Maßnahmen für Nachhaltige Veranstaltungen

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Unsere Maßnahmen und Exkurse sind in folgende Handlungsfelder eingeteilt:

Illustrationen: Lena Schaffer

Hier findet ihr alle Maßnahmen aus unserer Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen – inklusive Exkurse mit weiterführenden Links zusätzlichen Informationen. Nutzt die Filter, um passende Themen für euch zu finden!

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Klimaschutzmaßnahmen: An- und Abreise der Besuchenden

Veranstaltungsgästen wird der Zugang zu Live-Streams oder Videoaufzeichnung der Veranstaltung angeboten, um eine präsenzlose Teilnahme zu ermöglichen.

United We Stream ist ein Projekt der Hamburger Clubszene vertreten durch das Clubkombinat in Partnerschaft mit ARTE Concerts und NJOY. Die Plattform bietet Übertragungen von Live-Musik und Performances und dient als Plattform für clubkulturelle Themen.

Eine weitere Plattform, die als Antwort der Kulturbranche auf klassische Streamingportale entwickelt wurde, heißt dringeblieben. Die Plattform wurde von Kulturschaffenden für Künstler*innen, Musiker*innen und Co. geschaffen. Es gibt eine einfach verwendbare Chatfunktion und für Veranstalter*innen die Möglichkeit, Tickets zu verkaufen.

Um auch während Corona Begegnung zu ermöglichen, sind digitale Veranstaltungen nicht mehr aus dem Alltag vieler Menschen wegzudenken. Die Bandbreite an Onlineplattformen für digitale Events, Messen und Videokonferenzen ist umfangreich. Bei der Planung einer Veranstaltung sollte nicht lediglich versucht werden, das „alte“ Event einfach in eine digitale Version zu übersetzen, denn digitale Räume funktionieren „anders“.

In digitalen Räumen kann es herausfordernd sein, in ein spontanes Gespräch zu kommen. Mit der Plattform Wonder können sich Veranstaltungsgäste wie in einem echten Raum von einem zum anderen Tisch bewegen und sich zu bestehenden Gesprächsgruppen dazu begeben. Im Retro-Look erfüllt auch Gather – ebenfalls eine online verfügbare Software – diese Aufgabe!

Die An- und Abreise von Veranstaltungsgästen stellt den klimarelevantesten Bereich einer Veranstaltung dar, da hier die meisten indirekten Treibhausgasemissionen aller Veranstaltungsaktivitäten entstehen. Die Nutzung von Livestreaming und virtuellen Veranstaltungen kann dazu beitragen, dass eben jener Bereich verringert wird. Auf der anderen Seite benötigen digitale Events und z.B. Livestreams deutlich mehr Strom am Veranstaltungsort selbst und bei den „Gästen“ zu Hause.  

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es kaum Veranstaltungen, die vergleichende Ökobilanzen veröffentlichen, in denen Livestreaming mit einer Veranstaltung vor Ort verglichen wird. Erste Ergebnisse zeigen, dass Videokonferenzen für Meetings – selbst unter Berücksichtigung der Ressourcen, die für Technik benötigt werden – weitaus energiesparender sind als Menschen an einem Ort zu versammeln. Felix Sühlmann-Faul beschreibt in seinem Blogbeitrag, dass die Art der Nutzung entscheidend ist, ob ein digitales Angebot wirklich „nachhaltiger“ ist als ein analoges Format. Dazu zieht er allerdings das alltägliche Videostreaming (und nicht den Livestream) als Referenz heran. In dem folgenden Blogbeitrag fragt der Autor, ob Livestreaming nachhaltig ist und bewertet dabei allerdings vor allem die Wirtschaftlichkeit von Livestreaming für die Musikbranche, ohne auf Umweltkennzahlen Bezug zu nehmen. 

Grundsätzlich bietet sich das Angebot von Live-Streams vor allem bei Konferenzen und anderen „geschäftlichen“ Veranstaltungen oder bei frontal gestalteten Bildungsangeboten an. Durch die Corona-Pandemie haben allerdings viele Veranstalter*innen bereits Erfahrungen mit Livestreaming gemacht. Wichtig ist: den Live-Stream mit genügend Menschen gut vorzubereiten, eine stabile Internetverbindung zu nutzen, einen vorhandenen Live-Chat souverän zu moderieren und das Konzept des Live-Streams so zu gestalten, dass es nicht lediglich das Live-Event kopiert, sondern dem neuen Format mit den Zuschauer*innen zu Hause gerecht wird. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Nachhaltigkeitsmanagement

Es werden Umweltkennzahlen der Aktivitäten der gesamten Organisation erhoben und eingesetzt, um Emissionen aktiv zu steuern und zu reduzieren.

Die Idee von Umweltkennzahlen ist es, Verbräuche und Emissionen, die im Rahmen einer Veranstaltung entstehen, sichtbar zu machen. Auf Grundlage dieser Zahlen können Umweltauswirkungen gezielt gesteuert und verbessert werden. Bei betrieblichen Umweltkennzahlen geht es nicht unbedingt darum, alle Aktivitäten einer Veranstaltung in CO2-Äquivalenten ausdrücken zu können; es geht um absolute und relative Mengen. Aussagekräftige Umweltkennzahlen sind z.B. der Papier- oder Energieverbrauch. Diese Verbräuche können dann in Relation gesetzt werden zur Besucher*innen-Anzahl und/oder zur Anzahl der Veranstaltungstage, bzw. zur Anzahl an im Unternehmen beschäftigten Personen (bei Papierverbrauch im Büro).

Einen praktischen Einstieg in das Thema bietet ein Leitfaden des Umweltbundesamtes.

