z.B. durch den Betrieb eines Fuhrparks entstehen. Im Veranstaltungskontext können beispielsweise die unmittelbaren Emissionen gemieteter Transportfahrzeuge durch die verbrauchten Liter Treibstoff ermittelt werden. Scope 2 bezieht sich auf die Emissionen, die bei der Stromproduktion indirekt für das Unternehmen oder die Veranstaltung entstehen. D.h. die Frage, ob der bezogene Veranstaltungsstrom aus erneuerbaren oder fossilen Energien stammt, wird an dieser Stelle einkalkuliert. In Scope 3 werden Emissionen ermittelt, die nicht direkt zu den Aktivitäten der Veranstaltung gehören, aber davor und danach entstehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die An- und Abreise der Veranstaltungsbesucher*innen. Deshalb ist Scope 3 aufgrund ihres möglichen Umfangs in 15 Bereiche aufgeteilt, die auch für Veranstaltungen gültig sind. Im sogenannten „GHG-Protocol“, das weltweit für Unternehmen angewendet werden kann, sind die Scope Dimensionen beschrieben.

Mithilfe eines CO2-Rechners kannst du die durch eine Veranstaltung entstandenen Treibhausgasemissionen grob schätzen. Die berechneten Emissionen hängen sehr von den jeweils getroffenen Annahmen der Rechner ab, daher findest du unten unterschiedliche Rechner.

Um die Treibhausgasemissionen exakt aufzustellen, könnt ihr professionelle Beratung in Anspruch nehmen. In der Beratung werden mit euch wesentliche Emissionen ermittelt, und es wird darauf geachtet, dass ihr frühzeitig die richtigen Daten erhebt.

Für die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und negativen Umweltwirkungen gibt es unterschiedliche Begriffe, die für den Veranstaltungskontext bedingt anwendbar sind. Ökobilanzen oder Life-Cycle-Assessments bezeichnen die Emissionen von Treibhausgasen im Verhältnis zu einem hergestellten Produkt – eine sogenannte Produktbilanz. Auf Veranstaltungen gibt es allerdings häufig kein „Produkt“. Eine andere Möglichkeit ist es, Prozessbilanzen zu erstellen: Die Emissionen werden dann in das Verhältnis zu einem Arbeitsprozess gesetzt, die in einem bestimmten Zeitraum entstehen. Die dritte Möglichkeit ist es, eine sog. Standortbilanz aufzustellen. Das bedeutet, dass die Zuordnung von entstandenen Emissionen an ein (Fabrik-)Gelände gebunden ist und vor allem räumlich begrenzt wird.

Für die Durchführung von sog. Lebenszyklusanalysen gibt es die DIN ISO Norm 14040 bzw. 14044, in denen die Standards für Ökobilanzierung festgehalten sind. Darunter fallen allgemeine Anforderungen an die Berechnung wie z.B. die Festlegung des Untersuchungsrahmens und Standards zur Bestimmung der umweltrelevanten Auswirkungen eines Produkts oder eines Prozesses.

Veranstalter*innen können Treibhausgasemissionen pro Besucher*in oder pro verkaufte Tickets berechnen oder die absoluten Emissionen berichten. Letzteres ist eine gängigere Praxis, da das Verfahren transparenter und weniger fehleranfällig ist. An dieser Stelle gibt es allerdings kein „richtig“ oder „falsch“. Jede*r Veranstalter*in kann unabhängig ein aussagekräftiges Zahlenformat bestimmen, das wesentliche Emissionen der Veranstaltung verständlich vermittelt. In der Tatenbank könnt ihr euch von Beispielen inspirieren lassen. Das Hay Festival hat sich z. B. für absolute Zahlen entschieden und DGTL hat ihre Emissionen eindrucksvoll visualisiert.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Bei der Auswahl von Anbieter*innen und Plattformen für das Online-Angebot wird auf Energieeffizienz und den Bezug von Energie aus nachhaltigen Quellen geachtet.

