Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Soziale Aspekte & Inklusion: Anwohner*innen

Anwohner*innen werden an den Veranstaltungsaktivitäten beteiligt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Mobilität

Die Anreise aller Mitwirkenden zur Veranstaltung und das Fortbewegen auf dem Veranstaltungsgelände wird emissionsarm gestaltet.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Durch inklusive und diversitätssensible Programmgestaltung (z.B. mehrsprachig, kindgerecht oder barrierefrei) werden verschiedene Zielgruppen angesprochen und aktiv zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen.

Viele Menschen haben sich 2020 kreative Formate ausgedacht, die auch in Zeiten von Corona Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und Begegnungen schaffen. 1:1 CONCERTS© organisiert eine ca. 10-minütige wortlose eins-zu-eins Begegnung zwischen Musiker*in und Hörer*in an unterschiedlichen Spielorten. Auch KulturSendung organisiert Live-Acts im sehr kleinen privaten Rahmen. Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes hat 10 kreative Projekte in einer Gesprächsreihe vorgestellt, die während Corona entstanden sind. Darunter das Hamburger #keinerkommt Festival, virtuelle Museumsrundgänge und einiges mehr. 

In der Veranstaltungsorganisation sensibel für Mehrsprachigkeit zu sein ist leichter, wenn das eigene Organisationsteam selbst mehrsprachig arbeitet. In der Veranstaltungskommunikation können Veranstaltungsflyer und Infomaterialien in mehreren Sprachen eingesetzt werden. Auf dem Gelände der Veranstaltungsstätte selbst sollten zudem Orientierungs- und Leitsysteme mehrsprachig gestaltet werden. Für manche Veranstaltungsaktivitäten ist es sinnvoll, Simultanübersetzer*innen und Dolmetscher*innen anzufragen, während auf anderen Veranstaltungen eher gedruckte Materialien einen Mehrwert schaffen können. Wenn auf einer Veranstaltung sowieso zentrale Anlaufstellen für Fragen der Besucher*innen eingeplant sind, können diese Stellen auch auf die Mehrsprachigkeit des Publikums vorbereitet sein. 

Das Interkulturelle Forum in Hamburg wurde 2003 von Organisator*innen interkultureller Festivals und Kulturinstitutionen gegründet. Zum Netzwerk des Interkulturellen Forums zählen Vereine, Kulturhäuser und Festivals, die gute Beispiele für umgesetzte kulturelle Vielfalt auf Veranstaltungen sind.

Stadtkultur Hamburg setzt sich für eine „generationsoffene, milieuübergreifende und inklusive“ Stadtteilkultur Hamburgs ein und zählt eine umfangreiche Liste an Mitgliedern. Unter den Mitgliedern sind Kulturzentren, Initiativen und Künstler*innen, die Diversität leben und vor Ort fördern. 

Auf internationalen Veranstaltungen können Dolmetscher*innen sinnvoll eingesetzt werden, vor allem wenn nicht alle Programmpunkte z.B. auf Englisch abgehalten werden können oder es Teil des Veranstaltungskonzepts ist, Mehrsprachigkeit und Interkulturalität zu leben. So kann allen die Teilhabe ermöglicht werden.  

Zur Vorbereitung sollten Veranstalter*innen klären, ob simultan oder konsekutiv gedolmetscht werden soll und z.B. wie viele Dolmetscher*innen gebraucht werden und welche technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. In einem Angebot sollte neben Honorar(en) auch vereinbart werden, wie z.B. die Aufzeichnungen verwertet werden dürfen. 

Die Berufsbezeichnung als Dolmetscher*in ist nicht geschützt. Dagegen weist ein akademischer Grad wie „Diplom-Dolmetscher“ auf die fachliche Qualifikation hin. 

Es gibt unterschiedliche Systeme, Menschen mit Hörschädigung Kommunikationshilfen bereitzustellen. Veranstalter*innen tragen für den Abbau von kommunikativen Barrieren im kulturellen Bereich eine besondere Verantwortung, da hier Menschen noch keinen festen Rechtsanspruch auf die Übernahme von Dolmetscherkosten haben.  

Es gibt Dolmetscher*innen für Gebärdensprache und sog. Schriftdolmetscher*innen. Je nach den Gegebenheiten vor Ort sollten sich Veranstalter*innen beraten lassen, um eine effektive Lösung zu finden. Beim Schriftdolmetschen wird gesprochener Text in Schriftsprache übersetzt, sodass der Text z.B. auf einer Leinwand mitgelesen werden kann. Es gibt auch Dolmetscher*innen, die mit Spracherkennungssoftware arbeiten und im Prinzip das Gesagte nachsprechen, sodass geschriebener Text live mitgelesen werden kann. 

Eltern mit Kleinkindern sollten in der Veranstaltungsorganisation explizit mitgedacht werden. Die folgende Liste ist nicht vollständig, bietet aber einige Anknüpfungspunkte für die Planung: 

  • Wie familienfreundlich soll die Veranstaltung sein? Welchen Stellenwert sollen Kinder als Veranstaltungsgäste einnehmen? 
  • Gibt es Programmpunkte, die sich ausschließlich an Kinder richten und die auch so beworben werden?  
  • Welche Altersgruppen können ohne Probleme an der Veranstaltung teilnehmen und für welche Altersgruppen (z.B. Kleinkinder) sollte die Teilnahme vorbereitet werden?
  • Bestehen für Kinder besondere Risiken auf dem Veranstaltungsgelände wie z.B. die Lautstärke der Musik oder Zigaretten- und Drogenkonsum? 
  • Wie sicher ist das Veranstaltungsgelände im Allgemeinen? Wo sind physische Risiken für Kinder? 
  • Kann für Kinder effektiver Gehörschutz (kostenfrei) bereitgestellt werden? 
  • Ist die Veranstaltungsstätte barrierefrei mit einem Kinderwagen zugänglich? Gibt es Plätze, an denen Kinderwägen sicher abgestellt werden können? 
  • Können Spielräume oder „Zonen“ eingerichtet werden, in denen sich Eltern mit ihren Kindern zurückziehen können? Gibt es Räume, um Kinder zu stillen? 
  • Besteht die Möglichkeit (kostenfreie) Kinderbetreuung im Rahmen der Veranstaltung anzubieten? 
  • Können Eltern ihre Kinder bis zu einem bestimmten Alter kostenfrei mit auf die Veranstaltung nehmen? Welcher Ticketpreis gilt für Jugendliche? 
  • Wie zugänglich sind Wickelmöglichkeiten sowohl für Mütter als auch für Väter? 
  • Gibt es gute Sitzgelegenheiten, um gemeinsam mit Kindern zu essen? 
  • Für den Fall, dass Kinder auf dem Veranstaltungsgelände verloren gehen: Wie geht ihr als Veranstaltungsorganisation damit um? 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V. ist ein Zusammenschluss aus über 60 Fachverbänden und Kulturakteur*innen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, dass junge Menschen Zugang zu kultureller Bildung erhalten und aktiv an Gesellschaft teilhaben können. Unter den Mitgliedern sind viele Expert*innen, die angefragt werden können, sobald Kinder und Jugendliche in den Fokus einer Veranstaltung rücken sollen. 

Eigentlich werden Zielgruppen in der Veranstaltungsplanung vor allem über das Programm definiert, z.B. als Fans eines bestimmten Musikstils oder einer Sportart. Für eine sozial nachhaltige Veranstaltung ist es wichtig, dabei auch aktiv Menschen aus marginalisierten Gruppen in den jeweiligen Zielgruppen mitzudenken, ihnen den Zugang zur Veranstaltung zu ermöglichen und Barrieren abzubauen.  

Vorab mit den lokalen Interessenvertretungen von Randgruppen zu sprechen ermöglicht die Ansprache von Menschen, die häufig nicht angemessen in der Veranstaltungsplanung bedacht werden. An dieser Stelle sind erste Ansprechpartner*innen von Verbänden und Vereinen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammengestellt: 

Neben der Zusammenarbeit mit Organisationen zur aktiven Einbindung von Menschen, die tendenziell nicht in der Veranstaltungsplanung bedacht werden, können weitere Maßnahmen dazu beitragen, dass alle “Fans” und am Programm interessierte Menschen auf die Veranstaltung aufmerksam werden und an ihr teilnehmen können. Dies kann über die Gestaltung des Ticketpreises und die Nutzung von diversen Kommunikationskanälen geschehen. Mehr Infos hierzu findet ihr in den Exkursen “Gestaffelte Ticketmodelle”, “Pay What You Want”, “Tickets für Menschen mit geringem Einkommen” und “Medienpartner*innen & Pressearbeit”.  

Jede Veranstaltung spricht unterschiedliche Zielgruppen an, die von ihrer thematischen Ausrichtung und anderen Faktoren abhängen. Bei der Identifikation der Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse ist es wichtig, marginalisierte Gruppen mitzudenken und zu inkludieren, Barrieren für grundsätzlich interessierte Besucher*innen abzubauen oder aktiv die Zielgruppe zu erweitern. Mit einer besonders nachhaltigen Ausrichtung einer Veranstaltung geht es einher, aktiv Barrieren abzubauen, die die Teilnahme von Menschen verhindern, die im öffentlichen Raum Diskriminierung erfahren wie z.B. Menschen mit Behinderungen, obdachlose Menschen, oder Menschen mit unterschiedlichen soziokulturellen Hintergründen.

Hier ein paar beispielhafte Projekte, die marginalisierte Gruppen aktiv ansprechen:

  • Die Initiative Barrierefrei Feiern, ein Zusammenschluss von „Kulturschaffenden, Musikfreaks und Freund:innen mit und ohne Behinderung“, berät die Veranstaltungs- und Musikbranche zum Thema Barrierefreiheit.
  • Das KLAPPE AUF! Kurzfilmfestival hat sich darauf spezialisiert, alle vorgeführten Filme vollständig mit Audiodeskription, Untertiteln, Gebärden- und Schriftdolmetscher*innen vorzuführen. Mehr dazu findet ihr auch in den Fallbeispielen in unserer Tatenbank!
  • Der Verein StrassenBLUES setzt sich mit kreativen Aktionen und Veranstaltungen für Obdachlose ein.
  • Bei „Hamburg für Frauen“ handelt es sich um ein Onlineportal, auf dem Projekte zusammengetragen wurden, die geflüchtete Frauen unterstützen.
  • Der Verein Rap for Refugees e.V. macht Projekte, in denen vor allem junge Menschen aus prekären Lebenssituationen ermutigt werden, sich persönlich weiterzuentwickeln.
  • Jedes Jahr finden in Hamburg die Lesbisch Schwulen Filmtage bzw. das International Queer Film Festival statt.
  • Der peeng e.V. veranstaltet seit 25 Jahren ein interkulturelles Festival.
  • Der Verein Oll Inklusive ist ein Aktivitätsnetzwerk für Menschen 60+, die ins aktuelle Geschehen eingebunden werden.

