Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Menschen mit geringem Einkommen wird die Teilnahme an der Veranstaltung ermöglicht.

Damit der Eintrittspreis einer Veranstaltung kein Ausschlusskriterium für bestimmte Einkommensgruppen ist, staffeln viele Veranstalter*innen ihre Ticketpreise in einem Rahmen, der ökonomisch vertretbar ist.   

Ermäßigte Ticketpreise gelten bereits in vielen Fällen für: 

  • Kinder
  • Schüler*innen
  • Studierende
  • Auszubildende
  • Bundesfreiwilligendienstleistende, FSJ- oder FÖJler*innen
  • Schwerbehinderte und Begleitpersonen
  • Senior*innen
  • Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger*innen
  • Empfänger*innen von Leistungen gemäß Asylbewerberleistungsgesetz

sofern ein Nachweis vorgelegt werden kann.  

Tickets können auch zeitlich im Preis gestaffelt werden. Sog. „Early Bird Tickets“ werden günstiger ausgegeben als die Tickets, die erst kurz vor der Veranstaltung verkauft werden. Zudem sind für mehrtägige Veranstaltungen Tickets günstiger, die nur für einen Teil der Veranstaltungstage gelten.  

Um Menschen mit geringerem Einkommen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen, können Veranstaltungsgäste gebeten werden, einen höheren Betrag für das eigene Ticket zu bezahlen. Mit dem zusätzlichen Geld können dann Tickets finanziert werden, die z.B. kostenlos verlost werden. 

„Pay What You Want“ ist ein Preismodell, bei dem Veranstaltungsgäste selbst entscheiden, wie viel sie für eine Leistung bezahlen möchten. Teilweise wird der Begriff “Pay What You Can” synonym verwendet – die Modelle unterscheiden sich lediglich darin, dass im ersteren der Wille zu Bezahlen stärker betont wird als die Fähigkeit, zu bezahlen (aufgrund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel). Das “Pay What You Can”-Modell wird öfter im Zusammenhang mit wohltätigen Zwecken verwendet. Die Bezahlmodelle können auf unterschiedliche Bereiche einer Veranstaltung angewendet werden: Eintritt, Merchandise, Essen und Getränke oder Gage für Künstler*innen.

Beide Modelle können einkommensschwächeren Personengruppen den Zugang zu einer Veranstaltung ermöglichen und damit zu mehr Teilhabe und Inklusion führen. Sie können auch dazu anregen, aktiv über den Wert einer Ware oder einer Dienstleistung nachzudenken und so ein stärkeres Bewusstsein zu schaffen, z.B. für die gerechte Entlohnung von Künstler*innen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kunden sowohl durch ihre Eigen- als auch durch die Fremdwahrnehmung (sozialer Druck) motiviert werden, für Produkte oder Dienstleistungen zu zahlen, obwohl sie sie auch kostenlos in Anspruch nehmen könnten. Die Angst davor, den eigenen oder den Fremd-Ansprüchen nicht zu genügen, d.h. einen unangemessenen Preis zu zahlen, kann dabei dazu führen, dass ein Angebot nicht wahrgenommen wird. Preis- oder Spendenempfehlungen können Abhilfe schaffen. Dabei kann z.B. angegeben werden, welche negativen oder positiven Auswirkungen ein bestimmter Kaufpreis auf den oder die Anbieter*in hat.

Die Initiative Kulturleben ermöglicht es Menschen an Kulturveranstaltungen teilzunehmen, die nicht genügend Geld haben, sich selbst eine Eintrittskarte zu kaufen. Unter den Kulturpartner*innen, die Tickets zur Verfügung stellen, sind z.B. das ELBJAZZ Festival, Kampnagel, das Reeperbahn Festival und viele Museen, Theater und Musikhäuser. 

Veranstalter*innen und Kulturinstitutionen können den Hamburger Kulturschlüssel mit freien Tickets für Veranstaltungen unterstützen. In dem Projekt werden sog. Kulturgenießer*innen und Kulturbegleiter*innen zusammengebracht. Kulturgenießer*innen sind Menschen, die aufgrund einer Behinderung, ihres Alters, ihrer Herkunft oder ihres Einkommens benachteiligt sind, eine Veranstaltung nicht alleine wahrnehmen oder sich den Eintritt nicht leisten können. Kulturbegleiter*innen ermöglichen, dass die Veranstaltung von Genießer*innen wirklich besucht werden kann. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Veranstaltungsmaterial & Dekoration

Die gesamte Veranstaltungsausstattung und Dekoration wird anhand von Nachhaltigkeitsaspekten ausgewählt und beschafft.

Für die öffentliche Hand hat sich die Hansestadt Hamburg bereits dazu entschlossen, umweltverträglich zu beschaffen. Grundlage ist § 3 b Hamburgisches Vergabegesetz (HmbVgG). Die Vergabekriterien sind im „Leitfaden für umweltverträgliche Beschaffung der Freien und Hansestadt Hamburg“ – im sog. Umweltleitfaden – praxisnah beschrieben und anhand verschiedener Produktgruppen konkretisiert worden. Der Leitfaden ist unter dem folgenden Link abrufbar: https://www.hamburg.de/umweltvertraegliche-beschaffung/. Veranstalter*innen, die über öffentliche Ausschreibungen beschaffen müssen, finden hier Formulierungshilfen. Der Leitfaden enthält zudem eine Negativliste mit Produkten, die die Hansestadt nicht mehr kauft.  

Das Umweltbundesamt stellt auf der Website www.beschaffung-info.de ein umfangreiches Informationsportal zur umweltverträglichen Beschaffung zur Verfügung. Die Autor*innen betonen, dass das Ziel, umweltverträglich zu beschaffen, klar und verbindlich formuliert werden muss, sodass es bei jeder Entscheidung, Produkte neu zu beschaffen, einbezogen werden kann. Unter „Lebenszykluskostenanalysen“ stehen im Infoportal des Umweltbundesamtes Vorlagen zur Verfügung, mit denen unterschiedliche Produkte im Hinblick auf die gesamte Nutzungsdauer in ihren Kosten verglichen werden können. Denn: Häufig spricht das Argument der zu hohen Anschaffungskosten gegen ein Produkt, das aber unter Umständen durch eine verlängerte Nutzungsdauer langfristig kostengünstiger ist. 

Auf der Website Siegelklarheit werden Produktsiegel bzgl. ihrer angewendeten Nachhaltigkeitskriterien verglichen und bewertet. Das Informationsportal ist gefördert von der Bundesregierung und im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie aufgesetzt worden. Es werden Siegel in den folgenden Produktgruppen verglichen: Textilien, Papier, Laptops und Co., Holz, Lebensmittel, Wasch- und Reinigungsmittel, Natursteine, Leder und Mobiltelefone. 

Es gibt unterschiedliche Siegel, die auch im Veranstaltungskontext angewendet werden können. Grundsätzlich gilt, dass nicht jedes Siegel einen hohen Nachhaltigkeitsanspruch hat. Im Zweifel gilt allerdings auch, dass ein Produkt mit einem Siegel eher umweltfreundlicher oder sozial verträglicher hergestellt worden ist als ein vergleichbares Produkt der gleichen Produktgruppe ohne Siegel. 

Im Messebereich ist das Leihen von Mobiliar, Geschirr und Pflanzen gängig, um Veranstaltungen zu organisieren und auszustatten. Auch aus Perspektive der Umweltverträglichkeit ist das Leihen von Veranstaltungsequipment, das nur über einen bestimmten Zeitraum benötigt wird, besser, als Material zu kaufen, das ggf. nicht direkt wiederverwendet wird und über viel längere Zeiträume eingelagert werden muss. 

Dabei sollten lokale oder regionale Ausstatter bevorzugt werden. (Hier eine Auswahl in Hamburg.) Der Transport von Materialien zum Veranstaltungsort ist nämlich eine Quelle an Treibhausgasemissionen, die berücksichtigt werden sollte, wenn es um die Ökobilanz aller Veranstaltungsaktivitäten geht. 

Herkömmliche Kunststoffe aus Erdöl haben in Sachen Nachhaltigkeit einen schlechten Ruf, daher werden immer mehr Produkte aus “Bioplastik” angeboten. (Der Marktanteil weltweit beträgt jedoch nur ca. 1%.) Der Begriff wird unterschiedlich ausgelegt: Häufig werden Kunststoffe als Biokunststoff, Bioplastik oder bio-basierter Kunststoff bezeichnet, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe produziert werden. Eine biologische Abbaubarkeit muss nicht unbedingt gegeben sein. Eine andere Definition bezieht sich gerade auf die biologische Abbaubarkeit, aber nicht auf die Rohstoffe – d.h. auch Kunststoffe aus Erdöl können als “Bioplastik” bezeichnet werden, wenn sie biologisch abbaubar sind. Demnach kann ein Biokunststoff biobasiert und gleichzeitig biologisch abbaubar, biobasiert und nicht biologisch abbaubar oder aber erdölbasiert und biologisch abbaubar sein.

Der am häufigsten verwendete Biokunststoff ist PLA (kurz für Polylactid), also Milchsäure. Dieser Stoff wird aus Stärke gewonnen und basiert auf nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr, Mais oder Kartoffeln. Doch auch „nachwachsende Rohstoffe“ sind keine unbegrenzt vorhandene Ressource: ihre Erzeugung verbraucht Böden, Dünger und häufig Pestizide. Es besteht die Gefahr, dass nachwachsende Rohstoffe in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung treten. Zudem ist eine beträchtliche Menge an Energie notwendig, um Bioplastikprodukte herzustellen. Diese geht genauso wie bei der Verbrennung auch bei der Verrottung vollständig „verloren“.

