Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Abfallkonzept

Für die Veranstaltung gibt es ein Abfallkonzept.

Die Abfallhierarchie ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz angelegt und fördert den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. An erster Stelle der Abfallhierarchie steht, dass Abfälle vermieden werden sollen. Daher ist es sinnvoll, bereits in der Veranstaltungsplanung abfallintensive Aktivitäten wenn möglich zu vermeiden. Dies kann durch eine Reduktion der eingesetzten Materialien geschehen (z.B. Fingerfood servieren, um auf Verpackungen und/oder Einweggeschirr zu verzichten oder die Anzahl an gedruckten Flyern zu reduzieren) oder durch den Einsatz von mehrfach wiederverwendbaren Materialien (wie z.B. Mehrweggeschirr oder mehrjährig einsetzbaren Banner).

Die Abfälle, die unvermeidbar sind, sollten im besten Fall recycelt oder kompostiert werden können. Dafür müssen z.B. Altpapier, Verpackungsabfälle und Bioabfälle möglichst sortenrein getrennt werden. Der Entsorgungspartner kann schon bei der Veranstaltungsplanung konsultiert werden, um das Abfallmanagement zu optimieren.

Abfallverwertung kann nur funktionieren, wenn Abfälle gut getrennt werden. Um die Abfalltrennung zu gewährleisten, hat sich bewährt, Abfallstationen auf dem gesamten Veranstaltungsgelände gut erreichbar und in ausreichender Menge aufzustellen. Die Abfallstationen können Informationen zu den klassisch anfallenden Fraktionen bieten, um die Fehlwurfquote zu reduzieren.

Die Fehlwurfquote ist ein Indikator, mit dem die Qualität des gesammelten Abfalls ermittelt werden kann. Der lokale Abfallentsorger oder private Abfallentsorgungsunternehmen sind die wichtigsten Ansprechpartner bei der Planung des Abfallmanagements einer Veranstaltung.

Cradle to Cradle steht für ein Kreislaufkonzept, in dem es keinen Abfall gibt. Produkte werden so designt, dass bereits vor der Produktion klar ist, was aus dem Produkt werden wird, wenn es entsorgt wird. Dabei können Produkte entweder in einem technischen oder in einem ökologischen Kreislauf geführt werden. Alle Produkte, die ökologisch abbaubar sind und keine gesundheitsschädigenden Chemikalien im Abbauprozess freisetzen, werden im ökologischen Kreislauf geführt. Alle Produkte, die nicht abbaubare Elemente enthalten wie Metalle oder Kunststoffe, werden in technischen Kreisläufen gehalten. Der Einsatz von Kunststoff wird bei Cradle to Cradle nicht vermieden, sondern gefördert, wenn die eingesetzten Kunststoffe frei von gesundheitsschädigenden Chemikalien sind. Produkte können nach dem Cradle to Cradle Konzept zertifiziert werden.  

Es gibt einige Cradle to Cradle zertifizierte Produkte, die im Veranstaltungskontext verwendet werden können. Es gibt schadstoffabsorbierende Teppiche und Wandfarben für den Messebau, Klopapier, Reinigungsmittel für das Aufräumen nach der Veranstaltung, Bücher oder Trinkflaschen als Gastgeschenke, und z.B. sind Kleidungsstücke von Trigema zertifiziert!  

Entsorgt werden wiederverwendbare Produkte am besten über die Hersteller*in, um sicherzustellen, dass die Materialien vollständig im Kreislauf geführt werden können. Die meisten Verpackungsmaterialien, die nach Cradle to Cradle Prinzipien hergestellt worden sind, werden ansonsten als Papier, im dualen System oder im ungünstigsten Fall als Restmüll entsorgt. Im Bioabfall können Cradle to Cradle Verpackungen meistens nicht entsorgt werden, da die Kompostierung der Verpackung länger dauert als es in vielen Abfallverwertungsanlagen vorgesehen ist. 

Zigarettenfilter werden nach dem Rauchen häufig auf der Straße anstatt im Mülleimer entsorgt und zumindest von rauchenden Veranstaltungsbesucher*innen nicht unbedingt als störend wahrgenommen. Anders ist das für Nicht-Raucher*innen; sie empfinden den Abfall durch Zigaretten eher als unangenehm. Weitere Informationen zur Wahrnehmung von Zigaretten und Co. dazu hat eine niederländische Initiative in ihrem Leitfaden für nachhaltige Veranstaltungen zusammengetragen.

Zigarettenfilter aus Cellulose-Acetat stellen zudem ein ökologisches Problem dar. Diese sind nur schlecht biologisch abbaubar, angereichert mit giftigen und umweltschädlichen Stoffen können sie Wasser und Boden verunreinigen, und Vögel können die Zigaretten mit echter Nahrung verwechseln. Um die negativen Umweltauswirkungen gering zu halten, ist es daher sinnvoll, Zigarettenstummel im Rahmen von Veranstaltungsaktivitäten zu sammeln und so die Verwertung zu ermöglichen.  

Auf dem Veranstaltungsgelände sollten genügend Möglichkeiten bereitstehen, um Zigaretten zu entsorgen. Darüber hinaus können interaktive und witzige Installationen, an denen z.B. sichtbar gemacht werden kann, wie viele Zigaretten bereits gesammelt wurden, umgesetzt und in das Kommunikationskonzept der Veranstaltung eingebunden werden. Des Weiteren gibt es tragbare Aschenbecher, die Besucher*innen in der Hosentasche mitnehmen können und so ihre Zigaretten entsorgen können. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Gästen

Interessen der Anwohner*innen werden an Gäste kommuniziert und es wird um die Einhaltung von Rücksichtsmaßnahmen gebeten (bspw. Beachtung von Wegen).

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Klimawirkung

Nicht vermeidbare Emissionen der Veranstaltung werden kompensiert. Der Kompensationserfolg wird extern geprüft.