Wenn im Veranstaltungsteam selbst keine Expertise zur Einbindung unterschiedlicher Gruppen in das Veranstaltungsprogramm oder als Publikum vorhanden ist, ist es notwendig, Vertreter*innen dieser in die Planung miteinzubeziehen oder Expertise von außen einzuholen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Das Onlineangebot der Veranstaltung ist barrierefrei.

Eine sehr gute Einführung in die Umsetzung von Barrierefreiheit auf digitalen Veranstaltungen bietet der Blog von Domingos de Oliveira.

Neben zahlreichen Handlungsempfehlungen macht der Autor deutlich, dass die eingesetzte Software die folgenden Funktionen und Attribute haben sollte:

  • Tastatur-bedienbar
  • Screenreader-kompatibel
  • wesentliche Funktionen im Browser ausführbar
  • kein Flash erforderlich
  • Kernfunktionen leicht erkenn- und bedienbar
  • bei Gebärdensprache, Leichter Sprache oder Untertitelung: ein separat zuschaltbares, in Größe und Position veränderbares Fenster
  • native Smartphone-App

Für Webseiten, auf denen live gestreamt wird, gelten dieselben technischen Voraussetzungen.

Neben der Veranstaltungswebseite (und -App) sollten auch die genutzten Streaming- und Austauschplattformen nach dem Standard für Barrierefreiheit im Internet (WCAG) gestaltet sein.

Aktuell verändert sich der Funktionsumfang von Videokonferenz- und Kommunikationssoftware sehr schnell. Eine allgemein gültige Aussage zu barrierefreien Tools ist deshalb schwierig zu treffen.

Grundsätzlich sollte eingesetzte Software umfassend getestet und frühzeitig an die Veranstaltungsgäste kommuniziert werden, sodass alle Beteiligten genügend Vorbereitungszeit haben, sich mit dem Tool vertraut zu machen. Eine gute Vorbereitung ermöglicht auch ganz konkret bei einzelnen Personen abzufragen, ob z.B. Präsentationen vorab zur Verfügung gestellt werden müssen oder Informationen in Leichter Sprache verfügbar sein sollen usw.

Generell ermöglichen Chats eine Alternative zur Kommunikation über Video, was mehr Menschen den Zugang zur einer interaktiven Kommunikation ermöglicht, wenn z.B. die Anzahl der zu sehenden Videos überfordernd ist.

Eine unverbindlich kommentierte Liste zu barrierefreier Software, die vor allem im Arbeitsalltag benötigt wird, findet ihr unter diesem Link. Dieser Blogbeitrag im Magazin „Die Neue Norm“ behandelt ebenfalls das Arbeiten im digitalen Homeoffice, benennt dort aber Beispiele guter Praxis in der Welt der barrierefreien digitalen Tools, die auch für Veranstaltungen relevant sein könnten. Beispielsweise werden Skype, Microsoft Teams und Zoom als barrierefrei wahrgenommen, während Jitsi nicht immer eine gute Bildqualität ermöglicht, die für gehörlose Menschen besonders wichtig ist. In dem Blogbeitrag werden auch gute Erfahrungen mit Big Blue Button als Videokonferenzsoftware geteilt.

Auf dem Blog „Netz barrierefrei“ werden GoToMeeting, WebEx oder Adobe Connect nicht als barrierefrei wahrgenommen. Für den Bereich Ticketing ist unter den bekannten Anbieter*innen keine echte barrierefreie Lösung benannt worden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Gesundheit & Sicherheit

Besucher*innen und Mitwirkende werden vor Umwelteinflüssen und Extremwetterereignissen geschützt.

Mit dem Klimawandel wird es zunehmend Extremwetterereignisse in Hamburg geben, d.h. im Sommer gibt es mehr Hitzewellen, und auf der anderen Seite können starke Regenfälle zunehmen. Veranstaltungen, die im Freien stattfinden, und vor allem ihre Besucher*innen, sind diesen Wetterereignissen schutzlos ausgesetzt.  

Zunehmend stellen Veranstalter*innen deshalb eine kostenlose Trinkwasserversorgung für Gäste zur Verfügung. Auf der Veranstaltungsfläche sollten zudem genügend Schattenplätze vorhanden sein und die Besucher*innen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie Sonnenschutz mitbringen. Meteorolog*innen können bereits vier bis fünf Tage im Voraus Aussagen zum Wetter machen. Daher lohnt es sich, Wetterberichte und Wetterwarnungen zu verfolgen und an Besucher*innen der Veranstaltung weiterzugeben.  

Negative Auswirkungen des Klimawandels auf Großveranstaltungen zu minimieren, ist die zentrale Herausforderung des Projekts “Klimaanpassungen auf Großveranstaltungen“. Hierfür haben Organisierende des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages Dortmund in den vergangenen Jahren Maßnahmen entwickelt und diese während der Durchführung des Dortmunder Kirchentages im Juni 2019 praktisch erprobt. Auf der Website https://klimaangepasst.de/ findet ihr die ausführlichen Maßnahmen zur Klimaanpassung, die ihr auch auf eurer Veranstaltung umsetzen könnt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Naturschutz

Die (angrenzenden) Naturräume der Veranstaltungsstätte werden geschützt.

Im Rahmen eines nachhaltigeren Events empfehlen wir dir, auf den Einsatz von Feuerwerk und Skybeamern zu verzichten. Lichtinstallationen können beeindrucken, Lichtverschmutzung und die fehlende Dunkelheit in der Nacht sind allerdings ein ernsthaftes ökologisches Problem. Der Tag-Nacht-Rhythmus vieler Tiere wird durch die zunehmende Beleuchtung in Städten gestört und viele nachtaktive Insekten sind bereits ausgestorben, was wiederum Auswirkungen auf Vögel und andere Fressfeinde hat. Dabei kann zu viel Licht auf unterschiedliche Weise wirken: Manche Insekten werden bei zu viel Licht nicht aktiv, andere werden von Lichtquellen angezogen und verbrennen oder werden von lebenserhaltenden Aufgaben abgehalten. Weiterführende Informationen zum Thema Lichtverschmutzung und Insekten stellt der NABU bereit.

Feuerwerk hat ebenfalls sehr weitreichende negative Umweltauswirkungen, die im Veranstaltungskontext verhindert werden sollten. Die Geräuschbelastung bei einem Feuerwerk setzt Tiere einer lebensbedrohlichen Situation aus, Vögel können z.B. im Rauch die Orientierung verlieren. Utopia hat Gründe gesammelt, die gegen den Einsatz von Feuerwerk z.B. an Silvester sprechen. 

Der Einsatz von Licht wird auf Veranstaltungen, die abends und nachts stattfinden, nicht vollständig zu reduzieren sein. Die Initiative gegen Lichtverschmutzung gibt Tipps dazu, die Beleuchtung einer Veranstaltung umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Die Initiative empfiehlt, Licht effizient an den zu beleuchtenden Ort zu lenken, die verwendete Lichtmenge so weit wie möglich zu reduzieren und warmweißes Licht mit einem geringen Blauanteil zu verwenden. Des Weiteren wird empfohlen, effiziente LED-Leuchtmitteln, die langlebig und gut in ihrer Leuchtleistung steuerbar sind, einzusetzen. 

In Hamburg brüten jährlich ungefähr 160 schützenswerte Vogelarten mit über 400 000 Brutpaaren. Viele dieser Vögel, die durch Veranstaltungen nicht gestört werden sollten, damit sie die Brut nicht aufgeben, brüten im Frühjahr und Sommer. Insbesondere in Vogelschutzgebieten und Naturschutzgebieten ist eine Lärmbelästigung von April bis Ende Juli und teilweise auch in einem Umkreis um die Gebiete verboten. Genauere Informationen stehen dazu in den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen. Bei und nach Auswahl des Veranstaltungsortes sollten die vorkommenden Vogelarten berücksichtigt werden. Der Arbeitskreis Vogelschutzwarte Hamburg bietet Informationen zu Vogelarten in Hamburg. 

WARUM IST WILDPINKELN EIN PROBLEM? 

Wildpinkeln sorgt nicht nur für unangenehme Gerüche und hinterlässt gelbe Flecken an Hausfassaden, sondern ist auch für Naturräume in der Nähe von Veranstaltungsstätten ein Problem. Die mit dem Urin ausgeschiedenen Nährstoffe führen zu einem Überangebot an Nährstoffen im Boden, sodass dieser „überdüngt“ wird. Empfindliche und einzigartige Naturräume sind häufig diejenigen, die durchschnittlich eher einen geringen Nährstoffeintrag haben, sodass sich die indirekte Düngung unvorteilhaft auswirkt. Um Reinigungskosten zu sparen, Naturräume zu schonen und soziale Aspekte zu berücksichtigen, ist es empfehlenswert Wildpinkeln unter Veranstaltungsgästen aktiv zu reduzieren.  

 

WILDPINKELN VERHINDERN MIT SPEZIALLACK 

Auf der Reeperbahn und in St. Pauli führt Wildpinkeln zu hohen Reinigungskosten. 2015 wurden deshalb Wände, die häufig von Wildpinklern angesteuert werden, mit superhydrophobem Lack versiegelt. Wenn nun jemand gegen die Wand pinkelt, wird die Person mit seinem eigenen Urin bespritzt. Mehr Informationen zu der Initiative „St. Pauli pinkelt zurück“ gibt es hier: https://reeperbahn.de/st-pauli-pinkelt-zurueck/. Der Lack ist jedoch sehr teuer und führt dazu, dass die Bausubstanz dahinter luftdicht versiegelt wird, sodass Schäden entstehen können. 