Der BUND bemängelt außerdem, die Vorstellung, man könne Bioplastik einfach wegwerfen, weil es ja verrotten würde, fördere die Wegwerfkultur. Dabei zersetzen sich biologisch abbaubare Kunststoffe jedoch nur unter optimalen Bedingungen – das heißt bei der richtigen Temperatur und entsprechender Rottezeit. Diese ist weder im Kompostierwerk noch in der Natur gegeben. Darüber hinaus können aufgrund ihrer chemischen Struktur nicht alle Biokunststoffe recycelt werden. In der Praxis werden sie deshalb aussortiert und landen letzendlich im Restmüll.

Kann es also überhaupt wirklich nachhaltigen Biokunststoff geben? Das Umweltbundesamt schreibt, dass ein wirklich nachhaltiger Biokunststoff folgende Eigenschaften aufweisen müsste, um herkömmlichen Kunststoffen nachweislich ökologisch überlegen zu sein:

  • Die Rohstoffe müssen aus nachhaltiger, ökologischer Landwirtschaft stammen
  • Es sollten vermehrt Reststoffe aus der landwirtschaftlichen und Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden
  • Die Produkte sollten mehrfach verwendbar sein
  • Am Ende des Produktlebenszyklus sollte eine hochwertige stoffliche oder energetische Verwertung stattfinden

Das Umweltbundesamt resümiert, dass Bioplastik nicht nachhaltiger ist als herkömmlicher Kunststoff. Die Umweltauswirkungen sind nicht wesentlich besser, sondern verschoben: “Während konventionelle fossilbasierte Kunststoffe mehr klimawirksames CO2 freisetzen, äußert sich der ökologische Fußabdruck biobasierter Kunststoffe in einem höheren Versauerungs- und Eutrophierungspotential sowie einem gewissen Flächenbedarf.” Deshalb sollte bei der Beschaffung immer geprüft werden, ob es nicht Alternativen aus nachhaltigeren Materialien als Kunststoff gibt. Zudem sollten Mehrwegprodukte Einwegprodukten immer vorgezogen werden.

Für Veranstaltungen, die Außenbereiche nutzen oder ausschließlich auf Freiflächen stattfinden, sind Zelte häufig unverzichtbar. Dabei gibt es unterschiedliche Aspekte, auf die ihr im Hinblick auf Ressourcenschonung achten könnt.

Könnt ihr Zelte bei einer Eventausstattung leihen?
So wie im gesamten Beschaffungskonzept ist auch bei Zelten das Leihen besser als ein Neukauf, um die Verwendung und Verarbeitung von Ressourcen zu schonen.

Wie wird der Boden geschützt?
Am besten werden Veranstaltungsorte und Standorte für Zelte so gewählt, dass sie auf bereits befestigtem Grund aufgestellt werden. Dann werden keine Flächen und Böden zusätzlich belastet, die vorher nahezu frei von Aufbauten oder Ähnlichem geblieben sind.

Aus welchem Material besteht die Konstruktion, sofern das Zelt ein Gerüst hat?
Gerüste aus Holz, das aus regionaler, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, sind nachhaltiger als Gerüste aus Leichtmetall oder Kunststoff und dabei genauso stabil.

Aus welchem Material besteht der Zeltstoff?
Beim Material für Zeltstoffe gibt es unterschiedliche Ansätze: Während Domo Camp als Campingausstatter für Festivals auf bio-zertifizierten Baumwollstoff für Zelte zurückgreift, nutzt Strohboid Textilien aus Lyozell, das aus heimischen Holzfasern produziert werden. TentSetter produziert seine Sonnensegel ausschließlich in Hamburg, nutzt dafür jedoch PVC. Tutaka hat in ihr Sortiment Festivalzelte aus Pappe aufgenommen, die für den temporären Einsatz in Camping-Zonen gedacht sind. Die negativen Umweltwirkung der Zeltstoffe oder Materialien sind ohne konkrete Daten schwierig gegenüberzustellen und es gibt viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen: Lyozell verbraucht in der Herstellung viel Energie und kann abhängig von den Wäldern, die zur Produktion genutzt werden, u.U. auch zur übermäßigen Abholzung beitragen. Dafür kommt es ohne den wasserintensiven Anbauprozess der Bio-Baumwolle aus. Sowohl Bio-Baumwolle als auch Lyozell sind biologisch abbaubar. Bio-Baumwolle trägt direkt und indirekt weniger Schadstoffe in die Umwelt ein als erdölbasierte Kunststoffprodukte wie PVC: Die Zusatzstoffe, die diesen Materialien ihre gewünschten Eigenschaften geben, entweichen mit der Zeit als Schadstoffe in die Umwelt. Bei vielen Zeltverleihen wird nicht streng auf PVC verzichtet. So wie bei vielen Abwägungen, ist hier auch ausschlaggebend, welche Aspekte euch bei der Beschaffung von Zelten wichtig sind, wie zum Beispiel die Luftqualität im Inneren oder die Fähigkeit, Wärme zu halten.

In unserem Dienstleistungsportal unter Camping und Ausstattung und Dekoration sind einige Hersteller*innen und Dienstleister*innen für den Verleih von Zelten gelistet. Auch die Dienstleister*innen im Infoportal setzen unterschiedliche Schwerpunkte, die mehr oder weniger zum Nachhaltigkeitskonzept eurer Veranstaltung passen können.

Bühnen nachhaltig zu gestalten ist gar nicht so leicht, denn die künstlerische Freiheit sowie begrenzte Ressourcen stehen oft im Vordergrund. Grundsätze einer nachhaltigen Bühnengestaltung sind u.a.:

  • Bühnenbilder werden so konstruiert und geplant, dass sie nach der Spielzeit bzw. nach der Veranstaltung leicht wieder in ihre einzelnen Materialien zerlegt und wiederverwendet oder recycelt werden können.
  • Es wird darauf geachtet, umweltverträgliche Materialien, Farben, etc. zu verwenden. Sondermüll produzierende Materialien, Verbundmaterialien und Materialien mit schlechter Recyclingquote werden vermieden oder reduziert.
  • Es werden nur so viele Materialien eingekauft, wie tatsächlich gebraucht werden.
  • Plastische Arbeiten, die den Einsatz von Styropor benötigen, werden, soweit möglich, mit Holz unterbaut, nur die oberste plastische Schicht mit Styropor beklebt.

In unserer Dienstleister-Datenbank findet ihr Partner, die euch dabei helfen, übriggebliebene Materialien, Dekorations- und Ausstattungsgegenstände oder ganze Bühnenbilder der Weiterverwertung durch andere (gemeinnützige) Nutzer zuzuführen, oder diese selbst zu beziehen, zu mieten, zu leihen oder gebraucht zu kaufen. Auch die Vernetzungsgruppe Theater und Nachhaltigkeit bietet in ihrem Online-Wiki eine Liste von Fundus und Materiallagern sowie weitere Einträge und Ressourcen zum Thema Nachhaltigkeit im Theater-/Bühnenbetrieb an.

Ralph Zeger, ein freischaffender Bühnenbildner, hat sich im Rahmen einer Weiterbildung an der LMU München diesem Thema gewidmet und eine Abschlussarbeit (Copyright liegt beim Autor) verfasst, die den Status Quo an deutschen und internationalen Bühnen, die Herausforderungen, aber auch mögliche Lösungen für mehr ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit in der Bühnengestaltung zusammenfasst. Diese lassen sich vom Theaterbetrieb auch auf Event-Bühnen übertragen.

Veranstaltungsorte können mit Licht eindrucksvoll und ressourcenschonend gestaltet werden – durch die Dekoration mit Licht entsteht z.B. kein Abfall. Es sollte dabei jedoch darauf geachtet werden, dass effiziente Leuchtmittel (z.B. LEDs) eingesetzt und mit Ökostrom betrieben werden. Bei der Dekoration von Außenräumen mit Licht sollten außerdem die negativen Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf die Umwelt berücksichtigt werden. Unnötige Lichtverschmutzung kann vermieden werden, indem Licht effizient an den zu beleuchtenden Ort gelenkt wird, die verwendete Lichtmenge so weit wie möglich reduziert wird und warmweißes Licht mit einem geringen Blauanteil verwendet wird. Die Initiative gegen Lichtverschmutzung bietet weiterführende Informationen und Tipps.

Greenpeace Schweiz hat einen Ratgeber zum Thema Holz herausgegeben. Dort werden unterschiedliche Holzarten danach bewertet, ob diese grundsätzlich aus ökologischen (und sozialen) Gesichtspunkten verwendet werden sollten.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Einnahmenausfälle, die entstehen, wenn einkommensschwachen Besucher*innen eine kostenfreie oder kostenreduzierte Teilnahme ermöglicht wird, werden durch die Veranstalter*innen sinnvoll umgelegt.

Indem ihr Besucher*innen eine kostenfreie oder vergünstigte Teilnahme an eurem Event ermöglicht, könnt ihr die gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit geringem Einkommen stärken. Allerdings müssen die fehlenden Ticketeinnahmen durch das Einsparen von Ausgaben oder durch zusätzlich generierte Einnahmen an anderer Stelle kompensiert werden.

Prüft euer Veranstaltungskonzept darauf, ob ihr auf bestimmte Ausgaben – besonders für unnachhaltige Aktivitäten – vollkommen verzichten könnt. Wichtig ist, dass ihr nicht an den falschen Ecken, zum Beispiel bei der Bezahlung von Künstler*innen, spart.