Abhängig von den Erfahrungen, die du als Veranstalter*in bereits mit betrieblichen Umweltkennzahlen gesammelt hast, und den Ressourcen, die dir für das Nachhaltigkeitsengagement zur Verfügung stehen, können unterschiedliche Strategien sinnvoll sein, um Kennzahlen zu erheben und zu nutzen.  

Für den Fall, dass du als Veranstalter*in bisher keine Erfahrungen mit Umweltkennzahlen gesammelt hast, kann der erste Schritt sein, eine Handvoll Zahlen über bestimmte Umweltaspekte in einer Tabelle zusammenzuführen, die für deine Veranstaltung relevant sein könnten. Zu den interessanten Umweltaspekten zählen z.B. Abfallmengen, Wasser-, Strom- oder Heizenergiebedarfe oder Schallemissionen einer Veranstaltung. Das Messen und Zusammenstellen von Kennzahlen wird von vielen Unternehmen als große Herausforderung wahrgenommen. Aussagekräftige Kennzahlen müssen identifiziert und ausgewählt werden, es muss entschieden werden, ob Kennzahlen z.B. relativ oder absolut angegeben werden und ob die Zahlen von Jahr zu Jahr vergleichbar sind.  

Der Leitfaden des Umweltbundesamtes ist für Unternehmen konzipiert, die Umweltkennzahlen im Rahmen einer EMAS-Zertifizierung erheben, dokumentieren und extern berichten möchten. Der Leitfaden eignet sich jedoch auch als umfassende Einführung für Veranstalter*innen, die keine EMAS-Zertifizierung anstreben.  

Der Hamburger Kirchentag wurde bereits EMAS zertifiziert. Die sog. Umwelterklärung der Veranstalter*innen zeigt, wie Umweltkennzahlen im Veranstaltungskontext aussehen können. 

Je mehr Umweltkennzahlen erhoben werden, desto eher steigt der Anspruch, diese professionell zu messen und zu organisieren. Die Entscheidung für oder gegen eine Software für Umweltmanagement kann auch davon abhängen, ob Kennzahlen von einer Person zusammengetragen werden, die den Überblick behält, oder viele Personen unabhängig voneinander für Messungen und die Pflege der Daten verantwortlich sind. Je komplizierter die Datenerhebung und -auswertung ist, desto eher ist die Unterstützung durch eine Software sinnvoll. Hier findest du eine Übersicht an Anwendungen.

Wenn du als Veranstalter*in nicht weißt, wo du anfangen sollst, Kennzahlen zu erheben, kannst du über das Programm Ökoprofit damit beginnen, eure Veranstaltung Schritt für Schritt EMAS-zertifizieren lassen. Es gibt zudem Beratungsagenturen, die mit euch als Veranstalter*innen zusammen Umweltkennzahlen erheben und interpretieren.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

: Einsatz technischer Geräte

(Veranstaltungs-)Technik wird während der Veranstaltung ressourcenschonend eingesetzt.

Die Kühlung von Getränken an der Bar kann sehr viel Strom verbrauchen. Um herauszufinden, wie der Stromverbrauch von Display-Kühlschränken reduziert werden kann, hat die Clubstiftung 2014 eine Studie in Auftrag gegeben, in der Forschende der Technischen Universität Hamburg-Harburg sich in einer Testreihe mit dem Gastro-Kühlschrank Liebherr FKDv 4303 beschäftigt haben. Die zusammengefassten Erkenntnisse des Projekts sind an dieser Stelle wörtlich aus dem Jahresbericht der Clubstiftung von 2015 übernommen worden:  

  • FÜR NIEDRIGE UMGEBUNGSTEMPERATUR SORGEN 

Je niedriger die Temperatur der Umgebung des Kühlschranks ist, desto weniger „heizt“ die Umgebung den Kühlschrank. Der Stromverbrauch ist dann entsprechend niedriger. Wenn möglich, sollte dies bei der Aufstellung berücksichtigt werden.  

  • ZWISCHEN RÜCKWAND UND HAUSWAND 5 CM PLATZ LASSEN 

Zum Kühlen des Innenraums gibt der rückseitige Kondensator Wärme an die Umgebung ab, sodass die Luft an der Rückseite erwärmt wird. Damit der Kühlschrank effizient arbeiten kann, muss diese Luft möglichst gut vom Kühlschrank wegströmen können, z.B. nach oben. Er sollte deshalb mit der Rückseite nicht direkt an einer Wand stehen, sondern etwas abgerückt werden, 5 cm reichen. Ebenfalls sollte die warme Luft nicht an den Seitenwänden entlangströmen, damit er sich nicht selbst heizt.  

  • SEITENWÄNDE ISOLIEREN ODER KÜHLSCHRÄNKE DICHT ANEINANDER REIHEN 

Die Seitenwände sind mit einer Isolierung versehen, die dafür sorgt, dass sich der Innenraum möglichst wenig erwärmt. Wenn mehrere Kühlschränke nebeneinanderstehen, sollte dazwischen kein Spalt sein, die Kühlschränke sollten vielmehr „kuscheln“. Falls andere Möbel neben einem Kühlschrank stehen, sollten sie ebenfalls direkt abschließen. Sie stellen eine zusätzliche Isolierung dar. 

  • GLASFRONT FALLS MÖGLICH MIT STYROPOR ISOLIEREN 

Die Glastür isoliert nicht so gut wie die Seitenwände. Wenn der Kühlschrank nicht gut aussehen muss (z.B. nachts, wenn er in einem Nebenraum steht oder hinter einer Theke nur halb zu sehen ist), sollte die Tür zusätzlich mit Styropor verkleidet werden. Dies kann sowohl auf der Innenseite als auch auf der Außenseite geschehen, wobei sich durch die Konstruktion der Tür meist die Innenseite anbietet. Eine abnehmbare Verkleidung kann z.B. mit Magneten befestigt werden. Durch diese Investition in das Styropor (etwa 40 – 50mm dick) lassen sich dauerhaft etwa 5% der Stromkosten einsparen. 