 

PINKELBEETE UND CO. 

In einem Interview mit Deutschlandfunk Nova erklärt Natalie Eßig, Professorin für Baukonstruktion und Bauklimatik, dass Wildpinkeln in vielen Fällen nicht einfach durch mehr Toilettenwägen oder mobilen Toilettenkabinen verhindert werden könne. In München werden deshalb zwei Lösungen im städtischen Raum erprobt, die das Pinkeln „draußen“ weiterhin ermöglichen, und schädliches Wildpinkeln trotzdem verhindern sollen: mobile Toiletten, die aussehen wie Pflanzenkübel, und Pinkelbeete. U.a. stellt Uritrottoir diese mobilen Urinale getarnt als Pflanzenkübel her. Für Open Air-Veranstaltungen gibt es zusätzlich Uritonnoir, ein Trockenurinal, das als Plastiktrichter, in einem Strohballen versenkt wird.  

 

„SPENDE DEIN P(HOSPHOR)!“ 

Selbst wenn Wildpinkeln nur selten vollständig verhindert werden kann, ist es förderlich, wenn die sanitäre Infrastruktur z.B. auf einer Open Air-Veranstaltung so ausgelegt ist, dass Toiletten schnell erreichbar und ausreichend vorhanden sind. Goldeimer zeigt zudem, wie gelungene Nachhaltigkeitskommunikation aussehen kann, um Wildpinkeln aktiv zu verhindern. Mit der „P-Bank von Goldeimer werden Veranstaltungsgäste gebeten, das ausgeschiedene Phosphor im Urin „zu spenden“, das bereits jetzt ein knapper Nährstoff in der modernen Landwirtschaft ist. Finizio hat ebenfalls ein Pilotprojekt initiiert, um den Inhalt aus Trockentoiletten zu Dünger zu verarbeiten, der anschließend in der Landwirtschaft eingesetzt werden soll. 

Eine Veranstaltung kann zusätzlich zu häufig vorkommenden Umweltschäden auch ganz individuelle Schäden verursachen. Diese müssen identifiziert werden, um ihnen entgegenzuwirken. Ein gutes Beispiel ist die Pinselwaschanlage der Millerntor Gallery. Das von Viva con Agua und dem FC Sankt Pauli initiierte Kunst-, Musik- und Kulturfestival kann mit Hilfe der Anlage giftige Schlacken aus den verwendeten Farben gesondert auswaschen und als Sondermüll entsorgen. Auf diese Weise landen die umweltschädlichen Stoffe aus den Pinseln der Künstler*innen nicht mehr im Waschbecken bzw. Grundwasser.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Anti-Diskriminierung, Zugänglichkeit der Veranstaltung

Soziale Barrieren, die Besucher*innen potenziell von der Teilnahme an einer Veranstaltung abhalten, werden durch anti-diskriminierende Maßnahmen reduziert.

Durch Hygieneregeln setzen sich Veranstalter*innen intensiv mit dem Raum auseinander, der in einer Veranstaltungsstätte vorhanden ist. Physische Barrieren abzubauen, um Menschen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen, ist nach wie vor wichtig – unabhängig davon ob Veranstaltungen unter strengen Hygienevorschriften stattfinden oder nicht.

Zusätzlich zu physischer Barrierefreiheit sollten soziale und ökonomische Aspekte mitbedacht werden: Zuerst spielen nach wie vor Ticketpreise und das Programm eine wesentliche Rolle, um sozioökonomische Ausgrenzung zu verhindern. Von den finanziellen Möglichkeiten hängt auch ab, ob Gäste Mittel leisten können, um sich und andere vor einer Infektion mit Corona zu schützen. Veranstalter*innen können dementsprechend z.B. Masken und Desinfektionsmittel kostenfrei oder zum Selbstkostenpreis bereitstellen.

Wie Menschen trotz Abstandsregeln zusammengebracht werden können, haben wir als Green Events Hamburg bei Heike Gronholz, Geschäftsführerin der altonale GmbH, nachgefragt. Hier kommt ihr zum Blogbeitrag über die altonale kurz&schmerzlos wie sie 2020 durchgeführt wurde!

Ramp-Up.me ist ein Projekt, das sich für die Barrierefreiheit von Veranstaltungen einsetzt. Auf der Website werden die Aspekte Veranstaltungsort, Programm und Kommunikation behandelt. Es geht z. B. um Dolmetschen, divers besetzte Podien und barrierefreie Orte in der Umgebung des Veranstaltungsortes. 

In der Initiative Barrierefrei Feiern bündeln Kulturschaffende mit und ohne Behinderungen ihr Wissen zu barrierefreien Veranstaltungen. Sie beraten Veranstalter*innen. 

Im Fachportal der Aktion Mensch zu barrierefreien Veranstaltungen werden die folgenden drei Bereiche identifiziert, um den Zugang zu einer Veranstaltung wirklich allen zu ermöglichen: Es benötigt räumliche, sprachlich-kommunikative und technische Barrierefreiheit. Für alle Bereiche werden umfangreiche Tipplisten zur Verfügung gestellt.  

Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat eine Checkliste bereitgestellt, was es bei der Planung von barrierefreien Veranstaltungen zu beachten gibt.

Es ist ein Problem, wenn Menschen sich unwohl oder nicht sicher fühlen, sanitäre Anlagen auf einer Veranstaltung zu benutzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, genügend Toiletten bereitzustellen, die unabhängig der geschlechtlichen Identität genutzt werden können. Gleichzeitig sollte die räumliche Planung von sanitären Anlagen berücksichtigen, dass keine sexuelle Belästigung oder Diskriminierung stattfinden kann. Eine gute Lösung ist, möglichst viele Toilettenkabinen aufzustellen, die von allen Gästen genutzt werden können und insgesamt auf den rücksichtsvollen Umgang miteinander in sanitären Anlagen zu achten. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Barrierefreiheit

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.

Um Menschen mit Handicap den Besuch auf dem Wacken Open Air 2019 barrierearm zu ermöglichen, haben die Veranstalter*innen u.a. folgende Maßnahmen umgesetzt:  

Bei der Auswahl und Gestaltung einer Veranstaltungsstätte sollte deren Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Barrierefreiheit für (1) Menschen mit Gehbehinderungen, (2) Rollstuhlfahrer*innen, (3) Menschen mit Hörbehinderung, (4) Gehörlose Menschen, (5) Menschen mit Sehbehinderung, (6) Blinde Menschen und (7) Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. In vier weiteren Exkursen gehen wir etwas detaillierter auf die jeweiligen Kriterien ein – an dieser Stelle jedoch erst einmal ein paar Hintergrundinformationen.

Barrierefreie Veranstaltungsstätten erkennen
Die DIN-Norm für die barrierefreie Gestaltung von öffentlich zugänglichen Gebäuden wie z.B. Einrichtungen des Kultur- und des Bildungswesens, Sport- und Freizeitstätten sowie Gaststätten ist DIN 18040-1 für barrierefreies Bauen. Erkundige dich, ob die Veranstaltungsstätte nach dieser Norm gebaut oder renoviert wurde. 

Hotels und Tourismusbetriebe im Allgemeinen können mit dem Siegel „Reisen für alle“ ausgezeichnet werden. Das Siegel unterscheidet, ob ein Ort barrierefrei ist, ob er teilweise barrierefrei ist oder ob (lediglich) Informationen über die Barrierefreiheit vorliegen. In Hamburg wurden ca. 30 Orte auf ihre Barrierefreiheit geprüft, darunter sind Hotels, Theater, Museen und Restaurants. Die Informationen sind einheitlich auf der Website des Projekts zu finden.

Beratung in Anspruch nehmen
Die Kriterien des “Reisen für alle” Siegels sind eine gute Orientierung für Veranstalter*innen, wenn es darum geht, den barrierearmen und barrierefreien Zugang zu ihren Veranstaltungsorten zu ermöglichen, ersetzen aber keine Fachberatung durch Architekt*innen, wenn bauliche Maßnahmen geplant sind. Darüber hinaus ist es in jedem Fall sinnvoll, Expert*innen anzufragen, wenn im eigenen Team kein Fachwissen zu Barrierefreiheit vorhanden ist.

Die Initiative „Barrierefrei feiern“ z.B. setzt sich als inklusives Stakeholderprojekt von Menschen mit und ohne Behinderung seit 2019 dafür ein, Veranstaltungen inklusiver zu gestalten. U.a. überprüfen sie auf Anfrage Veranstaltungsstätten auf Barrierefreiheit und verleihen Icons, die symbolisieren, wie barrierefrei eine Veranstaltungsstätte oder Veranstaltung aus ihrer Sicht ist.

Barrierefreiheit “Must Haves” 

Das Inklusionsbüro der Stadt Hamburg hat uns diese „Must Haves”“ der Barrierefreiheit ans Herz gelegt:  

  • Räume “rechteckig” strukturieren, d.h. in der Unterteilung und Organisation der Räume auf spitze Winkel oder Kurven verzichten. 
  • Für saubere Toiletten sorgen. 
  • Stolperfallen vermeiden und Kabelbrücken einsetzen 
  • Türöffnungen ausreichend groß gestalten (mindestens 90cm breit und 205cm hoch) und möglichst wenige Zwischenbarrieren auf dem Gelände errichten. 

Barrierefreiheit kommunizieren
Die meisten Veranstalter*innen können nicht von heute auf morgen in allen Bereichen Barrierefreiheit erreichen. Gleichzeitig macht es bereits einen großen Unterschied, wenn Menschen sich umfassend über mögliche physische Barrieren informieren können, um abzuwägen, ob und mit welcher Vorbereitung der Veranstaltungsbesuch möglich gemacht werden kann. D.h. Informationen zu fehlender oder teilweiser Barrierefreiheit bereitzustellen, ist besser als gar keine Informationen anzubieten. Viele Veranstaltungen sorgen bereits dafür, dass feste Ansprechpersonen für Barrierefreiheit vor und am Veranstaltungstag bereitstehen, um Fragen zu beantworten und Lösungen im Einzelfall zu finden.

