Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Unternehmensführung & Organisationskultur: Veranstaltungspartner*innen

Das Nachhaltigkeitsleitbild/ die Nachhaltigkeitsstrategie der Organisation wird übersichtlich an Mitwirkende kommuniziert.

Für Nachhaltigkeitsleitbilder gibt es keine Vorlage: Ein Leitbild kann das Selbstverständnis einer Veranstaltungsorganisation, die Vision der Veranstalter*innen, Handlungsprinzipien oder z.B. Nachhaltigkeitsziele enthalten. Hier eine Reihe an ambitionierten Beispielen:   

Die Organisator*innen des Roskilde Festivals erklären auf ihrer Website, welche Dimensionen von Nachhaltigkeit für die Durchführung des Festivals wichtig sind. Jedem der Unterkapitel zu ökologischer, ökonomischer, sozialer und künstlerischer Nachhaltigkeit steht ein Satz vorangestellt, in dem zusammengefasst ist, nach welchem Prinzip die Organisator*innen handeln.  

Die Veranstalter*innen des Tollwood, das in München stattfindet, stellen in einer Umweltbroschüre die erbrachte Nachhaltigkeitsleistung dar und erklären, warum das Motto in Sachen Nachhaltigkeit „Geht nicht, gibt’s nicht!“ lautet. 

Die altonale GmbH hat Grundwerte erklärt, die als Prinzipien dienen und die zu jederzeit Orientierung in der Veranstaltungsorganisation bieten. 

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr weitere ausformulierte Nachhaltigkeitsleitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Es werden Umweltkennzahlen der Aktivitäten der gesamten Organisation erhoben und eingesetzt, um Emissionen aktiv zu steuern und zu reduzieren.

Die Idee von Umweltkennzahlen ist es, Verbräuche und Emissionen, die im Rahmen einer Veranstaltung entstehen, sichtbar zu machen. Auf Grundlage dieser Zahlen können Umweltauswirkungen gezielt gesteuert und verbessert werden. Bei betrieblichen Umweltkennzahlen geht es nicht unbedingt darum, alle Aktivitäten einer Veranstaltung in CO2-Äquivalenten ausdrücken zu können; es geht um absolute und relative Mengen. Aussagekräftige Umweltkennzahlen sind z.B. der Papier- oder Energieverbrauch. Diese Verbräuche können dann in Relation gesetzt werden zur Besucher*innen-Anzahl und/oder zur Anzahl der Veranstaltungstage, bzw. zur Anzahl an im Unternehmen beschäftigten Personen (bei Papierverbrauch im Büro).

Einen praktischen Einstieg in das Thema bietet ein Leitfaden des Umweltbundesamtes.

Abhängig von den Erfahrungen, die du als Veranstalter*in bereits mit betrieblichen Umweltkennzahlen gesammelt hast, und den Ressourcen, die dir für das Nachhaltigkeitsengagement zur Verfügung stehen, können unterschiedliche Strategien sinnvoll sein, um Kennzahlen zu erheben und zu nutzen.  

Für den Fall, dass du als Veranstalter*in bisher keine Erfahrungen mit Umweltkennzahlen gesammelt hast, kann der erste Schritt sein, eine Handvoll Zahlen über bestimmte Umweltaspekte in einer Tabelle zusammenzuführen, die für deine Veranstaltung relevant sein könnten. Zu den interessanten Umweltaspekten zählen z.B. Abfallmengen, Wasser-, Strom- oder Heizenergiebedarfe oder Schallemissionen einer Veranstaltung. Das Messen und Zusammenstellen von Kennzahlen wird von vielen Unternehmen als große Herausforderung wahrgenommen. Aussagekräftige Kennzahlen müssen identifiziert und ausgewählt werden, es muss entschieden werden, ob Kennzahlen z.B. relativ oder absolut angegeben werden und ob die Zahlen von Jahr zu Jahr vergleichbar sind.  

Der Leitfaden des Umweltbundesamtes ist für Unternehmen konzipiert, die Umweltkennzahlen im Rahmen einer EMAS-Zertifizierung erheben, dokumentieren und extern berichten möchten. Der Leitfaden eignet sich jedoch auch als umfassende Einführung für Veranstalter*innen, die keine EMAS-Zertifizierung anstreben.  

Der Hamburger Kirchentag wurde bereits EMAS zertifiziert. Die sog. Umwelterklärung der Veranstalter*innen zeigt, wie Umweltkennzahlen im Veranstaltungskontext aussehen können. 

Je mehr Umweltkennzahlen erhoben werden, desto eher steigt der Anspruch, diese professionell zu messen und zu organisieren. Die Entscheidung für oder gegen eine Software für Umweltmanagement kann auch davon abhängen, ob Kennzahlen von einer Person zusammengetragen werden, die den Überblick behält oder viele Personen unabhängig voneinander für Messungen und die Pflege der Daten verantwortlich sind. Je komplizierter die Datenerhebung und -auswertung ist, desto eher ist die Unterstützung durch eine Software sinnvoll. Hier findest du eine Übersicht an Anwendungen.

Wenn du als Veranstalter*in nicht weißt, wo du anfangen sollst, Kennzahlen zu erheben, kannst du über das Programm Ökoprofit damit beginnen, eure Veranstaltung Schritt für Schritt EMAS-zertifizieren lassen. Es gibt zudem Beratungsagenturen, die mit euch als Veranstalter*innen zusammen Umweltkennzahlen erheben und interpretieren.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Unternehmenskultur

Anti-Diskriminierung ist im Arbeitsalltag der Organisation integriert.

Eine unverbindlich kommentierte Liste zu barrierefreier Software, die vor allem im Arbeitsalltag benötigt wird, findet ihr unter diesem Link.

Der folgende Blogbeitrag im Magazin „Die Neue Norm“ behandelt ebenfalls das Arbeiten im digitalen Homeoffice und benennt dort auch Beispiele guter Praxis in der Welt der barrierefreien digitalen Tools. Beispielsweise werden Skype, Microsoft Teams, und Zoom als barrierefrei wahrgenommen, während Jitsi nicht immer eine gute Bildqualität ermöglicht, die für gehörlose Menschen besonders wichtig ist. In dem Blogbeitrag werden auch gute Erfahrung mit Big Blue Button als Videokonferenzsoftware geteilt.

Die Begriffe Pink/Purplewashing sind eine Anlehnung an Green und Whitewashing. Wer Pink/purplewashing betreibt identifiziert sich aus Marketinggründen mit der LGBTQIA* Community bzw. Feminismus, ohne wirklich Maßnahmen zur Repräsentation aller Menschen auf der Veranstaltung oder im Veranstaltungsteam umzusetzen.  

Pinkwashing beschreibt eben jene Kommunikationsmaßnahmen, die mehr Engagement für die LGBTQIA* Bewegung vermitteln als ein Unternehmen tatsächlich betreibt – egal ob unbeabsichtigt oder strategisch. Auch beim Purplewashing wird aus Marketinggründen der Einsatz eines Unternehmens für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen hervorgehoben, auch wenn diese nicht wirklich gelebt wird.  

Ein guter Ansatz, um Green-, Purple- oder Pinkwashing zu verhindern, ist transparent und offen darüber zu kommunizieren, was wirkungsvoll für mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern und gegen diskriminierende Strukturen im Rahmen der Veranstaltung und im eigenen Team getan wird. Sich diskriminierenden Strukturen bewusst zu werden, ist dafür ein erster Schritt.  