Viele Menschen fühlen sich derzeit wohler, wenn sie aufgrund der möglichen Ansteckungsgefahr mit Corona nicht drinnen sitzen müssen, sondern draußen bleiben können. Wenn die Temperaturen sinken, greifen viele Gastronomiebetriebe, Hotels oder Veranstaltungsstätten auf Heizpilze zurück, damit ihren Gästen nicht zu kalt wird. Heizpilze, die mit Gas befeuert werden, verbrauchen allerdings relativ viel Energie.  

Die ressourcenschonendste Alternative zum Einsatz von Heizpilzen ist immer noch, sich mit bereits Vorhandenem gegen die Kälte zu schützen d.h. dicke Pullover, warme Schuhe und Jacken anziehen oder Decken nutzen bzw. den Gästen zur Verfügung zu stellen. Sog. Taschenwärmer sind sehr effektiv, können aber u.U. schon nach wenigen Anwendungen nicht mehr verwendbar sein, sodass hier lieber auf langlebige “Wärmer” zurückgegriffen werden sollte wie Wärmflaschen oder Kirschkern- oder Körnerkissen. Es gibt zudem beheizbare Sitzkissen, die mit Strom aufgeladen werden können und Wärme erzeugen. 

Zusätzlich können Betreiber*innen von Veranstaltungsstätten Windschutz aufstellen. Denn wenn es besonders windig oder nass ist, werden niedrige Temperaturen kälter empfunden als sie eigentlich sind.  

In manchen Städten wurde diskutiert bzw. letztlich erlaubt, dass elektrische Heizpilze aufgestellt werden können, die mit Ökostrom betrieben werden sollen. Elektrische Heizpilze sind zwar energiesparender als gasbetriebene Heizpilze, aber alternativ dazu können auch Infrarot-Heizstrahler eingesetzt werden. Diese erwärmen die Umgebungsluft nämlich nicht, sondern erzeugen direkte Wärme auf der Oberfläche von Körpern. 

Wenn Dienstleister*innen für Veranstaltungstechnik angefragt werden, ist es wichtig, dass Veranstalter*innen nachfragen, welche Maßnahmen in der Veranstaltungstechnik umgesetzt werden können, um ressourcenschonend u.a. mit Strom, technischem Equipment oder (Einweg)Material umzugehen. 

Beleuchtung ist ein technischer Bereich, in dem, allein über die Wahl der Leuchtmittel, viel Strom gespart werden kann. Viele Dienstleister*innen sind bereits auf LED-Technik umgestiegen, weil LED-Scheinwerfer länger halten und deutlich weniger Energie verbrauchen. Nichtsdestotrotz sollten Veranstalter*innen vorab mit Techniker*innen absprechen, wo Beleuchtung unbedingt eingesetzt werden soll und wo gespart werden kann, wie Tageslicht und der Aufbau der Bühne die benötigte Beleuchtung beeinflusst oder welche stromsparende Technik eingesetzt werden kann und trotzdem toll wirkt. An den Einsatz von Tontechnik, Mikrophonen, Videoequipment und Projektoren können ähnliche Fragen bzgl. des Strom- und Materialverbrauchs gestellt werden.  

In den meisten Fällen verfügen Veranstaltungstechniker*innen über umfangreiches Wissen zu Stromverbräuchen und können abwägen, welche Technik für welchen Zweck benötigt wird. Mit Dienstleister*innen zu sprechen und angestrebte Nachhaltigkeitsleistung der Veranstaltung klar zu formulieren, kann also direkt zur Schonung von Ressourcen beitragen! 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Ausstellende & Konzept: Programmempfehlung

Es werden regionale Ausstellende, Referent*innen, Künstler*innen einbezogen, d.h. aus einem Umkreis von 250km.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Es werden Maßnahmen ergriffen, um durch die Umlage etwaiger Mehrkosten finanziell eingeschränkten Gästen die Teilhabe an der Veranstaltung zu ermöglichen.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Ausstellende & Konzept, Unternehmensführung & Organisationskultur: Beauftragung und Partner*innenverträge, Dienstleistungsmanagement

Bei der Vergabe von Aufträgen werden nachhaltige Unternehmen bevorzugt.

Um eine Veranstaltung nachhaltig durchzuführen, braucht es nicht nur das Veranstaltungsteam selbst, sondern auch die Gäste und vor allem Dienstleister*innen, die alle direkt dazu beitragen, ob eine Veranstaltung in der Bilanz Ressourcen schont.  

  • Ist die Dienstleistung selbst ressourcenschonend oder bietet einen sozialen Mehrwert für die Veranstaltung? 
  • Kommen Dienstleister*innen aus der Freien und Hansestadt Hamburg bzw. aus der Metropolregion? 
  • Sind Dienstleister*innen Teil der UmweltPartnerschaft Hamburg? 
  • Sind Dienstleister*innen nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert? 
  • Verfolgen Dienstleister*innen selbst eine Nachhaltigkeitsagenda?
     
    • Nehmen Dienstleister*innen z.B. Verpackungen zurück und kümmern sich um die fachgerechte Entsorgung? 
    • Transportieren Dienstleister*innen ihre Produkte umweltfreundlich z.B. mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen? 
    • Verarbeiten Dienstleister*innen selbst vor allem ökologisch produzierte Lebensmittel oder als ressourcenschonend zertifizierte Materialien wie Holz oder Textilien? 
  • Identifizieren sich Dienstleister*innen mit der nachhaltigen Umsetzung der Veranstaltung?  
  • Verpflichten sich Dienstleister*innen einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Veranstaltung zu leisten?