Weiterführende Informationen
Diese Handreichung und Checkliste des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit sowie diese Checkliste der Bundesfachstelle Barrierefreiheit sind wertvolle Ressourcen, wenn es darum geht, barrierefreie Veranstaltungen zu planen und barrierefreie Veranstaltungsstätten auszuwählen bzw. zu gestalten. Weitere Checklisten sind in unserer Bibliothek zu finden.

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für Rollstuhlfahrer*innen:  

  • Türen sind mindestens 90 cm breit sein; vor allen Einrichtungsgegenständen oder in sanitären Anlagen (z.B. Waschbecken) ist eine Bewegungsfläche von min. 150 cm x 150 cm vorhanden.  
  • Die Oberflächenbeschaffenheit auf einer Freifläche ist eben und leicht befahrbar z.B. indem sie asphaltiert ist, aus Platten besteht, die sehr engfugig sind, oder aus einem (Naturstein)Pflaster besteht, das eine gleichartige Oberflächenstruktur hat.  
  • Schwellen dürfen max. 2 cm hoch sein.  
  • Bei Rampen gelten bestimmte Neigungsmaße (max. 6%) als barrierefrei, wenn zusätzlich Podeste eingerichtet sind. 
  • Kassen, Tresen und Schalter sind max. 80 cm hoch oder es gibt Alternativen, die im Sitzen zugänglich sind.   
  • Waschbecken müssen in einer Höhe von 67 cm und einer Tiefe von 30 cm unterfahrbar sein; der Spiegel muss im Stehen und Sitzen benutzbar sein 

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für gehörlose Menschen:  

  • Informationen stehen in Gebärdensprache bereit oder können mithilfe technischer Hilfsmittel vermittelt werden. 
  • Neben ausschließlich akustischen Warnsignalen gibt es optische Warnsignale, die Blitz- oder Leuchtsignal verwenden.  
  • Eindeutige und klare Beschilderung ist vorhanden.  

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für sehbehinderte Menschen:  

  • Es gibt keine physischen Hindernisse, d.h. keine Gegenstände ragen einfach so in den Raum hinein.  
  • Räume sind hell ausgeleuchtet bzw. blenden nicht.  
  • Alle Bedienelemente, die von Gästen benutzt werden, sind visuell kontrastreich gestaltet.  
  • Gehwege sind entweder ertastbar oder in jedem Fall überall visuell kontrastreich gestaltet. An Treppen gibt es einen Handlauf.  
  • Verbautes Glas muss mit einer Sicherheitsmarkierung versehen sein.  
  • Beschilderung ist kontrastreich gestaltet, ohne Schnörkel geschrieben und ertastbar.

Allgemein gilt nach dem Kriterienkatalog „Reisen für alle“ u.a. als barrierefrei für blinde Menschen:  

  • Informationen werden akustisch, mithilfe von Braille- oder Prismenschrift oder über ein technisches Hilfsmittel vermittelt. 
  • Alle Bedienelemente, die Gäste potentiell nutzen, müssen taktil erfassbar sein.  
  • Es gibt keine physischen Hindernisse, d.h. keine Gegenstände ragen einfach so in den Raum hinein.  
  • Assistenzhunde dürfen mitgebracht werden.  
  • Gehwege sind taktil erfassbar und dementsprechend eindeutig begrenzt. An Treppen gibt es einen Handlauf. 
  • Informationen zum Gelände stehen barrierefrei zur Verfügung. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Die Organisation verfügt über ein Nachhaltigkeitsleitbild.

Die Organisator*innen des Roskilde Festivals erklären auf ihrer Website, welche Dimensionen von Nachhaltigkeit für die Durchführung des Festivals wichtig sind. Jedem der Unterkapitel zu ökologischer, ökonomischer, sozialer und künstlerischer Nachhaltigkeit steht ein Satz vorangestellt, in dem zusammengefasst ist, nach welchem Prinzip die Organisator*innen handeln.  

Die Veranstalter*innen des Tollwood, das in München stattfindet, stellen in einer Umweltbroschüre die erbrachte Nachhaltigkeitsleistung dar und erklären, warum das Motto in Sachen Nachhaltigkeit „Geht nicht, gibt’s nicht!“ lautet. 

Die altonale GmbH hat Grundwerte erklärt, die als Prinzipien dienen und die zu jederzeit Orientierung in der Veranstaltungsorganisation bieten. 

In der Bibliothek der Green Events Tatenbank findet ihr weitere ausformulierte Nachhaltigkeitsleitbilder kleinerer und größerer Veranstaltungen.  

In einem Leitbild stellt ihr eure Selbstverpflichtung zum nachhaltigen Handeln dar. Es hilft dabei, dem Nachhaltigkeitsbestreben eurer Organisation einen roten Faden zu geben. Das Leitbild unterstützt euch dabei, eure Position nach außen und innen zu kommunizieren und euer Team für das Thema zu begeistern. Außerdem bildet das Leitbild die Basis für eine Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Nachhaltigkeitszielen und -maßnahmen.

Ein Vorteil der Erstellung eines Leitbildes ist die notwendige intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Standpunkten und Visionen sowie den unterschiedlichen Handlungsfeldern, in denen ihr tätig werden könnt. Durch die Kommunikation des eigenen Nachhaltigkeitsleitbildes könnt ihr außerdem eine wertvolle Vorbildfunktion übernehmen und andere inspirieren.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Sponsoring & Förderung

Für die nachhaltige Ausrichtung der Veranstaltung werden Fördermittel beantragt und verwendet.

Der Finanzierungsfinder der Kreativgesellschaft Hamburg ist eine Datenbank, in der Finanzierungsmöglichkeiten für kreative Vorhaben gefunden werden können. „In diesem Überblick findest du sowohl Förderungen von Stadt und Staat als auch Förderungen durch private und öffentliche Stiftungen und Vereine ergänzt durch Kredite, Darlehen und Beteiligungen, die für alle Branchen zur Verfügung stehen und somit auch von der Kreativwirtschaft in Anspruch genommen werden können.“

Konkret für Sport-Projekte bietet die Behörde für Inneres und Sport verschiedene Fördermöglichkeiten.

Einen Überblick über weitere Finanzierungsmöglichkeiten bietet auch die Förderdatenbank des Bundes. Auf der Webseite sind sowohl Förderprogramme als auch -institutionen des Bundes, der Länder und der EU aufgelistet, die nach Bereichen wie Kultur, Naturschutz oder Soziales gefiltert werden können.

Gemeinnützige Institutionen mit Sitz in Hamburg können Fördermittel für Projekte und Maßnahmen mit Bezug und Fokus auf Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit (mit Bezug zu Klimaschutz) beim #moinzukunft Hamburger Klimafonds beantragen. Mehr Informationen findet ihr hier.

Der Themenfonds „NATUR erleben – verstehen – schützen“ der Bürger Stiftung Hamburg unterstützt Projekte und Initiativen mit den Schwerpunkten Umweltbildung oder Naturschutz.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energie

Das Onlineangebot der Veranstaltung wird mit Energie aus nachhaltigen Quellen gehostet und erfolgt energieeffizient.

Das könnt ihr als Veranstalter*innen selbst tun: 

  • Eine Videostreaming-Plattform wählen, die erneuerbare Energien bezieht. 
  • Daten für den Stream weitestgehend komprimieren, um bei der Übertragungsrate zu sparen.  
  • Stellt, wenn möglich, den Stream (im Nachhinein) auch zum Download zur Verfügung.
  • Verzichtet auf Werbevideos mit Autoplay und Bewegtbild-Werbebanner.

Es kommt zu einem großen Teil darauf an, wie die Veranstaltungsgäste streamen. Stellt hierzu den Gästen ausreichend Informationen bereit: 

  • Über Breitbandnetzwerke, nicht das (viel energieaufwendigere) Mobilfunknetz, streamen.
  • Auflösung der gestreamten Videos an die Wiedergabequalität des gewählten Endgeräts anpassen (nicht mit höherer Auflösung streamen, als das Endgerät darstellen kann bzw. als das menschliche Auge wahrnehmen kann).
  • Kleines Endgerät wählen, wenn möglich: Ein Smartphone verbraucht weniger Energie als ein Laptop. 
  • Video pausieren, wenn der Raum verlassen wird.
  • Zusätzlich könnt ihr die Zuschauer*innen motivieren, die Veranstaltung als Anlass zu nutzen, um zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln. 

Das Internet basiert auf einer komplexen technischen Infrastruktur. Dabei macht der Energieverbrauch des Rechenzentrums, in dem z.B. Videodaten gespeichert und bereitgestellt werden, nur einen Bruchteil der Klimawirkung aus. Für das Schauen eines Videos in HD-Qualität werden von einem Rechenzentrum ca. 1,5 Gramm CO2 pro Stunde emittiert. Greenpeace hat in der „Clicking Green Studie 2017“ zudem festgestellt, dass viele große Internetunternehmen wie Facebook und YouTube bereits erneuerbare Energien nutzen und den Einsatz derselben vorantreiben.

Da Facebook und YouTube auch soziale Livestreaming-Funktionen anbieten, sind sie als Plattformen für nachhaltig geplante Veranstaltungen – bezogen auf die Klimawirkung – nicht die schlechteste Wahl. Vimeo und Netflix schneiden im Vergleich deutlich schlechter ab!

Weitaus relevanter für den CO2-Abdruck ist die Frage, mit welcher technischen Infrastruktur die Videodaten aus dem Rechenzentrum zu Nutzer*innen gelangen. Die Übertragung per Glasfaser sorgt nur für zusätzliche 2 Gramm CO2, während bei Übertragung im Mobilfunknetz mit 3G fast 90 Gramm CO2 emittiert werden. Grundsätzlich ist die Übertragung im kabelgebundene Breitbandübertragung daher weitaus energiesparender als über Mobilfunknetze.

Für Veranstalter*innen bedeutet das, Veranstaltungsgäste zu informieren, dass sie am besten über ihr eigenes WLAN an Livestreaming-Events teilnehmen, um Energie zu sparen.

Streamingplattformen werden auf Servern in Rechenzentren betrieben, die – abhängig davon, wie energieeffizient und mit welchem Strom sie betrieben werden – in Bezug auf ihre ökologische Nachhaltigkeit unterschiedlich gut abschneiden. In der Clicking Green Studie 2017 hat Greenpeace festgestellt, dass viele große Internetunternehmen wie Facebook und YouTube bereits erneuerbare Energien für ihre Rechenzentren nutzen. Da Facebook und YouTube auch soziale Livestreaming-Funktionen anbieten, sind sie als Plattformen für nachhaltig geplante Veranstaltungen – bezogen auf die Klimawirkung – also nicht die schlechteste Wahl.