Die Werteorientierung als Baustein der Unternehmensstrategie festzuschreiben, führt langfristig zu mehr Vertrauen und Identifikation mit der Organisation, insbesondere auch bei den Arbeitnehmenden und Helfer*innen. Gerade Ansätze für mehr Diversität und gegen Diskriminierung sind nicht sofort messbar. Sie erzielen langfristig Ergebnisse, deshalb kann hier nicht das Setzen von Indikatoren (KPI) der Schlüssel zu Erfolgsmessung sein. Wenn nur Maßnahmen ergriffen werden, wenn die Zahlen stimmen, führt das zu weniger Vertrauen und einer verpassten Chance gesamtgesellschaftlicher Wirksamkeit.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Standortwahl - Freifläche

Der Veranstaltungsort liegt nicht in landes- oder EU-rechtlich geschützten Gebieten (Naturschutzgebiete, Natura 2000 Gebiete, Vogelschutzgebiete) oder sensiblen Ökosystemen (Moore, Flussauen).

Auch in Hamburg gibt es geschützte Lebensräume, die durch Veranstaltungen nicht beeinträchtigt werden sollten. Die Stadt Hamburg stellt Karten zur Verfügung, in denen die geschützten Bereiche ausgewiesen sind: https://www.hamburg.de/schutzgebietskarte/.

Ob und inwiefern Veranstaltungen in geschützten Gebieten möglich sind, ist abhängig von Schutzstatus und Art sowie Größe der Veranstaltung selbst. Grundsätzlich sollten alle Veranstalter*innen in der Planungsphase in enger Absprache mit der Umweltbehörde bzw. Bezirksämtern stehen.

Der Deutsche Sportbund stellt ein umfangreiches Informationsportal zu den Themen Sport und Naturschutz bereit. Sportstätten und Wettkämpfe sollen im Einklang mit geschützten Naturräumen angelegt sein und stattfinden können.

In einem Leitfaden werden im vierten Kapitel die Verträglichkeit von (Sport)Events in Natura 2000 Gebieten erörtert, die nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie geschützt sind. An vier Fällen wird gezeigt, unter welchen Bedingungen Veranstaltungen stattfinden konnten und wann keine Durchführung möglich war. Der Leitfaden enthält viele gut aufbereitete Lösungsbeispiele, in denen die Planung von Veranstaltungen mit dem Schutzgrad des Naturschutzgebietes im Konflikt stand.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energiesparverhalten - Feste Bauten

Es werden Maßnahmen ergriffen, um ein energieeffizientes und energiesparendes Verhalten im Team zu fördern.

Jedes Grad weniger bei der Raumtemperatur spart ca. 6% Heizenergie. Nur wenn elektrische Geräte ausgeschaltet sind, verbrauchen sie keine zusätzliche Energie!  

  • Habt ihr einen Überblick, wie viel Strom und Heizenergie im Büro verbraucht wird?  
  • Sind an euren Heizkörpern elektrische Heizungsthermostate installiert?  
  • Lüftet ihr effizient? 
  • Sind Heizkörper frei geräumt, sodass die Heizleistung effizient ausgenutzt wird? 
  • Schaltet ihr alle elektrischen Geräte komplett ab, sobald ihr das Büro verlasst? 
  • Nutzt ihr schaltbare Steckerleisten? 
  • Begrenzt ihr den Warmwasserdurchlauf an den Waschbecken auf der Toilette und in der Küche? 
  • Sind eure Fenster abgedichtet?  
  • Wird das Büro vor allem mit Tageslicht bzw. mit LEDs beleuchtet? 
  • Nutzt ihr Bewegungsmelder, um Licht ein- und auszuschalten?
  • Werden Kühlschränke immer geschlossen?
  • Besucht ihr regelmäßig Fortbildungen, um euer Energiesparpotenzial auszunutzen? 
  • Steuert ihr euren Energieverbrauch aktiv? 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Programmempfehlung: Ausstellende & Konzept

Lokale Initiativen und gemeinnützige Organisationen können sich den Gästen der Veranstaltung präsentieren. Diese orientieren sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen/ Agenda 2030, sind anti-diskriminierend gestaltet und stärken gesellschaftliche Vielfalt.

Die häufigste Form Kooperationspartner*innen oder assoziierte zivilgesellschaftliche Initiativen auf einer Veranstaltung vorzustellen, ist der Infostand.  

Wenn es Infostände gibt, ist es wichtig, diese konzeptionell im Veranstaltungsprogramm einzubetten, sodass sie nicht lediglich als Lückenfüller dienen und tatsächlich relevant für Besucher*innen der Veranstaltung sind. Das Verteilen von Informationsmaterialien ist die einfachste Form der Öffentlichkeitsarbeit, die an einem Infostand geschehen kann. Mitmach-Aktionen zu planen, ist zwar aufwendiger, kann aber effektiver sein, um bei den Gästen einer Veranstaltung im Gedächtnis zu bleiben. Das lunatic Festival in Lüneburg stellt z.B. zahlreiche Initiativen auf dem Festivalgelände auf der “Spielwiese” vor. Auf der Spielwiese bietet jede Initiative eine Mitmach-Aktion an, die etwas mit dem Festivalthema zu tun hat, Flyern ist hier nicht erlaubt! 

Viele unterschiedliche Infostände können das Veranstaltungsgelände bereichern und ein umfassendes Informationsangebot für Gäste bereitstellen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Aufwand und Mehrwert sich die Waage halten. Der Aufwand im Vorfeld der Veranstaltung umfasst, alle Organisationen, die einen Infostand haben sollen, auf dem Gelände der Veranstaltung zu verorten und den Rahmen des Infostandes angemessen an die Betreiber*innen der Infostände zu kommunizieren. Bereits mit einer geringen Anzahl an Infoständen lohnt es sich, Anfragen und Ansprechpartner*innen systematisch abzulegen, um den Überblick zu behalten. Die Betreuung der Infostände sollte vor und während der Veranstaltung (und im besten Fall auch zur Evaluation nach Veranstaltungsende) gewährleistet sein, sodass Partner*innen wissen, an wen sie sich bei Fragen wenden können.

An Infoständen wird häufig Informationsmaterial aus Papier ausgehändigt, das in vielen Fällen ungelesen im nächsten Papierkorb entsorgt wird. Um auf Veranstaltungen unnötigen Papierverbrauch zu vermeiden, können Veranstalter*innen den Betreiber*innen der Infostände empfehlen, auf Informationsmaterial aus Papier zu verzichten. Stattdessen können an allen Infoständen z.B. QR-Codes bereitgehalten werden, sodass interessierte Besucher*innen Informationskanäle direkt online abonnieren können.  

Neben Flyern werden an Infoständen auch häufig Give-Aways, also Werbeartikel und -geschenke, ausgehändigt. Veranstalter*innen können festlegen, welche Give-Aways angemessen zur Ressourcenschonung einer Veranstaltung beitragen können, oder auf welche besser verzichtet wird. So können, im Gegensatz zu den klassischen Plastikkugelschreiber, wiederverwendbare Taschenaschenbecher auf einer Open Air-Veranstaltung oder regionales Bio-Obst einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit einer Veranstaltung leisten. Auch in unserem Infoportal findet ihr Unternehmen, die ressourcenschonende Give-Aways and Merchandise anbieten. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Verpackungsabfall: Gastronomie

Es werden Maßnahmen beim Speisen- und Getränkeangebot ergriffen, um Abfall durch Geschirr und Verpackungen zu reduzieren.

Selbst wenn Einweggeschirr auf Veranstaltungen aus Pappe oder kompostierbaren Kunststoffen hergestellt worden ist, wird der damit entstandene Abfall normalerweise im Restmüll entsorgt. Durch die Speisereste, die z.B. an Pappe kleben bleiben – wie in einem Pizzakarton – lässt sich das Material nicht mehr sortieren und auch nicht mehr gut recyceln.

Anstatt klassischem Plastikgeschirr haben viele Standbetreiber*innen auf kompostierbare Kunststoffe umgestellt. Prinzipiell ist die Kompostierung von biologisch abbaubarem Plastik möglich, dauert aber länger als bei herkömmlichen Bioabfall. In den meisten Kompostierungsanlagen wird das Einweggeschirr daher nach der regulären Kompostierungszeit abgesiebt und (ebenfalls) als Restabfall verbrannt.

Hersteller*innen von kompostierbaren Gefäßen und Besteck empfehlen deshalb am ehesten, den Abfall über die Wertstoffsammlung, d.h. über den „gelben Sack“ zu entsorgen. Aber auch hier sorgen die Speisereste dafür, dass das Material nicht mehr gut sortiert und recycelt werden kann und dann am ehesten in der thermischen Verwertung landet, d.h. verbrannt wird.

Vor allem mit dem erhöhten Infektionsschutz auf Veranstaltungen wird der Einsatz von Einweggeschirr attraktiv. Im Grundsatz bleibt aber das Prinzip nach wie vor, dass jeder Abfall, der nicht unbedingt notwendig wird, vermieden werden sollte.

Das ist leicht zu realisieren, wenn Schälchen, in denen Lebensmittel ausgegeben werden essbar sind.

Es gibt auch kompostierbares Einweggeschirr, das zwar grundsätzlich kompostierbar ist, aber häufig in den vorhandenen Müllverwertungsanlagen aufgrund anhaftender Speisereste oder wegen der verlängerten Kompostierungsdauer nicht recycelt werden kann und letztlich verbrannt wird. Die gleiche Herausforderung bei der Verwertung trifft auf Teller und Besteck aus Karton zu.

Das bedeutet für Veranstalter*innen, dass die Verwertung der ausgegebenen Materialien in jedem Fall mitgedacht werden sollte, bevor sie beschafft werden. Daher gibt es auch Einweg-Systeme, die die Entsorgung gleich “mitliefern”, wie Ökodishes.

Die ETH Zürich hat sich hier unterschiedliche Materialien näher angeschaut. Das Ergebnis der Recherche ist, dass unter den Einwegmaterialien unbeschichteter Karton in der Ökobilanz die beste Wahl ist. Wenn der Karton auch zur Ausgabe von Flüssigkeiten geeignet sein soll, dann sollte die Beschichtung aus Stärke (PLA) sein. Im Vergleich zu mehrfach eingesetztem Geschirr schneiden Einwegmaterialien in ihrer Ökobilanz trotzdem schlechter ab.

Auf den Seiten 11 bis 18 werden beinahe alle relevanten Verpackungsmaterialien, die potentiell für Veranstalter*innen infrage kommen, verglichen. Sobald das „Wunschmaterial“ für die Ausgabe von Lebensmittel feststeht, lohnt es sich einen Blick in die Tabelle zu werfen, um die dazu passende Bewertung des Materials nachzuschauen.

Mehrwegsysteme wie ReCup sind auch unter Corona-Bedingungen einsetzbar und eine sinnvolle Lösung. Der benutzte Kaffeebecher kann verschmutzt und kontaktlos z.B. über einen Behälter vor der Theke zurückgegeben werden, sodass ein neuer mit dem Heißgetränk ausgegeben werden kann.

Essbares Geschirr ist vermutlich einer der spannendsten Wege, um Abfall durch Verpackungsmüll zu vermeiden. Waffeln, in der Eiskugeln ausgegeben werden, werden ja bereits nahezu in jedem Eisladen angeboten. In anderen Formen sind Waffeln auch für anderes Fastfood geeignet.  

Tutaka hat darüber hinaus essbares Geschirr und Besteck mit ausführlichen Beschreibungen zusammengestellt: https://tutaka.com/marktplatz/gastronomie/. Darunter finden sich essbare Löffel mit unterschiedlichen Geschmäckern, Teller und Besteck aus Weizenkleie und essbare Schalen, die im Geschmack Brot ähneln.   

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Ausstattung & Dekoration: Beschaffung, Material & Abfallmanagement

Abstandhalter, Bodenmarkierungen, Spuck- und Trennschütze und andere Ausstattung zur Erfüllung der Corona-Auflagen sind ressourcenschonend hergestellt und nach Nachhaltigkeitsaspekten beschafft.

Es gibt Seifen, die ressourcenschonend hergestellt werden, vegan sind, biologisch abbaubar sind und gleichzeitig die benötigte Reinigungsfunktion umfassend erfüllen. Um Wasser zu sparen, sollten in allen sanitären Einrichtungen wassersparende Hähne eingebaut sein. Desinfektionsmittel werden zur Handhygiene normalerweise nicht zusätzlich benötigt, aber selbst für Desinfektionsmittel gibt es umweltverträgliche Alternativen: Es gibt z.B. Desinfektionsmittel, das auf Basis pflanzlichen Ethanols hergestellt wird.

TUTAKA hat sich mit Hygiene für die Veranstaltungs- und Hotelbranche beschäftigt und hat viele Schutzprodukte zusammengestellt unter dem Motto „Nachhaltigkeit und Hygiene schließen sich nicht aus“!

Das Robert-Koch-Institut beantwortet hier alle möglichen Fragen zu Infektionsschutzmaßnahmen. Nachhaltigkeit wird zwar nicht behandelt, die Hintergrundinformationen können allerdings helfen, um zu entscheiden, welche Infektionsschutzmaßnahmen ressourcenintensiv sind, aber womöglich nicht effektiv.

Um Abstände zwischen Veranstaltungsgästen sicherzustellen, braucht es Abstandsmarken und ggf. weiteres Material. Statt einmalig verwendbaren Materialien wie Absperrband aus Kunststoff, können auch Taue, Kordeln oder biologisch abbaubare Absperrbänder eingesetzt werden. Wenn Abstandsmarken dauerhaft auf dem Boden markiert werden sollen, können vegane Aufkleber beschafft werden, die in nachhaltigen Druckverfahren hergestellt werden. Große Abstandshalter, die als Abstandsmarkierung zwischen Menschen gestellt werden können, können z.B. aus FSC-zertifizierten Karton hergestellt oder aus natürlichen Dekomaterialien wie z.B. Topfpflanzen bestehen.

Im besten Fall bringen Veranstaltungsgäste Alltags- bzw. Behelfsmasken mit, um Infektionen zu verhindern. Nichtsdestotrotz können Veranstalter*innen zusätzlich Masken zum Selbstkostenpreis anbieten, die aus bio-zertifizierten Baumwollstoffen hergestellt wurden.