Die wichtigste Maßnahme, um dem Klimawandel entgegenzuwirken ist es, erst gar keine Treibhausgasemissionen zu produzieren. Dieses Ziel kann allerdings in der Planung der meisten Veranstaltungen nicht sofort umgesetzt werden und ein Teil der Emissionen kann unter Umständen auch gar nicht vermieden werden. In diesem Fall ist es möglich, Geld in Projekte zu investieren, die Senken (d.h. natürliche Speicher) für Treibhausgase schaffen, um die Emissionen auszugleichen.

Es gibt Unternehmen, die sich auf Klimaneutralität im Veranstaltungsbereich spezialisiert haben, Beratung anbieten und sogar eigene Kompensationsprojekte entwickeln. Für den Fall, dass du als Veranstalter*in die Emissionen gut einschätzen kannst, ist es auch möglich selbstständig nach lokalen Kompensationsprojekten zu suchen, die du unterstützen möchtest. Die Verwaltungsbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg kompensieren ihre Flugreisen z.B. über das Projekt MoorFutures und unterstützen damit die Wiedervernässung von Mooren in Norddeutschland.

Das Gütesiegel Gold Standard bietet darüber hinaus eine umfangreiche Datenbank zu Projekten weltweit aus dem Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz und zertifiziert wirkungsvolle Kompensationsprojekte.

Wenn die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung nicht vermieden werden können, ist es gängige Praxis, Kompensationsprojekte finanziell zu fördern, die dann die Emissionen anderswo einsparen. Um die Effektivität und Qualität von Klimakompensationsprojekten als Veranstalter*in beurteilen zu können, ist das Zertifikat „Gold Standard“ ein guter Hinweis: 

Das Umweltbundesamt empfiehlt das Zertifikat der Gold Standard Foundation, mit dem nur Projekte zertifiziert werden, die nachweislich Treibhausgase in der Atmosphäre reduzieren und sowohl die lokalen Umweltbedingungen als auch die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung achten. Der Gold Standard schließt z.B. kategorisch Großprojekte wie Staudämme, Aufforstungs- oder Industriegasprojekte aus. Hier geht es zu einer kleinen Datenbank, in der Projekte aufgelistet werden, die nach Gold Standard zertifiziert sind.

Klimaneutrale Veranstaltung: das geht derzeit nur mithilfe der Finanzierung von Klimakompensationsprojekten, um unvermeidbare Treibhausgasemissionen anderswo auf der Welt einzusparen. Doch das Prinzip der Klimakompensation steht auch in der Kritik.  

In einem Gastbeitrag auf dem Blog Klima der Gerechtigkeit erklärt Eva Rechsteiner, die am Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg arbeitet, welche Kritikpunkte für den Handel mit Treibhausgasen und sog. „offsetting“-Mechanismen genannt werden:  

Die Autorin fasst zusammen, dass es u.a. ein Problem ist, dass sich vor allem wohlhabende Menschen und Nationen die Kompensation leisten, dass Kompensationsmaßnahmen zeitlich verzögert wirken und bei Aufforstungsprojekten der langfristige Erhalt des Waldes gewährleistet sein muss. Darüber hinaus dürfen Kompensationsprojekte nicht künstlich in ihrer Wirkung als Treibhausgassenke schön gerechnet werden, sondern sollten wirklich als zusätzliche Treibhausgassenken umgesetzt werden. Zuletzt kommentiert die Autorin, dass Kompensationsmechanismen dafür sorgen, dass im Grunde emissionsintensive Aktivitäten nicht hinterfragt werden, sondern den Status Quo erhalten.  

Die Autorin hält den Gold Standard zwar für ein ambitioniertes und aussagekräftiges Zertifikat, spricht sich nichtsdestotrotz für die direkte Reduzierung von Treibhausgasemissionen vor Ort aus. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Gastronomie: Lebensmittelabfälle

Lebensmittelabfälle werden vermieden.

Übriggebliebene Lebensmittel am Ende des Veranstaltungstags zu spenden, z.B. an Tafeln, ist leider mit Herausforderungen verbunden, weshalb nur wenige Caterer sich dazu entschließen.

Die größte Hürde bildet das Produkthaftungsgesetz, welches besagt, dass Hersteller von Speisen auch nach der Weitergabe noch für eventuelle Erkrankungen, die auf den Verzehr der Speisen zurückgeführt werden können (z.B. durch Verunreinigung oder Nichteinhaltung der Kühlkette) haftbar sind. Die Empfänger*innen können den Hersteller selbst durch einen Haftungsauschluss nicht vollständig von der Haftung entbinden. Des Weiteren dürfen nur die folgenden Lebensmittel überhaupt gespendet werden:

  • ungeöffnete oder unverarbeitete Lebensmittel mit gültigem Mindeshaltbarkeitsdatum
  • nicht zubereitetes Obst und Gemüse
  • gekühlte oder Tiefkühl-Lebensmittel (bei Einhaltung der Kühlkette)
  • Backwaren mit gültigem Mindeshaltbarkeitsdatum
  • zubereitete Speisen, wenn sie noch frisch aus der Küche kommen oder von Fachpersonal ausgegeben wurden und somit keinen direkten Kontakt mit Gästen hatten

Speisen, die bereits ausgegeben wurden oder mit Gästen in Kontakt gekommen sind, eignen sich grundsätzlich nicht zur Weitergabe! (Weitere Informationen bietet dieses Fact Sheet des Umweltbundesamts für Caterer.)

Die zu spendenden Lebensmittel müssen dabei in lebensmittelechten Verpackungsmaterialien und hygienisch einwandfreie weitergegeben werden (z.B. durch die Verwendung von Einweghandschuhen). Die Tafel empfiehlt außerdem, die Transportbehältnisse eindeutig zu beschriften (Inhalt, Haltbarkeit, Lagerbedingungen, Kühltemperaturen, Allergene). Den damit verbundenen Aufwand scheuen die meisten Caterer, da sie ihr Fachpersonal dafür entlohnen müssten.