Doch es gibt noch weitere Faktoren, die man beim nachhaltigen Streaming beachten sollte: Das Forschungsprojekt „Green Cloud-Computing“ hat im Auftrag des Umweltbundesamts eine Methode entwickelt, um die Umweltwirkungen einzelner Cloud-Dienstleistungen zu berechnen. Eine exemplarische Berechnung zeigt, dass der Energieverbrauch des Rechenzentrums, in dem z.B. Videodaten gespeichert und bereitgestellt werden, unter Umständen nur einen Bruchteil der Klimawirkung eines Videostreams ausmacht. Für das Schauen eines Videos in HD-Qualität werden von einem Rechenzentrum durchschnittlich ca. 1,5 Gramm CO2 pro Stunde emittiert.

Noch relevanter für den CO2-Abdruck von Streamingdiensten ist es, mit welcher technischen Infrastruktur die Videodaten aus dem Rechenzentrum zu den Nutzer*innen gelangen. Die Übertragung per Glasfaser sorgt nur für zusätzliche 2 Gramm CO2 pro Stunde, während bei der Übertragung im 3G-Mobilfunknetz fast 90 Gramm CO2 pro Stunde emittiert werden. Grundsätzlich ist die Übertragung über kabelgebundene Breitbandnetze weitaus energiesparender als über Mobilfunknetze.

Hinzu kommt dann noch der Energieverbrauch der Endgeräte (Router, Fernseher, Laptop etc.) bei den Zuschauer*innen zu Hause.

In einer Podiumsdiskussion, die die Urania Berlin veranstaltet hat, wird das Thema Nachhaltigkeit und Streaming aktuell und u.a. aus Perspektive der Kulturbranche betrachtet.  

Die Server, auf denen Daten im Internet bereitgestellt werden, verschlingen große Mengen an Strom. Es gibt unterschiedliche Schätzungen für den Energiebedarf von Rechenzentren in Deutschland. Borderstep schätzt den Energiebedarf im Jahr 2020 auf ca. 16 Mrd. kWh – andere Schätzungen sind da konservativer. Die Tendenz ist steigend.

Entsprechend groß sind die Nachhaltigkeitseffekte, wenn Veranstalter*innen bei der Auswahl ihres Hosting-Anbieters (z.B. für die Veranstaltungswebseite) darauf achten, dass dessen Rechenzentren mit echtem Ökostrom und energieeffizient betrieben werden. Empfehlenswerte Anbieter

  • nennen ihren Ökostromanbieter konkret,
  • haben sich für einen empfehlenswerten Ökostromanbieter entschieden und
  • engagieren sich idealerweise auch darüber hinaus für Nachhaltigkeit.

Eine Auswahl empfehlenswerter Anbieter findet ihr in unserer Dienstleister-Datenbank. In diesem Ratgeber von Utopia findet ihr weitere Informationen zu Green Hosting und weitere Anbieter.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Sponsoring & Förderung

Sponsorings basieren auf der nachhaltigen Ausrichtung der Veranstaltung.

Besonders wenn Organisationen oder Unternehmen selbst im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind, kann für sie das Sponsoring eines nachhaltigen Events attraktiv sein. Eine solche Unterstützung eurer Veranstaltung trägt so positiv zum Image der Sponsor*innen bei – im Gegenzug werden eure Nachhaltigkeitsmaßnahmen finanziell oder durch Know-How unterstützt. Langfristige Partnerschaften und die Einbindung von Sponsorpartner*innen in die Planung, Kommunikation und inhaltlichen Aspekte eurer Veranstaltung tragen oft nicht nur finanziell zu einer zukunftsfähigen Ausrichtung eurer Veranstaltung bei.

Bei der Sponsor*innen-Suche ist es also ratsam, Unternehmen und Institutionen zu recherchieren und zu kontaktieren, die in ihrer Öffentlichkeitsarbeit Ziele und Werte kommunizieren, die sich mit der nachhaltigen Ausrichtung eurer Veranstaltung decken. Krankenkassen sponsern beispielsweise gerne Sportveranstaltungen. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis ist die Unterstützung des Eimsbütteler Turnvereins durch Green Planet Energy, die den Sportverein unter anderem mit Ökostrom versorgen und im Gegenzug auf seiner Webseite als Kooperationspartner präsentiert werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Veranstaltungsmaterial & Dekoration

Veranstaltungsmaterial und Werbeträger werden sinnvoll wiederverwendet, sparsam eingesetzt und ressourcenschonend hergestellt.

Auch beim Einsatz von typischem Veranstaltungsmaterial wie Bannern, Planen, Druckprodukten, Kleidung und Merchandise, Give-Aways und Tagungsbedarf sollten Weglassen, Reduktion und Wiederverwendung an erster Stelle stehen. Wenn Produkte neu beschafft werden, achtet insbesondere auf folgende Punkte:

  • Gestaltet Banner und Planen am besten so, dass sie mehrjährig verwendet werden können, z.B. ohne die Angabe von spezifischen Informationen wie Jahreszahlen.
  • Achtet bei der Bestellung neuer Rollups und Planen insbesondere auf die Verwendung von PVC-freiem Material.
  • Verwendet Druckprodukte, die die Anforderungen des Blauen Engels oder gleichwertiger Gütezeichen erfüllen. Druckt nur so viel, wie ihr auch sicher verteilen werdet.
  • Setzt fair gehandelte sowie möglichst umweltfreundliche Textilien aus Bio-Baumwolle oder Bio-Bambus für Teamshirts, Sportler*innenkleidung, Merchandise und ähnliches ein. 
  • Nutzt Give-Aways, die nicht einzeln in Plastik verpackt sind.
  • Achtet bei der Auswahl von Give-Aways darauf, dass sie einen Bezug zu Nachhaltigkeit und/oder einen Nutzen und Mehrwert für eure Zielgruppe haben.
  • Fragt im Vorfeld ab, welche Tagungsmaterialien eure Gäste benötigen.
  • Nutzt Namensschilder, die wiederverwendbar sind.

Bei der Auswahl von Druckereien und der Gestaltung eurer Banner sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

  • Bezieht die Druckerei Ökostrom? 
  • Kompensiert die Druckerei unvermeidbare Treibhausgasemissionen? 
  • Ist die Druckerei nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert? 
  • Wird PVC-freies Material für die Banner verwendet? 
  • Kann das Material der Banner recycelt werden? 
  • Werden lösungsmittelfreie Farben eingesetzt? 
  • Wird der Einsatz von Lösungsmitteln im Druckprozess reduziert? 
  • Sind die Druckfarben vegan und auf Pflanzenölbasis? 
  • Sind die Druckfarben frei von Schwermetallen?  
  • Handelt es sich um eine regionale Druckerei oder werden die Banner klimaneutral per Post versendet? 
  • Ist das Banner so designt, dass es mehrjährig verwendet werden kann? 
  • Habt ihr den Bedarf an Bannern so kalkuliert, dass ihr nicht mehr Banner bestellt als ihr zur Ausstattung des Veranstaltungsgeländes benötigt? 

Mehrjährig verwendbare Banner klingen ja in der Theorie ganz sinnvoll, aber praktisch gibt es auf Festivals oder Konzerten häufig Informationen, die unbedingt kommuniziert werden müssen, die aber auch nur in einem bestimmten Jahr genau so gültig sind. BagUp ist Kooperationspartner des FKP Scorpio und upcycelt alte Festivalplanen zu Taschen. Die Taschen werden von gesellschaftlich benachteiligten Menschen genäht.

  • Bezieht die Druckerei Ökostrom? 
  • Kompensiert die Druckerei unvermeidbare Treibhausgasemissionen? 
  • Ist die Druckerei nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert? 
  • Wird ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier verwendet? 
  • Werden lösungsmittelfreie Farben eingesetzt? 
  • Wird der Einsatz von Lösungsmitteln im Druckprozess reduziert? 
  • Sind die Druckfarben vegan und auf Pflanzenölbasis? 
  • Sind die Druckfarben frei von Schwermetallen?  
  • Ist die Druckerei regional oder werden die Druckprodukte klimaneutral per Post versendet? 
  • Habt ihr für die Veranstaltung euren Bedarf an Druckprodukten angemessen kalkuliert? 

Textilien für Merchandise oder Teambekleidung scheinen zwar in vielen Fällen kostengünstig zu sein, die Produktion von besonders günstigen Produkten ist allerdings häufig umweltschädlich und missachtet Sozialstandards. Bei der Beschaffung von Textilien ist es aus diesem Grund sinnvoll, auf Umwelt- und Sozialstandards (wie Fairtrade, GOTS, Blauer Engel, bluesign, Grüner Knopf, IVN oder OekoTex Made in Green) zu achten. Siegel können einen Hinweis darauf geben, ob Textilien mit umweltverträglichen Farbstoffen gefärbt wurden und die Materialien z.B. recycelt werden können. Zudem wird bei der Herstellung von Textilien in fairem Handel darauf geachtet, dass Mitarbeiter*innen in den Betrieben weltweit gerecht bezahlt werden. 

Im Rahmen einer nachhaltigen Veranstaltung sollte auf das Steigenlassen von Luftballons verzichtet werden. Luftballons steigen zwar zunächst in den Himmel auf, sinken allerdings wieder zu Boden, sobald das Helium entwichen ist. In den meisten Fällen landen diese dann als Abfall in der Natur oder in Gewässern, wo sie u.U. von Tieren gefressen werden, die Ballons mit Nahrung verwechseln.  

Kunststoffballons sind wie jede andere Art Plastik ein Problem in der Natur und haben eine negative Umweltwirkung, wenn sie in die Nahrungskette gelangen und sich Schadstoffe in Lebewesen ansammeln. Es gibt zwar Ballons aus abbaubaren Materialien wie Naturkautschuk. Allerdings sind auch kompostierbare Materialien meistens eher schlecht von Mikroorganismen abbaubar und so kann der Abbauprozess in der Natur trotzdem mehrere Jahre dauern.  