Für die Organisator*innen einer Veranstaltung können einheitliche Masken bedruckt mit einer aussagekräftigen Botschaft oder Logo beschafft werden, die ebenfalls aus bio-zertifizierten Stoffen hergestellt und z.B. fair gehandelt wurden.

Wenn aufgrund der aktuelle Lage der Einsatz von FFP2-Masken geboten ist, können diese nun auch bei memo bestellt werden. Die dort angebotenen Masken sind in Italien gefertigt und entsprechen dem vorgeschriebenen EU-Standard EN149:2001+A1:2009. Die Maske ist zwar ein Einmal-Produkt, muss aber nicht nach jedem kurzen Tragen ausgewechselt werden. In der Produktbeschreibung ist nachzulesen, unter welchen Umständen man die Maske ohne Bedenken wiederverwenden kann, und wann sie entsorgt werden sollte.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Das Nachhaltigkeitsengagement der Organisation wird in einem Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Das Anfertigen eines Nachhaltigkeitsberichts kann dabei helfen, transparent und einheitlich über das Engagement für Nachhaltigkeit zu berichten. Der deutsche Nachhaltigkeitskodex ist ein Instrument, das Unternehmen aller Größen, unterschiedlicher Branchen und auch Veranstalter*innen als Vorlage nutzen können, um genau dies zu tun. In dem verlinkten Blogbeitrag werden Software-Anwendungen getestet, mit denen das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichts vereinfacht werden soll; allerdings ist darunter keine die spezifisch auf das Umweltmanagement im Veranstaltungskontext angepasst ist. Unter den getesteten Anwendungen ist eine kostenfreie Software zu finden.

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr veröffentlichte Nachhaltigkeitsberichte und Leitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen. 

Auf der Website von https://web.ecogood.org/de/ wird die Gemeinwohl-Ökonomie vorgestellt, und zwar als Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.Auch in Hamburg wird die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie von einer regional aktiven Lokalgruppe vorangetrieben. 

Ein Gemeinwohlbericht ist nicht dasselbe wie ein Nachhaltigkeitsbericht, in dem es in vielen Fällen eher um die Umweltwirkung eines Unternehmens geht als um den gesamtgesellschaftlichen Beitrag eines Unternehmens. Die Gemeinwohlbericht wird anhand der Gemeinwohlmatrix erstellt. Diese umfasst vier „Werte“, die ein gutes Leben fördern: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung. In Kombination mit 5 sog. „Berührungsgruppen“ entstehen 20 Themen, in denen Unternehmen ihre Wirkung zum Gemeinwohl bilanzieren können. Der Gemeinwohlbericht eines Unternehmens wird extern geprüft und anschließend in der Gemeinwohlbilanz veröffentlicht. Vorteile einer geprüften Gemeinwohlbilanz sind die wirklich umfassende Betrachtung aller Bereiche eines Unternehmens in ihrer gesellschaftlichen Wirkung. Eine Gemeinwohlbilanz ist eine gute Möglichkeit, um transparent über Nachhaltigkeitsengagement zu berichten, woran sich Kund*innen orientieren können.  

Bereits 500 Unternehmen in Deutschland haben bisher ihre Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, um zu zeigen, wie sie dazu beitragen, das Wirtschaftssystem nachhaltiger und sozialer zu gestalten. satis&fy, als Vertreter*in der Veranstaltungsbranche, hat bspw. für das Geschäftsjahr 2012-13 eine Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, in der es 247 von 1000 möglichen Punkten in der Bilanzsumme erreichte.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Catering: Gastronomie

Die unbedenkliche, artgerechte Herkunft von angebotenen tierischen Produkten, wie Fleisch und Fisch, kann garantiert werden.

Greenpeace hat einen Einkaufsratgeber für Fischprodukte herausgegeben. In dem Ratgeber werden unterschiedliche Fischarten danach bewertet, ob diese vor dem Hintergrund der weltweiten Überfischung konsumiert werden dürfen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimawirkung der Veranstaltung: Klimaschutzmaßnahmen

Es werden die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen der Veranstaltung und der dazugehörigen Aktivitäten ermittelt.

Wenn indirekte Treibhausgasemissionen ermittelt werden sollen, stehen Veranstalter*innen vor der Frage, wo der Anfang und wo das Ende der Aktivitäten ist, die in die Aufstellung aller Emissionen einbezogen werden müssen und wie diese bilanziert werden sollen.

Die sog. Scope Dimensionen wurden entwickelt, um diese Abgrenzung zu vereinheitlichen. Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen, die z.B. durch den Betrieb eines Fuhrparks entstehen. Im Veranstaltungskontext können beispielsweise die unmittelbaren Emissionen gemieteter Transportfahrzeuge durch die verbrauchten Liter Treibstoff ermittelt werden. Scope 2 bezieht sich auf die Emissionen, die bei der Stromproduktion indirekt für das Unternehmen oder die Veranstaltung entstehen. D.h. die Frage, ob der bezogene Veranstaltungsstrom aus erneuerbaren oder fossilen Energien stammt, wird an dieser Stelle einkalkuliert. In Scope 3 werden Emissionen ermittelt, die nicht direkt zu den Aktivitäten der Veranstaltung gehören, aber davor und danach entstehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die An- und Abreise der Veranstaltungsbesucher*innen. Deshalb ist Scope 3 aufgrund ihres möglichen Umfangs in 15 Bereiche aufgeteilt, die auch für Veranstaltungen gültig sind. Im sogenannten „GHG-Protocol“, das weltweit für Unternehmen angewendet werden kann, sind die Scope Dimensionen beschrieben.

Mithilfe eines CO2-Rechners kannst du die durch eine Veranstaltung entstandenen Treibhausgasemissionen grob schätzen. Die berechneten Emissionen hängen sehr von den jeweils getroffenen Annahmen der Rechner ab, daher findest du unten unterschiedliche Rechner.

Um die Treibhausgasemissionen exakt aufzustellen, könnt ihr professionelle Beratung in Anspruch nehmen. In der Beratung werden mit euch wesentliche Emissionen ermittelt, und es wird darauf geachtet, dass ihr frühzeitig die richtigen Daten erhebt.

Für die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und negativen Umweltwirkungen gibt es unterschiedliche Begriffe, die für den Veranstaltungskontext bedingt anwendbar sind. Ökobilanzen oder Life-Cycle-Assessments bezeichnen die Emissionen von Treibhausgasen im Verhältnis zu einem hergestellten Produkt – eine sogenannte Produktbilanz. Auf Veranstaltungen gibt es allerdings häufig kein „Produkt“. Eine andere Möglichkeit ist es, Prozessbilanzen zu erstellen: Die Emissionen werden dann in das Verhältnis zu einem Arbeitsprozess gesetzt, die in einem bestimmten Zeitraum entstehen. Die dritte Möglichkeit ist es, eine sog. Standortbilanz aufzustellen. Das bedeutet, dass die Zuordnung von entstandenen Emissionen an ein (Fabrik-)Gelände gebunden ist und vor allem räumlich begrenzt wird.

Für die Durchführung von sog. Lebenszyklusanalysen gibt es die DIN ISO Norm 14040 bzw. 14044, in denen die Standards für Ökobilanzierung festgehalten sind. Darunter fallen allgemeine Anforderungen an die Berechnung wie z.B. die Festlegung des Untersuchungsrahmens und Standards zur Bestimmung der umweltrelevanten Auswirkungen eines Produkts oder eines Prozesses.

Veranstalter*innen können Treibhausgasemissionen pro Besucher*in oder pro verkaufte Tickets berechnen oder die absoluten Emissionen berichten. Letzteres ist eine gängigere Praxis, da das Verfahren transparenter und weniger fehleranfällig ist. An dieser Stelle gibt es allerdings kein „richtig“ oder „falsch“. Jede*r Veranstalter*in kann unabhängig ein aussagekräftiges Zahlenformat bestimmen, das wesentliche Emissionen der Veranstaltung verständlich vermittelt. In der Tatenbank könnt ihr euch von Beispielen inspirieren lassen. Das Hay Festival hat sich z. B. für absolute Zahlen entschieden und DGTL hat ihre Emissionen eindrucksvoll visualisiert.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Als Eventstrom wird zertifizierter Öko-Strom bezogen.

Der absolute Stromverbrauch einer Veranstaltung ist eine aussagekräftige Umweltkennzahl. Die Dokumentation der Stromverbräuche wird daher im besten Fall schon in der Planung einer Veranstaltung mitgedacht. Wenn Veranstaltungsstrom von externen Dienstleister*innen bezogen wird, können unterschiedliche Stromzähler installiert werden, die zwar vor allem für die Abrechnung benötigt werden, aber auch darauf hinweisen können, welche Aktivitäten einer Veranstaltung energieintensiv waren.  

Neben der Messung und Dokumentation der Stromverbräuche sind natürlich die Bezugsquellen von Strom wichtig: Veranstaltungsstrom sollte nach Möglichkeit von regionalen Öko-Strom-Anbieter*innen bezogen werden. Wenn bspw. mobile Photovoltaikanlagen auf dem Veranstaltungsgelände eingesetzt werden lohnt es sich, die eigene Stromproduktion sichtbar zu machen, wie auf der altonale. Vor allem in Veranstaltungsstätten, in denen die Energieversorgung durch die vorhandene Infrastruktur gewährleistet ist und somit kein Einfluss über die Stromanbieter*innen besteht, ist es sinnvoll mit den Betreiber*innen vorher abzuklären, ob z.B. eine besonders energiesparende Beleuchtung zur Verringerung des Stromverbrauchs beiträgt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Catering: Gastronomie

Speisen und Getränke werden unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten eingekauft.

Für die Getränkeversorgung einer Veranstaltung ist es möglich, ausschließlich Biere, Limonaden und Co. zu verkaufen, die direkt aus Hamburg kommen! Lokale Getränke aus Hamburg gibt es u.a. hier verlinkt. Darunter Wermut, Cider, Bier(e), Vodka, Gin, Mineralwasser, Limonaden, Cola, Mate und Co. Hier geht es zu einer Liste mit lokalen alkoholfreien Alternativen!

Saisonkalender sind ein hilfreiches Instrument, um nachzusehen, welche Gemüse- und Obstsorten regional verfügbar sind, ohne dass in ihrer Produktion vermeidbare Emissionen durch Kühlung und Transport entstehen. An dieser Stelle gibt es einen Saisonkalender, der regelmäßig aktualisiert wird: https://utopia.de/ratgeber/saisonkalender-fuer-gemuese-obst/

Die jahreszeitlich vorbestimmten Temperaturen und Niederschläge geben vor, welche Obst- und Gemüsesorten wann angebaut und geerntet werden können. Am besten ist es, regional Produkte der Saison zu kaufen, die im Freiland angebaut werden. Nach der Erntesaison gibt es zudem Produkte, die kühl eingelagert werden können und dann noch eine gewisse Zeit zur Verfügung stehen. Wenn Lebensmittel allerdings zu lang eingelagert werden, dann übersteigt der Energiebedarf der Kühlung die Emissionen, die bei importierter Ware entstehen würden. Dass Lebensmittel aus einem Kühlhaus bereitgestellt werden, ist in vielen Saisonkalender gekennzeichnet.  

Es gibt auch Kulturen, die in Gewächshäusern gezogen werden. Die Initiative Global 2000 schreibt in einem Onlineartikel, dass Obst und Gemüse aus Gewächshäusern oder unter Folientunneln als saisonal gelten, wenn keine zusätzliche Energie z.B. zur Beheizung eingesetzt werden muss. 

Eine einheitliche Definition für den Begriff „regional“ gibt es nicht. Häufig werden Regionen anhand eines landschaftlich einheitlichen Gebiets und/oder anhand von administrativen Grenzen festgelegt. Bei Produkten wie Obst und Gemüse sollte für Konsument*innen klar identifizierbar sein, von woher sie stammen, wenn sie als regional bezeichnet werden. Bei verarbeiteten Produkten mit teilweise komplexen Produktionswegen zählt auch, ob die Vorprodukte aus einem eindeutig benennbaren geographischen Gebiet kommen. Für weitere Informationen zum Begriff Regionalität hat der Bundestag eine kleine wissenschaftliche Ausarbeitung in Auftrag gegeben.  

Die Metropolregion Hamburg kann als wirtschaftlich bedeutende Region verstanden werden, die sich in einem Umkreis von 100 Kilometern um die Freie und Hansestadt Hamburg erstreckt. 

Für die Versorgung einer Veranstaltung mit regionalen Lebensmitteln und Dienstleistungen wie Caterern sowie Blumenschmuck gibt es folgende Anlaufstellen.  

Die Regionalwert AG Hamburg ist eine Aktiengesellschaft, die in regionale Betriebe investiert und die Partnerbetriebe dann zu sozialen und ökologischen Standards verpflichtet. Unter den Partnerbetrieben sind Bauernhöfe, Direktvermarkter*innen, Lebensmittelhändler*innen, Lebensmittelhandwerker*innen und Dienstleister*innen wie z.B. Caterer. „Region“ bedeutet hier Metropolregion Hamburg und Teile Schleswig-Holsteins.   

Diese Initiative ist ein Zusammenschluss aus Gärtner*innen, Florist*innen und Fachhändler*innen, die sich in Norddeutschland für die Erhaltung regionaler Blumen- und Zierpflanzenproduktion einsetzen.  

Eine hilfreiche Anlaufstelle für regionale Dienstleister*innen bietet die UmweltPartnerschaft Hamburg. Zu diesem Netzwerk zählen Betriebe, die sich selbst zu betrieblichem Umweltschutz verpflichtet haben und ihren Unternehmenssitz in Hamburg haben.  

Die Initiative Öko-Regionalinitiative Nord e.V. ist ein Netzwerk aus Landwirt*innen, die Lebensmittel ökologisch produzieren. 

Eine Initiative aus Landwirt*innen, Gärtner*innen, Lebensmittelhandwerker*innen, -vermarkter*innen, Köch*innen und Gastronomen, die sich für die Herstellung und Verarbeitung hochwertiger regionaler Lebensmittel einsetzen. 

Es gibt unterschiedliche Kategorien, um zu bewerten, ob ein Lebensmittel nachhaltig ist oder nicht. Die Anzahl unterschiedlicher Siegel für die Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Lebensmitteln bildet diese Vielfalt möglicher Kriterien für nachhaltigen Konsum ab. Es ist nicht immer möglich “auf alles” zu achten, sodass in vielen Fällen auch bei der Wahl des Caterings zwischen unterschiedlichen Aspekten abgewogen werden muss. 

Klar ist: Ökologisch am wirkungsvollsten zur Reduktion von Treibhausgasen einer Veranstaltung ist der Verzicht auf tierische Lebensmittel. Ob regional und/oder biologisch produzierte Lebensmittel für eine Veranstaltung “besser” sind, hängt stark von der Jahreszeit, von den Anbaupraktiken der Landwirt*innen und vom Transport der Lebensmittel ab.   

Lebensmittel, die ökologisch produziert wurden, gelten als umweltverträglicher als solche, die in konventioneller Landwirtschaft hergestellt wurden. Wenn allerdings eine lokale Produzentin aufgrund innovativer Anbaupraktiken Kooperationspartner*in einer Veranstaltung ist, ihr Betrieb aber z.B. nicht bio-zertifiziert ist, ist es legitim im Rahmen der Veranstaltungsorganisation lokales (und saisonales) Catering zu priorisieren.   

Einen knackigen Vergleich ökologischer und regionaler (konventioneller) Landwirtschaft hat das Wissenschaftsmagazin Quarks in dem folgenden Blogbeitrag gemacht. Das Fazit: Im Zweifel regional und saisonal kaufen, anstatt “Bio”.  

Wenn das Catering einer Veranstaltung nicht ausschließlich vegan sein soll, können tierische Produkte trotzdem aus artgerechter Tierhaltung beschafft werden. Auf die Beschaffung von kritischen Lebensmitteln (z.B. Produkte von bedrohten Tierarten) sollte allerdings in jedem Fall verzichtet werden. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Gemeinnützige Partner*innen

Die Organisation arbeitet mit gemeinnützigen Organisationen, Projekten oder Initiativen zusammen.

Manchmal kommt es vor, dass Veranstaltungen mediale Aufmerksamkeit erhalten, weil Künstler*innen auftreten, die umstritten sind, Sponsor*innen beworben werden, deren Unternehmensziele dem Veranstaltungszweck entgegenwirken oder Kooperationspartner*innen sich nicht entschieden für gesellschaftliche Vielfalt und gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen. 

Wenn die Grundwerte der Veranstaltungsorganisation klar formuliert sind (wie z.B. bei der altonale GmbH), dann können mögliche Kooperationspartner*innen vor dieser konkreten Grundlage kritisch geprüft werden, sobald Zweifel bei der Wertorientierung dieser bestehen. 

Wenn Projekte oder Initiativen anfragen, um z.B. einen Infostand auf der Veranstaltung anzumelden, haben Veranstalter*innen die Möglichkeit, eigene Regeln anzuwenden und dann bestimmte Wertorientierungen oder Nachhaltigkeitsleistungen einzufordern. Es sollte vertraglich festgehalten werden, dass Initiativen von der Veranstaltung ausgeschlossen werden können, wenn sie sich nicht an diese Regeln halten. 

Das Booking ist ein wichtiger Teil in der (politischen) Ausrichtung einer Veranstaltung. Künstler*innen, Referent*innen (oder Gäste) bringen u.U. Perspektiven mit auf die Veranstaltung, die provozieren können. Das Feingefühl der Veranstalter*innen ist hier gefragt: Welche Themen sollen durch wen und wie präsent gemacht und diskutiert werden? Wenn sich Expert*innen in den eigenen Reihen befinden, können diese hilfreiche Einblicke in bestimmte Communities geben. Falls gesellschaftliche Fragen behandelt werden, die außerhalb der Expertise des eigenen Teams liegen, sollten Veranstalter*innen im Vorfeld umfangreich recherchieren und ggf. Expert*innen von außen anfragen.  

Viele rechtsextreme Bewegungen verweben das Thema Naturschutz mit ihren faschistischen Ideen. Die in diesem Kontext aufkommenden Forderungen rechter Organisationen nach z.B. ökologischer Landwirtschaft und dem Ausstieg aus der Atomenergie können auf den ersten Blick ähnlich klingen wie die Forderungen von Umweltschutzprojekten, sind aber stets rassistisch motiviert und zu verurteilen. 

Das Bundesamt für Naturschutz hat ein umfangreiches Dokument herausgegeben, in dem unterschiedliche Autor*innen den Zusammenhang zwischen Rechtsradikalismus und Naturschutz erörtern.  

Die Landeszentrale für Umweltaufklärung in Rheinland-Pfalz hat sog. Argumentationshilfen formuliert, in der auf Aussagen aus rechtsextremen Bewegungen, die sich umweltrelevanten Themen widmen, eingegangen wird.  

Die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) wurde gegründet, um über die Verknüpfung zwischen rechten Bewegungen und Natur- und Umweltschutz aufzuklären. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Catering: Gastronomie

Bei der Zusammenstellung des Lebensmittelangebots werden kulturelle Aspekte und Verträglichkeiten berücksichtigt.

  • Glutenhaltiges Getreide (z.B. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel sowie daraus hergestellte Erzeugnisse) 
  • Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse 
    Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose) 
  • Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia- oder Queenslandnüsse sowie daraus gewonnene Erzeugnisse) 
  • Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Schwefeldioxid und Sulphite 
  • Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse 
  • Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse  

Nicht nur Lebensmittelunverträglichkeiten haben einen Einfluss darauf, was Menschen auf Veranstaltungen essen können und wollen. Auch Religionszugehörigkeit kann mit Lebensmittelvorschriften zusammenhängen genauso wie persönliche Lebensstile wie ein vegetarisches Essverhalten. Auf Varianten am Rand des Spektrums einzugehen wie bspw. Rohkostveganismus oder besondere Diäten, kann herausfordernd sein und muss im Einzelfall von Veranstalter*innen anhand des vorhandenen Budgets abgewogen werden. Nichtsdestotrotz kann das Veranstaltungscatering so vielseitig passend und nachhaltig gestaltet sein, dass die Mehrheit der Gäste angesprochen wird. Wenn es möglich ist und es die Größe der Veranstaltung anbietet, können Essgewohnheiten bei Gästen abgefragt werden. Dann können aktiv passende Lebensmittelangebote geschaffen und gleichzeitig Reste minimiert werden. 

 

FLEISCH UND FISCH 

In vielen Religionen sind Fleischsorten von bestimmten Tierarten nicht oder nur aus bestimmten Schlachtungen erlaubt, genauso wie Fisch und Meeresfrüchte nur teilweise oder gar nicht erlaubt sein können. Ein vegetarisches oder veganes Catering hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen ist es umweltverträglicher, auf tierische Lebensmittel zu verzichten, und zum anderen muss man bei der Zubereitung und Auswahl pflanzlicher Speisen weniger in Bezug auf soziokulturelle Aspekte beachten. Gemüse und Obstsorten sind in nahezu allen Religionen und Diäten erlaubt. Vorsicht ist geboten bei tierischen Zusätzen wie Gelatine, die nicht vegetarisch sind, aber in „vegetarisch“ scheinenden Produkten verarbeitet sind – wie z.B. in geklärten Fruchtsäften! 

  

ZUBEREITUNGSWEISEN  

Mit der Einhaltung von religiösen Essensvorschriften gehen häufig auch verpflichtende Zubereitungsweisen einher. Hier kommt es ganz darauf an, wie das Publikum der Veranstaltung zusammengesetzt ist und wie die Lebensmittelversorgung insgesamt gestaltet wird: Je unterschiedlicher die Caterer sind, die in Foodtrucks oder Buffetts sowieso Unterschiedliches anbieten, je eher lohnt es sich für Veranstalter*innen bei gewisser Nachfrage z.B. auch streng koschere oder halal Lebensmittel bei Caterern anzufragen.  

  

ALKOHOL  

Der Konsum von Alkohol spielt auf vielen Veranstaltungen eine große Rolle, aber ist in manchen Diäten oder Religionen nicht erlaubt. Gibt es genügend nicht alkoholische Getränke im Angebot? Wird auf Zubereitungsweisen verzichtet, in denen mit Alkohol gekocht wird? 

  

MILCHPRODUKTE UND LAKTOSE 

Obwohl Milchprodukte grundsätzlich in vielen Ernährungsweisen erlaubt sind, ist Laktoseintoleranz eine Lebensmittelunverträglichkeit, die es sich lohnt einzuplanen, da viele Veranstaltungsgäste davon betroffen sein können.  

  

KENNZEICHNUNG 

Lebensmittel und Zutaten zu kennzeichnen, ermöglicht, dass Veranstaltungsgäste gut darüber informiert werden, was sie essen können und was nicht. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Abfallkonzept

Für die Veranstaltung gibt es ein Abfallkonzept.

Die Abfallhierarchie ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz angelegt und fördert den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

An erster Stelle der Abfallhierarchie steht, dass Abfälle vermieden werden sollen. Daher ist es sinnvoll, bereits in der Veranstaltungsplanung auf abfallintensive Aktivitäten zu achten und diese ggf. neu zu planen, um eine wesentliche Menge zu vermeiden z.B. durch den Einsatz von Mehrwegsystemen. Die Abfälle, die unvermeidbar sind, sollten im besten Fall nicht wirklich zu Abfall werden, sondern unmittelbar auf der nächsten Veranstaltung wiederverwendet oder dazu aufbereitet werden können. Dazu zählen z.B. Banner, die mehrjährig verwendet werden können, wenn sie dementsprechend (ohne Datumsangaben und ähnliches) bedruckt sind. Wenn Restmüll, Altpapier, Verpackungsabfälle und Bioabfälle während der Veranstaltungstage gut getrennt werden, können diese Abfälle – neben allen anderen Fraktionen, die anfallen – durch die lokalen und regionalen Abfallentsorger fachgerecht recycelt oder energetisch verwertet werden.

Abfallverwertung kann nur funktionieren, wenn Abfälle gut getrennt werden. Um die Abfalltrennung zu gewährleisten, hat sich bewährt, Abfallstationen auf dem gesamten Veranstaltungsgelände, gut erreichbar und in ausreichender Menge aufzustellen. Die Abfallstationen können Informationen zu den klassisch anfallenden Fraktionen bieten, um die Fehlwurfquote zu reduzieren.

Die Fehlwurfrate ist ein Indikator, mit dem die Qualität des gesammelten Abfalls ermittelt werden kann. Der lokale Abfallentsorger oder private Abfallentsorgungsunternehmen sind die wichtigsten Ansprechpartner bei der Planung des Abfallmanagements einer Veranstaltung.

Cradle to Cradle steht für ein Kreislaufkonzept, in dem es keinen Abfall gibt. Produkte werden so designt, dass bereits vor der Produktion klar ist, was aus dem Produkt werden wird, wenn es entsorgt wird. Dabei können Produkte entweder in einem technischen oder in einem ökologischen Kreislauf geführt werden. Alle Produkte, die ökologisch abbaubar sind und keine gesundheitsschädigenden Chemikalien im Abbauprozess freisetzen, werden im ökologischen Kreislauf geführt. Alle Produkte, die nicht abbaubare Elemente enthalten wie Metalle oder Kunststoffe, werden in technischen Kreisläufen gehalten. Der Einsatz von Kunststoff wird bei Cradle to Cradle nicht vermieden, sondern gefördert, wenn die eingesetzten Kunststoffe frei von gesundheitsschädigenden Chemikalien sind. Produkte können nach dem Cradle to Cradle Konzept zertifiziert werden.  

Es gibt einige Cradle to Cradle zertifizierte Produkte, die im Veranstaltungskontext verwendet werden können. Es gibt schadstoffabsorbierende Teppiche und Wandfarben für den Messebau, Klopapier, Reinigungsmittel für das Aufräumen nach der Veranstaltung, Bücher oder Trinkflaschen als Gastgeschenke, und z.B. sind Kleidungsstücke von Trigema zertifiziert!  

Entsorgt werden wiederverwendbare Produkte am besten über die Hersteller*in, um sicherzustellen, dass die Materialien vollständig im Kreislauf geführt werden können. Die meisten Verpackungsmaterialien, die nach Cradle to Cradle Prinzipien hergestellt worden sind, werden ansonsten als Papier, im dualen System oder im ungünstigsten Fall als Restmüll entsorgt. Im Bioabfall können Cradle to Cradle Verpackungen meistens nicht entsorgt werden, da die Kompostierung der Verpackung länger dauert als es in vielen Abfallverwertungsanlagen vorgesehen ist. 

Zigarettenfilter werden nach dem Rauchen häufig auf der Straße anstatt im Mülleimer entsorgt und zumindest von rauchenden Veranstaltungsbesucher*innen nicht unbedingt als störend wahrgenommen. Anders ist das für Nicht-Raucher*innen; sie empfinden den Abfall durch Zigaretten eher als unangenehm. Weitere Informationen zur Wahrnehmung von Zigaretten und Co. dazu hat eine niederländische Initiative in ihrem Leitfaden für nachhaltige Veranstaltungen zusammengetragen.

Zigarettenfilter aus Cellulose-Acetat stellen zudem ein ökologisches Problem dar. Diese sind nur schlecht biologisch abbaubar, angereichert mit giftigen und umweltschädlichen Stoffen können sie Wasser und Boden verunreinigen, und Vögel können die Zigaretten mit echter Nahrung verwechseln. Um die negativen Umweltauswirkungen gering zu halten, ist es daher sinnvoll, Zigarettenstummel im Rahmen von Veranstaltungsaktivitäten zu sammeln und so die Verwertung zu ermöglichen.  

Auf dem Veranstaltungsgelände sollten genügend Möglichkeiten bereitstehen, um Zigaretten zu entsorgen. Darüber hinaus können interaktive und witzige Installationen, an denen z.B. sichtbar gemacht werden kann, wie viele Zigaretten bereits gesammelt wurden, umgesetzt und in das Kommunikationskonzept der Veranstaltung eingebunden werden. Des Weiteren gibt es tragbare Aschenbecher, die Besucher*innen in der Hosentasche mitnehmen können und so ihre Zigaretten entsorgen können. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Druckprodukte: Beschaffung, Material & Abfallmanagement

Es werden Maßnahmen ergriffen, um den Einsatz von Druckprodukten zu reduzieren.

Wenn eine Veranstaltung im digitalen Raum stattfindet, dann ist es sinnvoll, wenn auch das Gästemanagement digital abläuft. Und auch für Veranstaltungen, die vor Ort stattfinden, spart eine Software zur potentiellen Kontaktrückverfolgung zeitliche und organisatorische Ressourcen.

Das digitalisierte Teilnehmendenmanagement sorgt für den einfachen Überblick, wer wann vor Ort ist. Zudem wird die Löschung personenbezogener Daten erleichtert, ohne Ordner mit Dokumenten vernichten zu müssen. Darüber hinaus ist die Weitergabe von Informationen zum Veranstaltungsablauf, zu Infektionsschutzmaßnahmen und die Absage einer Veranstaltung leichter an registrierte Gäste zu kommunizieren, als wenn sie anonym Tickets erworben haben.

Hygiene Ranger ist eine App, die die Gästeerfassung datenschutzkonform unterstützen kann.

In der Tatenbank sind unter „Ticketing“ Anbieter*innen von umweltschonenden und/oder lokalen Ticketlösungen und Softwaren zum Teilnahmemanagement zusammengestellt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Camping: Unterkunft

Im Rahmen der Veranstaltung können Gäste auf dem Veranstaltungsgelände in einem nachhaltig ausgerichteten Campingbereich übernachten.

Wenn Besucher*innen auf dem Gelände der Veranstaltung campen, ist der Zeltplatz ein Ort, der im Nachhaltigkeitskonzept der Veranstaltung nicht vergessen werden darf. Viele Veranstalter*innen richten sog. Green Camping Zonen ein, in denen die Reduzierung der Umweltauswirkungen und ein rücksichtsvoller Umgang unter den Gästen gefördert wird.  

In den Green Camping Zonen wird Abfall getrennt und Besucher*innen werden darauf hingewiesen, Abfälle aktiv zu vermeiden. Veranstalter*innen erheben auch ein sog. „Müllpfand“, das erstattet wird, wenn Besucher*innen ihren befüllten Müllbeutel am Ende der Veranstaltungstage abgeben. In manchen Fällen werden sogar die Zeltplätze vor Abreise der Gäste kontrolliert und die Rückgabe des Pfands daran geknüpft, ob Zelte und Co. mitgenommen wurden. Auf manchen Veranstaltungen werden spezielle Helfer*innen eingesetzt, die Besucher*innen für das Problem Abfall sensibilisieren und z.B. selbst Abfall auf dem Gelände einsammeln. 

Sanitäranlagen sind der zweite direkt umweltrelevante Bereich. Am wichtigsten ist es, dafür zu sorgen, dass Veranstaltungsgäste die eingerichteten Sanitäranlagen nutzen und nicht wild pinkeln. Hier setzen Veranstalter*innen zunehmend Komposttoiletten oder Trocken-Klos ein, die häufig dekorativer als mobile Chemietoiletten sind, nicht besonders stark riechen und keine Wasseranschlüsse benötigen. Festivals nutzen z.B. auch selbstgebaute Naturduschen.  

In der Konzeption einer Green Camping Zone kann auch das rücksichtsvolle Miteinander berücksichtigt werden: Hier achten Veranstalter*innen z.B. darauf, dass keine Generatoren und laute Musikanlagen genutzt werden dürfen. Ruhezeiten müssen eingehalten werden und Fahrzeuge dürfen das Gelände nicht befahren.  

Viele Menschen lassen nach ihrem Festivalbesuch Zelte, Schlafsäcke und Isomatten zurück. Für Veranstalter*innen sind diese Gegenstände eigentlich Abfall, der auf dem Gelände anfällt. Doch Hanseatic Help, ein gemeinnütziger Verein aus Hamburg, sammelt zurückgelassene Campingausrüstung auf Festivals ein, säubert, wäscht und trocknet sie und gibt sie dann an Obdachlose in und um Hamburg weiter! 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Naturschutz

Es werden Maßnahmen ergriffen, um Flurschäden zu vermeiden.

Habt ihr schon einmal bei einem Open-Air-Konzert gestanden und euch über einen seltsamen etwas fauligen Geruch gewundert? Das waren nicht etwa deine Stehnachbarn sondern Methan. Die tanzenden und springenden Besucher*innen verdichten den Boden so stark, dass die Gase, die sonst in den Zwischenräumen der Erde gespeichert sind, frei werden. Deshalb ist es bei Outdoorveranstaltungen sinnvoll, zuallererst bereits versiegelte Flächen als Veranstaltungsort in Betracht zu ziehen, um Böden und der Vegetation keiner Belastung, Verdichtung und Vertritt durch Besucher*innen auszusetzen. Je nachdem, wie der Boden beschaffen ist, wie schützenswert der beanspruchte Naturraum ist und welche Belastung durch Besucher*innen erwartet wird, sollten Veranstalter*innen entsprechende Maßnahmen treffen, um die Grasnarbe zu schützen.

Hierfür gibt es z.B. Schwerlastplatten aus recyceltem Kunststoff, Vliesmatten, Bodenschutzgitter aus unterschiedlichen Materialien, die unterschiedlichen Belastungen standhalten können, sowie Kunststoffplatten, die im Click-System flexibel verlegt werden können.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Büro & Planung

Es werden Maßnahmen ergriffen, um den Arbeits- und Büroalltag der Organisation klimafreundlich und ressourcenschonend zu gestalten.

  • Bezieht eure Organisation für die Büroräume zertifizierten Ökostrom?
  • Lüftet ihr effizient und sparsam, d.h. alle halbe Stunde fünf Minuten stoßlüften? 

  • Schaltet ihr alle elektrischen Geräte ab, sobald ihr das Büro verlasst? 

  • Nutzt ihr für die Bürobeleuchtung LEDs? 

  • Verwendet ihr ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier und auch das sparsam? 

  • Sorgt ihr dafür, dass die Innenraumluft konstant gut ist und ihr z.B. Drucker nicht im selben Raum nutzt, in dem ihr auch arbeitet? 

  • Ist die Handseife auf den Toiletten biologisch abbaubar und vegan produziert? 

  • Verwendet ihr zertifiziertes Hygiene- bzw. Klopapier aus recycelten Fasern? 

  • Sind auf den Toiletten wassersparende Wasserhähne installiert?  

  • Nutzt ihr biologisch abbaubare und vegane Reinigungsmittel in der Küche? 

  • Sind eure Bürosnacks und Kaffee fair gehandelt worden? 

  • Esst ihr im Büro gemeinsam vegetarisch oder vegan, regional und saisonal? 

  • Trinkt ihr vor allem Leitungswasser? 

  • Meidet ihr kollektiv Einwegplastik als Verpackungsmaterial? 

  • Repariert ihr eure elektronischen Geräte, bevor ihr neue anschafft? 

  • Schafft ihr ausschließlich zertifizierte Büroausstattung an, die aus ressourcenschonenden Materialien hergestellt worden ist? 

  • Trennt ihr in allen Büros euren Abfall und sorgt für die fachgerechte Entsorgung? 

  • Ist euer Unternehmen oder eure Organisation bei einer nachhaltigen Bank?  

  • Nutzt ihr einen Webhostingservice, der Ökostrom bezieht?

Anlaufstellen für nachhaltige Software und Ökohosting-Anbieter*innen, die Beschaffung von Bürobedarf, IT und Mitarbeiter*innen-Verpflegung sowie weitere Dienstleistungen für den Arbeitsalltag findet ihr übrigens hier in unserer Tatenbank unter “Büroalltag”.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

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