Eine weitere Möglichkeit für ein soziales Ticketing bietet ein Solidaritätszuschlag beim Ticketverkauf: Besucher*innen, die sich diesen leisten können und möchten, zahlen für ihr Ticket einen Aufpreis oder bezahlen gleich zwei Tickets. So ermöglichen sie anderen einen günstigeren Eintritt. Auch Modelle wie das der Stiftungstage funktionieren, bei denen Stiftungen eine Patenschaft für eine Veranstaltung übernehmen und somit einer gewissen Anzahl an Besuchenden eine kostengünstigere Teilnahme finanzieren.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Veranstaltungsmaterial & Dekoration

Eigene Lagerräume sind bedarfsgerecht im Hinblick auf die Wiederverwertung von Material angeordnet.

Inventarisierung von vorhandenen Materialbeständen ist wichtig, um Ressourcen zu schonen, indem Vorhandenes wiederverwendet wird, anstatt Neues einzukaufen. Je nach dem, wie umfangreich ein zu überblickendes Lager einer Veranstalter*in oder eines Unternehmens ist, können bereits einfache Tabellen helfen, den Überblick zu behalten. Die Tabellen sollten verständlich sein; sie sollten Daten zu Lagerbeständen und dessen Qualität so einfach wie möglich und gleichzeitig so umfassend wie nötig dokumentieren.

Sinnvoll ist es, wenn eine Datenbank mit Informationen zu eingelagerten Gegenständen oder Materialien erweitert werden kann. Wenn Lagerbestände aufgrund verschiedener Einlagerungszeiten und Schnittstellen so komplex werden, dass sie nicht mehr manuell verwaltet werden können, kann eine software-gestützte Datenbank aufgesetzt werden. Ob die Unterstützung der Lagerverwaltung über eine Software erfolgen sollte, muss jedes Unternehmen anhand ihres Bedarfs abwägen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Klimawirkung der Veranstaltung

Nicht vermeidbare Emissionen der Veranstaltung werden kompensiert.

Die wichtigste Maßnahme, um dem Klimawandel entgegenzuwirken ist es, erst gar keine Treibhausgasemissionen zu produzieren. Dieses Ziel kann allerdings in der Planung der meisten Veranstaltungen nicht sofort umgesetzt werden und ein Teil der Emissionen kann unter Umständen auch gar nicht vermieden werden. In diesem Fall ist es möglich, Geld in Projekte zu investieren, die Senken (d.h. natürliche Speicher) für Treibhausgase schaffen, um die Emissionen auszugleichen.

Es gibt Unternehmen, die sich auf Klimaneutralität im Veranstaltungsbereich spezialisiert haben, Beratung anbieten und sogar eigene Kompensationsprojekte entwickeln. Die Stadt Hamburg kompensiert ihre Dienstflüge derzeit mit Projekten der Anbieter atmosfair und myclimate. Eine bilanzielle Kompensation von Emissionen über nationale Klimaschutzprojekte wird von der FHH aktuell nicht empfohlen, da bei nationalen Projekten eine Doppelzählung von Emissionsreduktionen nicht ausgeschlossen werden kann. Die Unterstützung inländischer Projekte leistet zwar einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, aber gleicht rechnerisch keine Emissionen aus. Es ist dennoch grundsätzlich ein positives Signal, wenn Veranstalter:innen in Klimaschutzprojekte investieren – unabhängig vom Projektstandort.

Das Gütesiegel Gold Standard bietet eine umfangreiche Datenbank zu Projekten weltweit aus dem Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz und zertifiziert wirkungsvolle Kompensationsprojekte.

Wenn die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung nicht vermieden werden können, ist es gängige Praxis, Kompensationsprojekte finanziell zu fördern, die dann die Emissionen anderswo einsparen. Um die Effektivität und Qualität von Klimakompensationsprojekten als Veranstalter*in beurteilen zu können, ist das Zertifikat „Gold Standard“ ein guter Hinweis: 

Das Umweltbundesamt empfiehlt das Zertifikat der Gold Standard Foundation, mit dem nur Projekte zertifiziert werden, die nachweislich Treibhausgase in der Atmosphäre reduzieren und sowohl die lokalen Umweltbedingungen als auch die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung achten. Der Gold Standard schließt z.B. kategorisch Großprojekte wie Staudämme, Aufforstungs- oder Industriegasprojekte aus. Hier geht es zu einer kleinen Datenbank, in der Projekte aufgelistet werden, die nach Gold Standard zertifiziert sind.

Klimaneutrale Veranstaltung: das geht derzeit nur mithilfe der Finanzierung von Klimakompensationsprojekten, um unvermeidbare Treibhausgasemissionen anderswo auf der Welt einzusparen. Doch das Prinzip der Klimakompensation steht auch in der Kritik.  

In einem Gastbeitrag auf dem Blog Klima der Gerechtigkeit erklärt Eva Rechsteiner, die am Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg arbeitet, welche Kritikpunkte für den Handel mit Treibhausgasen und sog. „offsetting“-Mechanismen genannt werden:  

Die Autorin fasst zusammen, dass es u.a. ein Problem ist, dass sich vor allem wohlhabende Menschen und Nationen die Kompensation leisten, dass Kompensationsmaßnahmen zeitlich verzögert wirken und bei Aufforstungsprojekten der langfristige Erhalt des Waldes gewährleistet sein muss. Darüber hinaus dürfen Kompensationsprojekte nicht künstlich in ihrer Wirkung als Treibhausgassenke schön gerechnet werden, sondern sollten wirklich als zusätzliche Treibhausgassenken umgesetzt werden. Zuletzt kommentiert die Autorin, dass Kompensationsmechanismen dafür sorgen, dass im Grunde emissionsintensive Aktivitäten nicht hinterfragt werden, sondern den Status Quo erhalten.  

Die Autorin hält den Gold Standard zwar für ein ambitioniertes und aussagekräftiges Zertifikat, spricht sich nichtsdestotrotz für die direkte Reduzierung von Treibhausgasemissionen vor Ort aus. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation nach Außen

Die Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen der Veranstaltung werden in der Öffentlichkeitsarbeit thematisiert.

“Greenwashing” ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf abzielen, einem Unternehmen oder einem Produkt ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt. Auch in Bezug auf Nachhaltigkeitskommunikation von Veranstaltungen kann es entweder unabsichtlich oder aus strategischen Überlegungen zu Greenwashing kommen.

Greenwashing könnt ihr vorbeugen, indem ihr einfach, transparent und konkret kommuniziert: Informiert darüber, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen erfolgreich mit welchem Effekt umgesetzt werden, welche noch nicht umgesetzt werden können und welche wieso angestrebt werden. Wenn ihr den Kontext eurer Nachhaltigkeitsmaßnahmen erklärt, werden mögliche Vorwürfe von Greenwashing entkräftet.

Hierbei ist auch zu beachten, dass es größere und kleinere Stellschrauben gibt, um in der Veranstaltungsorganisation nachhaltiger zu handeln. Alle Maßnahmen sind langfristig relevant, sollten aber angemessen eingeordnet und entsprechend ihrer Hebelwirkung kommuniziert werden. Werden Maßnahmen mit einer geringen Hebelwirkung überbetont, während die kritische Auseinandersetzung mit anderen und größeren Stellschrauben ausbleibt, kann der Verdacht von Greenwashing entstehen. Wird in der Nachhaltigkeitskommunikation z.B. hervorgehoben, dass im Festivalbüro nur noch Recyclingpapier eingesetzt wird, aber verschwiegen, dass im Bereich der An- und Abreise der Besucher*innen erhebliche Treibhausgasemissionen entstehen und dies derzeit (aus welchen Gründen auch immer) nicht oder nicht ausreichend adressiert wird, kann der Eindruck von Greenwashing entstehen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Team & Büro

In der Organisation werden die Anforderungen des deutschen Arbeitsrechts erfüllt.

Ein Betriebsrat kann errichtet werden, sobald es fünf ständige wahlberechtigte Arbeitnehmer*innen im Unternehmen gibt, von denen drei zu Betriebsräten gewählt werden können. Wählbar sind alle Beschäftigten, die seit mindestens 6 Monaten in dem Unternehmen tätig sind. Wahlberechtigt sind alle volljährigen Beschäftigten ab dem ersten Beschäftigungstag an. 
In den wenigsten jungen Unternehmen gibt es zur Zeit Betriebsräte. Dabei können diese sehr hilfreich bei der Umsetzung und der Wahrung von Rechten der Arbeitnehmer*innen sein.  
 
In dem folgenden Blogbeitrag der Neuen Narrative werden weitere Bereiche des geltenden Arbeitsrechts von Urlaub bis Überstunden thematisiert.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine Broschüre zum Arbeitsrecht herausgegeben, in der Arbeitnehmer*innen und Arbeitsgeber*innen umfassend aufgeklärt werden. Behandelt werden u.a. der Abschluss und die rechtmäßige Beendigung von Arbeitsverträgen, der Gleichbehandlungsgrundsatz in Einstellungsverfahren und z.B. welche arbeitsrechtlichen Pflichten Arbeitnehmer*innen und -geber*innen haben. 

Ein Teil des Arbeitsrechts ist der sog. Arbeitsschutz, unter dem die Nebenpflicht der Arbeitgeber*in zusammengefasst wird, dass die Gesundheit von Arbeitnehmer*innen vor Gefährdung am Arbeitsplatz geschützt werden muss. 

Die (aller)meisten Arbeitnehmer*innen der Veranstaltungsbranche dürfen gesetzlich maximal 48 Stunden pro Woche bzw. maximal 8 Stunden pro Tag arbeiten – mit Ausnahmen, die längere Arbeitszeiten kurzfristig erlauben. Bei einer täglichen Arbeitszeit zwischen sechs und acht Stunden müssen mindestens 30 Minuten Pause und bei über neun Stunden Arbeitszeit 45 Minuten Pause gemacht werden. Länger als sechs Stunden ohne Pause dürfen Arbeitnehmer*innen nicht arbeiten.  