Weiterführende Informationen zu Luftballons in der Umwelt hat die Aktionsgemeinschaft Artenschutz zusammengetragen. Jan Andries van Franeker von der Wageningen Universität hat die schädlichen Auswirkungen von Luftballons für die Natur in einem deutschsprachigen Dossier zusammengefasst.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Menschen mit geringem Einkommen wird die Teilnahme an der Veranstaltung ermöglicht.

Damit der Eintrittspreis einer Veranstaltung kein Ausschlusskriterium für bestimmte Einkommensgruppen ist, staffeln viele Veranstalter*innen ihre Ticketpreise in einem Rahmen, der ökonomisch vertretbar ist.   

Ermäßigte Ticketpreise gelten bereits in vielen Fällen für: 

  • Kinder
  • Schüler*innen
  • Studierende
  • Auszubildende
  • Bundesfreiwilligendienstleistende, FSJ- oder FÖJler*innen
  • Schwerbehinderte und Begleitpersonen
  • Senior*innen
  • Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger*innen
  • Empfänger*innen von Leistungen gemäß Asylbewerberleistungsgesetz

sofern ein Nachweis vorgelegt werden kann.  

Tickets können auch zeitlich im Preis gestaffelt werden. Sog. „Early Bird Tickets“ werden günstiger ausgegeben als die Tickets, die erst kurz vor der Veranstaltung verkauft werden. Zudem sind für mehrtägige Veranstaltungen Tickets günstiger, die nur für einen Teil der Veranstaltungstage gelten.  

Um Menschen mit geringerem Einkommen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen, können Veranstaltungsgäste gebeten werden, einen höheren Betrag für das eigene Ticket zu bezahlen. Mit dem zusätzlichen Geld können dann Tickets finanziert werden, die z.B. kostenlos verlost werden. 

„Pay What You Want“ ist ein Preismodell, bei dem Veranstaltungsgäste selbst entscheiden, wie viel sie für eine Leistung bezahlen möchten. Teilweise wird der Begriff “Pay What You Can” synonym verwendet – die Modelle unterscheiden sich lediglich darin, dass im ersteren der Wille zu Bezahlen stärker betont wird als die Fähigkeit, zu bezahlen (aufgrund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel). Das “Pay What You Can”-Modell wird öfter im Zusammenhang mit wohltätigen Zwecken verwendet. Die Bezahlmodelle können auf unterschiedliche Bereiche einer Veranstaltung angewendet werden: Eintritt, Merchandise, Essen und Getränke oder Gage für Künstler*innen.

Beide Modelle können einkommensschwächeren Personengruppen den Zugang zu einer Veranstaltung ermöglichen und damit zu mehr Teilhabe und Inklusion führen. Sie können auch dazu anregen, aktiv über den Wert einer Ware oder einer Dienstleistung nachzudenken und so ein stärkeres Bewusstsein zu schaffen, z.B. für die gerechte Entlohnung von Künstler*innen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kunden sowohl durch ihre Eigen- als auch durch die Fremdwahrnehmung (sozialer Druck) motiviert werden, für Produkte oder Dienstleistungen zu zahlen, obwohl sie sie auch kostenlos in Anspruch nehmen könnten. Die Angst davor, den eigenen oder den Fremd-Ansprüchen nicht zu genügen, d.h. einen unangemessenen Preis zu zahlen, kann dabei dazu führen, dass ein Angebot nicht wahrgenommen wird. Preis- oder Spendenempfehlungen können Abhilfe schaffen. Dabei kann z.B. angegeben werden, welche negativen oder positiven Auswirkungen ein bestimmter Kaufpreis auf den oder die Anbieter*in hat.

Die Initiative Kulturleben ermöglicht es Menschen an Kulturveranstaltungen teilzunehmen, die nicht genügend Geld haben, sich selbst eine Eintrittskarte zu kaufen. Unter den Kulturpartner*innen, die Tickets zur Verfügung stellen, sind z.B. das ELBJAZZ Festival, Kampnagel, das Reeperbahn Festival und viele Museen, Theater und Musikhäuser. 

Veranstalter*innen und Kulturinstitutionen können den Hamburger Kulturschlüssel mit freien Tickets für Veranstaltungen unterstützen. In dem Projekt werden sog. Kulturgenießer*innen und Kulturbegleiter*innen zusammengebracht. Kulturgenießer*innen sind Menschen, die aufgrund einer Behinderung, ihres Alters, ihrer Herkunft oder ihres Einkommens benachteiligt sind, eine Veranstaltung nicht alleine wahrnehmen oder sich den Eintritt nicht leisten können. Kulturbegleiter*innen ermöglichen, dass die Veranstaltung von Genießer*innen wirklich besucht werden kann. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Mehrkosten & Preisgestaltung

Kosten für die nachhaltige Ausrichtung der Veranstaltung werden soweit möglich dokumentiert, sodass bewertet werden kann, welche Maßnahmen zu Mehrkosten und welche zu Kostenreduktion führen.

Nachhaltiges Handeln muss nicht zwangsläufig zu Mehrkosten führen. Das Reparieren, das Wiederverwenden und das Leihen von Materialien und Produkten kann sogar Kosten einsparen und ist gleichzeitig umwelt- und ressourcenschonend. Wenn eine Neuanschaffung jedoch unumgänglich ist, sind Produkte, die ökologisch verträglich und fair hergestellt werden, häufig teurer als vergleichbare Produkte. Dennoch besitzen nachhaltige Produkte einen großen Mehrwert. Vorteile können geringere Umweltbelastungen bei der Produktion, faire Arbeitsbedingungen, weniger Schadstoffe in den Produkten selbst sowie eine hohe Qualität und Langlebigkeit sein. Und auch wenn nachhaltige Produkte bei der Anschaffung zunächst Mehrkosten verursachen, kann sich die Investition auf lange Sicht auszahlen. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Einsatz von LED-Beleuchtung. Rechnet man die Dauer der Nutzung und die Einsparung der Energie ein, führen die getätigten Mehrkosten auf lange Sicht zu einer Kosteneinsparung. Als Hilfsmittel für die Kosten Kalkulation, zumindest für die Anschaffung von technischen Geräten, können Amortisationsrechner dienen.

Als Veranstalter*in gilt es sich also stets zu fragen: Können die Mehrkosten einer Neuanschaffung auf lange Sicht wieder gedeckt werden? Und welche kostengünstigen Alternativen zur Neuanschaffung stehen mir zu Verfügung? Auch wichtig zu bedenken: Der sorgsame Umgang und die geeignete Lagerung von Materialien und Gegenständen können zur Langlebigkeit dieser und somit zu einer Kosteneinsparung beitragen.

Ein erster Eindruck kann auch die Studie “Umwelt- und Kostenentlastung durch eine umweltverträgliche Beschaffung“ des Öko-Institut e.V. liefern. Sie bezieht sich zwar auf die Verwaltung des Landes Berlin – unter den 15 betrachteten Produkten und Dienstleistungen sind aber auch einige für den Veranstaltungsbereich relevant. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass umweltverträgliche Varianten auf den gesamten Lebenszyklus gerechnet häufig sowohl Kosten als auch Emissionen einsparen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Gastronomie: Konsumverhalten

Der nachhaltige Konsum von Lebensmitteln wird gefördert.

Viele Festivals machen es vor und bieten auf ihren Veranstaltungen nur noch vegetarische bzw. vegane Produkte an, um so den nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln zu fördern. Dazu gehören z.B. das Way out West Festival in Göteborg, und auch das Melt! Festival fordert von gastronomischen Ständen vor allem vegetarische und vegane Speisen.

Buffets sind eine beliebte und häufig genutzte gastronomische Darreichungsform auf Veranstaltungen und werden sowohl im Gäste- als auch im Backstagebereich eingesetzt. Sie sind jedoch auch von einem relativ hohen Ressourcenaufwand geprägt, deshalb ist es wichtig, das Konsumverhalten der Gäste am Buffet durch Aufklärung, Kommunikation und die Gestaltung des Buffets selbst positiv zu beeinflussen. Hier nur einige Beispiele, welche Maßnahmen Veranstalter*innen ergreifen können:

Den Gästen können Informationen zu der Herkunft von Lebensmitteln (z.B. Gemüse aus regionalem Anbau, tierische Produkte aus artgerechter Haltung), z.B. über Beschilderung oder durch geschultes Personal, bereitgestellt werden, sodass diese Informationen in die Entscheidung, welche Speisen bevorzugt gewählt werden, einfließen können. Außerdem kann so das Bewusstsein der Gäste für Lebensmittel als wertvolle Ressource geschärft werden.

Auch die Gestaltung des Buffets kann das Konsumverhalten der Gäste lenken: nachhaltige Speisen können prominent am Buffett platziert werden, sodass sie als erstes bemerkt werden und am begehrlichsten erscheinen. Anstatt vegetarische und vegane Gerichte als “Alternative” anzubieten, können sie als Hauptgericht erster Wahl angeboten werden. Auch über die Preisgestaltung können vegetarische und vegane Gerichte attraktiver gemacht werden als Fleischgerichte.

Ressourcen können auch gespart werden, indem Becher gekennzeichnet werden und das Personal instruiert wird, diese nicht wegzuräumen, sodass die Becher von der gleichen Person über den Veranstaltungstag wiederverwendet werden können.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Standbetreiber*innen & Konzept: Beauftragung & Verträge

Die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien ist mit Partner*innen mit einem Vertrag oder durch verbindliche Checklisten geregelt.

Der Artist Rider ist Teil des Vertrags zwischen Künstler*innen und Veranstalter*innen, in dem im Rahmen einer ressourcenschonenden Veranstaltung ebenfalls Nachhaltigkeit als Leitbild verankert sein kann. Paradigm Agency (zuvor Coda) und die gemeinnützige Organisation „A Greener Festival“ haben gemeinsam einen Green Artist Rider entwickelt, der als Vorlage genutzt werden kann. Die aktuelle Version des Riders von 2019 ist unter Angabe einer Mailadresse auf dieser Website downloadbar.

Es werden u.a. die Themen Transfer, Bewirtung und Beschaffung von neuem Equipment behandelt. Hier findest du Hintergrundinformationen zur Entstehung des Green Artist Riders 

Im deutschsprachigen Raum ist das Green Touring Network Ansprechpartner*in mit Expertise für die Planung und Durchführung nachhaltigerer Touren. 