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Langfristige Planungen mit Partner*innen erhöhen die Effizienz.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Veranstaltungsstätte: Ressourcenverbrauch

Am Veranstaltungsort stehen umweltverträgliche Toiletten zur Verfügung.

Die ökologischste Variante ist es, sanitäre Anlagen auf einer Freifläche, auf der eine Veranstaltung stattfindet, an das reguläre Kanalnetz sowie die Abwasserentsorgung anzuschließen. Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, gibt es unterschiedliche mobile Lösungen. Komposttoiletten, in denen z.B. Trockenstreu eingesetzt wird (z.B. von Goldeimer, von Finizio, von Ökoje oder von Ecotoiletten) werden immer öfter auf Festivals angewendet, um unangenehme Gerüche auf Toiletten zu neutralisieren. Es gibt aber auch Toilettensysteme, in denen Kot und Urin voneinander getrennt werden, sodass die Geruchsbelästigung direkt verringert wird.  

Auf den Einsatz von chemischen Zusätzen sollte in jedem Fall verzichtet werden, denn hier gibt es Alternativen: Mit dem Blauen Engel werden schadstoffarme und kläranlagenverträgliche Sanitärzusätze für bspw. Campingtoiletten zertifiziert.  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Gästen

Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen werden an Gäste kommuniziert; Gäste werden zum Mitmachen aufgefordert.

In dem zweiseitigen Fact Sheet von Powerful Thinking, einem Think Tank, der die Versorgung von Festivals mit erneuerbaren Energien vorantreiben will, sind die folgenden Beispiele genannt, wie Veranstalter*innen das Thema Energieverbrauch an Gäste kommunizieren können: Solarbetriebene Open-Air-Kinos, fahrradbetriebene Bühnen und  Smoothie-Stationen sowie Kunstinstallationen, die Energie zum Thema machen, so wie das Electric Hotel des Atelier Fleiter. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Ausstellende & Konzept: Beauftragung und Partner*innenverträge

Die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien mit Partner*innen ist vertraglich geregelt.

Der Artist Rider ist Teil des Vertrags zwischen Künstler*innen und Veranstalter*innen, in dem im Rahmen einer ressourcenschonenden Veranstaltung ebenfalls Nachhaltigkeit als Leitbild verankert sein kann. Paradigm Agency (zuvor Coda) und die gemeinnützige Organisation „A Greener Festival“ haben gemeinsam einen Green Artist Rider entwickelt, der als Vorlage genutzt werden kann. Die aktuelle Version des Riders von 2019 ist unter Angabe einer Mailadresse auf dieser Website downloadbar.

Es werden u.a. die Themen Transfer, Bewirtung und Beschaffung von neuem Equipment behandelt. Hier findest du Hintergrundinformationen zur Entstehung des Green Artist Riders 

Im deutschsprachigen Raum ist das Green Touring Network Ansprechpartner*in mit Expertise für die Planung und Durchführung nachhaltigerer Touren. 

Bei der Organisation, Programmplanung und (Vorab-)Kommunikation mit Ausstellenden und anderen Partner*innen der Veranstaltung sollte Nachhaltigkeit gleich mitbedacht werden: 

  • Handelt es sich bei der Vertragspartner*in um ein (junges) Unternehmen oder bspw. einen gemeinnützigen Verein?  

Aussteller*innen können unterschiedlich bepreist werden, um die vorhandenen finanziellen Ressourcen von Standbetreiber*innen zu berücksichtigen. 

  • Welches Produkt/ welche Dienstleistung bietet die Vertragspartner*in konkret an?  

Vorher klar abzusprechen, welche Dienstleistung z.B. an einem Stand angeboten wird, ermöglicht Veranstalter*innen vorab bzgl. vorhandener Nachhaltigkeitsziele der Veranstaltung nachzusteuern und nicht am Veranstaltungstag mit umweltschädlichen Give-Aways überrascht zu werden.  

  • Welche Standfläche wird von Aussteller*innen in qm benötigt? Welcher Stromanschluss und welches zusätzliche Mobiliar wird benötigt? 

Viele Veranstaltungen fragen nach dem benötigten Stromanschluss. Es kann allerdings auch sinnvoll sein, mit Standbetreiber*innen ins Detail zu gehen und konkret die Geräte abzufragen, die z.B. mit Strom versorgt werden sollen. Bei der Planung alternativer Energiekonzepte helfen diese Informationen beim bedarfsgerechten Einsatz von Energie.  

  • Sollen Aussteller*innen verpflichtet werden, eine Pauschale zu entrichten, um z.B. ihre Anreise standardmäßig zu kompensieren und die nachhaltige Umsetzung der Veranstaltung zu gewährleisten?  

Um ggf. Mehrkosten für Reinigungsmaßnahmen aufzufangen oder die Kompensation von Emissionen zu finanzieren, können Aussteller*innen dazu verpflichtet werden, eine Umweltpauschale zu entrichten 

  • Gibt es Möglichkeiten für Austeller*innen, sich über ein anderes Format als einen Infostand zu präsentieren? Welches Format möchte die Aussteller*in in welchem Umfang wahrnehmen? 

An Infoständen werden in vielen Fällen vor allem bedruckte Flyer verteilt. Dabei ist diese Art der Informationsweitergabe nicht immer der effektivste oder spannendste Weg, um sich als Organisation auf einer Veranstaltung vorzustellen. Mitmachaktionen, die sogar mehrfach auf Veranstaltungen aufgebaut werden können, können ggf. ressourcensparender sein und einen langanhaltenderen Effekt bei Besucher*innen haben.  