Einen guten Überblick über alle rechtlichen Bestimmungen, die bei Lebensmittelspenden zu beachten sind, bietet dieser Leitfaden des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die DEHOGA hat einen aufschlussreichen Leitfaden zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen mit konkreten Handlungsempfehlungen und Checklisten für Caterer herausgegeben. Sollen Lebensmittel am Ende der Veranstaltung oder des Veranstaltungstages gespendet werden, lohnt es sich, den Bedarf und die logistischen Möglichkeiten der Empfängerorganisation(en) wie z.B. der Hamburger Tafel im Vorfeld abzuklären.

Eine weitere Möglichkeit, Lebensmittelreste vor der Biotonne zu bewahren ist, Mitarbeiter*innen und Gästen zu erlauben, übriggebliebene Speisen vom Buffet mitzunehmen. Dafür gibt es z.B. die “Beste Reste Box”. Leider besteht aber auch hier die Hürde, dass der Caterer für das mitgenommene Essen haftbar bleibt, sodass viele Caterer auch dies nicht gern sehen.

Im Raum Hamburg könnt ihr Lebensmittel z.B. über folgende Anlaufstellen spenden:

Manche Lebensmittelreste, wie z.B. Eierschalen oder Knochen, sind unvermeidbar. Doch die meisten auf Veranstaltungen anfallenden Lebensmittelreste lassen sich durch umsichtige Planung von Buffets im Besucher*innenbereich und Backstage reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Veranstalter*innen sollten hier eng mit ihrem Caterer zusammenarbeiten und seine Expertise und Erfahrung berücksichtigen. Hier einige Stellschrauben, an denen Veranstalter*innen und Caterer gemeinsam drehen können:

  • Rahmenbedingungen klären: Klärt im Rahmen der Auftragsbesprechung mit eurem Caterer alle für das Catering relevanten Aspekte wie Anlass der Veranstaltung, Zeitpunkt und Zeitraum des Caterings sowie die verfügbaren Räumlichkeiten (Küche und Gastraum). Durch die passgenaue Abstimmung des Caterings auf die Rahmenbedingungen kann der Caterer zielgerichteter kalkulieren und Lebensmittelabfälle besser vermeiden.
  • Demografische Faktoren und Zielgruppe berücksichtigen: Faktoren wie z.B. das Alter der Gäste und der Anteil der Vegetarier/Veganer beeinflussen, wie viele und welche Speisen voraussichtlich konsumiert werden, und sollten in der Planung des Caterings unbedingt berücksichtigt werden. Zudem sollte die Gästeanzahl nicht nur bei der Auftragsbesprechung, sondern auch unmittelbar vor dem Catering noch einmal abgefragt werden, um auf eventuelle Änderungen reagieren zu können.
  • Sicherheitszuschlag reduzieren: In der Vergangenheit war ein Sicherheitszuschlag von 30% bei Buffet-Catering üblich, mittlerweile planen viele Caterer jedoch mit einem geringeren Sicherheitszuschlag von 10-20%. Eine ergänzende Maßnahme bei der Präsentation von Buffets ist, die Auslagefläche zum Ende der Veranstaltung gezielt zu verkleinern, um nicht unnötig Speisen allein für den optischen Eindruck auffüllen zu müssen.
  • Mitarbeiter*innen sensibilisieren und aktivieren: alle Küchen- und Servicekräfte sollten für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen sensibilisiert werden. Dies betrifft beispielsweise das Einschätzen, welche Speisenmengen noch nötig sind oder wie durch geschickte Platzierung und Nachbestückung des Buffets die verbliebenen Speisen ansprechend arrangiert werden.
  • Erwartungen der Gäste steuern: viele Veranstalter*innen befürchten, die Erwartungen ihrer Gäste zu enttäuschen, wenn das Buffet nicht bis zum Schluss voll bestückt ist. Deshalb ist es sinnvoll, die Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelresten behutsam und positiv an die Gäste zu kommunizieren, ohne den Eindruck von Verzicht zu erwecken. Ein möglicher Hinweis könnte sein: „Wir planen unser Catering in der Regel so gut, dass alles aufgegessen wird und keiner hungrig bleibt.“
  • Datenerfassung und Auswertung: Während der Veranstaltung sollte erfasst werden, wo und aus welchem Grund welche Art und welche Menge an Lebensmittelresten angefallen ist. Vergleichswerte können so ausgewertet und für Folgeaufträge genutzt werden.­

Dies sind nur einige Maßnahmen von vielen, die Veranstalter*innen und Caterer zur Vermeidung von Lebensmittelresten umsetzen können. Viele weitere detaillierte Informationen und Hinweise bietet diese Broschüre der DeHoGa.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Ausstattung & Dekoration

Holzmaterial für fliegende Bauten am Veranstaltungsort ist ressourcenschonend in zertifizierter Forstwirtschaft produziert und wird sparsam eingesetzt.

Greenpeace Schweiz hat einen Ratgeber zum Thema Holz herausgegeben. Dort werden unterschiedliche Holzarten danach bewertet, ob diese grundsätzlich aus ökologischen (und sozialen) Gesichtspunkten verwendet werden sollten.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Es werden Maßnahmen durch die Betreibenden der Veranstaltungsstätte ergriffen, um den Heizenergie- und Stromverbrauch zu reduzieren.

Regelmäßige Frischluftzufuhr ist wichtig, um Aerosole aus Innenräumen zu entfernen, die Virenlast so effektiv zu verringern und das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Lüftungsanlagen, die Luft in Innenräumen lediglich umwälzen, stellen hingegen eher ein Risiko dar, denn Viren werden so eher verteilt als entfernt.