Bei der Organisation, Programmplanung und (Vorab-)Kommunikation mit Ausstellenden, Standbetreiber*innen und anderen Partner*innen der Veranstaltung sollte Nachhaltigkeit gleich mitbedacht werden:

  • Handelt es sich bei der Vertragspartner*in um ein (junges) Unternehmen oder bspw. einen gemeinnützigen Verein?  

Aussteller*innen können unterschiedlich bepreist werden, um die vorhandenen finanziellen Ressourcen von Standbetreiber*innen zu berücksichtigen. 

  • Welches Produkt/ welche Dienstleistung bietet die Vertragspartner*in konkret an?  

Vorher klar abzusprechen, welche Dienstleistung z.B. an einem Stand angeboten wird, ermöglicht Veranstalter*innen vorab bzgl. vorhandener Nachhaltigkeitsziele der Veranstaltung nachzusteuern und nicht am Veranstaltungstag mit umweltschädlichen Give-Aways überrascht zu werden.  

  • Welche Standfläche wird von Aussteller*innen in qm benötigt? Welcher Stromanschluss und welches zusätzliche Mobiliar wird benötigt? 

Viele Veranstaltungen fragen nach dem benötigten Stromanschluss. Es kann allerdings auch sinnvoll sein, mit Standbetreiber*innen ins Detail zu gehen und konkret die Geräte abzufragen, die z.B. mit Strom versorgt werden sollen. Bei der Planung alternativer Energiekonzepte helfen diese Informationen beim bedarfsgerechten Einsatz von Energie.  

  • Sollen Aussteller*innen verpflichtet werden, eine Pauschale zu entrichten, um z.B. ihre Anreise standardmäßig zu kompensieren und die nachhaltige Umsetzung der Veranstaltung zu gewährleisten?  

Um ggf. Mehrkosten für Reinigungsmaßnahmen aufzufangen oder die Kompensation von Emissionen zu finanzieren, können Aussteller*innen dazu verpflichtet werden, eine Umweltpauschale zu entrichten 

  • Gibt es Möglichkeiten für Austeller*innen, sich über ein anderes Format als einen Infostand zu präsentieren? Welches Format möchte die Aussteller*in in welchem Umfang wahrnehmen? 

An Infoständen werden in vielen Fällen vor allem bedruckte Flyer verteilt. Dabei ist diese Art der Informationsweitergabe nicht immer der effektivste oder spannendste Weg, um sich als Organisation auf einer Veranstaltung vorzustellen. Mitmachaktionen, die sogar mehrfach auf Veranstaltungen aufgebaut werden können, können ggf. ressourcensparender sein und einen langanhaltenderen Effekt bei Besucher*innen haben.  

  • Gibt es eine Eventapp oder Onlineangebote, in denen sich Aussteller*innen präsentieren können? In welchem Umfang und was genau möchte die Aussteller*in über die Kanäle kommunizieren? 

Digitalisierte Kommunikation kann auf der einen Seite helfen, den Einsatz gedruckter Informationsmaterialien zu reduzieren, auf der anderen Seite bieten z.B. Eventapps die Möglichkeit, viele Teilnehmer*innen auf dezentralen Veranstaltungen gleichzeitig z.B. zu Abläufen, dem Programmangebot aber auch zu Sturmwarnungen zu informieren. 

Am einfachsten ist die Kommunikation mit potenziellen Projektpartner*innen, wenn für alle Seiten klar ist, zu welchem Zweck kooperiert wird, was verhandelt wird und ggf. zu welchem Preis. Mit Dienstleister*innen werden in vielen Fällen Verträge geschlossen, in denen die Bedingungen für die Kooperation festgelegt werden. Im Rahmen einer Veranstaltung, die in ihrer Nachhaltigkeitsleistung verbessert werden soll, ist es empfehlenswert z.B. ein Leitbild zu entwickeln, dass den Veranstalter*innen und Kooperationspartner*innen für die angestrebte Nachhaltigkeitsleistung Orientierung geben kann.

Mit Partner*innen, mit denen die Kooperation nicht vertraglich geregelt wird, können Veranstalter*innen trotzdem eine Selbsterklärung unterzeichnen lassen, in der die Partner*innen bestätigen, dass sie sich klar mit den Werten der Veranstaltung identifizieren. Wenn mit Partner*innen kein Vertrag über die zu erbringende Nachhaltigkeitsleistung besteht, ist es schwierig, diese als Veranstalter*in zur Verantwortung zu ziehen. Nichtsdestotrotz können Veranstalter*innen aufmerksam verfolgen, wann welche Vereinbarungen nicht eingehalten worden sind, und nach der Veranstaltung das klärende Gespräch suchen, sobald der Stress der Veranstaltungstage selbst abgefallen ist. 

Dienstleistende, insbesondere Standbetreiber*innen, können die nachhaltige Durchführung eurer Veranstaltung maßgeblich beeinflussen. Eine verbindliche Regelung zur Einhaltung von Verhaltensweisen und Kriterien empfiehlt sich vor allem für Events wie Straßenfeste, Weihnachtsmärkte oder Festivals und Sportveranstaltungen mit vielen Foodtrucks. Kriterien, die die Grundlage für eine effektive Zusammenarbeit schaffen, sind beispielsweise:

  • Erhebung von Basisdaten (z.B. Stromverbrauch, Abfallvolumen, Verpackungsart der Produktausgabe)
  • Einhaltung von Maßnahmen zum Mitarbeiter*innen-Schutz
  • barrierefreie Kommunikation durch den Einsatz von Piktogrammen
  • Kennzeichnung tierischer Produkte
  • Plastikfreie Ausgabe von Speisen und Waren an Gäste
  • Reduktion des Energieverbrauchs (z.B. durch Einsatz von LED-Beleuchtung)
  • Reduktion von Lebensmittelverschwendung (z.B. durch Kooperationen mit Foodsharing-Initiativen)
  • Schutz kritischer Ressourcen & Tierschutz in der Beschaffung von Lebensmitteln und Cateringprodukten
  • Grundwasserschutz durch Einsatz nachhaltiger Reinigungsmittel

Die Details zur Einhaltung der Maßnahmen können mehr oder weniger streng angesetzt werden. Um einen niedrigschwelligen Einstieg zu ermöglichen, empfiehlt es sich, die Kriterien zu staffeln und besonders nachhaltiges Verhalten mit Anreizen zu belohnen. Weiterführende Kriterien können die oben genannten Maßnahmen verschärfen, strengere Auflagen bezüglich der Verpackungen oder Beschaffung von Lebensmitteln enthalten und zusätzlich an der Mobilität der Standbetreibenden, der Zubereitungsart von Speisen, der Kommunikation der Maßnahmen und der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie ansetzen. Beispiele für Standbewerbungen, Verträge oder Vertragsanhänge mit Nachhaltigkeitsmaßnahmen findet ihr in der Bibliothek in der GEHH-Tatenbank!

Eine nachhaltige Veranstaltung hört nicht bei euch auf, auch die Dienstleister*innen, wie z.B. der gastronomische Standbetreiber, müssen mit ins Boot geholt werden. Dafür ist eine transparente und verständliche Kommunikation der Nachhaltigkeitsmaßnahmen für die Dienstleistenden sinnvoll. Ein (freiwilliger) Zusatzvertrag kann Vertrauen auf beiden Seiten schaffen und gleichzeitig die Maßnahmen erläutern. 

Um Dienstleister*innen aktiv in das Nachhaltigkeitskonzept einzubeziehen und sie zu einem Beitrag zur Erreichung der festgelegten Nachhaltigkeitsziele zu verpflichten, schließt z.B. die altonale GmbH einen Zusatzvertrag „Nachhaltigkeit“ mit ihren Dienstleister*innen ab. Darin wird in ungefähr 100 Wörtern gerahmt, welchen Anteil Dienstleistungen an den gesamten Emissionen der Veranstaltung ausmachen und welcher Zweck mit dem Zusatzvertrag angestrebt wird. Danach werden stichpunktartig die verbindlich umzusetzenden Nachhaltigkeitsmaßnahmen für Standbetreiber*innen aufgelistet, sowie die freiwilligen Maßnahmen, die von der Veranstalter*in begrüßt würden. Die umzusetzenden Maßnahmen sind sehr konkret formuliert wie z.B. der komplette Verzicht auf Plastiktüten an Ständen oder die sortenreine Trennung von Abfall. Des Weiteren könnte z.B. festgelegt werden, welche Quoten an regionalen, saisonalen und biologisch produzierten Lebensmitteln an Foodtrucks erfüllt werden sollen oder welche Einwegmaterialien eingesetzt werden, wenn Mehrwegsysteme nicht einsetzbar sind. 

Das Reeperbahn Festival hängt an Verträge mit Dienstleister*innen ebenfalls einen Nachhaltigkeitspassus an, sodass Vertragspartner*innen des Festivals eine Absichtserklärung mit ca. 200 Wörtern unterschreiben, in der vor allem auf den Verzicht von Einwegmaterialien und die bevorzugte Nutzung von Ökostrom hingewiesen wird.  

Beim WAKE UP Festival wird von allen Ausstellenden eine Umweltpauschale erhoben, um z.B. die durch die An- und Abreise emittierten Treibhausgase zu kompensieren und um für die Reinigung der Veranstaltungsstätte aufkommen zu können. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Gastronomie: Catering

Speisen und Getränke werden unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten eingekauft.

Für die Getränkeversorgung einer Veranstaltung ist es möglich, ausschließlich Biere, Limonaden und Co. zu verkaufen, die direkt aus Hamburg kommen! Lokale Getränke aus Hamburg gibt es u.a. hier verlinkt. Darunter Wermut, Cider, Bier(e), Vodka, Gin, Mineralwasser, Limonaden, Cola, Mate und Co. Hier geht es zu einer Liste mit lokalen alkoholfreien Alternativen!

Saisonkalender sind ein hilfreiches Instrument, um nachzusehen, welche Gemüse- und Obstsorten regional verfügbar sind, ohne dass in ihrer Produktion vermeidbare Emissionen durch Kühlung und Transport entstehen. An dieser Stelle gibt es einen Saisonkalender, der regelmäßig aktualisiert wird.