Im Arbeitszeitgesetz steht eindeutig beschrieben, wie viel Arbeitnehmer*innen arbeiten dürfen, auf wie viele Pausen Arbeitnehmer*innen Anspruch haben und wann welche Ausnahmen gemacht werden dürfen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine leicht verständliche Broschüre zum Arbeitszeitgesetz veröffentlicht. 

Schichtpläne sollten sich grundsätzlich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, um Arbeitnehmer*innen hinreichend vor Überlastung zu schützen. Doch in der Realität arbeiten Menschen in der Veranstaltungsbranche nicht immer im gesetzlichen Rahmen und Veranstaltungstage stellen Ausnahmesituationen dar, die häufig mit außerordentlichen Arbeitszeiten einhergehen. Daher sollten gerade Veranstalter*innen im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensorganisation darauf achten, Schichtpläne und Arbeitsverteilung so zu regeln, dass der gesetzliche Rahmen auch in Ausnahmesituationen jederzeit eingehalten werden kann. Es ist z.B. auch nicht erlaubt, strategisch weniger Arbeitskräfte als notwendig einzuplanen, um Kosten zu sparen. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Anti-Diskriminierung, Zugänglichkeit der Veranstaltung

Soziale Barrieren, die Besucher*innen potenziell von der Teilnahme an einer Veranstaltung abhalten, werden durch anti-diskriminierende Maßnahmen reduziert.

Durch Hygieneregeln setzen sich Veranstalter*innen intensiv mit dem Raum auseinander, der in einer Veranstaltungsstätte vorhanden ist. Physische Barrieren abzubauen, um Menschen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen, ist nach wie vor wichtig – unabhängig davon ob Veranstaltungen unter strengen Hygienevorschriften stattfinden oder nicht.

Zusätzlich zu physischer Barrierefreiheit sollten soziale und ökonomische Aspekte mitbedacht werden: Zuerst spielen nach wie vor Ticketpreise und das Programm eine wesentliche Rolle, um sozioökonomische Ausgrenzung zu verhindern. Von den finanziellen Möglichkeiten hängt auch ab, ob Gäste Mittel leisten können, um sich und andere vor einer Infektion mit Corona zu schützen. Veranstalter*innen können dementsprechend z.B. Masken und Desinfektionsmittel kostenfrei oder zum Selbstkostenpreis bereitstellen.

Wie Menschen trotz Abstandsregeln zusammengebracht werden können, haben wir als Green Events Hamburg bei Heike Gronholz, Geschäftsführerin der altonale GmbH, nachgefragt. Hier kommt ihr zum Blogbeitrag über die altonale kurz&schmerzlos wie sie 2020 durchgeführt wurde!

Ramp-Up.me ist ein Projekt, das sich für die Barrierefreiheit von Veranstaltungen einsetzt. Auf der Website werden die Aspekte Veranstaltungsort, Programm und Kommunikation behandelt. Es geht z. B. um Dolmetschen, divers besetzte Podien und barrierefreie Orte in der Umgebung des Veranstaltungsortes. 

In der Initiative Barrierefrei Feiern bündeln Kulturschaffende mit und ohne Behinderungen ihr Wissen zu barrierefreien Veranstaltungen. Sie beraten Veranstalter*innen. 

Im Fachportal der Aktion Mensch zu barrierefreien Veranstaltungen werden die folgenden drei Bereiche identifiziert, um den Zugang zu einer Veranstaltung wirklich allen zu ermöglichen: Es benötigt räumliche, sprachlich-kommunikative und technische Barrierefreiheit. Für alle Bereiche werden umfangreiche Tipplisten zur Verfügung gestellt.  

Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat eine Checkliste bereitgestellt, was es bei der Planung von barrierefreien Veranstaltungen zu beachten gibt.

Es ist ein Problem, wenn Menschen sich unwohl oder nicht sicher fühlen, sanitäre Anlagen auf einer Veranstaltung zu benutzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, genügend Toiletten bereitzustellen, die unabhängig der geschlechtlichen Identität genutzt werden können. Gleichzeitig sollte die räumliche Planung von sanitären Anlagen berücksichtigen, dass keine sexuelle Belästigung oder Diskriminierung stattfinden kann. Eine gute Lösung ist, möglichst viele Toilettenkabinen aufzustellen, die von allen Gästen genutzt werden können und insgesamt auf den rücksichtsvollen Umgang miteinander in sanitären Anlagen zu achten. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Mobilität

Die Anreise aller Mitwirkenden zur Veranstaltung und das Fortbewegen auf dem Veranstaltungsgelände wird emissionsarm gestaltet.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Durch inklusive und diversitätssensible Programmgestaltung (z.B. mehrsprachig, kindgerecht oder barrierefrei) werden verschiedene Zielgruppen angesprochen und aktiv zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen.

Viele Menschen haben sich 2020 kreative Formate ausgedacht, die auch in Zeiten von Corona Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und Begegnungen schaffen. 1:1 CONCERTS© organisiert eine ca. 10-minütige wortlose eins-zu-eins Begegnung zwischen Musiker*in und Hörer*in an unterschiedlichen Spielorten. Auch KulturSendung organisiert Live-Acts im sehr kleinen privaten Rahmen. Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes hat 10 kreative Projekte in einer Gesprächsreihe vorgestellt, die während Corona entstanden sind. Darunter das Hamburger #keinerkommt Festival, virtuelle Museumsrundgänge und einiges mehr. 

In der Veranstaltungsorganisation sensibel für Mehrsprachigkeit zu sein ist leichter, wenn das eigene Organisationsteam selbst mehrsprachig arbeitet. In der Veranstaltungskommunikation können Veranstaltungsflyer und Infomaterialien in mehreren Sprachen eingesetzt werden. Auf dem Gelände der Veranstaltungsstätte selbst sollten zudem Orientierungs- und Leitsysteme mehrsprachig gestaltet werden. Für manche Veranstaltungsaktivitäten ist es sinnvoll, Simultanübersetzer*innen und Dolmetscher*innen anzufragen, während auf anderen Veranstaltungen eher gedruckte Materialien einen Mehrwert schaffen können. Wenn auf einer Veranstaltung sowieso zentrale Anlaufstellen für Fragen der Besucher*innen eingeplant sind, können diese Stellen auch auf die Mehrsprachigkeit des Publikums vorbereitet sein. 

Das Interkulturelle Forum in Hamburg wurde 2003 von Organisator*innen interkultureller Festivals und Kulturinstitutionen gegründet. Zum Netzwerk des Interkulturellen Forums zählen Vereine, Kulturhäuser und Festivals, die gute Beispiele für umgesetzte kulturelle Vielfalt auf Veranstaltungen sind.

Stadtkultur Hamburg setzt sich für eine „generationsoffene, milieuübergreifende und inklusive“ Stadtteilkultur Hamburgs ein und zählt eine umfangreiche Liste an Mitgliedern. Unter den Mitgliedern sind Kulturzentren, Initiativen und Künstler*innen, die Diversität leben und vor Ort fördern. 

Auf internationalen Veranstaltungen können Dolmetscher*innen sinnvoll eingesetzt werden, vor allem wenn nicht alle Programmpunkte z.B. auf Englisch abgehalten werden können oder es Teil des Veranstaltungskonzepts ist, Mehrsprachigkeit und Interkulturalität zu leben. So kann allen die Teilhabe ermöglicht werden.  

Zur Vorbereitung sollten Veranstalter*innen klären, ob simultan oder konsekutiv gedolmetscht werden soll und z.B. wie viele Dolmetscher*innen gebraucht werden und welche technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. In einem Angebot sollte neben Honorar(en) auch vereinbart werden, wie z.B. die Aufzeichnungen verwertet werden dürfen. 

Die Berufsbezeichnung als Dolmetscher*in ist nicht geschützt. Dagegen weist ein akademischer Grad wie „Diplom-Dolmetscher“ auf die fachliche Qualifikation hin. 

Es gibt unterschiedliche Systeme, Menschen mit Hörschädigung Kommunikationshilfen bereitzustellen. Veranstalter*innen tragen für den Abbau von kommunikativen Barrieren im kulturellen Bereich eine besondere Verantwortung, da hier Menschen noch keinen festen Rechtsanspruch auf die Übernahme von Dolmetscherkosten haben.  

Es gibt Dolmetscher*innen für Gebärdensprache und sog. Schriftdolmetscher*innen. Je nach den Gegebenheiten vor Ort sollten sich Veranstalter*innen beraten lassen, um eine effektive Lösung zu finden. Beim Schriftdolmetschen wird gesprochener Text in Schriftsprache übersetzt, sodass der Text z.B. auf einer Leinwand mitgelesen werden kann. Es gibt auch Dolmetscher*innen, die mit Spracherkennungssoftware arbeiten und im Prinzip das Gesagte nachsprechen, sodass geschriebener Text live mitgelesen werden kann. 