LIVESTREAMING IN DER EVENTBRANCHE

80% des Datenverkehrs in Telekommunikationsnetzwerken machen Videoinhalte aus. Unter das allgemeine Verständnis von Videostreaming fielen bisher vor allem Plattformen wie Netflix, YouTube oder Amazon Prime. Wenn es nun allerdings um die digitale Durchführung von Veranstaltung geht, ist das Angebot unterstützender (Live-)Streamingdienste und -software viel umfangreicher.

Konkrete Zahlen zu der Klimawirkung von bestimmten Videokonferenztools oder Eventmanagementsoftware für digitale Events sind dabei allerdings kaum vorhanden. Der Blaue Engel für umweltfreundliche Software steht bspw. erst am Anfang und es gibt erst wenige Anbieter*innen, die ihre Software als besonders ressourcenschonend zertifiziert haben.

VIDEOSTREAMING

Um konkrete Daten zur Klimawirkung von Streaming zu sammeln, hat das Projekt „Green Cloud Computing“ im Auftrag des Umweltbundesamtes sich näher mit dem Thema beschäftigt. Obwohl es nach wie vor kompliziert ist, eine Aussage über den CO2-Fußabdruck eines Videostreamingevents zu machen, können die Forscher*innen nun konkretere Aussagen darüber treffen, welche Aspekte für Initiator*innen von Streamingangeboten (z.B. Veranstalter*innen) und Nutzer*innen von z.B. live-gestreamten Konzerten relevant sein könnten:

Neben der Wahl von Plattformen, deren Rechenzentren möglichst mit Ökostrom gespeist werden, fällt hier vor allem auch die Art der Datenübertragung ins Gewicht. Siehe hierzu auch den Exkurs Nachhaltige Rechenzentren und Datenübertragung!

BEI DER NUTZER*IN EINES STREAMS ZU HAUSE

In der Studie des Umweltbundesamtes wird der Energieverbrauch der Endgeräte nicht berücksichtigt, aber klar ist, dass auch der Laptop, das Tablet oder das Handy, auf dem Videos gestreamt werden und der privat gewählte Energieversorger einen Einfluss auf die Emissionen beim Streaming haben. Wenn die Endnutzer*in z.B. Ökostrom bezieht, den Livestream über ihr Handy mit einer reduzierten Auflösung schaut und im eigenen WLAN unterwegs ist, können die Emissionen für ein live-gestreamtes Konzert weitestgehend reduziert werden.

Noch besser ist es, wenn Nutzer*innen Videoinhalte herunterladen können und lokal und offline anschauen. In einer Podiumsdiskussion, die die Urania Berlin veranstaltet hat, wird das Thema Nachhaltigkeit und Streaming aktuell und u.a. aus Perspektive der Kulturbranche betrachtet.

WAS IST KLMAFREUNDLICHER – ANALOG ODER DIGITAL?

Der Interessenverband der Digitalwirtschaft (bitkom e.V.) widerlegt in seiner Studie „Nachhaltigkeit von Streaming & Co.“, dass Videostreaming das „neue Fliegen“ sei. Der Energiebedarf für einen Abend mit Videos aus dem Internet sei weitaus geringer als viele andere Freizeitaktivitäten. Auch die An- und Abreise von Künstler*innen und der Veranstaltungsgäste für bspw. ein großes Konzert wird in vielen Fällen mehr Emissionen produzieren als „Netflix & Chill“.

Wenn die An- und Abreisen klimaneutral und lokal erfolgen und auch der Rest der Veranstaltung sehr ressourcenschonend geplant ist, könnte es anders aussehen. Die Emissionen einer Veranstaltung hängen jedoch so stark mit vielen Rahmenbedingungen zusammen, dass es hier auf den Einzelfall ankommt.

Das Internet basiert auf einer komplexen technischen Infrastruktur. Dabei macht der Energieverbrauch des Rechenzentrums, in dem z.B. Videodaten gespeichert und bereitgestellt werden, nur einen Bruchteil der Klimawirkung aus. Für das Schauen eines Videos in HD-Qualität werden von einem Rechenzentrum ca. 1,5 Gramm CO2 pro Stunde emittiert. Greenpeace hat in der „Clicking Green Studie 2017“ zudem festgestellt, dass viele große Internetunternehmen wie Facebook und YouTube bereits erneuerbare Energien nutzen und den Einsatz derselben vorantreiben.

Da Facebook und YouTube auch soziale Livestreaming-Funktionen anbieten, sind sie als Plattformen für nachhaltig geplante Veranstaltungen – bezogen auf die Klimawirkung – nicht die schlechteste Wahl. Vimeo und Netflix schneiden im Vergleich deutlich schlechter ab!

Weitaus relevanter für den CO2-Abdruck ist die Frage, mit welcher technischen Infrastruktur die Videodaten aus dem Rechenzentrum zu Nutzer*innen gelangen. Die Übertragung per Glasfaser sorgt nur für zusätzliche 2 Gramm CO2, während bei Übertragung im Mobilfunknetz mit 3G fast 90 Gramm CO2 emittiert werden. Grundsätzlich ist die Übertragung im kabelgebundene Breitbandübertragung daher weitaus energiesparender als über Mobilfunknetze.

Für Veranstalter*innen bedeutet das, Veranstaltungsgäste zu informieren, dass sie am besten über ihr eigenes WLAN an Livestreaming-Events teilnehmen, um Energie zu sparen.

  • Eine Videostreaming-Plattform wählen, die erneuerbare Energien bezieht.
  • (Viele) Werbebanner können den Energieverbrauch einer Website erhöhen, also seid hier auch sparsam.
  • Streamingplattformen sollten kein Autoplay erzwingen oder durch komplizierte Bedienung Nutzer*innen gezielt davon ablenken, das gewünschte Video direkt ansehen zu können.
  • Daten für den Stream weitestgehend komprimieren, um bei der Übertragungsrate zu sparen.
  • Es kommt zu einem großen Teil darauf an, wie die Veranstaltungsgäste streamen. Stellt hierzu den Gästen ausreichend Informationen bereit:
    • Auflösung der gestreamten Videos, wenn möglich, reduzieren.
    • Video pausieren, wenn der Raum verlassen wird.
    • Kleines Endgerät wählen, wenn möglich: Ein Smartphone verbraucht weniger Energie als ein Laptop.
    • Zusätzlich könnt ihr die Zuschauer*innen motivieren, die Veranstaltung als Anlass zu nutzen, um zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln.
  • Stellt, wenn möglich, den Stream im Nachhinein auch zum Download zur Verfügung und monetarisiert diesen ggf. So könnt ihr effizient mehr Interessenten erreichen.
  • Darüber hinaus lohnt es sich, Unterstützungsmöglichkeiten und das Angebot von Soli-Tickets auch unabhängig vom Livestream an eure Gäste zu kommunizieren bzw. vom Anschauen des Streams abzukoppeln. So können potentielle Supporter*innen, die gerade keine Zeit für den Stream oder kein Interesse an der übertragenen Online-Veranstaltung haben, euch trotzdem durch Spenden unterstützen – ohne dass sie nebenbei den Stream anmachen (müssen).

Die Server, auf denen Daten im Internet bereitgestellt werden, verschlingen große Mengen an Strom. Es gibt unterschiedliche Schätzungen für den Energiebedarf von Rechenzentren in Deutschland. Borderstep schätzt den Energiebedarf im Jahr 2020 auf ca. 16 Mrd. kWh – andere Schätzungen sind da konservativer. Die Tendenz ist steigend.

Entsprechend groß sind die Nachhaltigkeitseffekte, wenn Veranstalter*innen bei der Auswahl ihres Hosting-Anbieters (z.B. für die Veranstaltungswebseite) darauf achten, dass dessen Rechenzentren mit echtem Ökostrom und energieeffizient betrieben werden. Empfehlenswerte Anbieter

  • nennen ihren Ökostromanbieter konkret,
  • haben sich für einen empfehlenswerten Ökostromanbieter entschieden und
  • engagieren sich idealerweise auch darüber hinaus für Nachhaltigkeit.

Eine Auswahl empfehlenswerter Anbieter findet ihr in unserer Dienstleister-Datenbank. In diesem Ratgeber von Utopia findet ihr weitere Informationen zu Green Hosting und weitere Anbieter.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: An- und Abreise der Besuchenden

Es werden Maßnahmen ergriffen, um die An- und Abreise der Veranstaltungsgäste emissionsarm zu gestalten.

Dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen, besteht ein höheres Infektionsrisiko. Obwohl in Bussen und Bahnen Infektionsschutzmaßnahmen umgesetzt sind, sollten also so viele Gäste wie möglich mit dem Fahrrad kommen: Dieses Verkehrsmittel ist ressourcenschonend, fördert die sportliche Aktivität und verhindert das Nebeneinandersitzen im ÖPNV!

Auf den Velo-Routen kommen Menschen mit dem Fahrrad zügig voran. Ausleihbare Fahrräder bietet StadtRAD Hamburg mit Ausleihstationen in ganz Hamburg. Weitere Informationen zum Parken und Reparieren von Fahrrädern bietet die Internetseite der Freien und Hansestadt Hamburg hier.

Die An- und Abreise von Veranstaltungsgästen ist der Bereich einer Veranstaltung, in dem die meisten Emissionen anfallen. Hier bietet es sich also an, Anreize für eine klimafreundliche Anreise zu setzen und Besucher*innen die Kompensation von nicht vermeidbaren Emissionen nahezulegen.

So kann man einen Routenplaner wie z.B. CleverRoute auf der Veranstaltungswebseite einbinden, der nicht nur die Kosten und Dauer eine Reiseroute berücksichtigt, sondern auch den CO2-Ausstoß der gewählten Verkehrsmittel – und damit die Gäste animieren, Verkehrsmittel mit einem leichten Fußabdruck zu wählen und die bei der Anreise entstandenen Emissionen zu kompensieren.

Das „We Love Green“ Festival bietet direkt auf der Veranstaltungswebseite einen Kompensationsrechner an. Die Gäste können so ganz einfach ein Kompensations- oder Aufforstungsprojekt auswählen, welches sie unterstützen möchten.

Veranstalter*innen können auch direkt beim Ticketverkauf die zurückgelegte Distanz und das gewählte Transportmittel abfragen, und so die Kosten für die Kompensation im Ticketpreis abbilden.

Das HVV-KombiTicket ist ein Angebot des Hamburger Verkehrsbundes, durch das den Veranstaltungsgästen eine bequeme An- und Abreise zum Veranstaltungsort ermöglicht wird. Das Veranstaltungsticket bekommt einen speziellen Aufdruck des HVV, sodass es sowohl als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr für die Ringe A-F gilt als auch als Eintrittsticket. Viele Hamburger Veranstaltungsstätten und Veranstalter*innen sind bereits etablierte Kooperationspartner*innen.  

Die Deutsche Bahn bietet sog. Veranstaltungstickets an. Das Angebot von Veranstaltungstickets können vor allem Veranstalter*innen von Messen (B2B), Kongressen, Seminaren und Fortbildungen im Geschäftskontext mit der Deutschen Bahn vereinbaren. Die Tickets können von Teilnehmenden über die Veranstaltung selbst erworben werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Als Eventstrom wird zertifizierter Öko-Strom bezogen.

Der absolute Stromverbrauch einer Veranstaltung ist eine aussagekräftige Umweltkennzahl. Die Dokumentation der Stromverbräuche wird daher im besten Fall schon in der Planung einer Veranstaltung mitgedacht. Wenn Veranstaltungsstrom von externen Dienstleister*innen bezogen wird, können unterschiedliche Stromzähler installiert werden, die zwar vor allem für die Abrechnung benötigt werden, aber auch darauf hinweisen können, welche Aktivitäten einer Veranstaltung energieintensiv waren.  

Neben der Messung und Dokumentation der Stromverbräuche sind natürlich die Bezugsquellen von Strom wichtig: Veranstaltungsstrom sollte nach Möglichkeit von regionalen Öko-Strom-Anbieter*innen bezogen werden. Wenn bspw. mobile Photovoltaikanlagen auf dem Veranstaltungsgelände eingesetzt werden, lohnt es sich, die eigene Stromproduktion sichtbar zu machen, wie auf der altonale. Vor allem in Veranstaltungsstätten, in denen die Energieversorgung durch die vorhandene Infrastruktur gewährleistet ist und somit kein Einfluss über die Stromanbieter*innen besteht, ist es sinnvoll, mit den Betreiber*innen vorher abzuklären, ob z.B. eine besonders energiesparende Beleuchtung zur Verringerung des Stromverbrauchs beiträgt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Einsatz technischer Geräte

(Veranstaltungs-)Technik wird während der Veranstaltung ressourcenschonend eingesetzt.

Die Kühlung von Getränken an der Bar kann sehr viel Strom verbrauchen. Um herauszufinden, wie der Stromverbrauch von Display-Kühlschränken reduziert werden kann, hat die Clubstiftung 2014 eine Studie in Auftrag gegeben, in der Forschende der Technischen Universität Hamburg-Harburg sich in einer Testreihe mit dem Gastro-Kühlschrank Liebherr FKDv 4303 beschäftigt haben. Die zusammengefassten Erkenntnisse des Projekts sind an dieser Stelle wörtlich aus dem Jahresbericht der Clubstiftung von 2015 übernommen worden:  

  • FÜR NIEDRIGE UMGEBUNGSTEMPERATUR SORGEN 

Je niedriger die Temperatur der Umgebung des Kühlschranks ist, desto weniger „heizt“ die Umgebung den Kühlschrank. Der Stromverbrauch ist dann entsprechend niedriger. Wenn möglich, sollte dies bei der Aufstellung berücksichtigt werden.  

  • ZWISCHEN RÜCKWAND UND HAUSWAND 5 CM PLATZ LASSEN 

Zum Kühlen des Innenraums gibt der rückseitige Kondensator Wärme an die Umgebung ab, sodass die Luft an der Rückseite erwärmt wird. Damit der Kühlschrank effizient arbeiten kann, muss diese Luft möglichst gut vom Kühlschrank wegströmen können, z.B. nach oben. Er sollte deshalb mit der Rückseite nicht direkt an einer Wand stehen, sondern etwas abgerückt werden, 5 cm reichen. Ebenfalls sollte die warme Luft nicht an den Seitenwänden entlangströmen, damit er sich nicht selbst heizt.  

  • SEITENWÄNDE ISOLIEREN ODER KÜHLSCHRÄNKE DICHT ANEINANDER REIHEN 

Die Seitenwände sind mit einer Isolierung versehen, die dafür sorgt, dass sich der Innenraum möglichst wenig erwärmt. Wenn mehrere Kühlschränke nebeneinanderstehen, sollte dazwischen kein Spalt sein, die Kühlschränke sollten vielmehr „kuscheln“. Falls andere Möbel neben einem Kühlschrank stehen, sollten sie ebenfalls direkt abschließen. Sie stellen eine zusätzliche Isolierung dar. 

  • GLASFRONT FALLS MÖGLICH MIT STYROPOR ISOLIEREN 

Die Glastür isoliert nicht so gut wie die Seitenwände. Wenn der Kühlschrank nicht gut aussehen muss (z.B. nachts, wenn er in einem Nebenraum steht oder hinter einer Theke nur halb zu sehen ist), sollte die Tür zusätzlich mit Styropor verkleidet werden. Dies kann sowohl auf der Innenseite als auch auf der Außenseite geschehen, wobei sich durch die Konstruktion der Tür meist die Innenseite anbietet. Eine abnehmbare Verkleidung kann z.B. mit Magneten befestigt werden. Durch diese Investition in das Styropor (etwa 40 – 50mm dick) lassen sich dauerhaft etwa 5% der Stromkosten einsparen. 

Viele Menschen fühlen sich derzeit wohler, wenn sie aufgrund der möglichen Ansteckungsgefahr mit Corona nicht drinnen sitzen müssen, sondern draußen bleiben können. Wenn die Temperaturen sinken, greifen viele Gastronomiebetriebe, Hotels oder Veranstaltungsstätten auf Heizpilze zurück, damit ihren Gästen nicht zu kalt wird. Heizpilze, die mit Gas befeuert werden, verbrauchen allerdings relativ viel Energie.  

Die ressourcenschonendste Alternative zum Einsatz von Heizpilzen ist immer noch, sich mit bereits Vorhandenem gegen die Kälte zu schützen d.h. dicke Pullover, warme Schuhe und Jacken anziehen oder Decken nutzen bzw. den Gästen zur Verfügung zu stellen. Sog. Taschenwärmer sind sehr effektiv, können aber u.U. schon nach wenigen Anwendungen nicht mehr verwendbar sein, sodass hier lieber auf langlebige “Wärmer” zurückgegriffen werden sollte wie Wärmflaschen oder Kirschkern- oder Körnerkissen. Es gibt zudem beheizbare Sitzkissen, die mit Strom aufgeladen werden können und Wärme erzeugen. 

Zusätzlich können Betreiber*innen von Veranstaltungsstätten Windschutz aufstellen. Denn wenn es besonders windig oder nass ist, werden niedrige Temperaturen kälter empfunden als sie eigentlich sind.  

In manchen Städten wurde diskutiert bzw. letztlich erlaubt, dass elektrische Heizpilze aufgestellt werden können, die mit Ökostrom betrieben werden sollen. Elektrische Heizpilze sind zwar energiesparender als gasbetriebene Heizpilze, aber alternativ dazu können auch Infrarot-Heizstrahler eingesetzt werden. Diese erwärmen die Umgebungsluft nämlich nicht, sondern erzeugen direkte Wärme auf der Oberfläche von Körpern. 

Wenn Dienstleister*innen für Veranstaltungstechnik angefragt werden, ist es wichtig, dass Veranstalter*innen nachfragen, welche Maßnahmen in der Veranstaltungstechnik umgesetzt werden können, um ressourcenschonend u.a. mit Strom, technischem Equipment oder (Einweg)Material umzugehen. 

Beleuchtung ist ein technischer Bereich, in dem, allein über die Wahl der Leuchtmittel, viel Strom gespart werden kann. Viele Dienstleister*innen sind bereits auf LED-Technik umgestiegen, weil LED-Scheinwerfer länger halten und deutlich weniger Energie verbrauchen. Nichtsdestotrotz sollten Veranstalter*innen vorab mit Techniker*innen absprechen, wo Beleuchtung unbedingt eingesetzt werden soll und wo gespart werden kann, wie Tageslicht und der Aufbau der Bühne die benötigte Beleuchtung beeinflusst oder welche stromsparende Technik eingesetzt werden kann und trotzdem toll wirkt. An den Einsatz von Tontechnik, Mikrophonen, Videoequipment und Projektoren können ähnliche Fragen bzgl. des Strom- und Materialverbrauchs gestellt werden.  

In den meisten Fällen verfügen Veranstaltungstechniker*innen über umfangreiches Wissen zu Stromverbräuchen und können abwägen, welche Technik für welchen Zweck benötigt wird. Mit Dienstleister*innen zu sprechen und angestrebte Nachhaltigkeitsleistung der Veranstaltung klar zu formulieren, kann also direkt zur Schonung von Ressourcen beitragen! 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Mobilität & Transport

Es werden Maßnahmen ergriffen, um die mobilitätsbezogenen Emissionen der Veranstaltenden und Mitarbeitenden zu reduzieren.

Neben der An- und Abreise von Besucher*innen verursacht auch die Veranstaltungsorganisation selbst Emissionen, die im Rahmen der nachhaltigen Veranstaltungsplanung reduziert werden können. Hierfür könnt ihr euch unter anderem folgende Fragen stellen

  • Kommen die meisten Menschen in eurem Team mit dem Fahrrad zur Arbeit?  
  • Verzichtet ihr auf Flugreisen und reist vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln? 
  • Wenn Autos genutzt werden, sind diese dann elektrisch betrieben? 
  • Leiht ihr euch vor allem elektrische Fahrzeuge, um Transportfahrten zu realisieren? 
  • Besteht euer eigener Fuhrpark aus Elektrofahrzeugen? 
  • Nutzt ihr Sharing-Angebote im Bereich Mobilität? 
  • Sind eure Transportfahrten voll ausgelastet? 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

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