Die jahreszeitlich vorbestimmten Temperaturen und Niederschläge geben vor, welche Obst- und Gemüsesorten wann angebaut und geerntet werden können. Am besten ist es, regionale Produkte der Saison zu kaufen, die im Freiland angebaut werden. Nach der Erntesaison gibt es zudem Produkte, die kühl eingelagert werden können und dann noch eine gewisse Zeit zur Verfügung stehen. Wenn Lebensmittel allerdings zu lang eingelagert werden, dann übersteigt der Energiebedarf der Kühlung die Emissionen, die bei importierter Ware entstehen würden. Dass Lebensmittel aus einem Kühlhaus bereitgestellt werden, ist in vielen Saisonkalendern gekennzeichnet.  

Es gibt auch Kulturen, die in Gewächshäusern gezogen werden. Die Initiative Global 2000 schreibt in einem Onlineartikel, dass Obst und Gemüse aus Gewächshäusern oder unter Folientunneln als saisonal gelten, wenn keine zusätzliche Energie z.B. zur Beheizung eingesetzt werden muss. 

Eine einheitliche Definition für den Begriff „regional“ gibt es nicht. Häufig werden Regionen anhand eines landschaftlich einheitlichen Gebiets und/oder anhand von administrativen Grenzen festgelegt. Bei Produkten wie Obst und Gemüse sollte für Konsument*innen klar identifizierbar sein, von woher sie stammen, wenn sie als regional bezeichnet werden. Bei verarbeiteten Produkten mit teilweise komplexen Produktionswegen zählt auch, ob die Vorprodukte aus einem eindeutig benennbaren geographischen Gebiet kommen. Für weitere Informationen zum Begriff Regionalität hat der Bundestag eine kleine wissenschaftliche Ausarbeitung in Auftrag gegeben.  

Die Metropolregion Hamburg kann als wirtschaftlich bedeutende Region verstanden werden, die sich in einem Umkreis von 100 Kilometern um die Freie und Hansestadt Hamburg erstreckt. 

Für die Versorgung einer Veranstaltung mit regionalen Lebensmitteln und Dienstleistungen wie Caterern sowie Blumenschmuck gibt es folgende Anlaufstellen.  

Die Regionalwert AG Hamburg ist eine Aktiengesellschaft, die in regionale Betriebe investiert und die Partnerbetriebe dann zu sozialen und ökologischen Standards verpflichtet. Unter den Partnerbetrieben sind Bauernhöfe, Direktvermarkter*innen, Lebensmittelhändler*innen, Lebensmittelhandwerker*innen und Dienstleister*innen wie z.B. Caterer. „Region“ bedeutet hier Metropolregion Hamburg und Teile Schleswig-Holsteins.   

Diese Initiative ist ein Zusammenschluss aus Gärtner*innen, Florist*innen und Fachhändler*innen, die sich in Norddeutschland für die Erhaltung regionaler Blumen- und Zierpflanzenproduktion einsetzen.  

Eine hilfreiche Anlaufstelle für regionale Dienstleister*innen bietet die UmweltPartnerschaft Hamburg. Zu diesem Netzwerk zählen Betriebe, die sich selbst zu betrieblichem Umweltschutz verpflichtet haben und ihren Unternehmenssitz in Hamburg haben.  

Die Initiative Öko-Regionalinitiative Nord e.V. ist ein Netzwerk aus Landwirt*innen, die Lebensmittel ökologisch produzieren. 

Eine Initiative aus Landwirt*innen, Gärtner*innen, Lebensmittelhandwerker*innen, -vermarkter*innen, Köch*innen und Gastronomen, die sich für die Herstellung und Verarbeitung hochwertiger regionaler Lebensmittel einsetzen. 

Es gibt unterschiedliche Kategorien, um zu bewerten, ob ein Lebensmittel nachhaltig ist oder nicht. Die Anzahl unterschiedlicher Siegel für die Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Lebensmitteln bildet diese Vielfalt möglicher Kriterien für nachhaltigen Konsum ab. Es ist nicht immer möglich “auf alles” zu achten, sodass in vielen Fällen auch bei der Wahl des Caterings zwischen unterschiedlichen Aspekten abgewogen werden muss.

Klar ist: Ökologisch am wirkungsvollsten zur Reduktion von Treibhausgasen einer Veranstaltung ist der Verzicht auf tierische Lebensmittel. Ob regional und/oder biologisch produzierte Lebensmittel für eine Veranstaltung “besser” sind, hängt stark von der Jahreszeit, von den Anbaupraktiken der Landwirt*innen und vom Transport der Lebensmittel ab.

Lebensmittel, die ökologisch produziert wurden, gelten als umweltverträglicher als solche, die in konventioneller Landwirtschaft hergestellt wurden. Wenn allerdings eine lokale Produzentin aufgrund innovativer Anbaupraktiken Kooperationspartner*in einer Veranstaltung ist, ihr Betrieb aber z.B. nicht bio-zertifiziert ist, ist es legitim, im Rahmen der Veranstaltungsorganisation lokales (und saisonales) Catering zu priorisieren.

Einen knackigen Vergleich ökologischer und regionaler (konventioneller) Landwirtschaft hat das Wissenschaftsmagazin Quarks in dem diesem Blogbeitrag gemacht. Das Fazit: Im Zweifel regional und saisonal kaufen, anstatt “bio”.

Wenn das Catering einer Veranstaltung nicht ausschließlich vegan sein soll, können tierische Produkte trotzdem aus artgerechter Tierhaltung beschafft werden. Auf die Beschaffung von kritischen Lebensmitteln (z.B. Produkte von bedrohten Tierarten) sollte allerdings in jedem Fall verzichtet werden.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Team & Büro

Die Mitarbeitenden arbeiten in einer angenehmen, reizarmen Umgebung und werden über außerordentliche Belastungen am Arbeitsplatz informiert.

Tipp 1: Wenn viele Menschen gemeinsam in einem Raum arbeiten, können räumliche Veränderungen helfen, um Lärm zu reduzieren wie z.B. schallabsorbierende Raumteiler aufzustellen, Pflanzen zu verteilen oder auch Schränke neu zu arrangieren.

Tipp 2: Technische Geräte wie Telefone und Drucker können ständig Geräusche erzeugen und stören. Diese können in Räumen untergebracht werden, wo niemand konzentriert arbeiten muss.

Tipp 3: Gemeinsam eingerichtete Ruhezeiten können helfen, dass alle Mitarbeitenden Rücksicht aufeinander nehmen.

Menschen verbringen ca. 90% ihrer Zeit in Innenräumen. Über die Luftqualität in Innenräumen machen sich allerdings nur wenige Menschen Gedanken. Dabei kann die Konzentrationsfähigkeit in Räumen mit „schlechter“ Luft gering sein und die Produktivität beeinflussen: ein zu hoher Kohlenstoffdioxidgehalt kann z.B. schlechte Luftqualität bedeuten. Draußen liegt der Wert bei ca. 400 ppm, in Innenräumen wird ab ca. 1000 ppm nur noch eine moderate Luftqualität gemessen. CO2-Sensoren mit LED-Anzeige können dabei helfen, die Luftqualität sichtbar zu machen und einen Anreiz bieten, kontinuierlich für bessere Luftqualität im Büro zu sorgen. Das Angebot von Luftqualitätssensoren ist umfangreich, der Preis kann zwischen 80 und 200€ liegen.  

Arbeitsschutzrechtliche Anliegen fallen vor allem in den technischen Bereichen einer Veranstaltung an wie Messebau, Veranstaltungstechnik und Logistik. Aber auch für Menschen, die viel am Computer arbeiten, gelten arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen.   

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt in dem verlinkten Onlinebeitrag, dass gesetzlich festgelegter Arbeitsschutz der Unfallvermeidung und zum Schutz der Gesundheit aller Arbeitnehmer*innen dient. Teilbereiche des Arbeitsschutzes stellen z.B. die Sicherheit der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes dar und behandeln, wie Mitarbeiter*innen vor den negativen Auswirkungen durch Lärm und Vibration und künstliche optische Strahlung geschützt werden müssen. Darüber hinaus gibt es die Verordnung zur Lastenhandhabung. 

Arbeitsschutz liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber*in. Grundsätzlich gilt somit bei arbeitsschutzrechtlichen Fragen, dass die Gefahr durch die Arbeitsgeber*in beurteilt werden muss und darauf aufbauend entsprechende Schutzmaßnahmen durch die Arbeitgeber*in umgesetzt werden müssen.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenschonung

Die Reinigung der Veranstaltungsstätte erfolgt umweltfreundlich.

Nach Veranstaltungen wird aufgeräumt und das in unterschiedlichem Maß. Bei einer Open Air-Veranstaltung mit vielen Menschen, wird die Innenstadt mit Kehrfahrzeugen gereinigt; bei Veranstaltungen, die drinnen stattgefunden haben, wird Geschirr gespült, gewischt und Müll entsorgt.  

Wenn das Reinigen der Veranstaltungsstätte von externen Dienstleister*innen übernommen wird, lohnt es sich nachzufragen, ob die verwendeten Reinigungsmittel umweltschonend (z.B. biologisch abbaubar) sind und auf den hohen Materialverbrauch durch Einwegputzutensilien verzichtet wird. Reinigungsmittel können aggressive Inhaltsstoffen enthalten, die die Atemwege schädigen können, daher ist es wichtig, dass die Reinigungskräfte ausreichend geschützt sind. 

Die Broschüre des Umweltbundesamtes gibt Auskunft über zu vermeidende Reinigungsmittel sowie Tipps zu ressourcenschonenden Reinigungstechniken, die von externen Unternehmen und dem eigenen Team angewandt werden können. 

Das Robert-Koch-Institut gibt Hinweise zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen: „Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird auch in der jetzigen COVID-Pandemie nicht empfohlen. Hier ist die angemessene Reinigung das Verfahren der Wahl. […] Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können.“

Der sparsame Einsatz von Desinfektionsmitteln ist ressourcenschonend. Gleichzeitig sollten umweltfreundliche, d.h. biologisch abbaubare und vegane Reinigungsmittel, verwendet werden, um möglichst ressourcenschonend zu reinigen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei: