Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

  1. Startseite
  2. Tatenbank
  3. Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

Filtern nach:

Klimaschutzmaßnahmen: Klimawirkung

Es werden Potentiale ermittelt, wo im Rahmen der Veranstaltung Treibhausgasemissionen eingespart werden können, und als konkrete Reduktionsziele formuliert.

Der WWF und Netzwerkpartner*innen haben in einem Wettbewerb 15 Beispiele international agierender Unternehmen aus der Praxis zusammengetragen, die Klimamanagement entlang ihrer Wertschöpfungskette umgesetzt haben. Veranstalter*innen sind zwar nicht unter den Beispielen aufgelistet, aber die Einführung zu Klimamanagement im Betrieb und den Scope Dimensionen des GHG-Protokolls ist sehr verständlich aufbereitet worden. In der Sammlung werden zudem allgemeine Handlungsempfehlungen gegeben.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Druckprodukte

Für die Veranstaltung beschaffte Druckprodukte werden ressourcenschonend hergestellt und sparsam eingesetzt.

  • Bezieht die Druckerei Ökostrom? 
  • Kompensiert die Druckerei unvermeidbare Treibhausgasemissionen? 
  • Ist die Druckerei nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert? 
  • Wird ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier verwendet? 
  • Werden lösungsmittelfreie Farben eingesetzt? 
  • Wird der Einsatz von Lösungsmitteln im Druckprozess reduziert? 
  • Sind die Druckfarben vegan und auf Pflanzenölbasis? 
  • Sind die Druckfarben frei von Schwermetallen?  
  • Ist die Druckerei regional oder werden die Druckprodukte klimaneutral per Post versendet? 
  • Habt ihr für die Veranstaltung euren Bedarf an Druckprodukten angemessen kalkuliert? 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Gemeinnützige Partner*innen

Die Organisation arbeitet mit gemeinnützigen Organisationen, Projekten oder Initiativen zusammen.

Manchmal kommt es vor, dass Veranstaltungen mediale Aufmerksamkeit erhalten, weil Künstler*innen auftreten, die umstritten sind, Sponsor*innen beworben werden, deren Unternehmensziele dem Veranstaltungszweck entgegenwirken oder Kooperationspartner*innen sich nicht entschieden für gesellschaftliche Vielfalt und gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen. 

Wenn die Grundwerte der Veranstaltungsorganisation klar formuliert sind (wie z.B. bei der altonale GmbH), dann können mögliche Kooperationspartner*innen vor dieser konkreten Grundlage kritisch geprüft werden, sobald Zweifel bei der Wertorientierung dieser bestehen. 

Wenn Projekte oder Initiativen anfragen, um z.B. einen Infostand auf der Veranstaltung anzumelden, haben Veranstalter*innen die Möglichkeit, eigene Regeln anzuwenden und dann bestimmte Wertorientierungen oder Nachhaltigkeitsleistungen einzufordern. Es sollte vertraglich festgehalten werden, dass Initiativen von der Veranstaltung ausgeschlossen werden können, wenn sie sich nicht an diese Regeln halten. 

Das Booking ist ein wichtiger Teil in der (politischen) Ausrichtung einer Veranstaltung. Künstler*innen, Referent*innen (oder Gäste) bringen u.U. Perspektiven mit auf die Veranstaltung, die provozieren können. Das Feingefühl der Veranstalter*innen ist hier gefragt: Welche Themen sollen durch wen und wie präsent gemacht und diskutiert werden? Wenn sich Expert*innen in den eigenen Reihen befinden, können diese hilfreiche Einblicke in bestimmte Communities geben. Falls gesellschaftliche Fragen behandelt werden, die außerhalb der Expertise des eigenen Teams liegen, sollten Veranstalter*innen im Vorfeld umfangreich recherchieren und ggf. Expert*innen von außen anfragen.  

Viele rechtsextreme Bewegungen verweben das Thema Naturschutz mit ihren faschistischen Ideen. Die in diesem Kontext aufkommenden Forderungen rechter Organisationen nach z.B. ökologischer Landwirtschaft und dem Ausstieg aus der Atomenergie können auf den ersten Blick ähnlich klingen wie die Forderungen von Umweltschutzprojekten, sind aber stets rassistisch motiviert und zu verurteilen. 

Das Bundesamt für Naturschutz hat ein umfangreiches Dokument herausgegeben, in dem unterschiedliche Autor*innen den Zusammenhang zwischen Rechtsradikalismus und Naturschutz erörtern.  

Die Landeszentrale für Umweltaufklärung in Rheinland-Pfalz hat sog. Argumentationshilfen formuliert, in der auf Aussagen aus rechtsextremen Bewegungen, die sich umweltrelevanten Themen widmen, eingegangen wird.  

Die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) wurde gegründet, um über die Verknüpfung zwischen rechten Bewegungen und Natur- und Umweltschutz aufzuklären. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Ausstellende & Konzept: Beauftragung und Partner*innenverträge

Anreizsysteme fördern nachhaltiges Verhalten von Ausstellenden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Bei der Auswahl von Anbieter*innen und Plattformen für das Online-Angebot wird auf Energieeffizienz und den Bezug von Energie aus nachhaltigen Quellen geachtet.

LIVESTREAMING IN DER EVENTBRANCHE

80% des Datenverkehrs in Telekommunikationsnetzwerken machen Videoinhalte aus. Unter das allgemeine Verständnis von Videostreaming fielen bisher vor allem Plattformen wie Netflix, YouTube oder Amazon Prime. Wenn es nun allerdings um die digitale Durchführung von Veranstaltung geht, ist das Angebot unterstützender (Live-)Streamingdienste und -software viel umfangreicher.

Konkrete Zahlen zu der Klimawirkung von bestimmten Videokonferenztools oder Eventmanagementsoftware für digitale Events sind dabei allerdings kaum vorhanden. Der Blaue Engel für umweltfreundliche Software steht bspw. erst am Anfang und es gibt erst wenige Anbieter*innen, die ihre Software als besonders ressourcenschonend zertifiziert haben.