  • Gibt es eine Eventapp oder Onlineangebote, in denen sich Aussteller*innen präsentieren können? In welchem Umfang und was genau möchte die Aussteller*in über die Kanäle kommunizieren? 

Digitalisierte Kommunikation kann auf der einen Seite helfen, den Einsatz gedruckter Informationsmaterialien zu reduzieren, auf der anderen Seite bieten z.B. Eventapps die Möglichkeit, viele Teilnehmer*innen auf dezentralen Veranstaltungen gleichzeitig z.B. zu Abläufen, dem Programmangebot aber auch zu Sturmwarnungen zu informieren. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Partner*innen

Alle Partner*innen (z.B. Dienstleistende, Sponsor*innen, Mitarbeitende, Behörden etc.) erhalten die Möglichkeit für Feedback und Anregungen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Veranstaltung.

Wenn etwas in der Veranstaltungsplanung schiefläuft, ist das unangenehm mit kleinen oder großen Konsequenzen. Häufig kommt als erstes der Ärger hoch, und man fragt sich, wer an dem Problem schuld ist, das nun zu lösen ist, anstatt es einfach zu lösen. Doch damit schafft sich ein Team nur ein weiteres Problem: Nämlich die Angst, Fehler zu machen, die wie in einer selbsterfüllenden Prophezeiung dazu führt, dass tatsächlich mehr Fehler gemacht werden. Einen konstruktiven Umgang mit Fehlern zu finden, ohne sie zu ignorieren, erfordert das Mitmachen aller Mitarbeitenden und eine bestimmte Art und Weise miteinander zu kommunizieren. In dem hier verlinkten Blogbeitrag gibt der Autor einen Einstieg in das Projekt „Fehlerkultur etablieren“.

Um das Feedback von Besucher*innen zu einer Veranstaltung einzuholen, können passend zur Veranstaltungsart interaktive Formate direkt vor Ort genutzt oder im Nachklang Fragen an die Besucher*innen verschickt werden. Eine Frage, die häufig an Besucher*innen gestellt wird, um die generelle Zufriedenheit zu ermitteln, lautet: „Würdet ihr die Veranstaltung weiterempfehlen?“ Um die Veranstaltung mit konkreten Vorschlägen und Wünschen der Besucher*innen zu verbessern, reicht diese eine Frage zwar nicht aus. Sie kann den Veranstalter*innen aber einen ersten Einblick über den generellen Erfolg der Veranstaltung geben.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Mitarbeitenden-Management

Die Mitarbeitenden arbeiten gemäß des Arbeitsschutzgesetzes und werden über außerordentliche Belastungen informiert.

Tipp 1: Wenn viele Menschen gemeinsam in einem Raum arbeiten, können räumliche Veränderungen helfen, um Lärm zu reduzieren wie z.B. schallabsorbierende Raumteiler aufzustellen, Pflanzen zu verteilen oder auch Schränke neu zu arrangieren.

Tipp 2: Technische Geräte wie Telefone und Drucker können ständig Geräusche erzeugen und stören. Diese können in Räumen untergebracht werden, wo niemand konzentriert arbeiten muss.

Tipp 3: Gemeinsam eingerichtete Ruhezeiten können helfen, dass alle Mitarbeitenden Rücksicht aufeinander nehmen.

Menschen verbringen ca. 90% ihrer Zeit in Innenräumen. Über die Luftqualität in Innenräumen machen sich allerdings nur wenige Menschen Gedanken. Dabei kann die Konzentrationsfähigkeit in Räumen mit „schlechter“ Luft gering sein und die Produktivität beeinflussen: ein zu hoher Kohlenstoffdioxidgehalt kann z.B. schlechte Luftqualität bedeuten. Draußen liegt der Wert bei ca. 400 ppm, in Innenräumen wird ab ca. 1000 ppm nur noch eine moderate Luftqualität gemessen. CO2-Sensoren mit LED-Anzeige können dabei helfen, die Luftqualität sichtbar zu machen und einen Anreiz bieten, kontinuierlich für bessere Luftqualität im Büro zu sorgen. Das Angebot von Luftqualitätssensoren ist umfangreich, der Preis kann zwischen 80 und 200€ liegen.  

Arbeitsschutzrechtliche Anliegen fallen vor allem in den technischen Bereichen einer Veranstaltung an wie Messebau, Veranstaltungstechnik und Logistik. Aber auch für Menschen, die viel am Computer arbeiten, gelten arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen.   

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt in dem verlinkten Onlinebeitrag, dass gesetzlich festgelegter Arbeitsschutz der Unfallvermeidung und zum Schutz der Gesundheit aller Arbeitnehmer*innen dient. Teilbereiche des Arbeitsschutzes stellen z.B. die Sicherheit der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes dar und behandeln, wie Mitarbeiter*innen vor den negativen Auswirkungen durch Lärm und Vibration und künstliche optische Strahlung geschützt werden müssen. Darüber hinaus gibt es die Verordnung zur Lastenhandhabung. 

Arbeitsschutz liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber*in. Grundsätzlich gilt somit bei arbeitsschutzrechtlichen Fragen, dass die Gefahr durch die Arbeitsgeber*in beurteilt werden muss und darauf aufbauend entsprechende Schutzmaßnahmen durch die Arbeitgeber*in umgesetzt werden müssen.  

Die (aller)meisten Arbeitnehmer*innen der Veranstaltungsbranche dürfen gesetzlich maximal 48 Stunden pro Woche bzw. maximal 8 Stunden pro Tag arbeiten – mit Ausnahmen, die längere Arbeitszeiten kurzfristig erlauben. Bei einer täglichen Arbeitszeit zwischen sechs und acht Stunden müssen mindestens 30 Minuten Pause und bei über neun Stunden Arbeitszeit 45 Minuten Pause gemacht werden. Länger als sechs Stunden ohne Pause dürfen Arbeitnehmer*innen nicht arbeiten.  

Im Arbeitszeitgesetz steht eindeutig beschrieben, wie viel Arbeitnehmer*innen arbeiten dürfen, auf wie viele Pausen Arbeitnehmer*innen Anspruch haben und wann welche Ausnahmen gemacht werden dürfen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine leicht verständliche Broschüre zum Arbeitszeitgesetz veröffentlicht. 

Schichtpläne sollten sich grundsätzlich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, um Arbeitnehmer*innen hinreichend vor Überlastung zu schützen. Doch in der Realität arbeiten Menschen in der Veranstaltungsbranche nicht immer im gesetzlichen Rahmen und Veranstaltungstage stellen Ausnahmesituationen dar, die häufig mit außerordentlichen Arbeitszeiten einhergehen. Daher sollten gerade Veranstalter*innen im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensorganisation darauf achten, Schichtpläne und Arbeitsverteilung so zu regeln, dass der gesetzliche Rahmen auch in Ausnahmesituationen jederzeit eingehalten werden kann. Es ist z.B. auch nicht erlaubt, strategisch weniger Arbeitskräfte als notwendig einzuplanen, um Kosten zu sparen. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Partner*innen

Mitwirkende werden über praktische Nachhaltigkeitsaspekte der Veranstaltung informiert, um als Vorbild zu dienen und ihr Wissen an Gäste weiterzugeben.

Es ist sinnvoll, Veränderungen in Richtung einer nachhaltigen Veranstaltung zu bewirken. Dieses Engagement nach außen zu kommunizieren und authentisch an andere Veranstalter*innen und die Besucher*innen weiterzuerzählen, ist ebenfalls wichtig. Denn: Zu sehen, dass es Menschen gibt, die die Veranstaltungsbranche verändern, motiviert andere mitzumachen und macht Nachhaltigkeit lokal erfahrbar.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Kommunikation: Kommunikation mit Partner*innen

Alle Partner*innen (z.B. Dienstleistende, Sponsor*innen, Mitarbeitende, Behörden etc.) werden über die Nachhaltigkeitsstandards der Veranstaltung informiert.

Maßnahmenkataloge können unterschiedlich lang sein und je nach Veranstaltung unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Was sie allerdings eint, ist ihre Konkretheit. Hier ist eine Reihe an Veranstaltungen aufgeführt, die ihren sehr konkreten Maßnahmenkatalog veröffentlicht haben und so klar über ihre Ziele und Maßnahmen informieren. 

Das DGTL in Amsterdam beschreibt hier, dass sie das erste „circular festival“ der Welt werden wollen und welche Maßnahmen sie umsetzen, um dorthin zu kommen!   

Das Nachhaltigkeitskonzept des FUTUR 2 FESTIVAL ist hier verlinkt. Das Festival über sich: „Das FUTUR 2 FESTIVAL ist ein Laborplatz zur Erprobung zukunftsfähiger Lösungen für Open-Air-Veranstaltungen […]. Ziel ist ein kreislauffähiges Festival, dessen Ressourcen, in erster Priorität vor Ort regenerativ gewonnen werden bzw. dessen Abfallströme recyclebar sind.“ 

Das Way out West Festival hat sich Nachhaltigkeitsziele gesetzt und berichtet an dieser Stelle darüber.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Ausstellende & Konzept: Programmempfehlung

Lokale Initiativen und gemeinnützige Organisationen können sich den Gästen der Veranstaltung präsentieren. Diese orientieren sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen/ Agenda 2030, sind anti-diskriminierend gestaltet und stärken gesellschaftliche Vielfalt.

Die häufigste Form Kooperationspartner*innen oder assoziierte zivilgesellschaftliche Initiativen auf einer Veranstaltung vorzustellen, ist der Infostand.  

Wenn es Infostände gibt, ist es wichtig, diese konzeptionell im Veranstaltungsprogramm einzubetten, sodass sie nicht lediglich als Lückenfüller dienen und tatsächlich relevant für Besucher*innen der Veranstaltung sind. Das Verteilen von Informationsmaterialien ist die einfachste Form der Öffentlichkeitsarbeit, die an einem Infostand geschehen kann. Mitmach-Aktionen zu planen, ist zwar aufwendiger, kann aber effektiver sein, um bei den Gästen einer Veranstaltung im Gedächtnis zu bleiben. Das lunatic Festival in Lüneburg stellt z.B. zahlreiche Initiativen auf dem Festivalgelände auf der “Spielwiese” vor. Auf der Spielwiese bietet jede Initiative eine Mitmach-Aktion an, die etwas mit dem Festivalthema zu tun hat, Flyern ist hier nicht erlaubt! 

Viele unterschiedliche Infostände können das Veranstaltungsgelände bereichern und ein umfassendes Informationsangebot für Gäste bereitstellen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Aufwand und Mehrwert sich die Waage halten. Der Aufwand im Vorfeld der Veranstaltung umfasst, alle Organisationen, die einen Infostand haben sollen, auf dem Gelände der Veranstaltung zu verorten und den Rahmen des Infostandes angemessen an die Betreiber*innen der Infostände zu kommunizieren. Bereits mit einer geringen Anzahl an Infoständen lohnt es sich, Anfragen und Ansprechpartner*innen systematisch abzulegen, um den Überblick zu behalten. Die Betreuung der Infostände sollte vor und während der Veranstaltung (und im besten Fall auch zur Evaluation nach Veranstaltungsende) gewährleistet sein, sodass Partner*innen wissen, an wen sie sich bei Fragen wenden können.