Effektiv zu lüften bedeutet, regelmäßig (alle 20 Minuten) für kurze Zeit (5 Minuten), die Fenster zu öffnen, anstatt über einen längeren Zeitraum das Fenster „auf Kipp“ zu lassen. Dieses Lüftungsverhalten ist ressourcenschonend.

Umfangreiche Informationen zum Einsatz von Lüftungsanlagen und den zu verwendenden Filtern bietet das Umweltbundesamt mit einer Stellungnahme zur Innenraumlufthygiene.

Auf der Seite der Hamburger Energielotsen können Unternehmen und Privatpersonen eine unabhängige und kostenfreie Energieberatung erhalten, um den eigenen Strom- und Wärmeverbrauch langfristig zu reduzieren. 

Schornsteinfeger*innen prüfen nicht nur die Funktionsfähigkeit von Heizungen und Co., sondern haben auch ein umfangreiches Wissen im Bereich Energie (sparen) und effiziente Energieversorgung. Für alle Betreiber*innen von festen Bauten können dementsprechend auch Schornsteinfeger*innen gute erste Anlaufstelle sein! Viele Schornsteinfeger*innen sind Teil der UmweltPartnerschaft. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Gastronomie: Catering

Die unbedenkliche, artgerechte Herkunft von angebotenen tierischen Produkten, wie Fleisch und Fisch, kann garantiert werden.

Bei der Auswahl von nachhaltigen Fischarten oder Fischprodukten sollte man auf das Naturland Bio– bzw. Wildfischsiegel achten. Beim Thunfisch kann man sich auch an der Fangart „handgeangelt“ orientieren. Regionalität ist für Veranstaltungen in Europa ebenfalls ein wichtiger Faktor, da die europäische Fischereipolitik vergleichsweise nachhaltig ist, ebenso wie die Islands.

Bei der Auswahl kann der WWF Fischratgeber genutzt werden. Dieser verwendet ein einfaches Ampelsystem zur Bewertung der Fischarten. Darin fließen folgende Kriterien ein: Zustand der Fischbestände, Umweltauswirkungen sowie Management von Fischereien und Aquakulturen weltweit. Die Bewertung folgt einer von Umweltverbänden und Fischereiwissenschaftlern entwickelten wissenschaftlichen Methode. Es sollten möglichst nur Fische aus der Kategorie „Gute Wahl“ (grün) gewählt werden.

Greenpeace hat ebenfalls einen Einkaufsratgeber für Fischprodukte herausgegeben. In dem Ratgeber werden unterschiedliche Fischarten danach bewertet, ob diese vor dem Hintergrund der weltweiten Überfischung konsumiert werden dürfen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Es wird geprüft und regelmäßig bewertet, ob und inwiefern Nachhaltigkeitsmaßnahmen die Gesamtkosten reduzieren.

Die Verbraucherzentralen haben ein Onlineangebot geschaffen, über das sich Menschen zur Nachhaltigkeit im Finanzwesen informieren können: https://www.geld-bewegt.de/ 

Mit dem Geld, das Menschen bei Finanzinstituten anlegen, werden in vielen Fällen nämlich indirekt umweltschädliche und menschenrechtswidrige Projekte oder z.B. Waffenproduktion finanziert. Es gibt aber auch Banken, die sich zum Schutz der Umwelt bekennen, sich gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzen und ethisch handeln. Veranstaltungsorganisationen können diese Grundsätze unterstützen, indem sie ihre Konten und Kreditnahme zu einem nachhaltigen Finanzinstitut verlegen. 

Eine Auswahl an nachhaltigen Finanzdienstleister*innen findet ihr auch in unserem Dienstleistungsportal. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unterkunft: Hotel

Veranstaltungsgäste und Mitwirkende werden in (zertifizierten) Hotels mit Umwelt- und Sozialstandards oder Nachhaltigkeitsbezug untergebracht.

Es gibt Siegel, mit denen Hotels und Gaststätten gekennzeichnet sind, die umwelt- und sozialverträglicher sind als andere Hotels. Hier einige Beispiele in alphabetischer Reihenfolge:

  • BioHotels: Vereinigung bio-zertifizierter Hotels in Europa, die zwei Mal jährlich einer Bio-Kontrolle und alle zwei Jahre eine CO2-Bilanzierung durchführen. Hier findest du die aktuellen Standards und Kriterien für eine erfolgreiche Zertifizierung.
  • Der DEHOGA Umweltcheck ist Teil des DEHOGA Energie-und Umweltkonzepts. Der Umweltcheck umfasst vier Bereiche (Energie, Wasser, Müll, Lebensmittel) und es gibt ein Bronze-, Silber- und Gold-Siegel für teilnehmende Betriebe. Die Kriterien findest du hier.
  • Green Globe: international operierende Vereinigung mit Hauptsitz in den USA, die Reise- und Tourismusbetriebe nach Nachhaltigkeitsstandards berät und zertifiziert. Hier findet du eine Übersicht über die Green Globe Standards.
  • Green Key: international operierende Vereinigung, die in Dänemark gegründet wurde und Teil der Foundation for Environmental Education (FEE) ist. Zertifiziert werden Tourismusbetriebe wie Hotels, Campingplätze, Konferenzcenter, Restaurants aber auch Vergnügungsparks und andere Attraktionen. sondern auch z.B. Restaurants oder Destinationen. Die Kriterien für Hotels (15 Zimmer und mehr) findest du hier, für kleine Unterkünfte (weniger als 15 Zimmer) hier.
  • Green Sign: national und international operierendes Institut, dessen Zertifizierung 5 Level umfasst, sodass bereits “Nachhaltigkeitseinsteiger” zertifiziert werden können, die sich dann stetig verbessern können. Dabei werden 7 Themenfelder beleuchtet: Management & Kommunikation, Umwelt, Einkauf, Regionalität und Mobilität, Qualitätsmanagement und nachhaltige Entwicklung, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Verantwortung.
  • TourCert: europäische Organisation mit Sitz in Stuttgart, die global operiert. Ausgezeichnet werden bei TourCert neben Unterkünften auch Reiseanbieter- und ziele. Hier findest du die Kriterien für Unterkünfte.
  • Viabono: Die Viabono GmbH wurde 2001 auf Initiative des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes und diverser Spitzenverbände mit dem Ziel gegründet, den nachhaltigen Tourismus in Deutschland zu fördern. Die Viabono-Zertifizierung bezieht sich nicht auf die Abfrage von Maßnahmen, sondern auf die Ermittlung von Klima- und Umweltkennzahlen, um den tatsächlichen Stand der umwelt- und klimafreundlichen Betriebsführung zu ermitteln. Weitere Informationen zur Viabono-Zertifzierung findest du hier, eine Liste von Hotels und Unterkünften mit Viabono-Zertifizierung hier.

In unserer Tatenbank und auch auf dem Online-Portal von Hamburg Tourismus findet sich eine Liste mit nachhaltigen Hotels in Hamburg.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Gemeinnützige Partner*innen

Die Organisation arbeitet mit gemeinnützigen Organisationen, Projekten oder Initiativen zusammen.

Manchmal kommt es vor, dass Veranstaltungen mediale Aufmerksamkeit erhalten, weil Künstler*innen auftreten, die umstritten sind, Sponsor*innen beworben werden, deren Unternehmensziele dem Veranstaltungszweck entgegenwirken oder Kooperationspartner*innen sich nicht entschieden für gesellschaftliche Vielfalt und gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen. 

Wenn die Grundwerte der Veranstaltungsorganisation klar formuliert sind (wie z.B. bei der altonale GmbH), dann können mögliche Kooperationspartner*innen vor dieser konkreten Grundlage kritisch geprüft werden, sobald Zweifel bei der Wertorientierung dieser bestehen. 

Wenn Projekte oder Initiativen anfragen, um z.B. einen Infostand auf der Veranstaltung anzumelden, haben Veranstalter*innen die Möglichkeit, eigene Regeln anzuwenden und dann bestimmte Wertorientierungen oder Nachhaltigkeitsleistungen einzufordern. Es sollte vertraglich festgehalten werden, dass Initiativen von der Veranstaltung ausgeschlossen werden können, wenn sie sich nicht an diese Regeln halten. 

Das Booking ist ein wichtiger Teil in der (politischen) Ausrichtung einer Veranstaltung. Künstler*innen, Referent*innen (oder Gäste) bringen u.U. Perspektiven mit auf die Veranstaltung, die provozieren können. Das Feingefühl der Veranstalter*innen ist hier gefragt: Welche Themen sollen durch wen und wie präsent gemacht und diskutiert werden? Wenn sich Expert*innen in den eigenen Reihen befinden, können diese hilfreiche Einblicke in bestimmte Communities geben. Falls gesellschaftliche Fragen behandelt werden, die außerhalb der Expertise des eigenen Teams liegen, sollten Veranstalter*innen im Vorfeld umfangreich recherchieren und ggf. Expert*innen von außen anfragen.  

Viele rechtsextreme Bewegungen verweben das Thema Naturschutz mit ihren faschistischen Ideen. Die in diesem Kontext aufkommenden Forderungen rechter Organisationen nach z.B. ökologischer Landwirtschaft und dem Ausstieg aus der Atomenergie können auf den ersten Blick ähnlich klingen wie die Forderungen von Umweltschutzprojekten, sind aber stets rassistisch motiviert und zu verurteilen. 

Das Bundesamt für Naturschutz hat ein umfangreiches Dokument herausgegeben, in dem unterschiedliche Autor*innen den Zusammenhang zwischen Rechtsradikalismus und Naturschutz erörtern.  

Die Landeszentrale für Umweltaufklärung in Rheinland-Pfalz hat sog. Argumentationshilfen formuliert, in der auf Aussagen aus rechtsextremen Bewegungen, die sich umweltrelevanten Themen widmen, eingegangen wird.  

Die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) wurde gegründet, um über die Verknüpfung zwischen rechten Bewegungen und Natur- und Umweltschutz aufzuklären. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Menschen mit geringem Einkommen wird die Teilnahme an der Veranstaltung ermöglicht.

Damit der Eintrittspreis einer Veranstaltung kein Ausschlusskriterium für bestimmte Einkommensgruppen ist, staffeln viele Veranstalter*innen ihre Ticketpreise in einem Rahmen, der ökonomisch vertretbar ist.   

Ermäßigte Ticketpreise gelten bereits in vielen Fällen für: 

  • Kinder
  • Schüler*innen
  • Studierende
  • Auszubildende
  • Bundesfreiwilligendienstleistende, FSJ- oder FÖJler*innen
  • Schwerbehinderte und Begleitpersonen
  • Senior*innen
  • Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger*innen
  • Empfänger*innen von Leistungen gemäß Asylbewerberleistungsgesetz

sofern ein Nachweis vorgelegt werden kann.  

Tickets können auch zeitlich im Preis gestaffelt werden. Sog. „Early Bird Tickets“ werden günstiger ausgegeben als die Tickets, die erst kurz vor der Veranstaltung verkauft werden. Zudem sind für mehrtägige Veranstaltungen Tickets günstiger, die nur für einen Teil der Veranstaltungstage gelten.  

Um Menschen mit geringerem Einkommen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen, können Veranstaltungsgäste gebeten werden, einen höheren Betrag für das eigene Ticket zu bezahlen. Mit dem zusätzlichen Geld können dann Tickets finanziert werden, die z.B. kostenlos verlost werden. 

„Pay What You Want“ ist ein Preismodell, bei dem Veranstaltungsgäste selbst entscheiden, wie viel sie für eine Leistung bezahlen möchten. Teilweise wird der Begriff “Pay What You Can” synonym verwendet – die Modelle unterscheiden sich lediglich darin, dass im ersteren der Wille zu Bezahlen stärker betont wird als die Fähigkeit, zu bezahlen (aufgrund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel). Das “Pay What You Can”-Modell wird öfter im Zusammenhang mit wohltätigen Zwecken verwendet. Die Bezahlmodelle können auf unterschiedliche Bereiche einer Veranstaltung angewendet werden: Eintritt, Merchandise, Essen und Getränke oder Gage für Künstler*innen.

Beide Modelle können einkommensschwächeren Personengruppen den Zugang zu einer Veranstaltung ermöglichen und damit zu mehr Teilhabe und Inklusion führen. Sie können auch dazu anregen, aktiv über den Wert einer Ware oder einer Dienstleistung nachzudenken und so ein stärkeres Bewusstsein zu schaffen, z.B. für die gerechte Entlohnung von Künstler*innen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kunden sowohl durch ihre Eigen- als auch durch die Fremdwahrnehmung (sozialer Druck) motiviert werden, für Produkte oder Dienstleistungen zu zahlen, obwohl sie sie auch kostenlos in Anspruch nehmen könnten. Die Angst davor, den eigenen oder den Fremd-Ansprüchen nicht zu genügen, d.h. einen unangemessenen Preis zu zahlen, kann dabei dazu führen, dass ein Angebot nicht wahrgenommen wird. Preis- oder Spendenempfehlungen können Abhilfe schaffen. Dabei kann z.B. angegeben werden, welche negativen oder positiven Auswirkungen ein bestimmter Kaufpreis auf den oder die Anbieter*in hat.

Die Initiative Kulturleben ermöglicht es Menschen an Kulturveranstaltungen teilzunehmen, die nicht genügend Geld haben, sich selbst eine Eintrittskarte zu kaufen. Unter den Kulturpartner*innen, die Tickets zur Verfügung stellen, sind z.B. das ELBJAZZ Festival, Kampnagel, das Reeperbahn Festival und viele Museen, Theater und Musikhäuser. 

Veranstalter*innen und Kulturinstitutionen können den Hamburger Kulturschlüssel mit freien Tickets für Veranstaltungen unterstützen. In dem Projekt werden sog. Kulturgenießer*innen und Kulturbegleiter*innen zusammengebracht. Kulturgenießer*innen sind Menschen, die aufgrund einer Behinderung, ihres Alters, ihrer Herkunft oder ihres Einkommens benachteiligt sind, eine Veranstaltung nicht alleine wahrnehmen oder sich den Eintritt nicht leisten können. Kulturbegleiter*innen ermöglichen, dass die Veranstaltung von Genießer*innen wirklich besucht werden kann. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Online- und Hybridveranstaltungen werden so gestaltet, dass sie wirtschaftlich tragbar für die Veranstaltenden sind.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Die Mehrkosten für die nachhaltige Ausrichtung der Veranstaltung und Umsetzung spezifischer Maßnahmen werden geschätzt und überprüft.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Gesundheit & Sicherheit

Es werden Maßnahmen ergriffen, um sexualisierte Gewalt zu verhindern.

Safe Night e.V. ist eine Initiative Hamburger Clubs, die Awareness-Teams einsetzen, um sexualisierter Gewalt im Nachtleben vorzubeugen und Betroffene direkt vor Ort zu unterstützen.  

Während an der Tür Gäste, die sich gewaltvoll verhalten, abgewiesen oder rausgeschmissen werden, wird sich in vielen Clubs bisher nicht um diejenigen gekümmert, die Gewalterfahrungen machen. Sog. Awareness-Teams sorgen dafür, dass Betroffene die Unterstützung bekommen, die in dem Moment wirklich hilft – sei es einen physischen Rückzugsort zu schaffen oder das Taxi nach Hause zu organisieren. Safe Night schult zudem Mitarbeiter*innen z. B. zu Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Fällen mit K.O.-Tropfen. In diesem Artikel gibt eine der Mitgründer*innen von Safe Night – Navina Nicke – Einblicke in ihr Engagement.

Die Kampagne „Luisa ist hier!“ wurde 2016 vom Münsteraner Frauen-Notruf initiiert. Die Idee der Kampagne ist es, dass Betroffene sexueller Belästigung im Club z.B. das Barpersonal niedrigschwellig um Hilfe bitten können, indem sie fragen: „Ist Luisa da?“. Das Personal ist geschult darin, mit dem in der Frage vermittelten Code umzugehen und kann die betroffene Person unterstützen. Hintergrundinformationen der Kampagne sind in dem dazugehörigen Wikipedia-Artikel zu finden. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Gästen

Angebote vor Ort informieren zum Nachhaltigkeitskonzept und fördern nachhaltiges Handeln.

Anfang Dezember gab es im Rahmen des Projekts StadtNatur Berlin eine sehenswerte Podiumsdiskussion mit dem Thema „Mit Kultur in eine klimaneutrale Zukunft“, die aus dem Humboldt-Saal der Urania gestreamt wurde. Hier ging es darum, was Kultur zur Nachhaltigkeit beitragen kann, und um die Chance, durch Kultur gesellschaftliche Transformation erlebbar machen und voranbringen zu können. Es diskutierten: Esra Kücük (Allianz Kulturstiftung & Allianz Umweltstiftung), Yvonne Büdenhölzer (Berliner Theatertreffen), Katja Lucker (Musicboard Berlin), Christoph Hügelmeyer (die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH), Jacob Bilabel (Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit). Es moderierte Mia Heresch (music is her passion).

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Die Organisation ist nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert.

P-D-C-A steht für Plan-Do-Check-Act und ist eine typische und bekannte Vorgehensweise im Projektmanagement. Sie ist geeignet, um sich im Unternehmen oder der Planung einer Veranstaltung stetig in kleinen oder großen Schritten zu verbessern und kann sehr umfassend angewendet werden. Vereinfacht funktioniert es so: Zuerst braucht es einen Plan, dann wird der Plan im Kleinen ausprobiert, getestet und verbessert. Wenn alles funktioniert, wird die Aktivität im Großen umgesetzt und schließlich erneut überarbeitet.

Auch der Kaizen-Ansatz orientiert sich an den genannten vier Schritten. Die aus Japan stammende Unternehmensphilosophie steht ebenfalls für die stetige Verbesserung in kleinen Schritten.

Umweltmanagementsysteme werden von Unternehmen eingerichtet, die sicherstellen möchten, dass sich das eigene Unternehmen stetig in seiner Umweltverträglichkeit verbessert. Wenn Unternehmen sich z.B. nach EMAS zertifizieren lassen, dann sind sie verpflichtet, bestimmte Umweltkennzahlen zu erheben und dafür zu sorgen, schädliche Umweltauswirkungen zu reduzieren. 2012 wurde der Nutzen von EMAS anhand von Umfragen evaluiert. In den Ergebnissen wird u.a. zusammengefasst, wie viele Personenmonate Unternehmen unterschiedlicher Größe durchschnittlich investieren, um EMAS einzuführen.

In Hamburg können sich Unternehmen im Rahmen des Ökoprofit-Programms mit der Einrichtung von einem eigenen Umweltmanagementsystem auseinandersetzen und werden beim Zertifizierungsprozess professionell unterstützt. Des Weiteren gibt es den Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB) für kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe. Auch in diesem Programm erhalten Unternehmer*innen Unterstützung, um betrieblichen Umweltschutz zu einem Wettbewerbsvorteil zu machen. Auch Veranstalter*innen können für ihr Unternehmen oder für die durchgeführte Veranstaltung ein Umweltmanagementsystem einrichten: Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist z.B. EMAS-zertifiziert.

Industriestandards oder sog. ISO-Normen umfassen weltweit anerkannte Anforderungen für fast alles. Industriestandards sind keine Gesetze, werden aber häufig als sog. anerkannte Regeln der Technik in Gesetzen genannt.

Für Veranstalter*innen und Unternehmen der Veranstaltungsbranche sind relevante Industriestandards in der Tatenbank verlinkt. Dazu zählen z.B. ISO 14001 für die Einrichtung eines Umweltmanagementsystems, ISO 26000 für Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, oder ISO 20121 für Nachhaltiges Eventmanagement.

Bei Dienstleister*innen kann die Einhaltung bestimmter ISO-Normen Aufschluss über die Standardisierung von Arbeitsabläufen geben, in denen z.B. die Umweltverträglichkeit verbessert werden soll. In der Veranstaltungstechnik oder bei Sicherheitsdienstleistungen gibt das Zertifikat ISO 9001 beispielsweise an, dass Unternehmen u.a. rechtliche und behördliche Anforderungen an ihre Dienstleistungen und Produkte erfüllen. 

Der Industriestandard ISO 20121 “Event sustainability management systems – Requirements with guidance for use” ist die international gültige Norm zur Umsetzung von nachhaltigkeitsrelevanten Maßnahmen in der Veranstaltungsbranche. Wie bei anderen Qualitätsstandards werden Veranstalter*innen bei erfolgreicher Einführung zertifiziert. Auf die Größe oder Art der Veranstaltung kommt es hierbei nicht an: Der Standard ist grundsätzlich für alle Veranstaltungen geeignet und ist gut mit anderen, bereits eingeführten Systemen zu verbinden. Die Vorteile einer Zertifizierung nach ISO für Veranstalter*innen sind a) Anleitung und klare Richtlinien bei der Einführung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und b) internationale Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit in der Kommunikation des eigenen Nachhaltigkeitsengagements. Weitere Informationen findet ihr auch in dieser Broschüre.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Büro & Planung

Eigene Lagerräume werden nach Nachhaltigkeitskriterien organisiert.

Inventarisierung von vorhandenen Materialbeständen ist wichtig, um Ressourcen zu schonen, indem Vorhandenes wiederverwendet wird, anstatt Neues einzukaufen. Je nach dem, wie umfangreich ein zu überblickendes Lager einer Veranstalter*in oder eines Unternehmens ist, können bereits einfache Tabellen helfen, den Überblick zu behalten. Die Tabellen sollten verständlich sein; sie sollten Daten zu Lagerbeständen und dessen Qualität so einfach wie möglich und gleichzeitig so umfassend wie nötig dokumentieren.

Sinnvoll ist es, wenn eine Datenbank mit Informationen zu eingelagerten Gegenständen oder Materialien erweitert werden kann. Wenn Lagerbestände aufgrund verschiedener Einlagerungszeiten und Schnittstellen so komplex werden, dass sie nicht mehr manuell verwaltet werden können, kann eine software-gestützte Datenbank aufgesetzt werden. Ob die Unterstützung der Lagerverwaltung über eine Software erfolgen sollte, muss jedes Unternehmen anhand ihres Bedarfs abwägen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Die Öffentlichkeitsarbeit ist anti-diskriminierend gestaltet.

Auch bei der Bereitstellung von Informationen auf Webseiten muss Barrierefreiheit berücksichtigt werden: Wenn Texte z.B. nicht kontrastreich vom Hintergrund abgehoben werden, können Menschen mit einer Sehbehinderung Text nur schlecht erkennen. Und einfache Schriftsprache ist beispielsweise geeignet, um Nicht-Muttersprachler*innen und Menschen mit geringer Lesekompetenz den Zugang zu Inhalten auf einer Veranstaltungswebsite zu ermöglichen.

Die Barrierefreiheit von Websites hängt u.a. von der Struktur und den Navigationskonzepten, der graphischen Gestaltung und den eingesetzten technischen Mittel ab. Das Fachportal der Aktion Mensch „Einfach für Alle“ bietet niedrigschwellig Informationen zur Gestaltung barrierefreier Websites an, die auch Veranstalter*innen nutzen können, um die Inhalte einer Website wirklich allen Menschen zu bereitzustellen. Hier kannst du in „Schnelltests“ die Barrierefreiheit deiner Veranstaltungswebsite prüfen.

Neben dem Fachportal sollten auch die sog. Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), die als internationaler Standard für barrierefreie Webinhalte gelten, herangezogen werden. Für die bestmögliche Umsetzung der Richtlinie wurden Tutorials erstellt.

In dem Onlineportal von Aktion Mensch (https://www.aktion-mensch.de/corona-infoseite) werden niedrigschwellig Informationen zum Corona-Virus in Leichter Sprache und in Gebärdensprache zur Verfügung gestellt. Viele Menschen mit Behinderung sind einem höheren Risiko ausgesetzt, durch das Corona-Virus schwer zu erkranken, daher ist die barrierefreie Weitergabe von Informationen zur aktuellen Situation besonders wichtig. 

„Leichte Sprache“ ermöglicht den Zugang zu Kommunikation und geschriebenen Texten für Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben. Leichte Sprache kann für Texte im Internet, aber auch auf gedruckten Informationsmaterialien angewendet werden.  

Der Hep Hep Hurra e.V. stellt eine umfangreiche Werkzeugkiste für die Umsetzung Leichter Sprache zur Verfügung. Unter den Materialien ist z.B. ein Spickzettel zu finden, auf dem die wichtigsten Regeln zusammengefasst sind, um einen Text in Leichter Sprache zu formulieren. In Texten, die in Leichter Sprache formuliert werden, werden weder Abkürzungen, Verneinungen noch Genitive eingesetzt. Lange Sätze werden vermieden und jeder Satz sollte nur eine eindeutige Aussage enthalten. Der Verein hat zudem das Projekt Hurraki initiiert, in dem ein Wiki aufgesetzt wurde. Das Wiki dient als Wörterbuch für Leichte Sprache und zeigt eindrücklich, wie Texte verständlicher geschrieben werden können und welche alternativen Wörter genutzt werden können.  

Grundsätzlich wird empfohlen, Informationen z.B. für unterschiedliche Sinne zugänglich zu machen, d.h. Bilder zu nutzen und Text anzubieten. Das Netzwerk Leichte Sprache stellt ebenfalls Informationen zur Verfügung. 

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat auf der Website https://www.leserlich.info/ Informationen für die inklusive Gestaltung von Printmedien zusammengetragen. Auf der Website stehen z.B. ein Kontrast- und Schriftgrößenrechner zur Verfügung. 

Diskriminierung kann unterschiedliche Formen annehmen. Eine davon ist Sprache und die Worte, die wir wählen. Sprache beeinflusst unser Denken: Es ist deshalb essenziell, in tagtäglicher Kommunikation Ausdrücke und Begriffe zu wählen, die z.B. Menschen religiöser Gemeinschaften oder mit Behinderungen nicht diskriminieren, um Diskriminierung gesamtgesellschaftlich zu verhindern. 

Dies sollte sich auch in den Kommunikationsregeln auf euren Social Media-Kanälen und bei der Erstellung von Werbematerialien und Informationen für eine Veranstaltung widerspiegeln.  

Auf den folgenden Seiten könnt ihr euch zu dem Thema, passenden Ausdrucksweisen und Reaktionen auf diskriminierende Sprache informieren: 

Wenn alle gemeint sind, ist es wichtig auch alle anzusprechen. Denn nicht jede Form der Diskriminierung erfolgt gewaltvoll mit Handlungen, auch mit Worten werden Menschen (teils unbemerkt und unbewusst) diskriminiert. Gendersensible Sprache kann als Instrument dienen, um sich gegen solche Diskriminierung und für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.  

Auf den folgenden Seiten findest du Formulierungshilfen und weiterführende Informationen:  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Veranstaltungspartner*innen

Das Nachhaltigkeitsleitbild/die Nachhaltigkeitsstrategie der Organisation wird übersichtlich an Mitwirkende kommuniziert.

Für Nachhaltigkeitsleitbilder gibt es keine Vorlage: Ein Leitbild kann das Selbstverständnis einer Veranstaltungsorganisation, die Vision der Veranstalter*innen, Handlungsprinzipien oder z.B. Nachhaltigkeitsziele enthalten. Hier eine Reihe an ambitionierten Beispielen:   

Die Organisator*innen des Roskilde Festivals erklären auf ihrer Website, welche Dimensionen von Nachhaltigkeit für die Durchführung des Festivals wichtig sind. Jedem der Unterkapitel zu ökologischer, ökonomischer, sozialer und künstlerischer Nachhaltigkeit steht ein Satz vorangestellt, in dem zusammengefasst ist, nach welchem Prinzip die Organisator*innen handeln.  

Die Veranstalter*innen des Tollwood, das in München stattfindet, stellen in einer Umweltbroschüre die erbrachte Nachhaltigkeitsleistung dar und erklären, warum das Motto in Sachen Nachhaltigkeit „Geht nicht, gibt’s nicht!“ lautet. 

Die altonale GmbH hat Grundwerte erklärt, die als Prinzipien dienen und die zu jederzeit Orientierung in der Veranstaltungsorganisation bieten. 

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr weitere ausformulierte Nachhaltigkeitsleitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Abfallvermeidung

Es werden Maßnahmen ergriffen, um Verpackungsabfall zu vermeiden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

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