Eltern mit Kleinkindern sollten in der Veranstaltungsorganisation explizit mitgedacht werden. Die folgende Liste ist nicht vollständig, bietet aber einige Anknüpfungspunkte für die Planung: 

  • Wie familienfreundlich soll die Veranstaltung sein? Welchen Stellenwert sollen Kinder als Veranstaltungsgäste einnehmen? 
  • Gibt es Programmpunkte, die sich ausschließlich an Kinder richten und die auch so beworben werden?  
  • Welche Altersgruppen können ohne Probleme an der Veranstaltung teilnehmen und für welche Altersgruppen (z.B. Kleinkinder) sollte die Teilnahme vorbereitet werden?
  • Bestehen für Kinder besondere Risiken auf dem Veranstaltungsgelände wie z.B. die Lautstärke der Musik oder Zigaretten- und Drogenkonsum? 
  • Wie sicher ist das Veranstaltungsgelände im Allgemeinen? Wo sind physische Risiken für Kinder? 
  • Kann für Kinder effektiver Gehörschutz (kostenfrei) bereitgestellt werden? 
  • Ist die Veranstaltungsstätte barrierefrei mit einem Kinderwagen zugänglich? Gibt es Plätze, an denen Kinderwägen sicher abgestellt werden können? 
  • Können Spielräume oder „Zonen“ eingerichtet werden, in denen sich Eltern mit ihren Kindern zurückziehen können? Gibt es Räume, um Kinder zu stillen? 
  • Besteht die Möglichkeit (kostenfreie) Kinderbetreuung im Rahmen der Veranstaltung anzubieten? 
  • Können Eltern ihre Kinder bis zu einem bestimmten Alter kostenfrei mit auf die Veranstaltung nehmen? Welcher Ticketpreis gilt für Jugendliche? 
  • Wie zugänglich sind Wickelmöglichkeiten sowohl für Mütter als auch für Väter? 
  • Gibt es gute Sitzgelegenheiten, um gemeinsam mit Kindern zu essen? 
  • Für den Fall, dass Kinder auf dem Veranstaltungsgelände verloren gehen: Wie geht ihr als Veranstaltungsorganisation damit um? 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V. ist ein Zusammenschluss aus über 60 Fachverbänden und Kulturakteur*innen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, dass junge Menschen Zugang zu kultureller Bildung erhalten und aktiv an Gesellschaft teilhaben können. Unter den Mitgliedern sind viele Expert*innen, die angefragt werden können, sobald Kinder und Jugendliche in den Fokus einer Veranstaltung rücken sollen. 

Eigentlich werden Zielgruppen in der Veranstaltungsplanung vor allem über das Programm definiert, z.B. als Fans eines bestimmten Musikstils oder einer Sportart. Für eine sozial nachhaltige Veranstaltung ist es wichtig, dabei auch aktiv Menschen aus marginalisierten Gruppen in den jeweiligen Zielgruppen mitzudenken, ihnen den Zugang zur Veranstaltung zu ermöglichen und Barrieren abzubauen.  

Vorab mit den lokalen Interessenvertretungen von Randgruppen zu sprechen ermöglicht die Ansprache von Menschen, die häufig nicht angemessen in der Veranstaltungsplanung bedacht werden. An dieser Stelle sind erste Ansprechpartner*innen von Verbänden und Vereinen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammengestellt: 

Neben der Zusammenarbeit mit Organisationen zur aktiven Einbindung von Menschen, die tendenziell nicht in der Veranstaltungsplanung bedacht werden, können weitere Maßnahmen dazu beitragen, dass alle “Fans” und am Programm interessierte Menschen auf die Veranstaltung aufmerksam werden und an ihr teilnehmen können. Dies kann über die Gestaltung des Ticketpreises und die Nutzung von diversen Kommunikationskanälen geschehen. Mehr Infos hierzu findet ihr in den Exkursen “Gestaffelte Ticketmodelle”, “Pay What You Want”, “Tickets für Menschen mit geringem Einkommen” und “Medienpartner*innen & Pressearbeit”.  

Jede Veranstaltung spricht unterschiedliche Zielgruppen an, die von ihrer thematischen Ausrichtung und anderen Faktoren abhängen. Bei der Identifikation der Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse ist es wichtig, marginalisierte Gruppen mitzudenken und zu inkludieren, Barrieren für grundsätzlich interessierte Besucher*innen abzubauen oder aktiv die Zielgruppe zu erweitern. Mit einer besonders nachhaltigen Ausrichtung einer Veranstaltung geht es einher, aktiv Barrieren abzubauen, die die Teilnahme von Menschen verhindern, die im öffentlichen Raum Diskriminierung erfahren wie z.B. Menschen mit Behinderungen, obdachlose Menschen, oder Menschen mit unterschiedlichen soziokulturellen Hintergründen.

Hier ein paar beispielhafte Projekte, die marginalisierte Gruppen aktiv ansprechen:

  • Die Initiative Barrierefrei Feiern, ein Zusammenschluss von „Kulturschaffenden, Musikfreaks und Freund:innen mit und ohne Behinderung“, berät die Veranstaltungs- und Musikbranche zum Thema Barrierefreiheit.
  • Das KLAPPE AUF! Kurzfilmfestival hat sich darauf spezialisiert, alle vorgeführten Filme vollständig mit Audiodeskription, Untertiteln, Gebärden- und Schriftdolmetscher*innen vorzuführen. Mehr dazu findet ihr auch in den Fallbeispielen in unserer Tatenbank!
  • Der Verein StrassenBLUES setzt sich mit kreativen Aktionen und Veranstaltungen für Obdachlose ein.
  • Bei „Hamburg für Frauen“ handelt es sich um ein Onlineportal, auf dem Projekte zusammengetragen wurden, die geflüchtete Frauen unterstützen.
  • Der Verein Rap for Refugees e.V. macht Projekte, in denen vor allem junge Menschen aus prekären Lebenssituationen ermutigt werden, sich persönlich weiterzuentwickeln.
  • Jedes Jahr finden in Hamburg die Lesbisch Schwulen Filmtage bzw. das International Queer Film Festival statt.
  • Der peeng e.V. veranstaltet seit 25 Jahren ein interkulturelles Festival.
  • Der Verein Oll Inklusive ist ein Aktivitätsnetzwerk für Menschen 60+, die ins aktuelle Geschehen eingebunden werden.

Wenn im Veranstaltungsteam selbst keine Expertise zur Einbindung unterschiedlicher Gruppen in das Veranstaltungsprogramm oder als Publikum vorhanden ist, ist es notwendig, Vertreter*innen dieser in die Planung miteinzubeziehen oder Expertise von außen einzuholen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Die Kosten für nachhaltigere Angebote, Speisen und Getränke auf der Veranstaltung werden differenziert berechnet und transparent an die Gäste weitergegeben.

Ein gutes Beispiel aus der Praxis ist das Tollwood Festival in München, das mit seinen ca. 200 Aussteller*innen und Gastronom*innen ausschließlich Bio-Gerichte auf dem Festival anbietet: Bei der Preiskalkulation für das gastronomische Angebot wird hier lediglich der zusätzliche Wareneinsatz, der durch die Verwendung von Biozutaten entsteht, auf die Preise der Gerichte aufgeschlagen. Dieser macht neben Gemeinkosten (Strom, Gas, Wasser, …), Personalkosten und Ertrag nur ca. 25-35% des Endkund*innen-Preis aus. Bei Bio-Gerichten, deren Wareneinsatz beispielsweise um 70% teurer ist als bei konventionellen Alternativen, ergibt sich das dann trotzdem nur eine Preissteigerung von ca. 20% aus.

Die Preisgestaltung von Angeboten spielt grundsätzlich eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit der Veranstaltung und die Akzeptanz der Gäste. Wenn ihr teurere, aber nachhaltigere Produkte anbietet, ist es besonders wirkungsvoll, wenn der Mehrwert des Angebots sichtbar wird – beispielsweise durch Siegel oder weiterführende Informationen. Gleichzeitig könnt ihr durch eine differenzierte Kalkulation einen überproportionalen Preisanstieg von nachhaltigen Angeboten vermeiden und damit euren Gästen gegenüber fair handeln.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Gesundheit & Sicherheit

Negativen gesundheitlichen Folgen durch die Veranstaltungsaktivitäten wird vorgebeugt.

Eine hohe Geräuschbelastung kann langfristig das Hörvermögen der Veranstaltungsbesucher*innen schädigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, im Voraus Gäste darauf hinzuweisen, hinreichend Gehörschutz zur Veranstaltung mitzubringen und auch zu verwenden. Zudem kannst du als Veranstalter*in Gehörschutz während der Veranstaltungsaktivitäten anbieten (z.B. zum Selbstkostenpreis). Auf vielen Veranstaltungen wird so auch für Kinder angepasster Kapselgehörschutz verliehen.  

Neben dem Schutz vor akuter Geräuschbelastung können auf Veranstaltungen Zonen eingerichtet werden, in denen die Belastung insgesamt reduziert ist. Dort können z.B. schallisolierende Boden-, Wand- oder Deckenmaterialien eingesetzt werden. 

Es ist in einer Krise wie der Corona-Pandemie nicht leicht, Risiken und Unsicherheit zu kommunizieren, denn Menschen nehmen abhängig von ihrem Vorwissen, ihren Emotionen und äußeren Faktoren Risiken unterschiedlich wahr. Aufklärungsarbeit und die Weitergabe von Informationen sind in jedem Fall wichtig, jedoch gilt es, Informationen angemessen auszubalancieren: Zum einen über die Gefahren aufzuklären, um unvorsichtiges Verhalten zu verhindern, und zum anderen über getroffene Präventionsmaßnahmen zu berichten, um Ängste zu reduzieren.  

Kommunikation bei einer Veranstaltung über die geplanten Maßnahmen und das verbleibende und nicht vermeidbare Infektionsrisiko sollte gut geplant und von allen Beteiligten einheitlich getragen werden, sodass Veranstaltungsgäste den getroffenen Präventionsmaßnahmen vertrauen und sich gemeinsam so verhalten können, dass das Infektionsrisiko minimiert wird. Die Kommunikation dabei sehr offen, transparent und widerspruchsfrei zu gestalten, ist wichtig. Das Informationsportal „Zusammen gegen Corona“ ist ein gutes Beispiel und dient als Orientierungshilfe, wie Fragen rund um Corona beantwortet werden können. Auch die Unsicherheit und das „Restrisiko“ zu thematisieren, ist sinnvoll, denn erst die Kombination vieler unterschiedlicher, auch unvollkommener Maßnahmen wirkt effektiv als Infektionsschutz.  