An Infoständen wird häufig Informationsmaterial aus Papier ausgehändigt, das in vielen Fällen ungelesen im nächsten Papierkorb entsorgt wird. Um auf Veranstaltungen unnötigen Papierverbrauch zu vermeiden, können Veranstalter*innen den Betreiber*innen der Infostände empfehlen, auf Informationsmaterial aus Papier zu verzichten. Stattdessen können an allen Infoständen z.B. QR-Codes bereitgehalten werden, sodass interessierte Besucher*innen Informationskanäle direkt online abonnieren können.  

Neben Flyern werden an Infoständen auch häufig Give-Aways, also Werbeartikel und -geschenke, ausgehändigt. Veranstalter*innen können festlegen, welche Give-Aways angemessen zur Ressourcenschonung einer Veranstaltung beitragen können, oder auf welche besser verzichtet wird. So können, im Gegensatz zu den klassischen Plastikkugelschreibern, wiederverwendbare Taschenaschenbecher auf einer Open Air-Veranstaltung oder regionales Bio-Obst einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit einer Veranstaltung leisten. Auch in unserem Infoportal findet ihr Unternehmen, die ressourcenschonende Give-Aways and Merchandise anbieten. 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Klimaschutzmaßnahmen: Energieversorgung

Als Eventstrom wird zertifizierter Öko-Strom bezogen.

Der absolute Stromverbrauch einer Veranstaltung ist eine aussagekräftige Umweltkennzahl. Die Dokumentation der Stromverbräuche wird daher im besten Fall schon in der Planung einer Veranstaltung mitgedacht. Wenn Veranstaltungsstrom von externen Dienstleister*innen bezogen wird, können unterschiedliche Stromzähler installiert werden, die zwar vor allem für die Abrechnung benötigt werden, aber auch darauf hinweisen können, welche Aktivitäten einer Veranstaltung energieintensiv waren.  

Neben der Messung und Dokumentation der Stromverbräuche sind natürlich die Bezugsquellen von Strom wichtig: Veranstaltungsstrom sollte nach Möglichkeit von regionalen Öko-Strom-Anbieter*innen bezogen werden. Wenn bspw. mobile Photovoltaikanlagen auf dem Veranstaltungsgelände eingesetzt werden, lohnt es sich, die eigene Stromproduktion sichtbar zu machen, wie auf der altonale. Vor allem in Veranstaltungsstätten, in denen die Energieversorgung durch die vorhandene Infrastruktur gewährleistet ist und somit kein Einfluss über die Stromanbieter*innen besteht, ist es sinnvoll, mit den Betreiber*innen vorher abzuklären, ob z.B. eine besonders energiesparende Beleuchtung zur Verringerung des Stromverbrauchs beiträgt.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Beschaffung, Material & Abfallmanagement: Druckprodukte

Für die Veranstaltung beschaffte Druckprodukte werden ressourcenschonend hergestellt und sparsam eingesetzt.

  • Bezieht die Druckerei Ökostrom? 
  • Kompensiert die Druckerei unvermeidbare Treibhausgasemissionen? 
  • Ist die Druckerei nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert? 
  • Wird ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier verwendet? 
  • Werden lösungsmittelfreie Farben eingesetzt? 
  • Wird der Einsatz von Lösungsmitteln im Druckprozess reduziert? 
  • Sind die Druckfarben vegan und auf Pflanzenölbasis? 
  • Sind die Druckfarben frei von Schwermetallen?  
  • Ist die Druckerei regional oder werden die Druckprodukte klimaneutral per Post versendet? 
  • Habt ihr für die Veranstaltung euren Bedarf an Druckprodukten angemessen kalkuliert? 

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Soziale Aspekte & Inklusion: Zugänglichkeit der Veranstaltung

Die Öffentlichkeitsarbeit ist anti-diskriminierend gestaltet.

Auch bei der Bereitstellung von Informationen auf Webseiten muss Barrierefreiheit berücksichtigt werden: Wenn Texte z.B. nicht kontrastreich vom Hintergrund abgehoben werden, können Menschen mit einer Sehbehinderung Text nur schlecht erkennen. Und einfache Schriftsprache ist beispielsweise geeignet, um Nicht-Muttersprachler*innen und Menschen mit geringer Lesekompetenz den Zugang zu Inhalten auf einer Veranstaltungswebsite zu ermöglichen.

Die Barrierefreiheit von Websites hängt u.a. von der Struktur und den Navigationskonzepten, der graphischen Gestaltung und den eingesetzten technischen Mittel ab. Das Fachportal der Aktion Mensch “Einfach für Alle” bietet niedrigschwellig Informationen zur Gestaltung barrierefreier Websites an, die auch Veranstalter*innen nutzen können, um die Inhalte einer Website wirklich allen Menschen zu bereitzustellen. Hier kannst du in „Schnelltests“ die Barrierefreiheit deiner Veranstaltungswebsite prüfen.

Neben dem Fachportal sollten auch die sog. Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), die als internationaler Standard für barrierefreie Webinhalte gelten, herangezogen werden. Für die bestmögliche Umsetzung der Richtlinie wurden Tutorials erstellt.

In dem Onlineportal von Aktion Mensch (https://www.aktion-mensch.de/corona-infoseite) werden niedrigschwellig Informationen zum Corona-Virus in Leichter Sprache und in Gebärdensprache zur Verfügung gestellt. Viele Menschen mit Behinderung sind einem höheren Risiko ausgesetzt, durch das Corona-Virus schwer zu erkranken, daher ist die barrierefreie Weitergabe von Informationen zur aktuellen Situation besonders wichtig. 