VIDEOSTREAMING

Um konkrete Daten zur Klimawirkung von Streaming zu sammeln, hat das Projekt „Green Cloud Computing“ im Auftrag des Umweltbundesamtes sich näher mit dem Thema beschäftigt. Obwohl es nach wie vor kompliziert ist, eine Aussage über den CO2-Fußabdruck eines Videostreamingevents zu machen, können die Forscher*innen nun konkretere Aussagen darüber treffen, welche Aspekte für Initiator*innen von Streamingangeboten (z.B. Veranstalter*innen) und Nutzer*innen von z.B. live-gestreamten Konzerten relevant sein könnten:

Neben der Wahl von Plattformen, deren Rechenzentren möglichst mit Ökostrom gespeist werden, fällt hier vor allem auch die Art der Datenübertragung ins Gewicht. Siehe hierzu auch den Exkurs Nachhaltige Rechenzentren und Datenübertragung!

BEI DER NUTZER*IN EINES STREAMS ZU HAUSE

In der Studie des Umweltbundesamtes wird der Energieverbrauch der Endgeräte nicht berücksichtigt, aber klar ist, dass auch der Laptop, das Tablet oder das Handy, auf dem Videos gestreamt werden und der privat gewählte Energieversorger einen Einfluss auf die Emissionen beim Streaming haben. Wenn die Endnutzer*in z.B. Ökostrom bezieht, den Livestream über ihr Handy mit einer reduzierten Auflösung schaut und im eigenen WLAN unterwegs ist, können die Emissionen für ein live-gestreamtes Konzert weitestgehend reduziert werden.

Noch besser ist es, wenn Nutzer*innen Videoinhalte herunterladen können und lokal und offline anschauen. In einer Podiumsdiskussion, die die Urania Berlin veranstaltet hat, wird das Thema Nachhaltigkeit und Streaming aktuell und u.a. aus Perspektive der Kulturbranche betrachtet.

WAS IST KLMAFREUNDLICHER? ANALOG ODER DIGITAL?

Der Interessenverband der Digitalwirtschaft (bitkom e.V.) widerlegt in seiner Studie „Nachhaltigkeit von Streaming & Co.“, dass Videostreaming das „neue Fliegen“ sei. Der Energiebedarf für einen Abend mit Videos aus dem Internet sei weitaus geringer als viele andere Freizeitaktivitäten. Auch die An- und Abreise von Künstler*innen und der Veranstaltungsgäste für bspw. ein großes Konzert wird in vielen Fällen mehr Emissionen produzieren als „Netflix&Chill“.

Wenn die An- und Abreisen klimaneutral und lokal erfolgen und auch der Rest der Veranstaltung sehr ressourcenschonend geplant ist, könnte es anders aussehen. Die Emissionen einer Veranstaltung hängen jedoch so stark mit vielen Rahmenbedingungen zusammen, dass es hier auf den Einzelfall ankommt!

Das Internet basiert auf einer komplexen technischen Infrastruktur. Dabei macht der Energieverbrauch des Rechenzentrums, in dem z.B. Videodaten gespeichert und bereitgestellt werden, nur einen Bruchteil der Klimawirkung aus. Für das Schauen eines Videos in HD-Qualität werden von einem Rechenzentrum ca. 1,5 Gramm CO2 pro Stunde emittiert. Greenpeace hat in der “Clicking Green Studie 2017” zudem festgestellt, dass viele große Internetunternehmen wie Facebook und YouTube bereits erneuerbare Energien nutzen und den Einsatz derselben vorantreiben.

Da Facebook und YouTube auch soziale Livestreaming-Funktionen anbieten, sind sie als Plattformen für nachhaltig geplante Veranstaltungen – bezogen auf die Klimawirkung – nicht die schlechteste Wahl. Vimeo und Netflix schneiden im Vergleich deutlich schlechter ab!

Weitaus relevanter für den CO2-Abdruck ist die Frage, mit welcher technischen Infrastruktur die Videodaten aus dem Rechenzentrum zu Nutzer*innen gelangen. Die Übertragung per Glasfaser sorgt nur für zusätzliche 2 Gramm CO2, während bei Übertragung im Mobilfunknetz mit 3G fast 90 Gramm CO2 emittiert werden. Grundsätzlich ist die Übertragung im kabelgebundene Breitbandübertragung daher weitaus energiesparender als über Mobilfunknetze.

Für Veranstalter*innen bedeutet das, Veranstaltungsgäste zu informieren, dass sie am besten über ihr eigenes WLAN an Livestreaming-Events teilnehmen, um Energie zu sparen.

  • Eine Videostreaming-Plattform wählen, die erneuerbare Energien bezieht.
  • (Viele) Werbebanner können den Energieverbrauch einer Website erhöhen, also seid hier auch sparsam.
  • Streamingplattformen sollten kein Autoplay erzwingen oder durch komplizierte Bedienung Nutzer*innen gezielt davon ablenken, das gewünschte Video direkt ansehen zu können.
  • Daten für den Stream weitestgehend komprimieren, um bei der Übertragungsrate zu sparen.
  • Es kommt zu einem großen Teil darauf an, wie die Veranstaltungsgäste streamen. Stellt hierzu den Gästen ausreichend Informationen bereit:
    • Auflösung der gestreamten Videos, wenn möglich, reduzieren.
    • Video pausieren, wenn der Raum verlassen wird.
    • Kleines Endgerät wählen, wenn möglich: Ein Smartphone verbraucht weniger Energie als ein Laptop.
    • Zusätzlich könnt ihr die Zuschauer*innen motivieren, die Veranstaltung als Anlass zu nutzen, um zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln.
  • Stellt, wenn möglich, den Stream im Nachhinein auch zum Download zur Verfügung und monetarisiert diesen ggf. So könnt ihr effizient mehr Interessenten erreichen, die Zeit und Interesse an eurem Angebot haben.
  • Darüber hinaus lohnt es sich, Unterstützungsmöglichkeiten und das Angebot von Soli-Tickets auch unabhängig vom Livestream an eure Gäste kommunizieren bzw. vom Anschauen des Streams abzukoppeln. So können potentiellen Supporter*innen, die gerade keine Zeit für den Stream oder kein Interesse an der übertragenen Online-Veranstaltung haben, euch trotzdem durch Spenden unterstützen – ohne dass sie nebenbei den Stream anmachen (müssen).

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Veranstaltungspartner*innen

Bei der Auswahl von (Werbe-)Partner*innen, Influencer*innen sowie Sponsor*innen wird das Nachhaltigkeitsengagement dieser berücksichtigt.

Wenn es im Rahmen des Veranstaltungsmarketings um die Schaltung von Anzeigen, die Ansprache von Zielgruppen, oder die nachgehende Berichterstattung geht, dann überlappen sich die Themenfelder Journalismus und Nachhaltigkeit.  

 

NACHHALTIGE MEDIENPARTNER*INNEN AUSWÄHLEN 

Eines der bekanntesten Portale zur Bewerbung nachhaltiger Veranstaltungen ist GOODevents. Dort können Veranstalter*innen unterschiedlich bepreiste Pakete buchen, um ihre Veranstaltung z.B. online bei Utopia.de oder im enorm Magazin zu platzieren. Das Unternehmen hinter GOODevents orientiert sich selbst an Nachhaltigkeitsleitlinien. Grundsätzlich basieren Medienpartnerschaften auf gegenseitig erbrachten Werbeleistungen bzw. Medienpartner*innen werden durch die Schaltung von Werbeanzeigen finanziert. Abhängig von dem Nachhaltigkeitsverständnis der Veranstaltung ist es wichtig, dass Veranstalter*innen abwägen mit welchen Medienpartner*innen sie zusammenarbeiten und welche sie letztlich finanzieren und bewerben möchten.  

 

“NACHHALTIGE MEDIEN” – EINE LISTE 

Auf dem Blog futurphil.de hat Fabian Oestreicher mehr als 50 „Nachhaltigkeitsmedien“ zusammengetragen, die sich mit nachhaltigem Wirtschaften auseinandersetzen. Darunter „grüne“ Zeitschriften großer Verlage, unabhängige Onlineportale oder Magazine und kleinere Blogs, in denen Anzeigen geschaltet werden können. 

  

MIT NEUEN MEDIENPARTNER*INNEN EXPERIMENTIEREN 

Genauso wie es möglich ist, nur mit Medienpartner*innen mit Nachhaltigkeitsprinzipien zusammenzuarbeiten, kann es bei einer nachhaltig ausgerichteten Veranstaltung auch interessant sein, Partner*innen zu wählen, die neue Zielgruppen erreichen und für das Thema Nachhaltigkeit gewinnen können. Neue Veranstaltungsgäste, die eher inhaltlich durch die Künstler*innen angesprochen werden, können dann auf der Veranstaltung selbst sehen, dass gelebte Nachhaltigkeit Spaß macht.  

Viele Veranstaltungen sind zudem auf bestimmte Ziel- oder Altersgruppen ausgerichtet, und die Wahl der entsprechenden Kommunikationskanäle muss stimmen, um das Budget sinnvoll zu investieren. Dabei kann es aber auch interessant sein, untypische Kommunikationskanäle zu wählen, um ein diverseres, lokaleres oder internationaleres Publikum zur Veranstaltung einzuladen.  

  

PRESSEMITTEILUNGEN UND CO. 

Sowohl vor als auch nach der Veranstaltung können Pressemitteilungen ein starkes Werkzeug sein, um die umgesetzten Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu kommunizieren und für die Bewerbung der Veranstaltung zu nutzen. Neben den Programmpunkten stellt die Nachhaltigkeitsleistung der Veranstaltung ein Alleinstellungsmerkmal dar, was von Pressevertreter*innen aufgegriffen werden kann. Presskits mit konkreten und ehrlichen Informationen zu Erfolgen und Herausforderungen können auf der Website allen Medienpartner*innen zugänglich gemacht werden.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Das Nachhaltigkeitsengagement der Organisation wird in einem Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Das Anfertigen eines Nachhaltigkeitsberichts kann dabei helfen, transparent und einheitlich über das Engagement für Nachhaltigkeit zu berichten. Der deutsche Nachhaltigkeitskodex ist ein Instrument, das Unternehmen aller Größen, unterschiedlicher Branchen und auch Veranstalter*innen als Vorlage nutzen können, um genau dies zu tun. In dem verlinkten Blogbeitrag werden Software-Anwendungen getestet, mit denen das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichts vereinfacht werden soll; allerdings ist darunter keine die spezifisch auf das Umweltmanagement im Veranstaltungskontext angepasst ist. Unter den getesteten Anwendungen ist eine kostenfreie Software zu finden.

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr veröffentlichte Nachhaltigkeitsberichte und Leitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen. 

Auf der Website von https://web.ecogood.org/de/ wird die Gemeinwohl-Ökonomie vorgestellt, und zwar als Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.Auch in Hamburg wird die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie von einer regional aktiven Lokalgruppe vorangetrieben. 

Ein Gemeinwohlbericht ist nicht dasselbe wie ein Nachhaltigkeitsbericht, in dem es in vielen Fällen eher um die Umweltwirkung eines Unternehmens geht als um den gesamtgesellschaftlichen Beitrag eines Unternehmens. Die Gemeinwohlbericht wird anhand der Gemeinwohlmatrix erstellt. Diese umfasst vier „Werte“, die ein gutes Leben fördern: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung. In Kombination mit 5 sog. „Berührungsgruppen“ entstehen 20 Themen, in denen Unternehmen ihre Wirkung zum Gemeinwohl bilanzieren können. Der Gemeinwohlbericht eines Unternehmens wird extern geprüft und anschließend in der Gemeinwohlbilanz veröffentlicht. Vorteile einer geprüften Gemeinwohlbilanz sind die wirklich umfassende Betrachtung aller Bereiche eines Unternehmens in ihrer gesellschaftlichen Wirkung. Eine Gemeinwohlbilanz ist eine gute Möglichkeit, um transparent über Nachhaltigkeitsengagement zu berichten, woran sich Kund*innen orientieren können.  

Bereits 500 Unternehmen in Deutschland haben bisher ihre Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, um zu zeigen, wie sie dazu beitragen, das Wirtschaftssystem nachhaltiger und sozialer zu gestalten. satis&fy, als Vertreter*in der Veranstaltungsbranche, hat bspw. für das Geschäftsjahr 2012-13 eine Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, in der es 247 von 1000 möglichen Punkten in der Bilanzsumme erreichte.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Gesundheit & Sicherheit

Es werden Maßnahmen ergriffen, um sexualisierte Gewalt zu verhindern.

Sexualisierte Handlungen, die gewaltvoll sind und/oder ohne Einwilligung einer betroffenen Person stattfinden, stellen ein Problem für die Feierkultur in Hamburg dar. Dunkle Räume, ausgelassene Atmosphäre und Alkoholkonsum können es Veranstaltungsgästen leichter als im Alltag machen, die Grenzen anderer Gäste zu übertreten.  

Safe Night e.V. ist eine Initiative Hamburger Clubs, die Awareness-Teams einsetzen, um sexualisierter Gewalt im Nachtleben vorzubeugen und Betroffene direkt vor Ort zu unterstützen.  

Während an der Tür Gäste, die sich gewaltvoll verhalten, abgewiesen oder rausgeschmissen werden, wird sich in vielen Clubs bisher nicht um diejenigen gekümmert, die Gewalterfahrungen machen. Sog. Awareness-Teams sorgen dafür, dass Betroffene, die Unterstützung bekommen, die in dem Moment wirklich hilft – sei es einen physischen Rückzugsort zu schaffen oder das Taxi nach Hause zu organisieren. Safe Night schult zudem Mitarbeiter*innen z. B. zu Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Fällen mit K.O.-Tropfen. In dem verlinkten Artikel gibt eine der Mitgründer*innen von Safe Nights – Navina Nicke – Einblicke in ihr Engagement: https://szene-hamburg.com/hamburger-des-monats-navina-nicke-safe-night/ 

Die Kampagne „Luisa ist hier!“ (https://luisa-ist-hier.de/) wurde 2016 vom Münsteraner Frauen-Notruf initiiert. Die Idee der Kampagne ist es, dass Betroffene sexueller Belästigung im Club z.B. das Barpersonal niedrigschwellig um Hilfe bitten können, indem sie fragen: „Ist Luisa da?“. Das Personal ist geschult darin, mit dem in der Frage vermittelten Code umzugehen und kann die betroffene Person unterstützen. Hintergrundinformationen der Kampagne sind in dem dazugehörigen Wikipedia-Artikel (https://de.wikipedia.org/wiki/Luisa_ist_hier!) zu finden. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Durch die Programmgestaltung werden verschiedene (Ziel-)Gruppen angesprochen und erhalten die Möglichkeit zur Teilnahme.

Viele Menschen haben sich 2020 kreative Formate ausgedacht, die auch in Zeiten von Corona Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und Begegnungen schaffen. 1:1 CONCERTS© organisiert eine ca. 10-minütige wortlose eins-zu-eins Begegnung zwischen Musiker*in und Hörer*in an unterschiedlichen Spielorten. Auch KulturSendung organisiert Live-Acts im sehr kleinen privaten Rahmen. Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes hat 10 kreative Projekte in einer Gesprächsreihe vorgestellt, die während Corona entstanden sind. Darunter das Hamburger #keinerkommt Festival, virtuelle Museumsrundgänge und einiges mehr. 

In der Veranstaltungsorganisation sensibel für Mehrsprachigkeit zu sein, ist leichter, wenn das eigene Organisationsteam selbst mehrsprachig arbeitet. In der Veranstaltungskommunikation können Veranstaltungsflyer und Infomaterialien in mehreren Sprachen eingesetzt werden. Auf dem Gelände der Veranstaltungsstätte selbst sollten zudem Orientierungs- und Leitsystemen mehrsprachig gestaltet werden. Für manche Veranstaltungsaktivitäten ist es sinnvoll Simultanübersetzer*innen und Dolmetscher*innen anzufragen, während auf anderen Veranstaltungen eher gedruckte Materialien einen Mehrwert schaffen können. Wenn auf einer Veranstaltung sowieso zentrale Anlaufstellen für Fragen der Besucher*innen eingeplant sind, können diese Stellen auch auf die Mehrsprachigkeit des Publikums vorbereitet sein. 

Das Interkulturelle Forum in Hamburg wurde 2003 von Organisator*innen interkultureller Festivals und Kulturinstitutionen gegründet. Zum Netzwerk des Interkulturellen Forums zählen Vereine, Kulturhäuser und Festivals, die gute Beispiele für umgesetzte kulturelle Vielfalt auf Veranstaltungen sind. Stadtkultur Hamburg setzt sich für eine „generationsoffene, milieuübergreifende und inklusive“ Stadtteilkultur Hamburgs ein und zählt eine umfangreiche Liste an Mitgliedern. Unter den Mitgliedern sind Kulturzentren, Initiativen und Künstler*innen, die Diversität leben und vor Ort fördern. 

Auf internationalen Veranstaltungen können Dolmetscher*innen sinnvoll eingesetzt werden, vor allem wenn nicht alle Programmpunkte z.B. auf English abgehalten werden können oder es Teil des Veranstaltungskonzepts ist, Mehrsprachigkeit und Interkulturalität zu leben. So kann allen die Teilhabe ermöglicht werden.  

Zur Vorbereitung sollten Veranstalter*innen klären, ob simultan oder konsekutiv gedolmetscht werden soll und z.B. wie viele Dolmetscher*innen gebraucht werden und welche technischen Voraussetzungen zusätzlich geliehen oder beschafft werden müssen. In einem Angebot sollte neben Honorar(en) auch vereinbart werden, wie z.B. die Aufzeichnungen verwertet werden dürfen. 

Die Berufsbezeichnung als Dolmetscher*in ist nicht geschützt. Dagegen weist ein akademischer Grad wie „Diplom-Dolmetscher“ auf die fachliche Qualifikation hin. 

Es gibt unterschiedliche Systeme, Menschen mit Hörschädigung Kommunikationshilfen bereitzustellen. Veranstalter*innen tragen für den Abbau von kommunikativen Barrieren im kulturellen Bereich eine besondere Verantwortung, da hier Menschen noch keinen festen Rechtsanspruch auf die Übernahme von Dolmetscherkosten haben.  

Es gibt Dolmetscher*innen für Gebärdensprache und sog. Schriftdolmetscher*innen. Je nach den Gegebenheiten vor Ort sollten sich Veranstalter*innen beraten lassen, um eine effektive Lösung zu finden. Beim Schriftdolmetschen wird gesprochener Text in Schriftsprache übersetzt, sodass der Text z.B. auf einer Leinwand mitgelesen werden kann. Es gibt auch Dolmetscher*innen, die mit Spracherkennungssoftware arbeiten und im Prinzip das Gesagte nachsprechen, sodass geschriebener Text live mitgelesen werden kann. 

Eltern mit Kleinkindern sollten in der Veranstaltungsorganisation explizit mitgedacht werden. Die folgende Liste ist nicht vollständig, bietet aber genügend Anknüpfungspunkte für die Planung: 

  • Wie familienfreundlich soll die Veranstaltung sein? Welchen Stellenwert sollen Kinder als Veranstaltungsgäste einnehmen? 
  • Gibt es Programmpunkte, die sich ausschließlich an Kinder richten und die auch so beworben werden?  
  • Welche Altersgruppe kann ohne Probleme an der Veranstaltung teilnehmen und für welche Altersgruppe (z.B. Kleinkinder) sollte die Teilnahme vorbereitet werden?  
  • Bestehen für Kinder besondere Risiken auf dem Veranstaltungsgelände wie z.B. die Lautstärke der Musik oder Zigaretten- und Drogenkonsum? 
  • Wie sicher ist das Veranstaltungsgelände im Allgemeinen? Wo sind physische Risiken für Kinder? 
  • Kann für Kinder effektiver Gehörschutz (kostenfrei) bereitgestellt werden? 
  • Ist die Veranstaltungsstätte barrierefrei mit einem Kinderwagen zugänglich? Gibt es Plätze, um Kinderwägen sicher abzustellen? 
  • Können Spielräume oder „Zonen“ eingerichtet werden, in denen sich Eltern mit ihren Kindern zurückziehen können? Gibt es Räume, um Kinder zu stillen? 
  • Besteht die Möglichkeit, (kostenfreie) Kinderbetreuung im Rahmen der Veranstaltung anzubieten? 
  • Können Eltern ihre Kinder bis zu einem bestimmten Alter kostenfrei mit auf die Veranstaltung nehmen? Welcher Ticketpreis gilt für Jugendliche? 
  • Wie zugänglich sind Wickelmöglichkeiten sowohl für Mütter als auch für Väter? 
  • Gibt es gute Sitzgelegenheiten, um gemeinsam mit Kindern zu essen? 
  • Für den Fall, dass Kinder auf dem Veranstaltungsgelände verloren gehen: Wie geht ihr als Veranstaltungsorganisation damit um? 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V. ist ein Zusammenschluss aus über 60 Fachverbänden und Kulturakteur*innen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, dass junge Menschen Zugang zu kultureller Bildung erhalten und aktiv an Gesellschaft teilhaben können. Unter den Mitgliedern sind viele Expert*innen, die angefragt werden können, sobald Kinder und Jugendliche in den Fokus einer Veranstaltung rücken sollen. 

Eigentlich werden Zielgruppen in der Veranstaltungsplanung vor allem über das Programm definiert z.B. als Fans eines bestimmten Musikstils oder einer Sportart. Für eine sozial nachhaltige Veranstaltung ist es wichtig, dabei auch aktiv Menschen aus marginalisierten Gruppen in den jeweiligen Zielgruppen mitzudenken, ihnen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen und Barrieren abzubauen.  

Vorab mit den lokalen Interessenvertretungen von Randgruppen zu sprechen, ermöglicht die Ansprache von Menschen, die häufig nicht angemessen in der Veranstaltungsplanung bedacht werden. An dieser Stelle sind erste Ansprechpartner*innen von Verbänden und Vereinen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammengestellt: 

Neben der Zusammenarbeit mit Organisationen zur aktiven Einbindung von Menschen, die tendenziell nicht in der Veranstaltungsplanung bedacht werden, können weitere Maßnahmen dazu beitragen, dass alle “Fans” und am Programm interessierte Menschen auf die Veranstaltung aufmerksam werden und an ihr teilnehmen können. Dies kann über die Gestaltung des Ticketpreise und das Nutzen von (anderen) Kommunikationskanälen geschehen. Mehr Infos findet ihr hierzu in den Exkursen “Gestaffelte Ticketmodelle”, “Pay What You Want”, “Tickets für Menschen mit geringem Einkommen” und z.B. “Medienpartner*innen & Pressearbeit”.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Es werden Maßnahmen ergriffen, um die Reinigung der Veranstaltungsstätte umweltfreundlich zu gestalten.

Nach Veranstaltungen wird aufgeräumt und das in unterschiedlichem Maß. Bei einer Open Air-Veranstaltung mit vielen Menschen, wird die Innenstadt mit Kehrfahrzeugen gereinigt; bei Veranstaltungen, die drinnen stattgefunden haben, wird Geschirr gespült, gewischt und Müll entsorgt.  

Wenn das Reinigen der Veranstaltungsstätte von externen Dienstleister*innen übernommen wird, lohnt es sich nachzufragen, ob die verwendeten Reinigungsmittel umweltschonend (z.B. biologisch abbaubar) sind und auf den hohen Materialverbrauch durch Einwegputzutensilien verzichtet wird. Reinigungsmittel können aggressive Inhaltsstoffen enthalten, die die Atemwege schädigen können, daher ist es wichtig, dass die Reinigungskräfte ausreichend geschützt sind. 

Die Broschüre des Umweltbundesamtes gibt Auskunft über zu vermeidende Reinigungsmittel sowie Tipps zu ressourcenschonenden Reinigungstechniken, die von externen Unternehmen und dem eigenen Team angewandt werden können. 

Das Robert-Koch-Institut gibt Hinweise zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen: „Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird auch in der jetzigen COVID-Pandemie nicht empfohlen. Hier ist die angemessene Reinigung das Verfahren der Wahl. […] Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können.“

Der sparsame Einsatz von Desinfektionsmitteln ist ressourcenschonend. Gleichzeitig sollten umweltfreundliche, d.h. biologisch abbaubare und vegane Reinigungsmittel, verwendet werden, um möglichst ressourcenschonend zu reinigen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Naturschutz

Die Veranstaltungsstätte setzt Biodiversitätsmaßnahmen um.

Die Gärten und die Bepflanzung einer Veranstaltungsstätte im urbanen Raum sind bei vielen Events zentrale Gestaltungselemente. Dabei könnt ihr selbst bzw. die Betreiber*innen einer Veranstaltungsstätte bei der Geländegestaltung auf Merkmale achten, die mehr Artenvielfalt in der Stadt ermöglichen 

Die Loki-Schmidt-Stiftung hat das Projekt “Kooperation Natur” initiiert, in dem Unternehmen (auch Betreiber*innen von Veranstaltungsstätten) unterstützt werden, die Flächen auf dem eigenen Gelände in biodiverse Naturräume umzuwandeln bzw. sdtische Artenvielfalt zu fördern. 

Der NABU Hamburg hat einen Blogbeitrag zu “Naturnahen Gärten” veröffentlicht, in dem ihr Hintergrundinformationen zur Förderung von Artenvielfalt in städtischen Gärten erhaltet. 

Die folgenden Fragen sollen euch helfen, bei Betreiber*innen einer Veranstaltungsstätte nachfragen zu können, inwiefern auf den Erhalt der Biodiversität vor Ort geachtet wird.  

  • Ist die Veranstaltungsstätte überhaupt bepflanzt?  
  • Ist die Veranstaltungsstätte vor allem mit heimischen Arten bepflanzt? 
  • Werden Wiesen und Grünflächen eher selten gemäht? 
  • Verzichten die Betreiber*innen der Veranstaltungsstätte auf den Einsatz von Pestiziden und Düngern oder begrenzen diesen? 
  • Wurden Pflanzenarten und Bäume ausgewählt, die potenziell dem sich verändernden Klima (d.h. längeren Trockenphase) standhalten können oder besonders geeignet für die Belastung in Städten (d.h. Luftverschmutzung) sind? 
  • Verfügt die extern betriebene Veranstaltungsstätte über professionell und effektiv angelegte Nisthilfen, Steinmauern, Insektenhotels etc.? 
  • Haben die Betreiber*innen der Veranstaltungsstätte z.B. Wildgärten angelegt oder lassen bewusst Bereiche „unaufgeräumt“? 
  •  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Gästen

Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen werden an Gäste kommuniziert; Gäste werden zum Mitmachen aufgefordert.

In dem zweiseitigen Fact Sheet von Powerful Thinking, einem Think Tank, der die Versorgung von Festivals mit erneuerbaren Energien vorantreiben will, sind die folgenden Beispiele genannt, wie Veranstalter*innen das Thema Energieverbrauch an Gäste kommunizieren können: Solarbetriebene Open-Air-Kinos, fahrradbetriebene Bühnen und Smoothie-Stationen, Kunstinstallationen, die Energie zum Thema machen so wie das Electric Hotel des Atelier Fleiter. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Veranstaltungspartner*innen

Das Nachhaltigkeitsleitbild/ die Nachhaltigkeitsstrategie der Organisation wird übersichtlich an Mitwirkende kommuniziert.

Für Nachhaltigkeitsleitbilder gibt es keine Vorlage: Ein Leitbild kann das Selbstverständnis einer Veranstaltungsorganisation, die Vision der Veranstalter*innen, Handlungsprinzipien oder z.B. Nachhaltigkeitsziele enthalten. Hier eine Reihe an ambitionierten Beispielen:   

Die Organisator*innen des Roskilde Festivals erklären auf ihrer Website, welche Dimensionen von Nachhaltigkeit für die Durchführung des Festivals wichtig sind. Jedem der Unterkapitel zu ökologischer, ökonomischer, sozialer und künstlerischer Nachhaltigkeit steht ein Satz vorangestellt, in dem zusammengefasst ist, nach welchem Prinzip die Organisator*innen handeln.  

Die Veranstalter*innen des Tollwood, das in München stattfindet, stellen in einer Umweltbroschüre die erbrachte Nachhaltigkeitsleistung dar und erklären, warum das Motto in Sachen Nachhaltigkeit „Geht nicht, gibt’s nicht!“ lautet. 

Die altonale GmbH hat Grundwerte erklärt, die als Prinzipien dienen und die zu jederzeit Orientierung in der Veranstaltungsorganisation bieten. 

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr weitere ausformulierte Nachhaltigkeitsleitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unterkunft: Hotel

Unterkünfte für Gäste und Mitwirkende werden danach ausgewählt, ob sie vom Veranstaltungsort gut erreichbar sind.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Langfristige Planungen mit Partner*innen erhöhen die Effizienz.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

: Einsatz technischer Geräte

(Veranstaltungs-)Technik wird während der Veranstaltung ressourcenschonend eingesetzt.

Die Kühlung von Getränken an der Bar kann sehr viel Strom verbrauchen. Um herauszufinden, wie der Stromverbrauch von Display-Kühlschränken reduziert werden kann, hat die Clubstiftung 2014 eine Studie in Auftrag gegeben, in der Forschende der Technischen Universität Hamburg-Harburg sich in einer Testreihe mit dem Gastro-Kühlschrank Liebherr FKDv 4303 beschäftigt haben. Die zusammengefassten Erkenntnisse des Projekts sind an dieser Stelle wörtlich aus dem Jahresbericht der Clubstiftung von 2015 übernommen worden:  

  • FÜR NIEDRIGE UMGEBUNGSTEMPERATUR SORGEN 

Je niedriger die Temperatur der Umgebung des Kühlschranks ist, desto weniger „heizt“ die Umgebung den Kühlschrank. Der Stromverbrauch ist dann entsprechend niedriger. Wenn möglich, sollte dies bei der Aufstellung berücksichtigt werden.  

  • ZWISCHEN RÜCKWAND UND HAUSWAND 5 CM PLATZ LASSEN 

Zum Kühlen des Innenraums gibt der rückseitige Kondensator Wärme an die Umgebung ab, sodass die Luft an der Rückseite erwärmt wird. Damit der Kühlschrank effizient arbeiten kann, muss diese Luft möglichst gut vom Kühlschrank wegströmen können, z.B. nach oben. Er sollte deshalb mit der Rückseite nicht direkt an einer Wand stehen, sondern etwas abgerückt werden, 5 cm reichen. Ebenfalls sollte die warme Luft nicht an den Seitenwänden entlangströmen, damit er sich nicht selbst heizt.  

  • SEITENWÄNDE ISOLIEREN ODER KÜHLSCHRÄNKE DICHT ANEINANDER REIHEN 

Die Seitenwände sind mit einer Isolierung versehen, die dafür sorgt, dass sich der Innenraum möglichst wenig erwärmt. Wenn mehrere Kühlschränke nebeneinanderstehen, sollte dazwischen kein Spalt sein, die Kühlschränke sollten vielmehr „kuscheln“. Falls andere Möbel neben einem Kühlschrank stehen, sollten sie ebenfalls direkt abschließen. Sie stellen eine zusätzliche Isolierung dar. 

  • GLASFRONT FALLS MÖGLICH MIT STYROPOR ISOLIEREN 

Die Glastür isoliert nicht so gut wie die Seitenwände. Wenn der Kühlschrank nicht gut aussehen muss (z.B. nachts, wenn er in einem Nebenraum steht oder hinter einer Theke nur halb zu sehen ist), sollte die Tür zusätzlich mit Styropor verkleidet werden. Dies kann sowohl auf der Innenseite als auch auf der Außenseite geschehen, wobei sich durch die Konstruktion der Tür meist die Innenseite anbietet. Eine abnehmbare Verkleidung kann z.B. mit Magneten befestigt werden. Durch diese Investition in das Styropor (etwa 40 – 50mm dick) lassen sich dauerhaft etwa 5% der Stromkosten einsparen. 

Viele Menschen fühlen sich derzeit wohler, wenn sie aufgrund der möglichen Ansteckungsgefahr mit Corona nicht drinnen sitzen müssen, sondern draußen bleiben können. Wenn die Temperaturen sinken, greifen viele Gastronomiebetriebe, Hotels oder Veranstaltungsstätten auf Heizpilze zurück, damit ihren Gästen nicht zu kalt wird. Heizpilze, die mit Gas befeuert werden, verbrauchen allerdings relativ viel Energie.  

Die ressourcenschonendste Alternative zum Einsatz von Heizpilzen ist immer noch, sich mit bereits Vorhandenem gegen die Kälte zu schützen d.h. dicke Pullover, warme Schuhe und Jacken anziehen oder Decken nutzen bzw. den Gästen zur Verfügung zu stellen. Sog. Taschenwärmer sind sehr effektiv, können aber u.U. schon nach wenigen Anwendungen nicht mehr verwendbar sein, sodass hier lieber auf langlebige “Wärmer” zurückgegriffen werden sollte wie Wärmflaschen oder Kirschkern- oder Körnerkissen. Es gibt zudem beheizbare Sitzkissen, die mit Strom aufgeladen werden können und Wärme erzeugen. 

Zusätzlich können Betreiber*innen von Veranstaltungsstätten Windschutz aufstellen. Denn wenn es besonders windig oder nass ist, werden niedrige Temperaturen kälter empfunden als sie eigentlich sind.  

In manchen Städten wurde diskutiert bzw. letztlich erlaubt, dass elektrische Heizpilze aufgestellt werden können, die mit Ökostrom betrieben werden sollen. Elektrische Heizpilze sind zwar energiesparender als gasbetriebene Heizpilze, aber alternativ dazu können auch Infrarot-Heizstrahler eingesetzt werden. Diese erwärmen die Umgebungsluft nämlich nicht, sondern erzeugen direkte Wärme auf der Oberfläche von Körpern. 

Wenn Dienstleister*innen für Veranstaltungstechnik angefragt werden, ist es wichtig, dass Veranstalter*innen nachfragen, welche Maßnahmen in der Veranstaltungstechnik umgesetzt werden können, um ressourcenschonend u.a. mit Strom, technischem Equipment oder (Einweg)Material umzugehen. 

Beleuchtung ist ein technischer Bereich, in dem, allein über die Wahl der Leuchtmittel, viel Strom gespart werden kann. Viele Dienstleister*innen sind bereits auf LED-Technik umgestiegen, weil LED-Scheinwerfer länger halten und deutlich weniger Energie verbrauchen. Nichtsdestotrotz sollten Veranstalter*innen vorab mit Techniker*innen absprechen, wo Beleuchtung unbedingt eingesetzt werden soll und wo gespart werden kann, wie Tageslicht und der Aufbau der Bühne die benötigte Beleuchtung beeinflusst oder welche stromsparende Technik eingesetzt werden kann und trotzdem toll wirkt. An den Einsatz von Tontechnik, Mikrophonen, Videoequipment und Projektoren können ähnliche Fragen bzgl. des Strom- und Materialverbrauchs gestellt werden.  

In den meisten Fällen verfügen Veranstaltungstechniker*innen über umfangreiches Wissen zu Stromverbräuchen und können abwägen, welche Technik für welchen Zweck benötigt wird. Mit Dienstleister*innen zu sprechen und angestrebte Nachhaltigkeitsleistung der Veranstaltung klar zu formulieren, kann also direkt zur Schonung von Ressourcen beitragen! 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Tagungsmaterial

Tagungsmaterialien werden nachhaltig hergestellt (siehe auch “Druckprodukte”) und sparsam verwendet.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Unternehmenskultur

Alle Stakeholder (z.B. Dienstleistende, Sponsor*innen, Mitarbeitende, Behörden etc.) erhalten die Möglichkeit für Feedback und Anregungen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Organisation und ihrer Veranstaltung(en).

Feedback im Unternehmen kann zwischen Kolleg*innen oder unterschiedlichen Hierarchie-Stufen ausgetauscht werden und unterschiedliche Themen behandeln wie Projektverläufe, die Umsetzung von Aufgaben oder die persönliche Entwicklung der Teammitglieder. Regelmäßig stattfindende Treffen sind ein erster Schritt, um Feedback zu geben und zu nehmen. Es ist sinnvoll, mit allen Mitarbeiter*innen eine Feedbackroutine zu entwickeln, denn eine offene Gesprächskultur zu etablieren, benötigt mehr als eine Handvoll Tipps. An dieser Stelle geht es zu einem Blogartikel der Neuen Narrative, in dem es um Feedback in selbstorganisierten Teams geht.

Um konstruktiv Feedback zu geben, können die folgenden Tipps helfen:

Für die „feedbackgebende“ Person:  

  • Konstruktives Feedback ist beschreibend. Es umfasst zunächst die Beobachtung einer Situation aus der Ich-Perspektive. Das bedeutet, dass Personen weder beschuldigt noch bewertet werden.  
  • Konstruktives Feedback ist klar und verständlich formuliert.  
  • Konstruktives Feedback ist als Bitte oder Wunsch formuliert.  
  • Konstruktives Feedback wird zeitnah gegeben.  
  • Konstruktives Feedback ist konkret und behandelt einen Sachverhalt, den die sog. „feedbacknehmende“ Person auch verändern kann. 

In einer Situation, in der Feedback gegeben wird, sollte die Person, die Feedback empfängt, zunächst zuhören, ggf. Rückfragen stellen, wenn es Unklarheiten gibt, und sich nicht rechtfertigen, sondern das Gesagte akzeptieren und in Ruhe reflektieren. 

In dem hier verlinkten Blogbeitrag findest du weitere Informationen.

Um konstruktiv mit Konflikten im Unternehmen umzugehen, braucht es mehr als eine Handvoll Tipps: Generell ist es sinnvoll, eine offene Gesprächskultur und gegenseitiges Verständnis in die Unternehmenskultur zu implementieren. Im besten Fall werden so von Teammitgliedern Routinen etabliert, um bestehende Konflikte zu lösen, gewollte und notwendige Diskussionen führen zu können und überflüssige Konflikte zu vermeiden. In dem hier verlinkten Blogbeitrag beschreibt der Autor, was es zu beachten gibt, wenn ein professionelles Konfliktmanagement eingerichtet werden soll.

Entscheidungen gemeinsam zu treffen, kann herausfordernd sein. Radikal neu gedacht wurde Entscheidungsfindung von Premium Cola. Dort wird eine Konsensdemokratie gelebt. Wie dieses Konzept bei Premium funktioniert, erklärt Uwe Lübbermann in diesem Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=KUMJdbw0498.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Tagungsmaterial

Die Namensschilder der Gäste werden nach der Veranstaltung eingesammelt und wiederverwendet.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Am Veranstaltungsort stehen umweltverträgliche Toiletten zur Verfügung.

Die ökologischste Variante ist es, sanitären Anlagen auf einer Freifläche, auf der eine Veranstaltung stattfindet, an das reguläre Kanalnetz sowie die Abwasserentsorgung anzuschließen. Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, gibt es unterschiedliche mobile Lösungen. Komposttoiletten (z.B. von Goldeimer, von Finizio, von Ökoje oder von Ecotoiletten) werden immer mehr auf Festivals eingesetzt, in denen z.B. Trockenstreu eingesetzt wird, um unangenehme Gerüche auf Toiletten zu neutralisieren. Es gibt aber auch Toilettensysteme, in denen Kot und Urin voneinander getrennt wird, sodass die Geruchsbelastung direkt verringert wird.  

Auf den Einsatz von chemischen Zusätzen sollte in jedem Fall, wenn möglich verzichtet werden, denn hier gibt es Alternativen: Mit dem Blauen Engel werden schadstoffarme und kläranlagenverträgliche Sanitärzusätze für bspw. Campingtoiletten zertifiziert.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Menü