Dass Maske tragen, Hände waschen und Co. zusammen effektiv wirken, ist ein wichtiger Baustein bei der Aufforderung an Gäste, sich an die Regeln zu halten! Veranstalter*innen sollten prüfen, ob darüber hinaus ein umfangreiches Informationsangebot, ein FAQ oder das Hygienekonzept zur Veranstaltungsstätte und/oder dem Ablauf der Veranstaltung öffentlich bereitgestellt werden kann. Die angekündigten Maßnahmen sollten dann auch in jedem Fall umgesetzt werden. Es kann zudem sinnvoll sein, Zielgruppen unterschiedlich anzusprechen, wenn genügend Ressourcen zur Verfügung stehen. 

Die Hamburger Sozialbehörde hat tabellarisch auf zwei Seiten zusammengefasst, wie Jugendliche nach dem Jugendschutzgesetz im Rahmen von Veranstaltungen geschützt werden müssen. Veranstalter*innen tragen grundsätzlich die Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche zu bestimmten Uhrzeiten nicht mehr an einer Veranstaltung teilnehmen. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Veranstaltungsmaterial & Dekoration

Material zur Lenkung der Besucher*innen und zur Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen ist ressourcenschonend hergestellt und nach Nachhaltigkeitsaspekten beschafft.

Um Abstände zwischen Veranstaltungsgästen sicherzustellen, braucht es Abstandsmarken und ggf. weiteres Material. Statt einmalig verwendbaren Materialien wie Absperrband aus Kunststoff, können auch Taue, Kordeln oder biologisch abbaubare Absperrbänder eingesetzt werden. Wenn Abstandsmarken dauerhaft auf dem Boden markiert werden sollen, können vegane Aufkleber beschafft werden, die in nachhaltigen Druckverfahren hergestellt werden. Große Abstandshalter, die als Abstandsmarkierung zwischen Menschen gestellt werden können, können z.B. aus FSC-zertifiziertem Karton hergestellt oder aus natürlichen Dekomaterialien wie z.B. Topfpflanzen bestehen.

Es gibt Seifen, die ressourcenschonend hergestellt werden, vegan und biologisch abbaubar sind und gleichzeitig die benötigte Reinigungsfunktion umfassend erfüllen. Um Wasser zu sparen, sollten in allen sanitären Einrichtungen wassersparende Hähne eingebaut sein. Desinfektionsmittel werden zur Handhygiene normalerweise nicht zusätzlich benötigt, aber selbst für Desinfektionsmittel gibt es umweltverträgliche Alternativen: Es gibt z.B. Desinfektionsmittel, das auf Basis pflanzlichen Ethanols hergestellt wird.

FFP2-Masken schützen zwar vor dem SARS-CoV-2 Virus, aber sie sind ein Problem für die Umwelt. Da die Masken für den optimalen Infektionsschutz nur bis zu maximal 8 Stunden getragen werden sollten, entsteht nach Berechnungen des Hamburger Umweltinstituts allein in Deutschland jährlich ein Bedarf von rund zwölf Milliarden Masken. Das entspricht etwa 1,1 Millionen Tonnen zusätzlichen Mülls oder sieben Prozent des anfallenden Hausmülls.

Um diesem Problem zu begegnen, haben Studierende der Leuphana-Universität Lüneburg Mehrwegmasken entwickelt, die biologisch abbaubar sind, und die trotzdem vor dem Coronavirus schützen. Der NDR berichtet hier über das Projekt.

Wer eine nachhaltigere Version der “herkömmlichen” FFP2-Masken sucht, kann diese bei memo bestellen. Die dort angebotenen Masken sind in Italien gefertigt und entsprechen dem vorgeschriebenen EU-Standard EN149:2001+A1:2009. Die Maske ist zwar ein Einmal-Produkt, muss aber nicht nach jedem kurzen Tragen ausgewechselt werden. In der Produktbeschreibung ist nachzulesen, unter welchen Umständen man die Maske ohne Bedenken wiederverwenden kann, und wann sie entsorgt werden sollte.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Das Umweltmanagementsystem der Organisation ist extern zertifiziert.

P-D-C-A steht für Plan-Do-Check-Act und ist eine typische und bekannte Vorgehensweise im Projektmanagement. Sie ist geeignet, um sich im Unternehmen oder der Planung einer Veranstaltung stetig in kleinen oder großen Schritten zu verbessern und kann sehr umfassend angewendet werden. Vereinfacht funktioniert es so: Zuerst braucht es einen Plan, dann wird der Plan im Kleinen ausprobiert, getestet und verbessert. Wenn alles funktioniert, wird die Aktivität im Großen umgesetzt und schließlich erneut überarbeitet.

Auch der Kaizen-Ansatz orientiert sich an den genannten vier Schritten. Die aus Japan stammende Unternehmensphilosophie steht ebenfalls für die stetige Verbesserung in kleinen Schritten.

Umweltmanagementsysteme werden von Unternehmen eingerichtet, die sicherstellen möchten, dass sich das eigene Unternehmen stetig in seiner Umweltverträglichkeit verbessert. Wenn Unternehmen sich z.B. nach EMAS zertifizieren lassen, dann sind sie verpflichtet, bestimmte Umweltkennzahlen zu erheben und dafür zu sorgen, schädliche Umweltauswirkungen zu reduzieren. 2012 wurde der Nutzen von EMAS anhand von Umfragen evaluiert. In den Ergebnissen wird u.a. zusammengefasst, wie viele Personenmonate Unternehmen unterschiedlicher Größe durchschnittlich investieren, um EMAS einzuführen.

In Hamburg können sich Unternehmen im Rahmen des Ökoprofit-Programms mit der Einrichtung von einem eigenen Umweltmanagementsystem auseinandersetzen und werden beim Zertifizierungsprozess professionell unterstützt. Des Weiteren gibt es den Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB) für kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe. Auch in diesem Programm erhalten Unternehmer*innen Unterstützung, um betrieblichen Umweltschutz zu einem Wettbewerbsvorteil zu machen. Auch Veranstalter*innen können für ihr Unternehmen oder für die durchgeführte Veranstaltung ein Umweltmanagementsystem einrichten: Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist z.B. EMAS-zertifiziert.

Industriestandards oder sog. ISO-Normen umfassen weltweit anerkannte Anforderungen für fast alles. Industriestandards sind keine Gesetze, werden aber häufig als sog. anerkannte Regeln der Technik in Gesetzen genannt.

Für Veranstalter*innen und Unternehmen der Veranstaltungsbranche sind relevante Industriestandards in der Tatenbank verlinkt. Dazu zählen z.B. ISO 14001 für die Einrichtung eines Umweltmanagementsystems, ISO 26000 für Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, oder ISO 20121 für Nachhaltiges Eventmanagement.

Bei Dienstleister*innen kann die Einhaltung bestimmter ISO-Normen Aufschluss über die Standardisierung von Arbeitsabläufen geben, in denen z.B. die Umweltverträglichkeit verbessert werden soll. In der Veranstaltungstechnik oder bei Sicherheitsdienstleistungen gibt das Zertifikat ISO 9001 beispielsweise an, dass Unternehmen u.a. rechtliche und behördliche Anforderungen an ihre Dienstleistungen und Produkte erfüllen. 

Der Industriestandard ISO 20121 “Event sustainability management systems – Requirements with guidance for use” ist die international gültige Norm zur Umsetzung von nachhaltigkeitsrelevanten Maßnahmen in der Veranstaltungsbranche. Wie bei anderen Qualitätsstandards werden Veranstalter*innen bei erfolgreicher Einführung zertifiziert. Auf die Größe oder Art der Veranstaltung kommt es hierbei nicht an: Der Standard ist grundsätzlich für alle Veranstaltungen geeignet und ist gut mit anderen, bereits eingeführten Systemen zu verbinden. Die Vorteile einer Zertifizierung nach ISO für Veranstalter*innen sind a) Anleitung und klare Richtlinien bei der Einführung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und b) internationale Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit in der Kommunikation des eigenen Nachhaltigkeitsengagements. Weitere Informationen findet ihr auch in dieser Broschüre.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Kennzahlen werden erhoben und eingesetzt, um Emissionen aktiv zu reduzieren.

Wenn du als Veranstalter*in nicht weißt, wo du anfangen sollst, Kennzahlen zu erheben, kannst du über das Programm Ökoprofit damit beginnen, eure Veranstaltung Schritt für Schritt EMAS-zertifizieren lassen. Es gibt zudem Beratungsagenturen, die mit euch als Veranstalter*innen zusammen Umweltkennzahlen erheben und interpretieren.

Je mehr Umweltkennzahlen erhoben werden, desto eher steigt der Anspruch, diese professionell zu messen und zu organisieren. Die Entscheidung für oder gegen eine Software für Umweltmanagement kann auch davon abhängen, ob Kennzahlen von einer Person zusammengetragen werden, die den Überblick behält oder viele Personen unabhängig voneinander für Messungen und die Pflege der Daten verantwortlich sind. Je komplizierter die Datenerhebung und -auswertung ist, desto eher ist die Unterstützung durch eine Software sinnvoll.

  • Hier findet ihr eine Übersicht an Anwendungen, die das Bayerische Landesamt zusammengestellt hat.
  • Auch auf dem Software-Bewertungsportal Capterra kann man sich über verschiedene Software, ihre genauen Anwendungsgebiete und die Bewertungen von Nutzern informieren.