„Leichte Sprache“ ermöglicht den Zugang zu Kommunikation und geschriebenen Texten für Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben. Leichte Sprache kann für Texte im Internet, aber auch auf gedruckten Informationsmaterialien angewendet werden.  

Der Hep Hep Hurra e.V. stellt eine umfangreiche Werkzeugkiste für die Umsetzung Leichter Sprache zur Verfügung. Unter den Materialien ist z.B. ein Spickzettel zu finden, auf dem die wichtigsten Regeln zusammengefasst sind, um einen Text in Leichter Sprache zu formulieren. In Texten, die in Leichter Sprache formuliert werden, werden weder Abkürzungen, Verneinungen noch Genitive eingesetzt. Lange Sätze werden vermieden und jeder Satz sollte nur eine eindeutige Aussage enthalten. Der Verein hat zudem das Projekt Hurraki initiiert, in dem ein Wiki aufgesetzt wurde. Das Wiki dient als Wörterbuch für Leichte Sprache und zeigt eindrücklich, wie Texte verständlicher geschrieben werden können und welche alternativen Wörter genutzt werden können.  

Grundsätzlich wird empfohlen, Informationen z.B. für unterschiedliche Sinne zugänglich zu machen, d.h. Bilder zu nutzen und Text anzubieten. Das Netzwerk Leichte Sprache stellt ebenfalls Informationen zur Verfügung. 

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat auf der Website https://www.leserlich.info/ Informationen für die inklusive Gestaltung von Printmedien zusammengetragen. Auf der Website stehen z.B. ein Kontrast- und Schriftgrößenrechner zur Verfügung. 

Diskriminierung kann unterschiedliche Formen annehmen. Eine davon ist Sprache und die Worte, die wir wählen. Sprache beeinflusst unser Denken: Es ist deshalb essenziell, in tagtäglicher Kommunikation Ausdrücke und Begriffe zu wählen, die z.B. Menschen religiöser Gemeinschaften oder mit Behinderungen nicht diskriminieren, um Diskriminierung gesamtgesellschaftlich zu verhindern. 

Dies sollte sich auch in den Kommunikationsregeln auf euren Social Media-Kanälen und bei der Erstellung von Werbematerialien und Informationen für eine Veranstaltung widerspiegeln.  

Auf den folgenden Seiten könnt ihr euch zu dem Thema, passenden Ausdrucksweisen und Reaktionen auf diskriminierende Sprache informieren: 

Wenn alle gemeint sind, ist es wichtig auch alle anzusprechen. Denn nicht jede Form der Diskriminierung erfolgt gewaltvoll mit Handlungen, auch mit Worten werden Menschen (teils unbemerkt und unbewusst) diskriminiert. Gendersensible Sprache kann als Instrument dienen, um sich gegen solche Diskriminierung und für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.  

Auf den folgenden Seiten findest du Formulierungshilfen und weiterführende Informationen:  

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit:

Langfristige Mischkalkulationen werden vorgenommen und fördern nachhaltigen Konsum und Teilhabe.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

Unternehmensführung & Organisationskultur: Büro & Planung

Es werden Maßnahmen ergriffen, um den Arbeits- und Büroalltag der Organisation klimafreundlich und ressourcenschonend zu gestalten.

  • Bezieht eure Organisation für die Büroräume zertifizierten Ökostrom?
  • Lüftet ihr effizient und sparsam, d.h. alle halbe Stunde fünf Minuten stoßlüften? 

  • Schaltet ihr alle elektrischen Geräte ab, sobald ihr das Büro verlasst? 

  • Nutzt ihr für die Bürobeleuchtung LEDs? 

  • Verwendet ihr ausschließlich zertifiziertes Recyclingpapier und auch das sparsam? 

  • Sorgt ihr dafür, dass die Innenraumluft konstant gut ist und ihr z.B. Drucker nicht im selben Raum nutzt, in dem ihr auch arbeitet? 

  • Ist die Handseife auf den Toiletten biologisch abbaubar und vegan produziert? 

  • Verwendet ihr zertifiziertes Hygiene- bzw. Klopapier aus recycelten Fasern? 

  • Sind auf den Toiletten wassersparende Wasserhähne installiert?  

  • Nutzt ihr biologisch abbaubare und vegane Reinigungsmittel in der Küche? 

  • Sind eure Bürosnacks und Kaffee fair gehandelt worden? 

  • Esst ihr im Büro gemeinsam vegetarisch oder vegan, regional und saisonal? 

  • Trinkt ihr vor allem Leitungswasser? 

  • Meidet ihr kollektiv Einwegplastik als Verpackungsmaterial? 

  • Repariert ihr eure elektronischen Geräte, bevor ihr neue anschafft? 

  • Schafft ihr ausschließlich zertifizierte Büroausstattung an, die aus ressourcenschonenden Materialien hergestellt worden ist? 

  • Trennt ihr in allen Büros euren Abfall und sorgt für die fachgerechte Entsorgung? 

  • Ist euer Unternehmen oder eure Organisation bei einer nachhaltigen Bank?  

  • Nutzt ihr einen Webhostingservice, der Ökostrom bezieht?

Anlaufstellen für nachhaltige Software und Ökohosting-Anbieter*innen, die Beschaffung von Bürobedarf, IT und Mitarbeiter*innen-Verpflegung sowie weitere Dienstleistungen für den Arbeitsalltag findet ihr übrigens hier in unserer Tatenbank unter “Büroalltag”.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung folgender UN-Nachhaltigkeitsziele bei:

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