Der Hamburger Kirchentag wurde bereits EMAS zertifiziert. Die sog. Umwelterklärung der Veranstalter*innen zeigt, wie Umweltkennzahlen im Veranstaltungskontext aussehen können.

In einem ersten Schritt ist es sinnvoll, sich einen Überblick über schon vorhandene Daten zu verschaffen und Kennzahlen, die bereits vorliegen, in einer Tabelle zu sammeln. Wie einfach oder erkenntnisreich die Erhebung bestimmter Kennzahlen ist, ist von Event zu Event verschieden. Grundsätzlich gilt zu beachten: Kennzahlen, vor allem zu Verbräuchen, sind nur vergleichbar, wenn die erhobenen Werte in Relation zu weiteren Parametern, z.B. zur Dauer und/oder Besucher*innenzahl der Veranstaltung, gesetzt werden!

Hier sind einige Beispiele für wichtige Kennzahlen:

  • Wasserverbrauch (in m³)
  • Stromverbrauch (in kWh) & Ökostrom-Anteil des gesamten Stromverbrauchs (in %)
  • Heizenergieverbrauch (z.B. Erdgas in m³, Heizöl in Liter, Kohle in kg – kann in kWh umgerechnet werden)
  • Anreise der Besuchenden (Art des Verkehrsmittels und Distanz in km)
  • Menge (in kg) und Arten des anfallenden Abfalls
  • Menge von verbrauchtem Papier (in kg) und der Anteil von Recyclingpapier (in %)
  • Anzahl an verkauften veganen/vegetarischen/Bio-Speisen (in Portionen) und Anteil am Gesamtangebot (in %)
  • Menge an weggeworfenen Lebensmitteln, an verwerteten Lebensmittelabfällen und an geretteten Lebensmitteln (in kg)

Auch soziale Faktoren lassen sich durch Kennzahlen evaluieren, so kann euch beispielsweise eine Besucher*innen-Befragung Erkenntnisse zur sozialen Nachhaltigkeit eurer Veranstaltung liefern. Wichtig ist, dass ihr euch eventuell bestehende Hürden frühzeitig bewusst macht: Für Veranstaltungen mit vielen Spielstätten und unterschiedlichen Energiequellen ist es möglicherweise deutlich aufwendiger, detaillierte Informationen zum Stromverbrauch zu sammeln. Hier gilt es, gute Absprachen zu treffen und bei Bedarf auf mobile Energiemessgeräte zurückzugreifen. 

Der Leitfaden des Umweltbundesamtes ist für Unternehmen konzipiert, die Umweltkennzahlen im Rahmen einer EMAS-Zertifizierung erheben, dokumentieren und extern berichten möchten. Der Leitfaden eignet sich jedoch auch als umfassende Einführung für Veranstalter*innen, die keine EMAS-Zertifizierung anstreben.  

Die Idee von Umweltkennzahlen ist es, Verbräuche und Emissionen, die im Rahmen einer Veranstaltung entstehen, sichtbar zu machen. Auf Grundlage dieser Zahlen können Umweltauswirkungen gezielt gesteuert und verbessert werden. Auch können sie der Kommunikation (nach außen) dienen, zum Beispiel indem sie helfen, erfolgreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen aufzuzeigen. Mindestens genauso wichtig sind sie aber für das interne Management: Da dienen sie als Instrument, um die Entwicklung einer Veranstaltung zu dokumentieren, die Wirkung von Maßnahmen zu messen und Verbesserungspotentiale zu identifizieren. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Standbetreiber*innen & Konzept: Programmempfehlung

Gäste werden auf kulturelle und kulinarische Aktivitäten am Veranstaltungsort aufmerksam gemacht.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Das Nachhaltigkeitsengagement der Organisation wird in einem Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Das Anfertigen eines Nachhaltigkeitsberichts kann dabei helfen, transparent und einheitlich über das Engagement für Nachhaltigkeit zu berichten. Der deutsche Nachhaltigkeitskodex ist ein Instrument, das Unternehmen aller Größen, unterschiedlicher Branchen und auch Veranstalter*innen als Vorlage nutzen können, um genau dies zu tun. In dem verlinkten Blogbeitrag werden Software-Anwendungen getestet, mit denen das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichts vereinfacht werden soll; allerdings ist darunter keine, die spezifisch auf das Umweltmanagement im Veranstaltungskontext angepasst ist. Unter den getesteten Anwendungen ist eine kostenfreie Software zu finden.

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr veröffentlichte Nachhaltigkeitsberichte und Leitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen. 

Auf der Website von https://web.ecogood.org/de/ wird die Gemeinwohl-Ökonomie vorgestellt, und zwar als Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.Auch in Hamburg wird die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie von einer regional aktiven Lokalgruppe vorangetrieben. 

Ein Gemeinwohlbericht ist nicht dasselbe wie ein Nachhaltigkeitsbericht, in dem es in vielen Fällen eher um die Umweltwirkung eines Unternehmens geht als um den gesamtgesellschaftlichen Beitrag eines Unternehmens. Der Gemeinwohlbericht wird anhand der Gemeinwohlmatrix erstellt. Diese umfasst vier „Werte“, die ein gutes Leben fördern: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung. In Kombination mit 5 sog. „Berührungsgruppen“ entstehen 20 Themen, in denen Unternehmen ihre Wirkung zum Gemeinwohl bilanzieren können. Der Gemeinwohlbericht eines Unternehmens wird extern geprüft und anschließend in der Gemeinwohlbilanz veröffentlicht. Vorteile einer geprüften Gemeinwohlbilanz sind die wirklich umfassende Betrachtung aller Bereiche eines Unternehmens in ihrer gesellschaftlichen Wirkung. Eine Gemeinwohlbilanz ist eine gute Möglichkeit, um transparent über Nachhaltigkeitsengagement zu berichten, woran sich Kund*innen orientieren können.  

Bereits 500 Unternehmen in Deutschland haben bisher ihre Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, um zu zeigen, wie sie dazu beitragen, das Wirtschaftssystem nachhaltiger und sozialer zu gestalten. satis&fy, als Vertreter*in der Veranstaltungsbranche, hat bspw. für das Geschäftsjahr 2012-13 eine Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, in der es 247 von 1000 möglichen Punkten in der Bilanzsumme erreichte.

Die Wesentlichkeitsanalyse (englisch: materiality analysis) ist ein großer Nachhaltigkeitstrend. Dabei geht es darum, das eigene Nachhaltigkeitsengagement präziser zu gestalten und sich auf Arbeitsfelder zu konzentrieren, die für das eigene Unternehmen bzw. die eigene Organisation und ihre Stakeholder wirklich wichtig sind. Mit anderen Worten: sie hilft dabei, die Lösung besonders dringender Probleme in den Fokus zu rücken.

Die Wesentlichkeitsanalyse soll identifizieren, welche Auswirkungen das Unternehmen auf die Umwelt hat und auch welche Auswirkungen die Umwelt auf das Unternehmen hat. Die Frage, ob offen gelegte Probleme durch eigenes Handeln gelöst werden können, soll beantwortet werden, um dann an den richtigen Stellen aktiv zu werden.

Die Wesentlichkeitsanalyse hat folgende Zielsetzungen:

  1. die Nachhaltigkeitsstrategie mit der Unternehmensstrategie in Einklang zu bringen
  2. Entscheidungsprozesse zu verbessern
  3. relevante Informationen präzise zu berichten/zu kommunizieren

Die Wesentlichkeitsanalyse hilft Unternehmen, einen prägnanten Nachhaltigkeitsbericht zu verfassen, der sich auf Schlüsselthemen konzentriert und der die Nachhaltigkeitsziele und -ergebnisse mit standardisierten und aufeinander abgestimmten Kriterien klar kommuniziert. Dadurch fällt es Stakeholdern wie z.B. Mitarbeiter*innen, Partner*innen oder Kund*innen/Gästen leichter zu verstehen, inwiefern das Nachhaltigkeitsengagement das Kerngeschäft bzw. die Kernidee des Unternehmens beeinflusst. Der Nachhaltigkeitsbericht sollte den Prozess der Wesentlichkeitsanalyse im Sinne der Transparenz offenlegen.

Methoden, die für die Erfassung angewandt werden, sind beispielsweise Umfragen, Interviews, Online-Befragungen, Workshops und Gespräche mit relevanten Personen wie z.B. Mitarbeiter*innen, Gesellschafter*innen, Kund*innen, zuliefernden Betrieben, Kommunen und Expertinnen.

Weiterführende Informationen findet ihr z.B. auf der Webseite des Umwelt- und Klimapakts Bayern.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Team & Büro

Anti-Diskriminierung ist im Arbeitsalltag der Organisation integriert.

Eine unverbindlich kommentierte Liste zu barrierefreier Software, die vor allem im Arbeitsalltag benötigt wird, findet ihr unter diesem Link.

Der folgende Blogbeitrag im Magazin „Die Neue Norm“ behandelt ebenfalls das Arbeiten im digitalen Homeoffice und benennt dort auch Beispiele guter Praxis in der Welt der barrierefreien digitalen Tools. Beispielsweise werden Skype, Microsoft Teams, und Zoom als barrierefrei wahrgenommen, während Jitsi nicht immer eine gute Bildqualität ermöglicht, die für gehörlose Menschen besonders wichtig ist. In dem Blogbeitrag werden auch gute Erfahrung mit Big Blue Button als Videokonferenzsoftware geteilt.

Die Begriffe “Pinkwashing” und “Purplewashing” sind eine Anlehnung an die Begriffe “Greenwashing” und “Whitewashing”. Wer Pink- oder Purplewashing betreibt, schmückt sich mit Maßnahmen zur Gleichstellung der LGBTQIA* Community bzw. von Frauen, ohne jedoch in Wirklichkeit (signifikante) Maßnahmen zur Repräsentation aller Menschen umzusetzen – egal ob unbeabsichtigt oder strategisch.

  • Pinkwashing beschreibt eben jene Kommunikationsmaßnahmen, die mehr Engagement für die LGBTQIA* Bewegung vermitteln als ein Unternehmen tatsächlich betreibt.
  • Beim Purplewashing wird aus Marketinggründen der Einsatz eines Unternehmens für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen hervorgehoben, auch wenn diese nicht wirklich gelebt wird.

Genau wie beim Greenwashing ist ein guter Ansatz, um Purple- oder Pinkwashing zu verhindern, transparent und offen darüber zu kommunizieren, was konkret für mehr Gleichberechtigung und gegen diskriminierende Strukturen im Rahmen der Veranstaltung und im eigenen Team getan wird, welche Maßnahmen noch nicht umgesetzt werden können und welche begründet angestrebt werden. Sich diskriminierenden Strukturen bewusst zu werden, ist dafür ein erster Schritt.

Um eine anti-diskriminierende Arbeitsatmosphäre zu fördern, sollte das gesamte Team regelmäßig gegen diskriminierendes Verhalten sensibilisiert und zur Stärkung von Vielfalt weitergebildet werden. Wichtig hierbei ist, dass einerseits marginalisierte Gruppen in die Gestaltung anti-diskriminierender Maßnahmen eingebunden werden und andererseits alle Mitarbeitenden unabhängig von ihren Hintergründen und speziellen Bedürfnissen voneinander lernen können und in die Verantwortung genommen werden.

Um noch aktiver gegen Diskriminierung vorzugehen, lohnt es sich, ein Leitbild gegen Diskriminierung aufzustellen und Verantwortliche im Team festzulegen, die die Einhaltung begleiten. Ziel sollte es sein, Vielfalt als Mehrwert zu betonen und unterschiedliche Fähigkeiten und Erfahrungen auch praktisch einzusetzen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Team & Büro

Die Mitarbeitenden arbeiten in einer angenehmen, reizarmen Umgebung und werden über außerordentliche Belastungen am Arbeitsplatz informiert.

Tipp 1: Wenn viele Menschen gemeinsam in einem Raum arbeiten, können räumliche Veränderungen helfen, um Lärm zu reduzieren wie z.B. schallabsorbierende Raumteiler aufzustellen, Pflanzen zu verteilen oder auch Schränke neu zu arrangieren.

Tipp 2: Technische Geräte wie Telefone und Drucker können ständig Geräusche erzeugen und stören. Diese können in Räumen untergebracht werden, wo niemand konzentriert arbeiten muss.

Tipp 3: Gemeinsam eingerichtete Ruhezeiten können helfen, dass alle Mitarbeitenden Rücksicht aufeinander nehmen.

Menschen verbringen ca. 90% ihrer Zeit in Innenräumen. Über die Luftqualität in Innenräumen machen sich allerdings nur wenige Menschen Gedanken. Dabei kann die Konzentrationsfähigkeit in Räumen mit „schlechter“ Luft gering sein und die Produktivität beeinflussen: ein zu hoher Kohlenstoffdioxidgehalt kann z.B. schlechte Luftqualität bedeuten. Draußen liegt der Wert bei ca. 400 ppm, in Innenräumen wird ab ca. 1000 ppm nur noch eine moderate Luftqualität gemessen. CO2-Sensoren mit LED-Anzeige können dabei helfen, die Luftqualität sichtbar zu machen und einen Anreiz bieten, kontinuierlich für bessere Luftqualität im Büro zu sorgen. Das Angebot von Luftqualitätssensoren ist umfangreich, der Preis kann zwischen 80 und 200€ liegen.  

Arbeitsschutzrechtliche Anliegen fallen vor allem in den technischen Bereichen einer Veranstaltung an wie Messebau, Veranstaltungstechnik und Logistik. Aber auch für Menschen, die viel am Computer arbeiten, gelten arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen.   

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt in dem verlinkten Onlinebeitrag, dass gesetzlich festgelegter Arbeitsschutz der Unfallvermeidung und zum Schutz der Gesundheit aller Arbeitnehmer*innen dient. Teilbereiche des Arbeitsschutzes stellen z.B. die Sicherheit der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes dar und behandeln, wie Mitarbeiter*innen vor den negativen Auswirkungen durch Lärm und Vibration und künstliche optische Strahlung geschützt werden müssen. Darüber hinaus gibt es die Verordnung zur Lastenhandhabung. 

Arbeitsschutz liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber*in. Grundsätzlich gilt somit bei arbeitsschutzrechtlichen Fragen, dass die Gefahr durch die Arbeitsgeber*in beurteilt werden muss und darauf aufbauend entsprechende Schutzmaßnahmen durch die Arbeitgeber*in umgesetzt werden müssen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Gastronomie: Catering

Die unbedenkliche, artgerechte Herkunft von angebotenen tierischen Produkten, wie Fleisch und Fisch, kann garantiert werden.

Bei der Auswahl von nachhaltigen Fischarten oder Fischprodukten sollte man auf das Naturland Bio– bzw. Wildfischsiegel achten. Beim Thunfisch kann man sich auch an der Fangart „handgeangelt“ orientieren. Regionalität ist für Veranstaltungen in Europa ebenfalls ein wichtiger Faktor, da die europäische Fischereipolitik vergleichsweise nachhaltig ist, ebenso wie die Islands.

Bei der Auswahl kann der WWF Fischratgeber genutzt werden. Dieser verwendet ein einfaches Ampelsystem zur Bewertung der Fischarten. Darin fließen folgende Kriterien ein: Zustand der Fischbestände, Umweltauswirkungen sowie Management von Fischereien und Aquakulturen weltweit. Die Bewertung folgt einer von Umweltverbänden und Fischereiwissenschaftlern entwickelten wissenschaftlichen Methode. Es sollten möglichst nur Fische aus der Kategorie „Gute Wahl“ (grün) gewählt werden.

Greenpeace hat ebenfalls einen Einkaufsratgeber für Fischprodukte herausgegeben. In dem Ratgeber werden unterschiedliche Fischarten danach bewertet, ob diese vor dem Hintergrund der weltweiten Überfischung konsumiert werden dürfen.

In der Gesellschaft und der Politik, und auch im Tierschutzgesetz selbst, wird von „artgerechter Haltung“ oder dem „Tierwohl“ gesprochen. Bei diesen Formulierungen handelt es sich jedoch nicht um geschützte Begriffe, die konkrete Vorgaben machen.

In einem Artikel auf Utopia.de wird der Begriff „artgerecht“ genauer definiert: Unter „artgerecht“ wird in der Regel eine Tierhaltung verstanden, die möglichst an die natürlichen Lebensbedingungen des Tieres angepasst ist. Was jedoch konkret als natürliches Bedürfnis gilt und bis zu welchem Grad dieses bei der Tierhaltung berücksichtigt wird, ist nicht eindeutig gesetzlich festgelegt.

Berücksichtigt werden müssten aber folgende Punkte:

  • Umwelt: Wie sieht der natürliche Lebensraum der Tiere aus? Welchen Stellenwert nehmen Platz und Bewegungsfreiheit ein?
  • Futterangebot: Was frisst das Tier in freier Wildbahn und wie gelangt es an sein Futter?
  • Gruppengröße: Ist das Tier Einzelgänger oder Herdentier? Gibt es eine natürliche Rangordnung? Wie sieht das Sozialverhalten der Tiere aus?

Die Haltungsbedingungen in Deutschland sind leider meist weit von artgerechter Tierhaltung entfernt. Teils sind noch immer Praktiken vorzufinden, die Tieren großes Leid zufügen und mit dem Grundsatz des TierSchG eigentlich nicht vereinbar sind. Dieser Grundsatz lautet: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Vor allem in der konventionellen Nutztierhaltung leben Tiere alles andere als artgerecht. Die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen reichen bei Weitem nicht aus, um Tieren ein angenehmes Leben zu gewähren. Fleisch- und Milchprodukte aus konventioneller Landwirtschaft sollten nachhaltig agierende Veranstalter*innen daher komplett meiden.

Doch auch eine ökologische Landwirtschaft ist nicht immer gleichzusetzen mit artgerechter Tierhaltung. Die “großen” Biosiegel (EU-Bio-Siegel, Bioland, Naturland, Demeter) machen in dieser Hinsicht voneinander abweichende Vorschriften, keines der Siegel ist der generelle “Tierwohl-Champion”. Während ein Biosiegel z.B. die Fütterung der Tiere besonders stark reguliert, gibt ein anderes strengere Regeln für den Transport der Tiere vor. In dieser detaillierten Gegenüberstellung von Utopia kannst du dich über die Unterschiede informieren.

Im Idealfall beziehst du tierische Produkte von einer Quelle, die du persönlich kennst, z.B. beim Bauern deines Vertrauens. So kannst du dir vor Ort selbst ein Bild von den Haltungsbedingungen machen. Außerdem unterstützt du damit kleinere Höfe, die mit den niedrigen Preisen der Massentierhaltung nicht konkurrieren können.

Am besten für das Tierwohl ist es natürlich, wenn du auf deinen Veranstaltungen den Konsum von Tierprodukten reduzierst oder komplett darauf verzichtest. Speisen, die nur unter Missachtung des Tierwohls hergestellt werden können, wie z.B. Stopfleber (Foie Gras), oder Produkte von bedrohten Tierarten, wie z.B. Blauflossenthunfisch, Hai und Kaviar sollten bei nachhaltigen Veranstaltungen generell nicht angeboten werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei: